Frage von burbankc, 119

Wie haben Menschen überhaupt Freizeit?

Ich werde bald meine Ausbildung beginnen und muss, wie jeder, 8 Stunden pro Tag, 40 Stunden pro Woche arbeiten. Manche Menschen weniger oder mehr. Immer und immer wieder, jeden Tag das gleiche.. Unerträglich, vor allem wenn man seinen Job hasst. Wie soll man da nicht auf Selbstmordgedanken kommen?

Jetzt bin ich am überlegen, wie man dann überhaupt Zeit für sich haben soll? Wenn ich Leute auf sozialen Netzwerken sehe, wie haben sie überhaupt Zeit? Man ist ca. 18 uhr zuhause und kann mir dann nicht vorstellen danach noch irgendetwas zu machen.

(Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie Menschen mit niedrigeren Einkommen noch extra Überstunden dafür machen.)

Was sind eure Erfahrungen?

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 22

Hallo!

Ich arbeite auch viel, aber ich liebe meine Arbeit :) Das ist dabei der elementare Unterschied -------> außerdem verplane ich meine Freizeit nicht mit 1000 Clubs, Vereinen, Musikunterricht, Tennis, Fußball, Golf, Walking, Facebookpostings, Hunden, Autos, Kaffeekränzchen und Ähnlichem.. ich habe dann einfach mal frei :)

Das Problem der Deutschen ist, dass sie selbst ihre Freizeit komplett durchorganisieren "müssen" & deswegen keine echte Freizeit haben.. auch wenn sie sagen, das wäre doch alles Freizeit und Hobby.. da ist mMn oft viel zu viel Zwang dabei. Die wenigsten können sich zurücklehnen & nichts tun oder auch mal einfach spontan entscheiden.. und so entsteht der Eindruck, man habe eigentlich "keine Freizeit". Man hat sie schon, aber mal verplant sie oft komplett. Genau das ist auch m.E. 'nen Problem der heutigen "Kindergeneration" --------> zu den langen Schulzeiten (Ganztagsschule^^) kommt dann oft noch irgendein Verein dazu & noch einer und dann noch bspw. ein Sprachkurs von der Volkshochschule für englische Früherziehung... so in der Art, ihr wisst denke ich was ich meine!

Das "Problem" ist bei der hier beschriebenen Thematik - ohne jmd. angreifen zu wollen - m.E. viel eher die deutsche Mentalität, die sich das Leben von sich aus schwarzmalt & chronisch am Nörgeln ist aber auch andererseits sich Spaß regelrecht verbietet durch das Bestreben, alles müsse vernünftig sein. Nach diesem Motto untersagt man sich sogar in der Freizeit oft Spaß & benutzt die Freizeit für "Bildung" oder "Freizeitangebote" um andere zu beeindrucken.. 

Bezogen auf Jobs, die keinen Spaß machen, muss ich sagen, dass es auch an der deutschen Mentalität liegt: Gern beschweren sich die Deutschen drüber, wie mies der Job und die Lebenssituation sind, aber dann stehen sie morgens wieder ohne Widerrede um sechs Uhr auf und akzeptieren es anstatt mal nachzudenken, was man theorethisch verändern könnte... und glaubt mir, wer will findet IMMER Optionen wie einen neuen Job der besser passt :) Aber dafür sind viele zu passiv: Man will lieber dass es so bleibt wie es ist, selbst wenn man genau weiß dass es unbefriedigend und stupide ist!

Antwort
von Minischweinchen, 20

Hallo,

ich kann mir sehr gut vorstellen, wie Du Dich fühlst . Am Anfang der Ausbildung kann man sich nicht vorstellen, wie das gehen soll, aber es geht.

Was natürlich wichtig ist, das Dir Deine Arbeit Spaß macht. Ok, es kann nicht immer Spaß machen, aber eben zum Großteil. Weil wenn Du jeden Tag mit einem Widerwillen zur Arbeit gehst, dann vergeht auch die Zeit nicht und der Tag wird zur Qual.

Trotzdem versuch an Deine Ausbildung positiv ranzugehen. Du wirst sehen, Du hast abends noch Freizeit und da wirst Du auch was unternehmen und am Wochenende sowieso.

Wenn Du jetzt z.B. bis um 18:00 Uhr arbeitest, dann fängst Du auch sicherlich nicht vor 8:00 Uhr an zu arbeiten, außer Du hättest eine ewig lange Mittagspause.

Was wirklich belastend ist, ist Schichtarbeit. Eine Woche Frühschicht, eine Woche Spätschicht , dann Nachtschicht. Der Körper dieser Menschen muss sich jede Woche umstellen und die Schicht selber ist sehr anstrengend für den Körper. Natürlich gibt's auch Arbeiter, die damit gut zurecht kommen, das kommt einfach drauf an.

Wenn Du mit Deinen Kollegen gut auskommst, hilft Dir das auch viel um in der Arbeitswelt zurecht zu kommen.

Das der "kleine" Arbeiter sehr oft ausgenutzt wird, das ist leider so. Es wird am Personal immer gespart.

