Frage von mariedxxx, 21

Wie gingen die Nationalsozialisten im Osten gegen Gefangene, Juden, Polen etc. vor?

Antwort
von Accountowner08, 4

Nimm Kiev: Alle Juden wurden aufgefordert, sich zu versammeln, und dann mit Lastwägen in den Wald von Babi Jar gebracht, wo bereits Massengräber ausgehoben waren, die Menschen mussten sich an den Rand der Gräber stellen und wurden erschossen. Google Babi Jar...

Das fanden die Deutschen dann aber zu teuer, weil es zu viele Patronen kostete, deshalb experimentierten sie dann mit Lastwägen mit luftdichtem Laderaum, wo die Abgase direkt in den Laderaum geleitet wurden, um die darin befindlichen Menschen durch GAs zu vergiften, dann fuhren die Lastwägen in den Wald und entluden die Leichen in Massengräbern... Siehe dazu KZ Chelmno bzw. Kulmhof.

Dann stellte sich aber heraus, dass solche Massengräber nicht so gut waren, weil durch die Verwesung so grosse Gasmengen entstanden, dass die Erde angehoben wurde. Also befahlen die Deutschen, diese Massengräber ausheben zu lassen und die darin befindlichen Leichen zu verbrennen. siehe z.B. Kaunas Fort IX.

Daher verzichteten die Deutschen dann auf die Lastwägen und Fahrten in den Wald, sondern bauten gleich fixe Gaskammern, um Menschen zu ermorden (siehe KZ Belzec, Sobibor, Treblinka, Majdanek, Auschwitz) und daneben Kremationsöfen, um die Leichen zu verbrennen. Siehe dazu z.B. die Aussage von Franz Suchomel im Film Shoah von Claude Lanzman (findest du auf Youtube).

Also mit einem Wort: die Deutschen mordeten. Daneben raubten sie auch, misshandelten, versklavten, vergewaltigten. Aber besonders berühmt geworden sind die Deutschen durch ihre Fähigkeiten, den Massenmord auf ein neues Niveau zu bringen...

Antwort
von Mici94, 12

Ich kann zwar nur über den Balkan berichten aber das ist ja auch der Osten... Es war nicht wirklich anders als in Deutschland oder Österreich, zumindest für die "Nicht-Arier". Sie sind in die Städte und Dörfer einmarschiert und haben geplündert, zerstört und vor allem die Männer mitgenommen.

Die Großväter meines Vaters (sprich mütterlicher und väterlicher Seits) haben Sie in die nächstgelegene Stadt mitgenommen und alle Männer aus der Umgebung versammelt. Diejenigen die etwas getaugt hatten (kräftig genug um im KZ so lang es ging zu überleben) nahmen sie mit die Anderen erschossen sie an Ort und Stelle. Einen meiner Urgroßväter ereilte dieses Schicksal als er sich gegen die Soldaten stellte als diese einen jungen Mann (nicht älter als 20) aus seinem Dorf mitnehmen wollten der gerade erst sein Kind bekommen hatte, mein anderer Urgroßvater hatte wohl im Nachhinein schlimmeres in einem Steinbruch am Balkan durchlebt. Die Bedingungen waren so ziemlich dieselben. Unmenschliche Hygienebedingungen, kaum Essen und Trinken, Folter, Krankheiten, Witterung...

Wenn den Nationalsozialisten in D oder Ö die Gefangenen wegstarben, war es auch nicht unüblich dass sie sich welche aus dem Balkan gehohlt haben. Mein Urgroßonkel wurde so zum Beispiel nach Mauthausen in Ö gebracht. Er überlebte aber das erlebte kann man sich beim besten Willen nicht vorstellen, egal wie viel man darüber liest, hört, sieht oder weiß...

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