Frage von MickyC86, 97

Wie genau verdient ein Berater der DWS - Deutsche Vermogensberatung?

Habe ich schon 3 Termine jeweils mehr als 1 Stunde lang mit einem Berater des DWS bzgl Vermogensaufbau gemacht, und ich frage mich, wie genau diesen Beratern Geld verdienen?

Antwort
von basiswissen, 49

Zunächst einmal gibt es einen kleinen Unterschied: DWS die Abkürzung für deutsches Wertpapiersparen, und hat mit den Mitarbeitern die dich beraten eigentlich nichts zu tun, es handelt sich lediglich um das Produkt. Du meinst die DV AG, die Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft.
Vom Grundprinzip kannst du dir die Mitarbeiter in diesem Unternehmen als „Versicherungsvertreter“ vorstellen. Sie agieren mit den Produkten der Generali-Gruppe, also Aachener und Münchener Versicherung, der Central Krankenversicherung und noch einigen anderen Bereichen die aber alle im selben Firmenkonzern gehören. Somit ist klar festzustellen dass es sich definitiv nicht um eine objektive Beratung handelt, sondern um einen Produktverkauf. Auch unter diesen Vertretern gibt es sicherlich einige gute Berater (dies dürfte allerdings die Minderheit sein) die sich redlich bemühen im Rahmen ihrer eingeschränkten Möglichkeiten ein passendes Produkt für den Bedarf des Kunden zu finden. Letztlich läuft es aber darauf hinaus dass es eine, je nach Produkt, mehr oder weniger hohe Abschlussprovisionen gibt.
Weiterhin funktionierte der Vertrieb-zumindest früher-wie eine Art Schneeballsystem: die Vertreter brachten Kunden dazu selbst Verträge zu vermitteln und verdienten dann an der dadurch bewirtschafteten Provision zusätzlich. Es wurde immer behauptet dass man, so man nur genug Verträge vermittelt, in dieser Hierarchie immer weiter aufsteigen konnte. Dies funktioniert allerdings letztlich nicht. Ich habe in über 30 Jahren Tätigkeit als Berater sehr viele Mitarbeiter solcher Strukturvertriebe kennengelernt (nicht nur von der DV AG, sondern auch von Bonn Finanz, OVB, AWD, HMI und anderen) die nach einer kurzen Anlaufphase und dem abgrasen von Freunden, Bekannten und der eigenen Familie keine Umsätze mehr generierten. Relativ schnell ist man aus diesem Bereich wieder ausgestiegen und hatte anschließend lange Zeit damit zu tun die Provisionen durch stornierte Verträge wieder zurückzuzahlen. Viele davon litten dann auch psychisch unter dem negativen Ruf den sie im eigenen Bekanntenkreis durch die miserablen Produkte erworben hatten. Es mag anders gehen, und es gibt sicherlich auch ein paar wenige Ausnahmen wo dies als berufliche Perspektive funktioniert hat, mehrheitlich ist das nach meiner persönlichen Erfahrung aber nicht der Fall.
Sofern du eine Karriere im Vertrieb von Finanzprodukten ins Auge fasst (deine Fragestellung deutet ein wenig darauf hin) wäre mein Rat ich einem Versicherungsmakler anzuschließen. Neben einer gründlichen Ausbildung und einer sicher guten Bezahlung hast du den Vorteil dass du eine sehr umfassende Palette von Produkten und Gesellschaften zur Verfügung hast. Du bist also nicht an einen einzelnen konzerngebundene in deiner Beratung sondern kannst für deine Kunden die bestmögliche Absicherung zusammenstellen. Du musst auch nicht dem Kunden klarmachen dass zum Beispiel eine Privathaftpflicht nun mal 90 € kosten muss, sondern kannst im alternativen zeigen dass es auch günstigere Verträge bei anderen Unternehmen gibt die dafür allerdings dann eben in einigen Bereichen schwächere Leistungen haben. Das ist dann dein Job, deine Aufgabe, eine umfangreiche Beratung deiner Kunden und: ein ruhiges Gewissen wenn du den Job richtig machst!

