Frage von internetrambo, 75

Wie hätte man den Antisemitismus "aufhalten" können?

Laut Wikipedia tritt der Antisemitismus(AS) seit 1800 auf. Höhepunkt war ja das 3.Reich. So, jetzt ein Gedankenspiel. Stellt euch vor, ihr hätte eine Zeitmaschine und könntet damit in das 3.Reich zurückreisen. Sagen wir vor Hitlers Machtübernahme, da der AS ja schon vorher in der Bevölkerung vorhanden war. Was würdet ihr/man tun, um das ganze in dem dt. Reich zu stoppen? Ich meine IHR wisst, dass es was falsches ist, aber DIE damals haben an die Vorurteile geglaubt, es war für sie einfach das Richtige. Was hätte man tun können?

Ich frage nur, weil man in der "modernen" Welt wieder anfängt, so zu denken. Habe jetzt keine Quellen o.ä, aber ich muss kein Hellseher sein, um zu sagen, dass viele Menschen immer noch was gg Juden haben ( und auch gegen Moslems neuerdings). Sogar in Online Spielen sagen kleine Kinder rassistische Sachen ggüber Juden und Muslime. Der AS wird wieder salonfähig (finde ich). Was kann man denn dagegen tun? Man kann ja nicht einfach jeden einsperren. Also man muss schon sagen, dass es gewisse Parallelen zwischen damals und heute existieren (oder ist das nur meine unobjektive Sicht?)

Naja, will nur wissen was ihr so denkt ;)

3:14

Antwort
von Accountowner08, 22

DAs Wort "Antisemitismus" tritt im 19. Jahrhundert auf, aber Judenfeindlichkeit gab es schon viel länger, und zwar insbesondere weil es den Christen nicht passte, dass die Juden Jesus nicht als Messias oder Gott anerkannten. Das Neue Testament scheint voller Antisemitismus bzw. Judenfeindlichkeit zu sein, und die verschiedenen Kirchen haben das über Jahrtausende ausgeschlachtet. Die Kirchen haben auch immer wieder Ausweisungen, zwangskonversionen von Juden angeordnet, und wer nicht christlich werden wollte oder nicht christlich genug geworden war wurde einfach umgebracht.

Wie hätte man den Holocaust verhindern können?

Der dänische König Christian hat den Holocaust an den dänischen Juden verhindert, indem er sie nach Schweden geschmuggelt hat. Aber das waren nur ca. 5000 Personen. Der Marokkanische König soll auf die Aufforderung, die Juden zu melden, geantwortet haben "Bei mir gibt es keine Juden oder Moslems, ich habe nur Untertanen" oder so, und damit konnte die Verfolgung in Marokko (Kolonie von Frankreich das wiederum von Deutschland besetzt war) auch weitgehend (nicht ganz) verhindert werden. Auch der bulgarische König soll sich schützend vor die Juden gestellt haben, und die Deportation zumindest verzögert haben (bis Bulgarien von den Deutschen besetzt wurde).

d.h. die Nazis haben ständig ausprobiert, wie weit sie gehen konnten, und wenn sich niemand entgegen stellte, haben sie weiter gemacht. In Deutschland und auch in Osteuropa sind sie auf eine sehr kooperative Lokalbevölkerung gestossen, die mit grosser Freude bei der Ausgrenzung, Deportation und Ermordung der Juden mitmachte... Ja, ohne Kooperation und Duldung der Bevölkerung wäre es nicht möglich gewesen. 

Antwort
von Wischkraft1, 54

Grundsätzlich kann man Juden und Moslem nicht in einen Topf werfen. Ein Jude ist nur dann ein Jude, wenn er von einer jüdischen Frau geboren wurde. (Es genügt nicht, von einem jüdischen Mann gezeugt zu werden.) Jude kann man nicht werden, man ist es (oder nicht). Man kann den jüdischen Glauben annehmen, was aber sehr aufwändig und kompliziert ist. Juden missionieren nicht. Es liegt ihnen fern, andere von ihrem Glauben zu überzeugen. Juden glauben, dass sie das von Gott auserwählte Volk sind und dieses Privileg wollen sie nicht mit anderen teilen.

