Frage von gercraluja01, 16

Wie genau wird eine ,,Puja" durchgeführt?

Ich weiss, dass die ,,Puja" im Buddhismus und Hinduismus soetwas wie eine andacht oder ein gottesdienst (bzw. verehrung Buddhas) ist, meine Frage ist, wie genau wird diese im BUDDHISMUS durchgeführt? Muss man die Silas aufsagen oder soetwas in der Art?

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus & Religion, 16

Wie genau eine Puja durchgeführt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

So hat jede buddhistische Tradition (innerhalb des Theravda, Mahayana, oder Vajrayana) ihre eigenen Rituale, Feiertage und Gebräuche.

Es gibt es sowohl täglich durchgeführte kleine Rituale, als auch große Zeremonien mit mehreren Teilnehmern.

Einige Puja können von buddhistischen Laien vor einem privaten Hausaltar durchgeführt werden, andere machen die Anwesenheit von Mönchen bzw. Priestern erforderlich.

Teilweise hat die Puja auch einen materiellen Zweck, ähnlich wie die Segnung eines neu gebauten Gebäudes.

Manche werden für "diesseitiges Wohlergehen" (Japanisch "genze ryaku") durchgeführt, also zB für die Gesundheit eines Menschen.

Elemente einer Puja

Rezitation: Praktisch immer wird aus buddhistischen Texten gelesen. Welche das jeweils sind, hängt von der Traditionslinie und dem Anlass der Zeremonie.

Das können Lobpreisungen Buddhas, Lehrtexte, oder Bitten um bestimmte Dinge sein, etwa dem Schutz vor Naturkatastrophen.

Je nachdem wie groß die Puja ist, werden mehrere Elemente kombiniert - meist in der folgenden Reihenfolge

Einleitung - Zufluchtstext/Sittlichkeitsregeln - Verehrung der drei Kostbarkeiten (Buddha, Dharma, Sangha) - Lehrtext - Opferung - möglicher Sonderzweck - Widmung bzw. Verdienstübertragung.

Die Sprache hängt ebenfalls von der Tradition ab. Sofern keine übersetzten Texte verwendet werden, handelt es sich meist um asiatische Sprachen wie Pali, Sanskrit, Tibetisch, Chinesisch, Japanisch usw.

Opfergaben: Wie auch im Hinduismus spielen auch im Buddhismus die Darbietung von Opfergaben eine gewisse Rolle. Wie wichtig sie sind, ist allerdings unterschiedlich.

Traditionell werden Licht, Duft, Wasser, Blumen und Lebensmittel geopfert. Lichtopfern können aus Kerzen, Teelichtern, oder Butterlampen bestehen.

In Japan werden wegen der Brandgefahr bei Erdbeben auch elektrische Kerzen und schwer entflammbare Kunstblumen genutzt.

Durch das Spenden der Opfergaben übt man sich in der Tugend der Freigiebigkeit und die Unterstützung der buddhistischen Gemeinschaft, insbesondere der Mönche soll Verdienste, im Wesentlichen also positives Karma, bringen.

Werden Lebensmittel als Opfer dargebracht, werden sie praktisch nie weggeworfen, sondern dienen den Mönchen, oder der Gemeinschaft als Speise.

Musik: Die Rezitation wird teilweise von Instrumenten begleitet, oder ergänzt. Je nach Tradition kommen dabei Trommeln, Klangschalen, Zimbeln, Dungchen (tibetische "Alphörner") und weitere zum Einsatz.

Trommeln, etwa das Schlagen eines "Mokugyo" (Holzfisches), helfen dabei, den richtigen Rhythmus der Rezitation einzuhalten.

Kunstwerke: Bekannt ist die tibetische Praxis, große Mandalas aus farbigem Sand zu fertigen. Diese werden im Anschluss an die Fertigstellung wieder zerstört - auch um die Vergänglichkeit aller Dinge zu verdeutlichen.

In manchen Traditionen gibt es aber beispielsweise auch Feuerzeremonien, die durchaus auch eine Kunstform darstellen können.

So werden in Japan zum Ende des buddhistischen Totenfests Obon riesige Feuer auf den Hängen der Berge um Kyoto entzündet, die bestimmte Schriftzeichen und Objekte darstellen.

Soweit das Ganze mal grob zusammengefasst.

Antwort
von luggels, 13

Das hängt stark von der Tradition ab. Meist zuerst die Verehrung von Buddha, Dhamma uns Sangha, dann ein paar Texte, vielleicht eine Ansprache und Meditation. 

Sieh dir mal das Textbuch des Klosters Muttodaya an.

http://www.muttodaya.org/de/docs/texte%20zur%20rezitation_textteil.pdf

Da ist eine Morgen- und Abandpuja drin. Das ist Theravada-Thai-Tradition. Wenn man den Pali-Text einigermaßen kennt, kann man großen Teilen einer Puja in fast jedem Kloster in Thailand oder Laos folgen. 

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