Viel Erfolg

Kommentar von basiswissen ,

Anmerkung: ich hätte wohl die anderen Kommentare und deine Antwort lesen sollen: in diesem Fall solltest du zunächst einmal vergleichen was der Markt im Angebot hat. Wenn du Lebensmittel kaufst dann vergleichst dir auch Preis und Packungsinhalt, und nimmst nicht das erstbeste aus dem Regal. Aufgrund meiner zu vorgeschriebenen Beschreibung der beruflichen Tätigkeit bleibt eigentlich nur zu sagen das du dir für eine Beratung in diesem Bereich ebenfalls einen Versicherungsmakler suchen solltest damit du in jedem Fall eine objektive und vernünftige Beratung erhältst. Diese Beratung kostet dich nichts, die Produkte sind genauso günstig oder teuer als wenn du zu einem Versicherer direkt gehst allerdings erhältst du recht umfassend eine Übersicht darüber wie sich die Verträge (nicht mein Beitrag) unterscheiden und ob sich gegebenenfalls lohnt fünf Euro mehr oder weniger im Jahr zu investieren. Dies gilt nicht nur für Versicherungen sondern entsprechend gleichfalls auch für Investmentfonds/Aktienfonds denn die Vielfalt einer solchen Kapitalanlage ist unermesslich groß und die Risiken zum Teil nicht unerheblich. Da braucht es denn schon einen versierten Berater der sich auf diesem Feld hervorragend auskennt damit du dein Geld nicht irgendwann verlierst oder einfach nur durch teure Gebühren die Taschen der Vertreter von machst. Auch dabei viel Erfolg

Antwort
von Samy795, 59

DVAG'ler sind geschulte Verkäufer mit dem klaren Auftrag von oben, den Kunden alles anzudrehen was nur geht. Natürlich nur aus der angegliederten ABI Generali Gruppe (Incl. Kooperationspartner wie zB DWS, Deutsche Bank etc.) Das Ganze nennt man dort dann "Allfinanzberatung".
Im Gegenzug erhalten die "Berater" dann Provisionen. Allerdings nur einen geringen Teil der ausgeschütteten Gelder. Das wird nach Stufen abgerechnet. Den Rest kassieren die Leute über ihm in der Struktur.
Kündigt der Kunde oder stellt einen Sparvertrag beitragsfrei, müssen Provisionen anteilig zurück gezahlt werden bzw. werden aus der Stornorücklage rückgebucht.

Nach Ablauf der Stornofrist nötigen viele "Berater" ihre Kunden dazu, neue Produkte abzuschließen, um wieder neue Provisionen zu verdienen. Wie sinnig das für den Kunden ist, darf jeder selbst für sich entscheiden.

Die Aachen Münchener Produkte sind nicht unbedingt shlecht, idR aber meist ziemlich überteuert.

Ich persönlich denke nicht, dass DVAG Kunden gut beraten sind. Aber gut, jedem wie er es will. 90% der DVAG Verkäufer sind in meinen Augen auch die ärmsten Schw* unter den Versicherungsvermittler.

Alternative gibts viele, ich würde zu einem unabhängigen Honorarberater raten. Das kostet zwar etwas, idR holt man das aber um ein Vielfaches wieder rein, weil diese Berater dann nicht ihre eigenen finanziellen Bedürfnisse im Auge haben, sondern sich wirklich um die Bedürfnisse der Kunden kümmern können. Natürlich kann es auch hier schwarze Schafe geben. 100%ige Sicherheit hat man nur, wenn man sich selbst mit der Materie auskennt.
Ein paar kleine Tipps:
- schließe nichts ab, was Du nicht verstehst
- lass Dich nicht unter Zeitdruck setzen
- bestehe darauf, dass Dir Dinge erklärt werden, egal ob der Berater will oder nicht
- Frag detailliert nach. Daran merkt man schnell, ob der Berater nur Alibiaussagen trifft oder ob er sich wirklich auskennt
- Sprich detailliert über Kosten. Wird hier versucht, rhetorisch auszuweichen, ist was faul
- unbedingt Nachfragen, ob und wenn ja wieviel der Berater an einem Abschluss verdient. Kommt gier keine klare Aussage, Hände weg.

Kommentar von MickyC86 ,

danke für feine Antwort. sind die Honorarberater wirklich 109% unabhängig? woran erkennt ma eine gute bzw. ernst?

