Frage von Marylyn0003, 144

Wie genau erkennt man eine bipolare Störung?

Hey ;) ich würde gerne wissen was so die typischen Kennzeichen sind. Vllcht kann mir ja Jemand sagen was man als Betroffener fühlt.

Nachdem eine komische Antwort kam, sollte ich vllcht hinzufügen, dass ich bereits in Therapie bin und schon ein Gespräch darüber hatte :)

Antwort
von reginarumbach, 82

so einfach ist das nicht. selbst wenn man die anzeichen erkennt, ist das noch lange keine diagnose. die psychischen erkrankungen sind schwer auszumachen, weil es eben keinen klar abgegrenzten bereich gibt, manche sachen treten auch in kombination auf und es ist auch im hohen maße von der auskunftsfreudigkeit des jeweiligen patienten abhängig.

bei der bipolaren störung fällt vor allen dingen die wahrnehmung des betroffenen auf, die je nach phase völlig konträr sein kann. einerseits großartige positive weltsicht und schaffenskraft, emphatie und optimismus, andererseits der wechsel auf die 'dunkle' seite, in der rückzug und leiden an sich und der welt eine große rolle spielt. stimmungsschwankungen im hohen ausmaß, abbrüche in allen lebensbereichen usw.usw. sehr belastend.

medikamente können helfen, ist aber so individuell wie die menschen selbst. wenn mans in starker ausprägung hat, sollte man eine gute familie und gute freunde im rücken haben, sonst könnte es sein, dass man es je nach phase nicht gut überlebt..

Kommentar von Marylyn0003 ,

Okay :) Dankeschön! Ja das stimmt das ist tatsächlich wichtig... aber wenn man da dann auch noch Probleme hat ist das natürlich nicht sooo toll :/

Kommentar von reginarumbach ,

oh ja, das ist dann wirklich traurig. da kann man nur hoffen, dass es wenigstens eine person gibt, die sich bemüht einen zu verstehen und die zu einem hält...

Antwort
von klausjosef1955, 43

Eine bipolare Störung wird aufgrund des Verlaufs diagnostiziert, also eigentlich erst nach Monaten oder Jahren.

 Wenn eine Manie auftritt, kann man nach meiner Erinnerung von einer bipolaren Störung sprechen. Im Querschnitt hat man das Bild einer Manie oder einer Depression. Bei der bipolaren Störung wechseln sich die beiden - unregelmäßig - ab.

Kommentar von Marylyn0003 ,

Vielen Dank ;)

Antwort
von Mignon4, 67

Es bringt nichts, wenn dir Laien irgendwelche Symptome schreiben. Dann bildest du dir vermutlich ein, die Störung zu haben. Du kannst keine Selbstdiagnose erstellen. Wenn du psyhische Probleme hast, dann gehe bitte zum Arzt. Nur er kann eine Diagnose erstellen und eine Therapie einleiten.

Laien können dir nicht helfen.

Kommentar von Marylyn0003 ,

Vielen, vielen Dank :)

Kommentar von FelinasDemons ,

Oh,der Pfeil sollte nach oben. Sorry.

Antwort
von Maisbaer78, 61

Naja, wie Betroffene sich selbst dabei fühlen, kann man wohl nur spekulieren, vorallem dürfte das von Patient zu Patient verschieden sein.

Allen gemein ist ein ständiges Auf und Ab zwischen einer grenzenlosen Euphorie und Phasen tiefer Antriebslosigkeit und dem Gefühl, mangelnder Sinnhaftigkeit.

In den euphorischen Phasen werden Pläne geschmiedet die im direkten Umfeld oft als äußerst utopisch wahrgenommen werden und deren Durchführung bei einer genaueren Betrachtung kaum möglich erscheint.

Viele neigen in diesen Perioden dazu Verträge zu schließen, zb. Kredit- oder Mobilfunkverträge, weil Sie das Empfinden haben, mit Ihren finanziellen und persönlichen Möglichkeit gäbe es keine Hindernisse. Sozusagen eine extrem rosarote Brille.

