Frage von Annanobanana, 27

Wie habe ich wieder mehr Lust auf Schule?

Hallo, liebe Community!

Zuerst muss ich erklären, dass ich eigentlich ein "Streber" bin, und von Schulbeginn an spürte ich, dass ich mich zum Lernen hingezogen fühlte. Ich war ein sehr aufgewecktes Kind, das Spaß daran hatte, Neues zu lernen, und heute ist das immer noch so, nur....

....ich bin jetzt in der 10. Klasse. EF. Der Unterricht ist nicht wirklich schwieriger für mich als vorher, trotzdem fühlt es sich an, als ob die Anforderungen steigen. Schule verursacht bei mir Stress. Alleine der Gedanke daran, vor allem Vokabeln Lernen. Ohne wirklichen Grund, denn mit meinen Mitschülern habe ich keine schwerwiegenden Probleme, und auch in keinem Fach ganz und gar keine schlimme Probleme.... Und doch, in der Schule zu sein, macht mich gereizt; die Länge des Unterrichts erdrückt mich; mein Ehrgeiz, Hausaufgaben zu machen, lässt immer mehr nach. Natürlich erledige ich sie dennoch (früher oder) später, dagegen lerne ich viel zu wenig. Jetzt sind Ferien und es hat sich eine Menge angestaut. Die erste Woche habe ich gar nichts getan für die Schule. Was ist mit mir los?! Dieser innere Schweinehund, der sich immer öfter gegen meinen Fleiß stellt, kann doch nicht nur von der Pubertät kommen. Ich möchte nicht, dass sich dadurch mein Charakter verändert, ebenso will ich später einen guten Abiturschnitt erreichen.... Meine Mutter meint, ich könne die Situation doch selbst verändern, aber ich weiß nicht, wie. Ich fühle mich so fremdgesteuert.

Bitte helft mir. Hat jemand einen Rat? LG Anna

PS. Ich treibe kaum Sport, vielleicht hängt es auch damit zusammen, aber daran arbeite ich bereits.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von regex9, 11

Der Unterricht ist nicht wirklich schwieriger für mich als vorher, trotzdem fühlt es sich an, als ob die Anforderungen steigen.

Fühlst du dich denn insgesamt überfordert oder doch eher unterfordert?

An sich ist es nur logisch, dass mit zunehmender Zeit mehr Erwartungen gestellt und mehr Verantwortung gefordert wird. Immerhin wurde über Jahre hinweg auf dieses Ziel hinzugearbeitet.

Oder verspürst du irgendwelche speziellen Ängste, bspw. vor der Zukunft? Hast du große Angst, zu scheitern oder vor der Ungewissheit, wegen der Zeit nach dem Abitur?

Jetzt sind Ferien und es hat sich eine Menge angestaut. Die erste Woche habe ich gar nichts getan für die Schule.

Es sind halt Ferien.

Ich treibe kaum Sport, (...) aber daran arbeite ich bereits.



Das ist eine gute Idee, vielleicht bringt es dich wieder in Schwung. Außerdem könntest du dir die Zeit für mehr zwischenmenschliche Kontakte nehmen. Von denen hast du in deinem Text nämlich nicht viel erwähnt.

Kommentar von Annanobanana ,

Vielen vielen lieben Dank für deine Antwort.

Du hast mir geholfen, mir mein wirkliches Problem bewusst zu machen:

Ja, ich habe Angst vor der Zukunft. Angst vor dem Abitur. Angst ab einem Punkt nicht mehr die gute Schülerin zu sein, die ich jetzt bin. Kurzum: Versagensangst. Diese Angst ist bei mir mittlerweile stark ausgeprägt. Das hängt bei mir aber auch damit zusammen, dass ich aufgrund belastender familiärer Probleme im Zusammenspiel mit meiner ausgeprägten Sensibilität und der Pubertät wahrscheinlich, in den letzten Jahren immer mehr an Selbstvertrauen verloren habe und meinen Selbstwert nur dadurch definiert habe, wie ich auf andere Mensche wirke: Das heißt, es belastet mich sehr, wenn ich Menschen zur Last falle, emotional stark beeinflusse oder sie einen Grund finden, abwertend zu mir zu sein......... Ich stelle ihr Wohlbefinden über meines........ Aber so werde ich selber nie wahrhaft glücklich sein können. Deshalb versuche ich nach und nach wieder, in meine Spur zu kommen, ausgeglichener zu werden, auf meinen Geist und meine Seele zu hören und Dinge generell gelassener zu nehmen...... Und meine Persönlichkeit wertzuschätzen, statt mich für andere verbiegen zu wollen.