Kommentar von Apolon ,

Unabhängig sind nur Versicherungsberater.

Diese erhalten keine Provisionen und dürfen auch keine Versicherungsverträge vermitteln.

Die findest du hier:

http://www.bvvb.de/Content.aspx?content=12

Antwort
von Reinhards, 31

Die DVAG ist einer der größten Finanzvertriebe in Deutschland. Fragt man einmal Privatkunden, so meinen die meisten der Vertreib sei unabhängig und könne alle Produkte am Markt vermitteln. Schließlich berate man ja als “Vermögensberater” und kümmere sich um den Kunden. Häufig wird aber nur die so genannte “Start Ziel Police” oder Wunschpolice“ verkauft, dazu meist Riester- Rürup- und Berufsunfähigkeitspolicen, alles von AachenMünchener. . Gemäß §11 VersicherungsVermittlungsVerordnung (VersVermV) ist jeder Versicherungsvermittler verpflichtet beim ersten Geschäftskontakt in Textform umfassend über seinen rechtlichen Status zu informieren. Nur welchen rechtlichen Status haben die Vermittler der DVAG eigentlich? Im Impressum der DVAG-Internetseite ist dies nicht zu erkennen. Sich selbst bezeichnet die DVAG oft als „Allfinanz“ oder als „branchenunbhängig“ und entzieht sich damit durchaus „elegant“ der Verpflichtung den wahren Status anzugeben. Der Interessent könnte sonst ja auch sofort erkennen, dass die DVAG überhaupt nicht unabhängig vermitteln kann und das soll offensichtlich vermieden werden. Das Vermittlerregister (www.vermittlerregister.info) gibt jedoch Auskunft:
Die DVAG und ihre Untervertreter sind „gebundene Versicherungsvertreter“

Doch was ist ein gebundener Vertreter genau?
Abweichend von der Definition in Art. 2 Ziffer 7. der EU-Vermittlerrichtlinie vom 9.12.2002 ist ein gebundener Vermittler nach § 34d IV GewO ein Versicherungsvertreter, der seine Tätigkeit ausschließlich im Auftrag eines oder mehrerer im Inland zum Geschäftsbetrieb befugter Versicherungsunternehmen, deren Versicherungsprodukte nicht in Konkurrenz zueinander stehen, ausübt und für dessen Tätigkeit das Versicherungsunternehmen (VU) die Haftung übernimmt. Der gebundene Vertreter bedarf keiner Gewerbeerlaubnis, sondern kann vom VU ohne eine solche zum Vermittlerregister gemeldet werden. Das Versicherungsunternehmen ist dann (an Stelle der IHK) verpflichtet, sich selbst von der Zuverlässigkeit und den geordneten Vermögensverhältnissen des Vermittlers zu überzeugen und eine angemessene Qualifikation sicherzustellen. Ob dies wirklich geschieht muss leider nicht nachgewiesen werden.

Bevor Sie sich von einer „Finanz- oder Vermögensberatung“ zum Kauf von Produkten überreden lassen, schauen Sie sich bitte den Status des Vermittlers unter www.vermittlerregister.info genau an. Die “Premiumpartner” der DVAG sind z.B. auf der Website dargestellt. Im Versicherungsbereich sind das AachenMünchener, AdvoCard, Central, also nur Unternehmen des Generali Konzerns. Es dürfen und können also nur solche Produkte verkauft werden die zum Konzern gehören. Wenden sich daher besser an einen wirklich unabhängigen Berater. Beauftragen Sie entweder einen „Versicherungsmakler mit Erlaubnis“ für Sie tätig zu werden (Beratung/Vermittlung gegen Courtage, diese zahlen die Versicherer), oder aber einen „Versicherungsberater mit Erlaubnis“ (Beratung gegen Honorar, ohne Vermittlung).

Antwort
von onlinedatingcoa, 44

Das wird wahrscheinlich Provision sein, die du auf die eine oder andere Weise durch überteuerte Produkte ihm zu Verfügung stellst.

Was will er andrehen ? Aktive Fonds? 

Kommentar von MickyC86 ,

Haftpflicht, Berufsunfähigkeit, dann Riester und zum Schluss Aktive Fonds. gibt es Alternativen?

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