Die depressiven Phasen gleichen denen einer gewöhnlichen Depression, aber ein Abklingen, zb. durch therapeutische Behandlung ist oft nur der Übergang in eine neue Euphorie, statt einer tatsächlichen Heilung. Es gibt praktisch keinen Normalzustand mehr.

Die Phasen können Tage, Wochen sogar Monate andauern.

Eine echte Beurteilung kann indess nur von Außen statt finden. Wenn du keine Probleme siehst, und auch in deinem Umfeld niemand etwas ungewöhnliches bemerkt, leb einfach dein Leben.

Wenn berechtigte Zweifel an einer gesunden Persönlichkeit bestehen, konsultiere besser einen Facharzt. Eine Überweisung durch den Hausarzt wird nötig sein. Am Ende würdest du mit einer gestellten Diagnose sowohl medikamentös eingestellt werden als auch eine ambulante Therapie erhalten.



Kommentar von Marylyn0003 ,

Vielen Dank für deine  Antwort! Ich bin zum Glück bereits in Therapie.. bin mir aber leider ziemlich unsicher was genau ich habe..meine Therapeutin meinte eben es schwanke zwischen Depression und Manischer Depression ;)

Kommentar von Maisbaer78 ,

Naja da ist deine Therapeutin eine der Wenigen, die offen zugibt, das Psychologie eben keine exakte Wissenschaft ist. Die Diagnosen verlaufen praktisch immer fließend, es gibt keine genauen Abgrenzungen. Das wurde oft versucht, aber dann tauchte plötzlich ein Patient auf der eben Symptome der einen Erkrankung mit denen einer völlig anderen Diagnose vereinte. 

Psychologische Diagnosen liegen zu großen Teilen in der Hand und Sichtweise der Diagnostiker. Wenn diese sich bereits auf ein Krankheitsbild eingeschossen haben, ist es nur schwer, Sie davon abzubringen, oder gar zu erwarten, dass Sie selbst nach weiteren, alternativen Krankheitsbildern forschen.

Ich glaube, du hast da ne gute Therapeutin erwischt, zumindest was Ihre Selbstreflektion anbelangt. Am Ende ist es auch völlig gleichgültig, welche Diagnose am Ende die richtige ist, jeder Mensch ist verschieden, schwer zu unterscheiden was eine Erkrankung der Persönlichkeit ist, und was schlichtweg ein grundlegender Charakterzug.

Für eine Behandlung ergeben sich nur geringfügig Unterschiede, ein ausgeglichenes Stimmungsbild wird angestrebt, das heisst, weder depressiv noch zu euphorisch. Eine wahrscheinlich medikamentöse Behandlung wird in beiden Fällen zum Ziel führen.

Mach dir am Besten nicht zu viele Gedanken darüber. Beobachte deine Reaktionen auf die Therapie und die Medikamente, die dir eventuell verschrieben werden und berichte das ausführlich der Therapeutin. Nur so ist eine genaue und vorallem geringfügige Dosierung möglich. Mit einer genauen Selbstbeobachtung stellt man manche Verhaltensweisen auch von selbst ab. Wenn du in euphorischen Momenten zur Kaufwut neigst, solltest du darüber Buch führen, zb. wann es eingetreten ist oder was der Auslöser gewesen sein könnte.

Sei dir darüber im Klaren, das gerade im Bereich der Persönlichkeitsstörungen und Emotionaler Unausgeglichenheit JEDER eine Diagnose bekommen könnte. Im Falle der Bipolarität oder der Depression könnte eine Hormonmessung weitere Hinweise geben, das entscheidet aber deine Therapeutin, denn auch das ist nicht unbedingt ein exakt deutbarer Beweis.

Kommentar von Marylyn0003 ,

Danke für deine ausführliche Antwort! Jaaaa meine Psychologin ist echt klasse! Gedanken macht man sich aber dann doch immer wenn es einem nicht so gut geht....

Okay gut zu wissen, dass es nicht allzu große Unterschiede gibt.. Dann kann man ja doch nichts falsch machen :)

Hab bereits von Hausarzt erfahren, dass ich einen erhöhten Hormonspiegel habe.. Könnte das damit etwas zu tun haben? oder zählt hier nur die Vergangenheit mit Problemen?