Du fängst ja Deine Ausbildung erst an, hast ja dann auch schon 1x die Woche Berufsschule (oder Blockunterricht?), da kommst Du ja schon mal eher heim, also ein Tag schon mal kürzer.

Was auch wichtig ist, eine Arbeit zu haben, die vielseitig ist, weil wenn Du natürlich immer das selbe nur machst, wie jetzt zum Beispiel in einer Fabrik am Band, das ist nicht jedermanns Sache.

Du wirst sehen die erste Zeit wird so schnell vergehen, denn Du musst ja alles lernen und es ist alles neu. Dir wird gezeigt, wie was funktioniert. Bis Du schaust, ist ein Tag schon wieder vorbei.

Ich kann Dir nur soviel raten. Halt Dich ran und versuch - das ist jetzt natürlich ein wenig schwierig mit dem Ausbildungsgehalt - aber danach, das Du auf jeden Fall Geld sparst, damit es Dir irgendwann möglich ist, weniger zu arbeiten, weniger Stunden oder halbtags. Nur mit dem Geld alleine kommt man dann sicherlich nicht wirklich gut aus.

Du musst aber auch sehen, Du verdienst Dein eigenes Geld und wenn Du Dich gut anstellst, kannst Du Dich auch hocharbeiten und gut verdienen.

Arbeiten muss man, außer jemand findet es toll - gibt es ja auch genügend - vom Staat zu leben, also von der arbeitenden Bevölkerung. Nur, ob Dir das gefällt ,das Geld reicht hinten und vorne sicherlich nicht. Das sollte auf keinen Fall Dein Ziel sein, lieber die Arbeitsstelle mal wechseln, wenn es nicht mehr geht.

Trotzdem ist Freizeit sehr wichtig und Du solltest diese geniesen und auch was unternehmen. Dies brauchst Du als Ausgleich zur Arbeit unbedingt. Denn nur Schuften ist wirklich nichts.

Was die Zusatzjobs zum normalen Job betrifft. Natürlich gibt es Arbeitsstellen, wo Du wirklich wenig Gehalt bekommst, darum versuch eben Dich auch weiterzubilden nach Deiner Ausbildung, denn somit bekommst Du immer auch mehr Gehalt, denn Verkäufer ist nicht gleich Verkäufer usw.

Ich wünsch Dir auf jeden Fall einen guten Anfang und auch, wenn jeder gerne lieber weniger arbeiten würde und denjenigen verteufelt, der die 40 Stunden Woche , und mehr,  eingeführt hat, Denk nicht so negativ und geh jetzt einfach mal positiv an Deine Ausbildung.

Deine Bedenken und wie das alles geht, sind aber total verständlich!

Liebe Grüsse !

Antwort
von zippo1970, 46

Hallo!

Tja....so ist das Leben. Ich versuche das Beste daraus zu machen. Nichtsdestotrotz ist das Leben natürlich eine Ansammlung von Kompromissen.

Wenn man seinen Job nicht mag, muss man schauen woran es liegt, und was man selbst besser machen kann, bzw. verändern kann. Von Nichts kommt nichts. Man muss was tun, und aktiv werden, wenn einem etwas an seinem Leben nicht gefällt.

Ich bin in meinem Berufsleben schon durch viele Phasen gegangen. Unter anderem habe ich auf Montage im Laden- und Messebau gearbeitet. Manchmal 70-80 Stunden die Woche. Ich habe aber auch gewusst, wofür ich das mache. Ich war junger Familienvater, und wollte meiner Familie was bieten. Aber natürlich geht so wenig Freizeit, auch auf die Lebensqualität, und wird der Familie auch nicht gerecht.

Also habe ich mir einen anderen Job gesucht, und habe mich weitergebildet. Heute habe ich einen Job, der mir viel Spaß macht, mit dem ich die Rechnungen  bezahlen kann, und der mir relativ viel Freizeit lässt.

Aber bei freier Zeit, kommt es sicherlich nicht nur auf die Quantität an, sondern vor allem auf die Qualität. Wenn man wenig Zeit hat, muss man sich gut überlegen, wie und mit wem man diese Zeit verbringen will.

LG :-)

Antwort
von Peppi26, 39

Doch nach der Arbeit hast du Zeit für hobbies, Tiere, Freunde oder worauf du immer Lust hast! Ich schlafe nachmittags immer erstmal 2-3 h und danach bin ich wieder fit und mache worauf ich Lust habe! Außerdem kann Arbeit auch Spaß machen, naja zumindest die tollen Kollegen!

Antwort
von Mondhexe, 36

Seinen Job tatsächlich zu hassen hat keinen Wert. Dann musst Du Dir einen anderen suchen, z.B. eine Arbeit bei der man tatsächlich nicht jeden Tag das Gleiche machen muss. Vielleicht eine Arbeit mit Menschenkontakt, dann ist schon durch die verschiedenen Charaktere jeder Tag ein bisschen anders.

