Frage von reinermich, 41

Wie gewinnt man Phosphor, oder wo kommt er vor?

Gerade habe ich einen Bericht vorliegen, daß sich ein Jogger an Phosphor verbrannt hat, den er beim laufen am Rhein gefunden und für Bernstein gehalten hatte. Zumal Phospor sich unter bestimmet Voraussetzungen entzündet, kann ich mir schlecht vorstellen, daß es einfach so in der Gegend herumliegt. Für Antworten bedanke ich mich.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Christianwarweg, Community-Experte für Chemie, 41

Ja, das klingt in der Tat etwas seltsam. Phosphor kommt in der Natur, wie du richtig vermutest, nicht frei vor, sondern nur in Form von Phosphaten, die wiederum harmlos sind.

Phosphor wird durch Reduktion von Phosphaten gewonnen. Das macht man heutzutage in Hochöfen mit speziellen Elektroden (https://de.wikipedia.org/wiki/Phosphor#Gewinnung_und_Darstellung), früher durch Eindampfen von Urin und Glühen unter Luftabschluss.

Wie du auch richtig gesagt hast, entzündet sich Phosphor an der Luft oder oxidiert zumindest recht schnell, so dass es sich hier kaum um ein natürliches Vorkommen gehandelt hat. Unter Wasser aber kann man ihn lagern, so dass der Phosphor eventuell aus einer alten Brandbombe stammt, die im Rhein dann irgendwann aufgegangen ist und den Phosphor freigesetzt hat.

Hast du einen Link zu dem Artikel? Der würde mich auch mal interessieren.

Kommentar von reinermich ,

Leider nicht. Ich habe es in der Donnerstagsausgabe der WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) vom 29.10.15 (Seite "Rhein Ruhr") gelesen.

Kommentar von Christianwarweg ,

Mach nichts, habe den Artikel (oder einen ähnlichen, auch in der WAZ) gefunden. Da steht ja auch, dass der Phosphor wohl aus Kampfmitteln stammte.

Kommentar von aurata ,
Antwort
von Thogepi, 38

An der Ostseeküste wird weißer Phosphor ebenfalls häufig gefunden und sorgt bei Verwechslung mit Bernstein für Verbrennungen bei spontaner Entzündung mit Luftsauerstoff, z.B. wenn man es in der Hosentasche trocknet und Reibung aussetzt. Dann steht man schnell ohne da ;-)

Dieses kommt zu sehr großen Teilen aus den Munitionsbeständen, die auf dem Meeresgrund ruhen. Man muss sich vorstellen, dass dort im zweiten Weltkrieg viele viele Transporter und Kriegsschiffe untergegangen sind, und viel Munition seitens der Alliierten auch einfach im Meer entsorgt wurde. Also mal wieder eine anthropologische Ursache.

Ob es am Rhein auch so ist, weiß ich allerdings nicht.

Kommentar von passaufdichauf ,

Am Rhein habe ich erst vor kurzem von einem Fall gehört, wo ein Rentner Verbrennungen erlitt, der Phosphor für Bernstein hielt. Kenne ich sonst auch nur von den Küsten.

Kommentar von reinermich ,

Vermutlich sprechen wir vom selben Fall. Ich habe es in der WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) von Donnerstag dem 29.10.15 gelesen.

Kommentar von Thogepi ,

Ergänzung: Phosphor brennt mit 1300 Grad und kann nicht durch Wasser gelöscht werden.

Kommentar von Hamburger02 ,

Das kann schon gut sein. An Nord- und Ostsee kommt der Posphor aus versenkten Altbeständen unmittelbar nach Ende des WK II.

Am Rhein dürfte das aus Bomben stammen, die bei der Bombardierung der großen Städte am Rhein wie Köln oder Duisburg stammen und wo ziemlich viele Brandbomben mit Phosphor in den Rhein gefallen sind. Da haben sie vor sich hingegammelt, bis sie jetzt durch sind und das Phosphor frei setzen.

Antwort
von passaufdichauf, 33

Dieser Phosphor, den man (in unserer Gegend wohl am häufigsten an den Stränden von Nord- und Ostsee) findet, stammt aus alten Bomben (Brandbomben) des 2. Weltkrieges. Viele dieser Bomben landeten im Meer, verrotteten über die Jahrzehnte und der Phosphor setzte sich frei.

In der Natur kommt Phosphor ausschließlich in gebundener Form , den sogenannten "Phosphaten" vor.

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