Frage von Yael20, 139

Wie genau entsteht Homosexualität?

Wenn wir das Beispiel mit den Magneten nehmen: männlich (-) weiblich (+) ziehen sich an und weiblich (+) und weiblich (+) oder männlich (-) und männlich (-) stoßen sich ab. Also wie ist es möglich, dass sich (+) und (+) oder (-) und (-) anziehen können ? Da muss ja irgendetwas passiert sein, kann mir keiner von euch erzählen, dass so etwas angeboren ist. Da gibt es bestimmt eine logische Erklärung für dieses Phänomen und genau diese Erklärung suche ich hier auf diesem Weg :-)

Antwort
von scorpion87, 25

Wie entsteht Homosexualität  - gute Frage - lange Antwort: 

Als erstes - ich hab jetzt leider nicht die Zeit, alle Artikel zusammenzusuchen, ich schreibe das jetzt mal aus dem Gedächtnis - nicht exakt wissenschaftlich, aber verständlich:

Dein Gehirn steuert deine Wahrnehmung und deine Gefühle stärker, als dir jemals bewusst ist. Du siehst ein Hundewelpe mit riesigen Augen und fühlst dich gerührt, du siehst als Mann eine Frau mit klasse Körper und tiefem Ausschnitt und schon hast du, ohne es bewusst machen zu wollen, ein paar Sekunden zu lange dahingestarrt - all das wird von deinem Gehirn gesteuert, und zwar unbewusst - oder vorbewusst - es selektiert die Reize die es sieht, versieht sie mit Emotionen noch bevor du darüber nachdenken kannst. Und nicht jedes Gehirn ist gleich - es gibt eben auch Männliche Gehirne, die in genau einem Areal - nämlich jenes, welches steuert was wir attraktiv finden, weiblich programmiert ist. Wie passiert das?

Jetzt musst du dir folgendes Überlegen: Jeder Embryo ist von Entstehung an so geformt, dass er alle Anlagen hat, um Mann oder Frau zu werden. Männlich zu sein bedeutet nicht wie bei Magneten man ist ein Plus (oder ein Minus), sonder es bedeutet, dass man in der Vielzahl seiner Merkmale männlich ausgeprägt ist (viele Plusse) - es kommt aber vor, das einzelne Merkmale, besonders im Gehirn, sozusagen die falsche Programmierung abbekommen (viele Plusse mit ein paar Minussen).

Entsprechend seiner Chromosome wird ein Embryo im Mutterleib zu Junge oder Mädchen werden, hat aber, wie gesagt, die Anlagen zu beidem. Zur Entwicklung im Mutterleib gehört auch die Programmierung des Gehirns. Es gibt dort unzählige Areale die für verschiedene, oben genannte Effekte sorgen.  So es gibt typische Effekte die eher bei Frauen und typische Effekte, die eher bei Männern zutreffen (Plusse und MInusse). So ist zum Beispiel das aggressive Machoverhalten eher ein männlicher Charakterzug, aber nicht bei jedem Mann. Wie kommt das? Das Gehirn entwickelt sich im Mutterleib in verschiedenen Schüben kontinuierlich, und bei jedem Menschen werden die verschiedenen Areale ein wenig anders auf die typischen männlichen und weiblichen Eigenschaften programmiert. Und wie ich geschrieben habe - jeder Fötus hat von Entstehung an beide Anlagen in sich - für männlich und weiblich. Und das nicht nur insgesamt, sondern für jedes einzelne Merkmal. Und so gehört es eben zur Laune der Natur dazu, dass es bei 5-10 % aller Menschen vorkommt, dass eben jenes Merkmal im Gehirn, was später vorbewusst steuert, was wir attraktiv finden, auch mal entsprechend des falschen Geschlechts entwickelt wird. Das heißt der junge wird geboren, wächst auf, und irgendwann kommt man in das Alter, wo sich die Sexualität beginnt zu entwickeln und dann wird man mit so einer Veranlagung eben als Junge Männer attraktiv finden, und nicht Frauen. 

Das hat also nichts mit Polen oder Plus und Minus zu tun, die zueinander passen müssen, sondern vielmehr mit der Vielfalt die unsere Spezies ausmacht.