Ansonsten: ich arbeite auch in einer 40 Std.-Woche, wenn ich nach Hause komme, koche ich für meinen Mann und mich, dann mache ich noch ein bisschen Hausarbeit.

Ehrenamtlich bin ich beim THW und in einem Verein für alte Schienenfahrzeuge - außerdem komme ich irgendwie noch dazu die Fußball EM zu verfolgen und auf Gute Frage herumzuklicken...;-)

Am Wochenende machen mein Mann und ich oft Städtetouren - eine nette Sache, die ich mir nur aufgrund meiner Arbeit leisten kann. Die Arbeit selbst? Nun ja, es gibt spannende, aber auch langweilige Tage, aber einige Kollegen gehören nach all den Jahren schon zum Freundeskreis und ich arbeite sehr gerne mit ihnen zusammen.

Ich glaube, es liegt an einer gewissen Grundeinstellung - man kann alles negativ sehen, aber auch alles positiv. Und vergiss nicht: Du hast immer eine Wahl - Du musst nur die daraus entstehenden Konsequenzen tragen, das gehört zum Erwachsensein einfach dazu.

Antwort
von Rendric, 59

immerhin hast du jedes Wochenende frei (oder?).

und da du nicht im Schichtdienst arbeitest, kannst du dir ab 18 Uhr ein Hobby (Verein) zulegen.

Natürlich kann man dann noch etwas machen. 18 Uhr ist nicht spät und viele Vereine treffen sich erst abends.

Dennoch solltest du einen Beruf dir suchen, der dir auch Spaß macht und dich erfüllt. Sonst ist es klar, dass du immer schlecht gelaunt und unmotiviert bist.

Antwort
von SJ7IFVQ5, 33

Deshalb mache ich mir schon vor der Ausbildung Gedanken was ich wo arbeiten will und stelle die Weichen...
Es ist nunmal so das man in nem kleinen Handwerks Betrieb mehr arbeiten muss als in ner großen Firma im Büro... und je nach dem wo man arbeitet verdient man richtig gut kann die Arbeitszeiten so legen das man früh genug nach Hause kommt und genug Freizeit hat!

Antwort
von Steffile, 42

40 Std. haette ich als Freiberuflerin & Mutter & Hausfrau gern!

Das wichtigste ist natuerlich, deinen Beruf zu moegen. Als ich als Schulerin in Molkerei oder Waescherei gejobbt habe, war jeder Tag echt eine Qual, heutzutage arbeite ich gerne.

Und zu deinem Beispiel: nach 18 Uhr kann man ja auch noch eine Menge machen, und am Wochenende auch.

Schlimmer finde ich, nur rumzuhaengen und gar nichts sinnvolles zu machen.

Antwort
von NewKemroy, 31

Ja. Hier stimmt etwas nicht. Und zwar gewaltig. Seit sagen wir mal 30 Jahren hat sich die Technik enorm weiterentwickelt. Aber wir müssen genauso lange arbeiten wie damals. Und das obwohl man annehmen sollte, dass die Technik uns von der Arbeit befreit.

Stattdessen wird versucht die Arbeit zu glorifizieren. Also jedem der mich fragt ob ich gerne arbeiten möchte dem schütte ich erstmal sein Briefklammerbox auf den Boden, und frage ihn das gleiche.

Antwort
von Thadeus, 63

Willkommen in der Arbeitswelt 😊

Antwort
von DeniiisFB, 52

Spätestens ab da wird einem bewusst das die Schulzeit die beste Zeit war,nicht wahr ? 

Zeit findet man immer.Auch wenn man sie nicht lange nutzen kann 

Antwort
von bingo00, 54

Die Woche hat 168 Stunden:

168 Stunden - 68 Stunden Schlaf - 40 Stunden Arbeit - 10 Stunden Fahrzeit = 50 Stunden für Sonstiges verbleibend

Antwort
von Kasumix, 24

Willkommen im Leben ^^

Drum sag ich immer, Schule war echt nicht schlecht :)

Viele Menschen machen auch nicht mehr viel unter der Woche.

Sind eben nur noch in sozialen Netzwerken, weil's einfach zu pflegen ist... Sich treffen ist vielen zu anstrengend :D

Antwort
von free12345, 53

Bin der selben Meinung wie du ich beginne meine Ausbildung auch bald aber als Bäcker hab nur so 5 stunden arbeit am Tag die ersten paar Monate weil ich keine 18 bin ^^ ,Und wenn dann muss ich ja auch nur bis 12 arbeiten und hab dann auch den ganzen Tag noch bzw. nachm schlaf (brauche viel schlaf ) hab noch etwa 2-3 Stunden vom Tag und in den 2-3 Stunden zock ich eher oder keine ahnung also viel hat man eben wirklich nicht ......welcher deepp hat sich das system ausgedacht ?!

Antwort
von 486teraccount, 59

Arbeit ist hässlich. Minijob oder arbeitslos geht noch für die Freizeit.

Schule war auch schon hässlich bis 16 Uhr nachmittags.

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