Frage von kloertz, 71

Wie geschieht Vergebung der Sünden nach ihrer Auslegung der Bibel?

Antwort
von Philipp59, 23

Hallo kloertz,

bei Deiner Frage geht es im Grunde um die Zentrallehre des christlichen Glaubens: Die Lehre vom Lösegeld. Gott kann nur auf der Grundlage dieses Lösegeldes Sünden vergeben. Um diese Lehre jedoch richtig verstehen zu können, ist es notwendig, zuerst einmal an den Anfang der Menschheitsgeschichte zurückzukehren, als die Sünde nämlich ins Dasein kam.

Nachdem Gott den Menschen erschaffen hatte, bestand zwischen Ihnen und Gott völlige Harmonie. Dann geschah etwas, was eine tiefe Kluft entstehen ließ: Die ersten Menschen, Adam und Eva, lehnten sich gegen Gott auf, indem sie willentlich ein Gebot Gottes übertraten und somit war die Sünde in die Welt gekommen. Das hatte weitreichende Auswirkungen auf sie selbst und auf alle ihre Nachkommen. Ihre Sünde gegen Gott bewirkte, dass ihre ursprüngliche Vollkommenheit an Körper und Geist verlorenging und damit auch ihre Aussicht auf ein endloses Leben. Die Bibel sagt darüber folgendes: "Darum, so wie durch e  i  n  e  n Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat, weil sie alle gesündigt hatten" (Römer 5:12). Dadurch, dass die ersten Menschen zu Sündern geworden waren, gaben sie zwangsläufig diese Sünde auch an alle ihre Nachkommen und damit letztendlich auch an uns, weiter. Die Sünde ist es also, die bis heute eine Trennung zwischen Gott und den Menschen herbeiführt.

Da Gott jedoch barmherzig ist, wollte er nicht, dass all die Nachkommen Adams und Evas, die ja ohne ihr Hinzutun die Sünde geerbt hatten, für immer verloren sind. Unmittelbar nachdem Adam und Eva gesündigt hatten, ersann er einen Weg, um die Menschheit von Sünde und Tod zu befreien. Hierbei mag die Frage auftauchen, ob es nicht viel einfacher gewesen wäre, allen in Sünde geborenen Nachkommen Adams und Evas einfach zu vergeben und so die entstandene "Kluft" zu schließen. Das konnte Gott jedoch nicht, ohne gegen seine eigenen Rechtsgrundsätze zu verstoßen. Einer dieser Grundsätze lautet, dass Sünde zum Tod führt. Hätte Gott diesen Grundsatz einfach ignoriert und sich darüber hinweggesetzt, dann hätte man ihn selbst des Unrechts bezichtigen können. Deswegen musste er einen anderen Weg gehen.

Die Lösung lag in der Beschaffung eines Lösegeldes, das die Menschen von Sünde und Tod freikaufen könnte. Hier kommt ein anderer Rechtsgrundsatz Gottes zum Tragen, der da lautet: "Seele wird für Seele sein" (5. Mose 19:21). In der Anwendung auf die Menschheit heißt das folgendes: Der erste Mensch, Adam, hatte sein vollkommenes Leben eingebüßt, das für sich und seinen Nachkommen endloses Leben bedeutet hätte. Durch die Sünde büßte Adam jedoch dieses vollkommene Leben ein. Es gab nur einen einzigen Weg: Ein vollkommenes menschliches Leben musste gegeben werden, um einen Ausgleich zu dem von Adam verwirkten Leben zu schaffen oder anders ausgedrückt: ein Lösegeld musste gezahlt werden.

Da jedoch sämtliche Nachkommen des ersten Menschen nur ein unvollkommenes Leben besaßen, das keinen entsprechenden Gegenwert zu dem vollkommenen Leben Adams besaß, war auch niemand seiner Nachkommen in der Lage, diese Lösegeld zu beschaffen. Die Menschheit wäre somit, was ewiges Leben betrifft, für immer verloren gewesen. Doch hier kommt die große Liebe und Barmherzigkeit Gottes gegenüber den Menschen zum Tragen. Gott baute sozusagen eine "Brücke" zwischen sich und der Menschheit, indem er seien eigenen Sohn sandte, der bereit war, sein vollkommenes Leben zu opfern. Dieses Opfer schaffte den entscheidenden Ausgleich und befreite so die Menschheit von Sünde und Tod. Die Bibel sagt darüber: "Denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes, und als freie Gabe werden sie durch seine unverdiente Güte gerechtgesprochen aufgrund der Befreiung durch das von Christus Jesus [bezahlte] Lösegeld" (Römer 3:23,24).

