Wie genau funktioniert ein Autoklav?

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5 Antworten

1. Klar kann man Flüssigkeiten autoklavieren. Dafür müssen entweder die Flüssigkeitsbehältnisse ausreichend druckfest sein (offen lassen halte ich für keine gute Idee, Du willst die Flüssigkeit ja nicht im Autoklav wegverdampfen!), oder der Autoklav muss in der Lage sein einen genau passenden Gegendruck aufzubauen, damit die Gefäße nicht platzen. Aber egal ob Flüssigkeit, Gas oder Feststoff, wenn Eiweißdenaturierung oder sonstige Zerstörung durch themische Einflüsse ein Thema ist, dann geht AUS DIESEM GRUND autoklavieren ggf. nicht. Dann muss man auf andere Sterilisationsmethoden zurückgreifen, wie z. B. Sterilfiltration oder Strahlensterilisation.

2. Zum Thema Verschluss öffnen habe ich bei 1. schon etwas gesagt. Ja, natürlich bildet sich beim Autoklavieren in den Gefäßen Dampf. Wieviel, und bei welchem Druck, dass sollte man unbedingt vor dem Autoklavieren mit Hilfe einer Dampfdruckberechnung bestimmen!

3. Trockene Hitze = heißes Gas. Das gilt auch bei Wasserdampf, der eine höhere Temperatur hat, als es der Verdampfungstemperatur beim jeweiligen Druck entspricht, dass nennt man dann überhitzten Dampf. Feuchte Hitze: Der Wasserdampf hat die Temperatur, die der Verdampfungstemperatur beim jeweiligen Druck entspricht, und es befinden sich noch Wassertröpfchen im Dampf. Je nach Autoklaventyp gibt es dafür verschiedene Autoklavenprogramme. Nicht jeder Autoklav kann das alles.

4. Hohe Temperaturen im Autoklaven werden durch hohe Temperaturen der Beheizung erzeugt. Punkt. Zum Thema trockene Hitze siehe Punkt 3. Zur leichteren Verständlichkeit hier erklärt am Beispiel von verschieden beheizten Autoklaven:

4a. Wenn zur Beheizung nur feuchter Dampf (= Sattdampf oder Nassdampf) zur Verfügung steht, und die Dampftemperatur in der Dampfversorgung nicht viel höher ist als das, was im Autoklaven benötigt wird, dann kann dieser Autoklav nur Programme mit feuchter Hitze fahren. Für trockene Hitze braucht man eine Versorgung mit überhitztem Dampf, oder eine Dampfversorgung mit viel höherer Temperatur, als es im Autoklaven gebraucht wird - dann kann man den Dampf in den überhitzen Bereich hinein drosseln. Wie das genau funktioniert - das ist das Arbeitsgebiet der technischen Thermodynamik, welches in Ingenieurstudiengängen gelehrt wird. Das zu erklären würde hier zu weit führen.

4b. Wenn der Autoklav elektrisch beheizt wird und sich seinen Wasserdampf selbst macht, liegt feuchte Hitze vor, solange noch nicht alles Wasser verdampft ist. Wenn alles Wasser verdampft ist, und der im Autoklaven eingesperrte Dampf dann durch weitere Beheizung von außen noch höher erhitzt wird, entsteht trockene Hitze.

4c. Wenn der Autoklav nur von außen beheizt wird (egal mit was), und keinen Wasserdampf im Innenraum hat, dann arbeitet er mit trockener Hitze.

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Kommentar von xy121
06.07.2016, 19:37

Vielen Dank! Aber warum hat feuchte Hitze gegenüber trockener Hitze einen Vorteil in Bezug auf Sterilität?

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Kommentar von xy121
07.07.2016, 18:41

alles klar

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https://de.wikipedia.org/wiki/Autoklav

Ein Autoklav (gr./lat. selbstverschließend) ist ein gasdicht verschließbarerDruckbehälter, der für die thermische Behandlung von Stoffen im Überdruckbereich eingesetzt wird. Ein Schnellkochtopf stellt ebenfalls einen Autoklaven dar.

Autoklaven werden zum Sterilisieren, zum Aushärten von Baustoffen, zumVulkanisieren von Reifen und Gurtbändern sowie zum Verpressen vonFaserverbundwerkstoffen verwendet und kommen somit in der Medizintechnik, Lebensmitteltechnik, Biologie, Glasindustrie, Luftfahrtindustrie, in Steinfabriken und Vulkanisierbetrieben zum Einsatz.

Der Autoklav basiert auf dem Funktionsprinzip des von dem französischen Physiker Denis Papin 1674/79 entwickelten und 1681 patentierten Papin'schen Topfs.

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Kommentar von xy121
05.07.2016, 17:58

das weiß ich selber...ich hätte gerne Antworten auf meine 4 Fragen!!!

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zu 1) Ja, Flüssigkeiten kann man autoklavieren, allerdings kann man damit z.B. keine Pilzsporen vernichten, da die häufig sehr resistent gegen Hitze sind. Da hilft nur ein Spezialprogramm, dass zwischendurch abkühlt, die Sporen wachsen aus und dann wird erneut erhitzt. Das wird dann ein paarmal wiederholt und dauert ein bisschen. Für solche Fälle eignet sich die Sterilfiltration besser. In Medien sind normalerweise keine Proteine sondern Makro-/Mikroelemente und häufig Zucker und Hefeextrakt enthalten.

zu 2) Einen Behälter mit einer Flüssigkeit sollte man IMMER aufgedreht lassen. Durch die Erhitzung steigt auch in den Gefäßen der Druck und wenn der nicht entweichen kann platzt das Gefäß.

3 und 4 kann ich dir leider nicht beantworten, da ich immer nur feucht im Dampfkochtopf autoklaviere ;)

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Kommentar von xy121
05.07.2016, 22:41

ok danke! zu 2) Kann man die Gefäße nicht zu machen? Die Duran-Gläser halten ja den Druck aus. Dann wirken die Gefäße ja wie ein eingenständiger Autoklav.

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Kommentar von xy121
06.07.2016, 19:38

aber wenn die Gefäse offen sind entweicht ja die Flüssigkeit

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Es handelt sich hierbei um einen Hochdrucksterilisator. Er ist druckfest und luftdicht verschließbar, arbeitet meist zwischen 120 - 134 Grad und dies bei 1- 2 Bar Überdruck im gespannten und übersättigten Wasserdampf. Ziel hierbei ist die Vernichtung von Keimen. (krankheitserzeugende Mikroorganismen)


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Kommentar von xy121
05.07.2016, 15:52

das war aber nicht die Antwort auf meine Fragen! Was du schreibst, ist mir klar

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Kommentar von xy121
06.07.2016, 00:43

nein auf keinen fall! Ich möchte mich vergewissern, ob das richtig ist... Dazu möchte ich andere Meinungen. Frage mich was das soll einfach ja oder nein als Antwort zu schreiben, obwohl du dich gar nicht damit auskennst. Du hast garantiert nur den Wikipedia Artikel gelesen. Bitte unterlasse so etwas lieber. Entweder qualifizierte Antworten oder keine.

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