Frage von alex1804mator, 180

Wie gut sind meine Fotos?

Vor ca. 2 Monaten habe ich mir zu meinem 14. Geburtstag eine Samsung NX 300 gewünscht und diese dann auch bekommen. Ich habe mir nicht wirklich Gedanken gemacht oder mich informiert. Meine einzigen Navigationspunkte waren Preisklasse und Empfehlungen aus dem Internet. Im Nachhinein bereue ich ein bisschen, dass ich mir diese Kamera gewünscht habe. Jedoch kann man das ja jetzt nicht mehr ändern, was meiner Meinung nach auch nicht schlimm ist! Mittlerweile habe ich mich zu den folgenden Stichpunkten informiert: ISO, Verschlusszeit, Blende, Weißabgleich, Bildkomposition. Ich habe auch erst vor kurzem erfahren, dass meine Kamera einen APS-C-Sensor (oder so 😁) und keinen Vollformatsensor hat. ;) Ich bin ja noch in der Lernphase. Jetzt laufe ich mit der Kamera in der Gegend rum, fotografiere, was ich sehe und bearbeite es, wenn überhaupt, auf meinem Handy mit Snapseed und das auch so, wie ich es "besser" finde. Portait und Landschaft finde ich am spannendsten. Ich würde euch gerne ein Bild zeigen, leider habe ich bisjetzt nur meine kleinen Geschwister fotografiert und die Fotos würde ich nicht so gerne ins Netz stellen! Ich hoffe, dass kann man nachvollziehen. Alles was ich brauche, ist eine ehrliche, objektive Meinung. Ratschläge und Tipps wären super! Vielen Dank im Vorraus. :) P.S.: Ich habe mal 4 Bilder hochgeladen. 3 + 1 Edit

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MetalMaik, 78

Naja, die Bilder sind noch nichts besonderes, aber immerhin ist bei dem Landschaftsbild der Horizont wenigstens gerade (hab schon einige Anfängerfotos gesehen, bei denen der Horizont völlig schief war). Und Du hast ja auch erst vor zwei Monaten angefangen, da kann man nicht erwarten, das Du schon perfekte Bildkompositionen ablieferst. Wichtig ist, das Dir das Fotografieren Spaß macht. Wenn Du mehr daraus machen willst, übe soviel wie möglich mit Deiner Kamera, lerne mit Bildbearbeitungsprogrammen umzugehen und schau Dir z.B.Bilder von bekannten Fotografen an, versuche herauszufinden, wie sie gemacht wurden und lass Dich davon inspirieren.

Ich selbst habe mich auch auf die Landschaftsfotografie spezialisiert. Vor allem beschäftige ich mich mit der HDR Fotografie (Bilder mit hohem Dynamikumfang, aus mehreren Belichtungen).

Z.B. fotografiere ich gerne Sonnenauf- und untergänge. Dabei sind die Helligkeitsunterschiede so groß, dass es bei einem einzelnen Bild entweder zu ausgebrannten Stellen im Himmel kommen würde (wie bei Deinem Landschaftsbild) oder man sieht den Sonnenuntergang, aber kaum was von der Landschaft, weil sie zu dunkel ist. Bei einem HDR, z.B. aus drei Belichtungen, würde man ein Bild etwas überbelichten (darauf sieht man die Landschaft gut, aber wenig vom Himmel), ein Bild "normal" belichten und ein Bild unterbelichten (darauf sieht man den Himmel gut aber die Landschaft ist dunkel). Diese drei Bilder verrechnet man mit einem HDR Programm zu einem, das Programm sucht von jedem Bild die am Besten belichteten Bereiche und erstellt daraus ein einzelnes Bild, auf dem dann Himmel und Landschaft gut zu sehen sind.

Diese HDR Bilder wirken oft ein wenig wie gemalt, da man im Prinzip die zu hellen Töne künstlich abdunkelt und die dunklen Töne künstlich aufhellt. Man muss dann auch lernen, die Regler im HDR Programm richtig einzustellen, damit das Bild nicht zu übertrieben aussieht, aber das ist zum Teil auch Geschmacksache, ich mag es z.B. gerne, wenn die Farben etwas satter sind, als in der Realität und die Bilder dadurch ein wenig wie Gemälde wirken.