Dieses Lösegeld, das also die Kluft zwischen Gott und den Menschen schließt, bildet somit die Grundlage für die Vergebung von Sünden. Voraussetzung für die Sündenvergebung ist jedoch der Glaube an diese Lösegeldvorkehrung sowie eine reuevolle Einstellung des Sünders.

Die Bibel sagt über diesen wunderbaren Akt der Befreiung seitens Gottes folgendes: "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe" (Johannes 3:16). Dieser Text zeigt zum einen das Ausmaß der Liebe, die Gott gegenüber den Menschen empfindet und zum anderen auch, was eine weitere Auswirkung des Lösegeldes ist: ewiges Leben. Es liegt nun an jedem einzelnen, ob er diese liebevolle Rettungsvorkehrung annehmen möchte oder nicht. Dabei genügt es jedoch nicht, Gott einfach nur zu sagen "Ja, ich will", sondern wie obiger Text zeigt, müssen diejenigen, die aus dem Lösegeld Nutzen ziehen möchten, "Glauben an ihn ausüben". Das schließt, wie die Bibel deutlich zeigt, weitaus mehr ein, als einen passiven Glauben zu besitzen. Wer seinen Glauben ausübt, der lässt sein gesamtes Leben vom Glauben bestimmen.

Soweit also einige Gedanken zu der "Botschaft über den Christus". Um wirklich an sie glauben zu können, gibt es nur einen Weg: Man muss sich eingehend mit dem Wort Gottes beschäftigen. Glaube entsteht nicht einfach dadurch, dass man die Botschaft theoretisch verstanden hat. Wenn nicht das Herz beteiligt ist, wird sich auch kein Glaube heranbilden.

LG Philipp

Kommentar von 666Phoenix ,

Anfang der Menschheitsgeschichte zurückzukehren, als die Sünde nämlich ins Dasein kam.

Die "kam" nicht ins Dasein, die wurde erfunden. Selbst gestandene christliche Schriften sagen, dass der Begriff "Sünde" aus dem Sprachgebrauch der Kirche stammt. Er wurde erdacht, um diesem lächerlichen Gott die Verantwortung für seine verpfuschte "Schöpfung" zu nehmen. Die hatte "er" nach seinem Ebenbild "geschaffen" (1Mose 1,26ff.). Wieso straft "er" dann dieses Ebenbild mit Verdammnis, Vertreiben aus dem Paradies, mit Sintflut, Hölle, Satan, Krankheit, Pandemien, Naturgewalten, u.v.a.m.??? 

"Sünde" ist nach Wikipedia:

"Die Sünde besteht nach christlichem Verständnis in einer Abkehr von Gottes Willen, im Misstrauen Gott gegenüber, im Zulassen des Bösen oder im Sich-Verführen-Lassen."

Ja und? Wusste das der "Allwissende" nicht vorher??

Er ist und bleibt ein erbärmlicher Gott!

Kommentar von Bolonese ,

Sehr sehr gut erklährt. TOP :)

Kommentar von Bolonese ,

Sehr sehr gut erklährt. TOP :)

Antwort
von CremedoseKim, 17

Meiner Meinung nach dadurch, dass Jesus für mich, für dich, für ein Jeden am Kreuz gestorben ist. 

Antwort
von Viktor1, 24

Nun - für Christen ist zuerst die Botschaft Jesu maßgebend, nicht die Bibel.
Die wird meist nur von denen (auzugsweise !) bemüht, für welche diese Botschaft zu unbequem ist.
Sündenvergebung erfolgt nur durch "Umkehr" , wie dies im zivilen Bereich ja ähnlich ist.
Außerdem wird (persönliche) Schuld nur denen vergeben, welche auch anderen Vergebung gewähren.
Kennst du das "Vater unser..  " ?