Moslem glauben, dass einzig sie den richtigen Glauben haben und wollen, dass die gesamte Menschheit diesen Glauben annimmt. Das hat der Begründer der Religion bereits selber gemacht: Mohammed überfiel mit Streitkräften andere Länder und zwang denen seinen Glauben auf. Die heilige Schrift, der Koran, bestimmt, was richtig und was falsch ist, wie man sich verhalten muss, welche Strafen bei Nichtbefolgen anzuwenden sind. Weitere Gesetzesbücher sind nicht erforderlich, Verfassungen, Grundrechte anderer Länder und Völker sind gegenstandslos, Demokratien sind nicht akzeptiert, da der Koran ja alles regelt. Ziel der Mohammedaner ist, die ganze Welt von ihrem Glauben zu überzeugen - auch mit Gewalt. Dennoch gibt es verschiedene Auslegungen des Koran und deshalb auch verschiedene Glaubensrichtungen innerhalb der Mohammedaner z.B. Schiiten, Wahabiten, Sunniten, Aleviten und einige ander mehr. Es herrschen zur Zeit extrem starke Glaubenskriege unter den Moslems, nicht nur Krieg gegen christliche Völker.

Gegen Glauben ist nur Wissen (Wissenschaft, Studium) eine Möglichkeit, eine Änderung zu erwirken. Mit Kanonen kann man keine Überzeugungen ändern.
Deshalb auch der Kampf der Boko Haram gegen Schulen (Boko ~ Book (Buch), haram ~ verboten, verflucht. Somit: Buch=Wissen=schlecht) weil die befürchten, dass Wissen, Aufklärung ihren Zielen schaden wird.

Antwort
von Videospieler95, 60

Weniger Dummheit  aber degegen kommt man nicht an. 

Es gibt auch Heutzutage noch viele Menschen die glauben das die Juden schlecht wären. Ich habe zb. mal so eine Dumme These gehört von einem Jungen wie folgt : *am 11.September 2001 das waren die Juden*.

So eine Dumme Theorie als wären Juden so ein Verein mit 30 Leuten oder so. Oder wie stellen die sich das vor das jeder Jude bei seiner Geburt ein Handy bekommt mit dem er alle anderen Juden anrufen kann oder was. 

Solche Dummen hetzen auf Gruppen von Menschen wurden von solchen Leuten wie Hitler genutzt um die Wut der Bevölkerung auf Missstände  denen anzulasten.   

Als Hitler in Wien gewohnt hat, gab es dort auch eine Zeitung die sehr oft solche Antisemitischen Sachen schrieb, und dadurch hatte auch er so einen Dummen Hass auf sie. 

Der einzige weg wäre das die Menschen weniger in Schubladen denken bzw ihre Gedanken genau überdenken.  

Antwort
von LuziFoehr, 48

"Man" gar nicht

Evtl. die Semiten selbst, wenn sie nicht überall laut propagiert hätten, dass sie das auserwählte Volk Gottes sind, und alle anderen Menschen minderwertig.

siehe Parallelen zu aktuellen Geschehnissen, wo es auch wieder (mal) welche gibt, die sich "für die beste Nation halten"

Antwort
von voayager, 52

Den Antisemitismus bekämpft man mittels Aufklärung - mehr Bildung! - sowie einer fortschrittlichen Politik, die auch sozial ausgerichtet ist und existenzsichernd, wozu eine positive Beschäftigungspolitik gehört.

Kommentar von internetrambo ,

Also hätte man es eigentlich nicht aufhalten können, man kann ja nicht jeden aufklären. 

Kommentar von voayager ,

Man kann sehr wohl jeden aufklären, nämlich in den Schulen, wo der Antisemitismus verpflichten im Unterricht besprochen wird und zwar ausführlich.

Antwort
von Gwennydoline, 75

In der Zeit zwischen dem 1. und dem 2. WK ist viel falsch gelaufen (schau dir dazu mal die soziale u. wirtschaftliche Situation der Weimarer Republik an). Da hätte man evtl eingreifen können - was für einen einzelnen Menschen jedoch unschaffbar gewesen wäre.
Den Antisemitismus gibt es leider schon sehr viel länger :/ - das ist eben die Schuldsuche bei einer Minderheit (ob man das jemals aus "dem Menschen" rausbekommt ist fraglich)
Parallelen zwischen damals und heute sehe ich noch nicht - man merkt aber so langsam, dass die Stimmung umschlägt.