Hier mal ein paar Beispiele von meinen HDR Bildern:

Kommentar von MetalMaik ,

Wenn Du Deine Bilder nachbearbeitest wäre es auch sinnvoll, wenn Du sie auf der Kamera im Raw Format speicherst und dann, am PC, im Raw Konverter entwickelst. Aus einem Raw läßt sich in der Nachbearbeitung wesentlich mehr "rausholen", als aus einem jpg.

Kommentar von alex1804mator ,

Die Bilder sehen ja echt klasse aus! Habe ich gleich ein Vorbild ;) Ich habe schonmal probiert in RAW zu fotografieren. Vielleicht sollte ich das immer machen. :)

Kommentar von MetalMaik ,

Danke, freut mich, dass Dir die Bilder gefallen :-) . Es lohnt sich auf jeden Fall in Raw zu fotografieren. Ich hab jpg. bei meinen Kameras ganz ausgestellt  und speichere nur noch in Raw, da ich meine Bilder sowieso alle nachbearbeite, oder zumindest im Raw Konverter entwickele. Der Unterschied ist schon manchmal erstaunlich, was sich aus einem Raw Bild machen läßt. Da kann man oft sogar wieder den Himmel sichtbar machen, obwohl er auf dem Originalfoto nicht zu sehen ist. Oder Landschaften wieder aufhellen, die auf dem Originalbild nur in schwarz zu sehen sind.

Ein Tipp hätte ich noch für Dich. Falls Du noch in keiner Fotografiegruppe bist, kannst Du Dir ja mal welche anschauen. Es gibt Da zwar auch viele Leute, denen es nur um gegenseitiges liken geht, aber es gibt auch  Leute, mit denen man sich prima austauschen kann und von denen man einiges lernen kann. Das hat mir schon oft weitergeholfen, wenn es z.B. darum ging, mehr über Bearbeitungstechniken zu erfahren. Und damit meine ich nicht Instagram, denn da geht es den meisten Leuten auch nur um likes und ein großteil der Leute dort hat von Fotografie überhaupt keine Ahnung. Ich bin zwar eigentlich kein so großer Fan von Facebook, aber da gibt es immerhin einige Fotografiegruppen, wo sich wirklich gute Leute rumtummeln, von denen man eine Menge lernen kann.

Ich bin mit meinen Bildern z.B. in einigen Fotogruppen und Communities vertreten: z.B. Facebook, Flickr, 500px, Panoramio, Fotocommunity, You Pic, ... (zu finden bin ich dort unter Maik Richter oder Maik Richter Photography).

Deine Kamera ist übrigens schon ein gutes Teil und einen APS-C Sensor haben ja auch die meisten DSLRs. Bei normalem Licht und niedriger ISO kann die Bildqualität der APS-C Sensoren locker mit Vollformatsensoren mithalten. Im High ISO Bereich kann ein Vollformatsensor dann aber doch noch einiges mehr leisten. An meinen HDR Bildern kann man jedenfalls nicht erkennen, welche davon mit einer APS-C und welche mit einer Vollformatkamera gemacht wurden. Die aktuellen APS-C Sensoren haben eigentlich alle eine so gute Bildqualität, das nur wenige (und meistens teure) Objektive diese wirklich ausreizen können.

Hier noch ein LInk zu meinem Flickr Profil (falls Du mal reinschauen möchtest):

https://www.flickr.com/photos/100078274@N02/

Kommentar von MetalMaik ,

Danke für den Stern! :-)

P.S. falls Du Dir ein Profil in irgendeiner Community zulegst, kannst Du es mir ja mal schreiben. Kann Dir auch gerne weitere Tipps geben, wenn Du fragen hast. Ich wollte eigentlich auch schon lange mal ein Tutorial zum Thema HDR Fotografie machen, aber irgendwie bin ich noch nicht dazu gekommen und eigentlich gibt es ja auch schon massenhaft YouTube Videos dazu ;-) . Aber hat ja auch jeder so seinen eigenen Workflow und Interesse scheint zu bestehen (ich wurde schon oft nach einem Tutorial gefragt). Und ich wollte mir selbst auch erstmal genügend Wissen und Erfahrung dazu ansammeln, bevor ich sowas mache.

Antwort
von tgel79, 33

Also mal ehrlich, das reist mich jetzt nicht vom Hocker, aber für den Anfang ist das schon ganz okay. Du lernst noch die Technik und für den Anfang ist die Kamera doch okay. Vollformatsensoren brauchst du (meiner Meinung nach) sowieso nur in der Portraitfotografie, wo das Freistellen einfach essentiell ist.