Wenn ich mich also jetzt deiner Magnetmetapher bediene, dann ist es eben so, dass ein Mann nicht nur ein großes Plus (oder der Fairness halber ein großes Minus) ist, sondern in seinen körperlichen Eigenschaften sowie in verschiedenen Arealen seines Gehirn ein großes Sammelsurium an stark ausgeprägten Plussen und mal weniger stark ausgeprägten Plussen und in einigen Fällen auch mal ein par Minussen ist. Da kann also eine Differenz zwischen dem biologischen Äußeren Plus (er ist Mann) und dem im Gehirn programmierten (Minus) entstehen. Wenn du es also so siehst, dann sind Homosexuelle einfach nur Männer, die im Kopf ein großes Minus haben und damit passt es ja, dass sie sich von anderen Plussen angezogen fühlen ;)

Ich denke du siehst ein, warum die  + und + -Metapher irgendwie nicht richtig greift ;)

Antwort
von nawoki, 34

Statt Sexualität mit Magneten zu vergleichen, würde ich empfehlen, das Ganze mehr wie ein breites Spektrum zu betrachten. Vielleicht würde es helfen, sich mit Begriffen wie Asexualität und Bisexualität auseinanderzusetzen, damit man nicht mehr so verstreift ist auf das ganze "Hetero oder Homo". Desweiteren empfehle ich auch, sich über Intersexualität zu informieren.

Es braucht nur ein bisschen Offenheit und Nachdenken, dann kannst du dir dieses unglaubliche "Phänomen" selbst erklären. ;)

Antwort
von Garlond, 60

Interessanter Vergleich mit den Magneten, dem zu folge findest du, wenn du männlich bist, jede (in Worten JEDE) Frau anziehend?

Denk mal drüber nach.

Und deine Frage lässt sich nicht beantworten, weil sich die Forschung dahingehend noch alles andere als einig ist.

Antwort
von Mirarmor, 65

Die Sexualität besteht nicht aus einem einzigen Kriterium, das nur zu 100% erfüllt oder nicht erfüllt sein kann. Es spielen primäre und sekundäre Geschlechtsorgane eine Rolle, viele Entwicklungsschritte im Mutterleib, jede Menge Hormone und die Entwicklung des Gehirns in eine bestimmte Richtung. Männer haben auch Östrogen und Frauen auch Testosteron. Da hat nicht ein Geschlecht sein einzigartiges Hormon! Männer haben Brustwarzen, warum? Weil jeder Embryo am Anfang eine Frau ist.

Das Entstehen eines geschlechtlichen Wesens ist ein Vorgang mit vielen Schritten und da können viele Graubereiche entstehen. Es gibt Menschen mit beiden Geschlechtsorganen oder welche, die statt XX oder XY  XXXY haben - also XX und XY gleichzeitig. Da ist nichts mit schwarz-weiß.

Es gibt XY Menschen, die schütten Testosteron aus - das Testosteron soll die Körperzellen dazu bringen, "männlich" zu werden - aber die Menschen sind immun dagegen, das heißt es ist so als ob man ein Rezept für Kirschkuchen in die Küche schickt, aber der Koch liest das nicht und macht Omlette. Dann steht im Rezept XY und was du auf dem Teller hast ist XX - isst du dann den Reisbrei und sagt bei jedem Bissen "Was für ein fantastisches Omlette das doch ist!"???

Oder mal Kinsey-Report googlen...

Die Menschheit ist so dumm. Und voller kultureller und religiöser Balken vor den Augen.

Antwort
von Chefelektriker, 84

Mit Magneten kann man das garnicht simulieren.Das ist in den Genen festgeschrieben.Das kann Dir niemand genau erklären,weder Ärzte,noch Wissenschaftler.

Antwort
von derbas, 14

Wer Sexualität mit Magnetismus vergleicht, beweist damit nur, dass er keine Ahnung von Liebe und zwischenmenschlichen Beziehungen hat.
Es gibt eben nicht nur homo und hetero sondern ganz viele andere "Arten".
Und die Antwort auf deine Frage lieferst du ja schon selbst. Die sexuelle Orientierung ist angeboren. Ob Du jetzt damit einverstanden bist oder nicht, spielt keine Rolle.

Antwort
von Solenostemon, 6

Weil es nur einen Bauplan für eine Art von Lebewesen gibt.

Der Unterscheid zwischen Mann und Frau entsteht nur durch die unterschiedliche Entwicklung der  Primären und Sekundären Geschlechtsorgane:

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtsorgan#/media/File:Gesch_embryonal.png

Also warum soll es dann keine Homosexualität geben ?

Antwort
von Dailytwo, 84

Durch die natürliche Neigung zum gleichen Geschlecht, man kann nicht alles wissenschaftlich hinterlegen.Das Beispiel mit dem Magneten ist das dümmste was ich bis jetzt gehört habe.

Antwort
von easypeasylsq, 80

Hä du kannst doch eine zwischen menschliche beziehung nicht mit Magneten vergleichen?????

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