Kommentar von Annanobanana ,

Das mit den Kontakten gehört sowieso zu meinen Plänen, ich habe nämlich seit letztem Schuljahr meine erste, wirklich wahre Freundin gewonnen (Meine anderen Freunde sind nicht so 100% aufrichtig wie sie und gehören alle zu Cliquen, während ich ein Einzelgänger bin- genauso wie meine BFF).

 Bei meiner besten Freundin muss ich mich nicht anpassen, sie liebt mich so wie ich bin und findet meine "Macken" überhaupt nicht schlimm, wir können über alles reden und sie ist in jeder Hinsicht ein unglaublicher, liebenswürdiger Mensch. Wir treffen uns auch immer öfter neben der Schule und diese Treffen sind ein äußerst entspannender Ausgleich zu meinem ganzen innerlichen Chaos und Stress. Außerdem beruhigt es mich zu sehen, dass es ihr in vielerlei Hinsicht ähnlich geht.

Antwort
von lRedrahl, 3

Ich persönlich mache sehr wenig für die Schule und habe keinen Stress, wenn ich mal für eine Klausur lernen muss (sofern ich überhaupt lerne). Ich komme sehr gut mit, verstehe vieles sofort ohne mir es nochmal anschauen zu müssen. In der Zeit, in der andere lernen bin ich entweder mit dem Hund zugange, beim Training oder spiele mit Freunden Spiele.

Was ich damit sagen will ist, dass ich vielleicht keinen Stress durch die Schule habe, weil ich mir erst keine Gedanken über Hausaufgaben oder anstehende Klausuren mache (manchmal ist es dennoch etwas extrem). Ich versuche das beste aus meinem jetzigen Leben zu machen und Spaß zu haben.

Hatte bis jetzt immer einen Durchschnitt von 2,5 und das hat sich in den letzten beiden Klausuren (Englisch: 10 Punkte und Mathe LK:10 Punkte) nicht verändert. Mich interessieren die Noten, solange sie nicht im vierer Bereich liegen herzlich wenig. Selbst das Abitur ist für mich, solange es nicht schlechter als 3,0 ist, wenig relevant, weil man in der Schule, meiner Meinung nach, größtenteils Schwachsinn vermittelt bekommt. Erst wenn du studieren gehst wird es wichtig die Sachen Vor- und Nachzubereiten.

Ich habe das Gefühl, dass viele von zuhause aus oder weil sie einfach eine Erfolgssucht haben, sich das Leben nur schwerer machen, indem sie sofort nach der Schule wieder das Schulbuch rausholen und sich unnötiges Wissen reinsaugen. Ich weiß nicht wie man sich so ein Leben vorstellen soll. Man kommt nach Hause und hat nur Hausaufgaben und pauken im Kopf. Nur um bessere Noten zu bekommen. Wofür?

Mein Tipp also fürs erste sich weniger auf die Schule zu konzentrieren sondern mehr auf Freizeitaktivitäten, je nachdem was dir am meisten Spaß macht. Lernen kannst du danach noch.

Und wer hat in der zehnten Klasse noch Vokabeln gelernt? Meine letzten Vokabeln, die ich aktiv gelernt habe, waren bestimmt in der siebten oder achten Klasse. Filme mit deutschen oder gar keinen Untertiteln hilft sehr.
Macht gute Laune und man hat einen Lernerfolg.

Kommentar von Annanobanana ,

Vielen lieben Dank für deine Antwort!!!!!!

Du hast Recht, aber meine Mutter verlangt auch von mir, dass ich immer mein Bestes gebe und das kann ich nur tun, wenn ich viel für die Schule mache.... Jedoch bleibt meine Freizeit dabei tatsächlich auf der Strecke.........

Ich sollte mich langsam wieder lockerer machen, denn als ich jünger war, musste ich nie wirklich lernen und wenn ich locker an die Schulsachen herangehe, ohne diesen inneren Druck, beherrsche ich super schnell alles.

Leider neigt meine Mutter dazu, mich ständig an Lernen und Hausaufgaben erinnern zu wollen, was unbewusst kontraproduktiv für mich ist und mir nur noch mehr Stresdäs macht, ich hab es ihr schon so oft erklärt, aber sie kapiert es einfach nicht, sie kann nicht loslassen.

Hoffentlich gibt sich das in den nächsten Jahren, schließlich muss ich lernen, eine selbstständige, eigenverantwortliche Person zu werden.

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