Kommentar von Isipulli ,

Hallo Viktor1,

ja, es stimmt, es ist maßgeblich, was Jesus gesagt und getan hat. Doch das ganze alte Testamnt ist ja eine einzige Hinführung auf Jesus. Und er selbst nimmt häufig dazu Stellung bzw. bezieht sich darauf.
V.a. in den Diskussionen mit den Pharisäern und Schriftgelehrten, die - und auch das steht bereits im AT - ihn nicht als Messias anerkennen (wollen/können).

Deswegen warten Juden heute noch auf das erste Kommen Jesu, während wiedergeborene Christen auf die Wiederkunft Christi warten . . .

Kommentar von 666Phoenix ,

Das Vaterunser??

"... und führe uns nicht in Versuchung..."

Also ist doch "er" derjenige, zu dem seine irdischen Schäfchen beten, dass er sie nicht zur Sünde anstiften möge!?

Ist schon klar, ich habe ja keine Ahnung! Hauptsache aber, Du bildest Dir ein, sie zu haben!

Kommentar von Viktor1 ,
"... und führe uns nicht in Versuchung..."

dies ist im Sinne "begleite (helfe) uns in der Versuchung" oder auch "bewahre uns vor der Versuchung......", denn die Versuchung ist ja immer präsent.
Deswegen bringen  auch viele Übersetzungen hier

13 Lass uns nicht in Versuchung geraten,13 Lass uns nicht in die Gefahr kommen, dir untreu zu werden
o.ä , was auch mit dem Nachsatz Sinn macht
...sondern errette uns vor dem Bösen.
Gut, das konntest du hier wirklich nicht wissen weshalb dir dein Quatsch dazu nachgesehen wird.

  


Antwort
von Wilfri, 5

Seit den Zeiten von Adam und Eva bis heute gab es immer nur eine Botschaft Gottes an die Menschen. Nämlich dass eine Nachkomme der ersten Eltern zur Rettung der Menschen geboren werden würde. Das war bzw. ist Jesus von Nazareth. Er nahm die Folgen der Sünde, die jeder von uns zu tragen hätte, auf sich.

Aber es nicht so billig, dass nun jeder Vergebung erhält. Denn es muss eine Bekehrung zu Jesus und Gott im Leben eines Menschen erkennbar sein.

So muss er die Gebote Gottes nicht nur akzeptieren, sondern sich auch danach richten wollen. Wenn jemand das nicht will, dann stellt er sich gegen Gott und kann auch keine Vergebung erhalten. Für alle Menschen war es erforderlich, sich zu Gott zu bekehren. Das heißt nicht, irgendwelche Glaubensthesen anzuerkennen oder den Namen einer Kirche anzunehmen, sondern Gott um Vergebung zu bitten. Das sagt nicht, dass eine Kirche im Leben eines Menschen keine Rolle spielt, aber sie kann nicht Vergebung bewirken. Zur Vergebung gehört das Gebet, so wie es Jesus auch praktizierte. Nur hatte er keine Vergebung nötig, weil er sündlos lebte. Außerdem muss jeder wirklich glauben, dass Gott lebt und Jesus muss sein Lebensmittelpunkt werden. Unglaube ist eine Sünde, die nicht vergeben werden kann. Dazu gehört auch die Sünde gegen den Heiligen Geist. Das steht ausdrücklich so in der Bibel.

Antwort
von fricktorel, 11

Indem unser Schöpfer (Jes.45,22) sein Blut für uns vergoss (Röm.6,23).

Antwort
von Isipulli, 16

Hallo kloertz,

lies mal die Antwort auf deine vorhergehende Frage, da steht die Antwort schon drin ;-)

Falls du mehr (von mir) wissen willst, ich bin in ca. 1 1/2 Stunden wieder da.

Antwort
von chrisbyrd, 2

Indem wir im Gebet Gott unsere Sünden bekennen: "Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit" (1. Johannes 1,9).

Jesus starb stellvertretend am Kreuz zur Vergebung unserer Sünden: "Er selbst ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt" (1. Johannes 2,2).

Gott hat dies für uns getan, weil er uns liebt: "Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben" (Johannes 3,16).

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