Vollformatsensoren erfordern außerdem auch immer große (und teure) Objektive. Eine NX-300 kannst du quasi überall hin mitnehmen. Klar gibt es Fotos, die du mit der Kamera nicht machen kannst, aber auf deinem Niveau ist das nicht relevant. Du kannst mit deiner Kamera noch sehr sehr viel lernen, bevor du an deine Grenzen stößt.

Wenn du dann irgendwann mal soweit bist, dann kannst du dir eine dann aktuelle Kamera kaufen. Bis dahin schmeiss nicht zu viel Geld für Technik raus,sondern versuch deine Skills zu verbessern. Ein guter Start bieten dir ganz sicher diverse youtube-Tutorials/Kanäle. Ich weiss, für uns Männer ist das manchmal ziemlich hart.

Fazit: Vergiss die Performance deiner Kamera (die ist für den Preis schon ganz okay), sondern lerne erstmal fotografieren. Wenn du dennoch mehr Equipment haben willst, versuch es erstmal mit Altglas. Das ist oft nicht das Beste, aber reicht zum lernen. Gleiches gilt für Stative und (etwas eingeschränkt) für Blitze (nicht elektronisch angesteuerte Blitze machen dir deine Kamera kaputt). Arbeite an dir selbst, und dann kannst du dir von deinem ersten Gehalt irgendwann mal das kaufen, was du für die Fotografie brauchst, auf die du dich spezialisiert hast (und dann weißt du auch, was du brauchst).

Kommentar von tgel79 ,

Noch ein Tipp. Wenn du Fotografieren lernen willst. Vergleich dich nicht zu sehr mit anderen, sondern Vergleich dich mit dir selbst, sprich: Kontrolliere deinen Fortschritt. Das ist viel entscheidender.

Kommentar von alex1804mator ,

Ich bin weiblich :D Abet danke für dein Kommentar. Hat mir weitergeholfen. ;)

Expertenantwort
von nextreme, Community-Experte für Kamera, 37

Das Wort Vollformat ist nur ein Marketinggag und gemeint ist das volle Kleinbildformat. Dieses Format hat nichts mit besonderer Qualität zu tun, sonder war lediglich zu analoger Zeit am weitesten verbreitet. Im digitalen Zeitalter braucht man dieses Format eigentlich nicht mehr für die breite Masse an Kunden. Da auch niemand wirklich die schwereren Kameras und Objektive umhertragen will. Es reicht tatsächlich APS-C, oft auch schon MFT oder 1". Nur auf Kameras mit kleineren Sensoren kann man inzwischen verzichten, da sie nichtmehr viel besser sind als Smartphonekameras und genauso mit Pixel überladen.

Ich verstehe also nicht, warum Du die NX bereust. Es ist eine sehr gute Kamera.

Antwort
von Jerne79, 45

Die ehrliche Antwort muss leider lauten: Es sind Schnappschüsse. Da ist kein Bildaufbau zu erkennen, die Belichtung ist nicht berauschend (die dunklen Bereiche saufen ab und/ oder die hellen reißen aus), der Weißabgleich ist daneben. Oder in Kombination.

Das sind aber alles Sachen, an denen man arbeiten kann, die man lernen kann. Beschäftige dich mit der Technik deiner Kamera, besorg dir ein paar Bücher über Photographie an sich. Vergleiche dich, nicht mit den Knippsbildern anderer, sondern mit wirklich guten Photographen. Sei nicht frustriert, wenn deine Bilder nicht gleich so aussehen, aber überleg, wie du dich verbessern kannst. Nimm dir auch nicht gleich die technisch schwierigen Sachen vor wie Gegenlichtaufnahmen.

Du wirst merken, dass du dann mit der Zeit Stück für Stück besser wirst.


Antwort
von Schwoaze, 57

Du hast es!

Zwar wirst Du Deine Bilder - die ich übrigens sehr hübsch finde - schon in einem Jahr ganz anders beurteilen als heute. Du wirst Dich ja weiterentwickeln, noch viel lernen... und immer wieder neue Motive entdecken. Du befindest Dich auf einer interessanten Reise.

Aber Du hast auf alle Fälle "das Auge"! Du siehst die Schönheit, die Dich umgibt.

Ich wünsche Dir viel Freude mit Deinem Hobby.

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