Kommentar von Maisbaer78 ,

Naja "keine all zu großen Unterschiede" sollte man so nicht stehen lassen. Die Krankheitsbilder unterscheiden sich schon in Ihren Auswirkungen und Ursachen.

Aber die Behandlung läuft in beiden Fällen ähnlich ab.

Eine Bipolarität ist aber nicht vollends überwindbar, wenn sie sich auch abschwächen kann. Eine "normale" (ohne das verharmlosen zu wollen) Depression kann man tatsächlich spurlos hinter sich lassen.

Depression und Bipolarität sind wie viele andere pysische Erkrankungen auch physisch verursacht und sichtbar.
Ein bestimmtes emotionales Ungleichgewicht lässt sich in einem gewissen Rahmen zb. an der Größe der Amygdala und Ihrer Funktionstätigkeit ablesen, aber auch hier, nicht jeder Mensch ist gleich. Schwer zu sagen ob die Mandelkerne vergrößert sind, oder schon immer so waren.

Dieses Ungleichgewicht ist auch veerbbar, kann aber Generationen überspringen. Ganz wichtig dabei ist zu wissen, dass sehr viele Menschen diese Vererbung aufweisen (wir sind Nachkommen von Kriegskindern, auch wenn es schon einige Generationen her sein mag), ohne jemals Auswirkungen zu spüren.

Bei manchen Menschen kann es aber zum Beispiel zu Depression, Manie, oder meinetwegen einem etwas ausgeprägterem Suchtverhalten führen.  Ob und wie sich dann am Ende tatsächlich eine Erkrankung ausbildet, liegt dann an den Einflüssen und Eindrücken, die man in der Vergangenheit oder aktuell mitbekommen hat.  Aber natürlich kann auch ein Mensch ohne diese Vererbung erkranken, negative Erfahrungen oder Traumata können dem natürlich Auftrieb geben.

Ein "erhöhter Hormonspiegel" ist etwas grob umrissen, es sind bestimmte Hormongruppen, auf die ein Auge geworfen wird. Zb. die Endorphine oder Adrenalin und Noradrenalin, Dopamin usw., aber da bin ich zu wenig versiert, ich gehe davon aus, das auch die Kombination wichtig ist und eine bestimmte Konzentration nicht unbedingt ein Hinweis auf eine Erkrankung darstellen muss.

Im Falle depressiver Erkankungen kann die Wiederaufnahme dieser Hormone im Körper gehemmt sein, es findet also keine Unterproduktion statt, sondern die Physis ist nicht in der Lage, ausreichende Mengen der im Blut vorhandenen Hormone aufzunehmen und zu speichern. Hier setzen dann die Medikamente an.

Kommentar von Marylyn0003 ,

Okay vielen Dank für deine Hilfe! Ja eine Art von Suchtverhalten habe ich leider auch....Jap negative Erfahrungen sind mehr als genug vorhanden :/

Kommentar von Maisbaer78 ,

Naja, leider ein in sich geschlossener Kreislauf. Aber ein guter Schritt um weiteren negativen Erlebnissen vorzubeugen ist allein schon das Wissen um eine mögliche psychische Erkrankung und die möglichen Folgen die sich daraus ergeben, eventuelle Verhaltensmuster die negativen Ereignissen vorher gingen usw. Du kriegst das schon hin und bist nicht allein damit. Alles wird gut, denk ich. :)

Kommentar von Marylyn0003 ,

Ja mal schaun ;) Nochmals vielen Dank :)

Kommentar von Maisbaer78 ,

Bitte, ich wünsch dir alles Gute.  Und nicht unterkriegen lassen. 

Antwort
von einfachichseinn, 26

"man" erkennt es in der Regel gar nicht.

Das kann nur ein Facharzt leisten.

Kommentar von Marylyn0003 ,

okay :)

Antwort
von FelinasDemons, 31

Google hätte dir das auch ausführlich erklärt...Wäre schneller gegangen als hier. Aber na ja😐

Antwort
von HamiltonJR, 46

phasenweise total depressiv und antriebslos und dann plötzlich hyperaktiv und größenwahnsinnig ;)

Kommentar von Marylyn0003 ,

okay :)

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