Antwort
von Sonnenstern811, 67

Menschen haben schon immer  Sündenböcke für das eigene Versagen, für wirtschaftlich schlechte Zeiten und für alles mögliche gesucht.

Ist dir bekannt, dass im katholischen Polen in den 30er und 40er Jahren ein geradezu wahnhafter Antisemitismus bestand? Davon will man natürlich heute nichts mehr hören. Auch in der Sowjetunion wurden Juden verfolgt.Die Schauprozesse gegen hohe Regierungsmitglieder in der damaligen Tschechoslawakei Ende der 40er Jahre betrafen auch fast ausnahmslos Juden. Einige endeten mit Hinrichtung. Die Anschuldigungen waren total erlogen.

Aufhalten hätte man die Verfolgung uin Deutschland nicht können, da der Gröfaz der Überzeugung war, das "Weltjudentum" hätte die Welt in den Krieg gestürzt.

Antwort
von Gugu77, 69

 Moin!

Zunächsteinmal  ist der Antisemitismus  schon länger verbreitet als  seit dem 19 Jhrdt. Im Mittelalter beispielsweise hatten die Juden bereits ein schlechtes "Image", denn sie durften Geschäfte mit Zinsen ausüben, die damals von der Kirche verboten wurden. Zudem wurden sie von der Kirche als "Mörder Christi" stigmatisiert.Schau mal hier: http://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/37951/von-der-antike-bis-zu...

Ich möchte hier keine hypothetischen Konstrukte  nach dem Motto "WAs wäre wenn?" über die Vergangenheit aufbauen. Im Übrigen gibt es den Antisemitismus schon noch länger als du denkst. Die Erklärung für den Erfolg Hitlers ist als multifaktoriell anzusehen: wirtschaftliche Lage, historische Lage, sozialpsychologische Gruppenphänomene, die durch die geschickte Propaganda genutzt wurden ...

Du kennst sicher den Film, Buch " Die Welle"? Es gibt zum Beispiel auch noch das Konzept der autoritativen Persönlichkeit von Adorno, der die Vorurteile der damaligen Bevölkerung in seiner Theorie aufarbeitet (googeln bitte). Eine Zusammenfassung der gängigen Erklärungsmodelle bietet der Film "Das radikal Böse".

Ich frage nur, weil man in der "modernen" Welt wieder anfängt, so zu denken.

Das gab es schon die ganze Zeit- ohne Unterbrechung ...

Was kann man denn dagegen tun?

Vorurteile sind oftmals durch  die Sozialisation angelernt. Diese negativen Einstellungen gegenüber Gruppen stützen sich auf überlieferten Infos und werden durch vereinzelte negative Erfahrungen gestützt. Einzelne Negativerfahrungen werden auf ganze Gruppen angewandt.

Sie dienen auch dazu eine  gruppenabhängige Identität zu bilden. "Wir gegen die?"

Um Vorurteile abzubauen, wird von Sozialpsychologen die sigenannte Kontakthypothese (Allport) vorgeschlagen.

Je mehr Kontakt wir zu einzelnen aus den stigmatisierten Gruppen haben, desto mehr werden die Vorteile abgebaut. Die Masse wird zum Individuum und einem Menschen, der genau so ist, wie wir.

Konrontation mit den Äußerungen und Bildung, Aufklärung. Wenn man z.B. junge Muslime damit konfrontiert, dass sie "JUDe" als Schimpfwort nutzen, kommt häufig nur "die haben unser Land angegriffen". Sie kennen ihr eigenes Herkunfstland aber nicht und zudem keinen einzigen Juden. Es wird nur nachgeplappert. Da kann man ansetzen.

Das Problem sehe ich nur darin, dass viele Vorverurteiler einen persönlichen Kontakt  und Einwände nicht zulassen würden, denn so würde ihre Perspektive zusammenfallen und sie hätten keinen Halt mehr.

Das ist ein komplexes Thema. Ich denke, dass du mit der Internetsuche zu Vorurteilen und Stereotypen weiterkommst.

Antwort
von 1988Ritter, 51

Wikipedia schreibt oftmals Blödsinn.

Schau Dir nur mal die Geschichte von Venedig an. Das war dann auch deutlich vor 1800.

Nur weil man ein schickes Wort erfunden hat, muss der Umstand zum Wort nicht unbedingt zeitlich übereinstimmen.

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