Wie genau wirkt ein gebiss?

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2 Antworten

das kann man nur ganz schwer beschreiben.

aber nimm dir mal einen trensenzaum, nimm den stirnriemen herunter.

punkt für punkt tust du danach folgendes: (du brauchst einen helfer, aber der vorteil ist - dann können zwei die erfahrung machen)

dann hängst du dir den zaum um den hals, so dass das genickstück hinten an deinem hals anliegt. das zaumzeug hängt zunächst frei.

mit einer bandage und zwei schmalen etwa 30cm langen holzlatten fixierst du dein handgelenk. eine der latten liegt bis zur mitte der handfläche auf der innenseite, die andere bis zur selben höhe auf der oberseite. dann wird das ganze mit der bandage so fixiert, dass dein handgelenk nicht mehr beweglich ist.

arm anwinkeln, leicht schräg mit dem oberarm an den brustkorb drücken.

das gebissstück in die handfläche legen, backenriemen passend einstellen lassen. zwischen zeigefinger und hand wird die haut etwa 0,5cm nach hinten gezogen (so wie das trensengebiss beim pferd auch in der maulspalte liegt).

nun stellt sich der helfer hinter dich, nimmt die zügel auf und gibt die verschiedenen zügelhilfen. mal schwächer, mal stärker.

tausche anschliessend die gebrochene trense durch ein (improvisiertes) stangengebiss ohne anzüge aus und mache denselben versuch noch einmal. dann wird gewechselt und du bist der helfer.

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Man geht im Groben davon aus, dass je dicker ein Gebiss ist, desto weicher wirkt es – je dünner desto schärfer. Ein gebrochenes Gebiss ist weicher als ein ungebrochenes. 

Trotzdem kann man nach dieser Regel nicht bei jedem Pferd gehen, sondern muss herausfinden, womit sich ein Pferd wirklich wohl fühlt - denn manchen ist es total egal, ob es dickes Gebiss sanft sein soll - sie finden es grässlich, die Schnute zu voll zu haben, deswegen sollte man nicht gleich das dickste Gebiss kaufen, das in das Pferdemaul passt, weil da eben auch nicht so viel Platz ist, wie man denkt. Manch ein Pferd fühlt sich unter Umständen mit einem dünneren Gebiss wohler als mit einem dicken - obwohl das doch schärfer sein sollte....

Und die Hersteller preisen mitunter wahre Folterinstrumente als sanfte Gebisse an - denn nicht alle gebrochenen Gebisse sind automatisch sanft.  Besteht bei doppelt gebrochenen Gebissen das Mittelstück aus einem kleinen flachen Plättchen, ist dies durchaus kein sanftes Gebiss, denn das Plättchen stellt sich bei Zügelzug auf und drückt mit der Kante schmerzhaft auf die Zunge. Trensen, die mehr als doppelt oder gegenläufig gebrochen sind oder irgendwelche Anhängsel haben, sind meistens tierquälerische Marterinstrumente.

Der Markt ist heutzutage voll mit den diversesten Gebissen aus den unterschiedlichsten Materialien - sogar aus Plastik mit Apfelgeschmack, welcher die Pferde zum Kauen und Speicheln anregen soll, der aber meist kaum länger ein paar Wochen hält. Dazu kommt, dass die Plastikgebisse sehr oft, bedingt durch das Kauen, scharfe Stellen bekommen, die dann auch nicht gerade mild im Pferdemaul sind. Ich persönlich empfehle dann ehr die Sweet Iron-Gebisse. Der Effekt hält laaaaaaange und das Gebiss an sich auch. Gummigebisse eignen sich nur bei Pferden, die von sich aus viel Speichel entwickeln, denn im trockenen Maul scheuert Gummi sonst erheblich unangenehm.

Bei der einfach gebrochenen Wassertrense -eigentlich einem sogenannten sanften Gebiss- sagt man, dass bei starkem Zügelzug der sogenannte Nussknackereffekt entstehen kann. Das heißt, dass wenn man an den Zügeln zieht, dass die beiden Gebissteile zusammenklappen und ein Dreieck bilden, dessen Spitze dem Pferd gegen den Gaumen drückt und schmerzt. Es gibt jedoch wissenschaftliche Studien, die dem mittlerweile widersprechen. Das einfach gebrochene Gebiss besteht aus zwei Schenkeln und einem Gelenk. Es liegt auf der Zunge und der Lade des Pferdes auf. Bei beidseitigem Annehmen der Zügel und einer rückwirkenden Reiterhand entsteht ein quetschender Druck seitlich auf die Zunge und auf die Laden. Einseitiges leichtes Anspielen gibt dem Pferd auch nur einseitig ein gut verständliches Signal, der nicht angespielte Schenkel bleibt ruhig auf der Zunge liegen. Das Gelenk liegt mittig auf der Zunge und stört nicht auf den Laden.

Das doppelt gebrochene Gebiss besteht aus drei Gebissteilen und zwei gelenkigen Verbindungen. Das Mittelstück liegt auf der Zunge auf.
Durch dem Anpassen an die Zunge soll es nicht zum Nussknacker-Effekt kommen können - ob es ihn nun gibt oder nicht, ist umstritten. 
Dem doppelt gebrochenen Gebiss wird eine schwammige, unverständlichere Signalwirkung zugesprochen. Bei engstehenden Kieferästen und bei einseitigem Annehmen eines Zügels, kommen oftmals die Gelenke an die Laden, worauf einige Pferde empfindlich reagieren.

Und wenn Du ganz genau Bescheid wissen möchtest, wie bestimmte Zügelhilfen wirken, dann kannst Du Dich ja mal durch diese wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema durchlesen. Danach bist Du sicher deutlich schlauer. Viel Spaß dabei;-)))

http://friederike-uhlig.de/bakarbeit_uhlig.pdf

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