Frage von Zahn1234, 35

Wie gemeinnützigen Verein gründen mit maximaler Flexibilität + alleiniger Entscheidungs-Befugnis für den Vereinsgründer für Flüchtlinge + eine bessere Welt?

Ich möchte einen gemeinnützigen Verein gründen mit und für die Flüchtlinge + für eine bessere Welt, in dem ich allein letztendlich die alleinige Entscheidungs-Befugnis + Beschluss-Gewalt in letzter Instanz habe.

Alle anderen Mitglieder und Organe des Vereins sollen lediglich Beratungs-Charakter und Empfehlungskompetenz haben.

Wie muss was in der Satzung fixiert werden für jederzeitige maximale Flexibilität + Entscheidungs-Befugnis meinerseits auch bezüglich der Auflösung, Organisation und Mittelverwendung, Ämter-Besetzung, Mitglieder-Aufnahme und Mitglieder-Ausschluss.

In letzter Instanz möchte ich der alleinige Entscheidungsträger sein auch insbesondere bezüglich der Mittelverwendung.

Ich weiß, das hört sich nach Feudal-Herrschaft an.


Aber das hat seine Gründe:


Schließlich müssen die Flüchtlinge erst unsere Werte und Demokratie kennen- und erlernen und lieben lernen.

Und:

Als Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe ist es oftmals sehr mühsam, Entscheidungsprozesse zu forcieren.

Zu oft wurden und werden meine wohlgemeinten Ratschläge, geboren aus eigenen, alio loco, andernorts erworbenen und früheren Erfahrungsschätzen, und Lösungsvorschläge ersteinmal nicht angenommen und oberlehrerhaft abgetan, um dann nach einem Jahr voller Rückschläge doch genau das von mir anfangs Vorgeschlagene als eigene Erkenntnis umzusetzen (z. B. Kautionen für Fahrräder und Schulbücher und Deutschkurse zu nehmen bzw. zu verlangen) .

Das ist mir einfach zu doof.


Was ist nun das beste Konstrukt für meine Intentionen?

Und wie muss es aussehen + gestaltet werden?


Ich als freiberufliche Akademikerin verliere alle meine Einnahmen aus meinem erlernten Beruf und bringe freiwillig ehrenamtlich rund um die Uhr meine ganze Kompetenz, Erfahrung und Qualifikation + möglicherweise eine noch Rest-belastete, nicht vermietete 300-qm-Geschäftshaus-Denkmalschutz-Immobilie mit Ausbau-Reserve ein und habe dann keinerlei Einkommen mehr - auch keinerlei Anspruch auf Hartz-4 und muss trotzdem den Höchstsatz in der GKV als Krankenkassen-Beitrag von fast 800 EURo monatlich zahlen wegen KAP-Erlösen aus meiner eigenen privaten fondsgebundenen Altersversorgung und V+V-Verlusten.

Ich habe noch 7 Jahre bis zur Mini-Rente, die ich den Flüchtlingen und Hatz-4-Kindern schenken möchte.

Wie löse ich das Dilemma?


Kann ich über den Verein an mich selbst ortsüblich mit Nachlass-Rabatt vermieten, ohne dass das Finanzamt eine höhere fiktive Miete festlegen und zugrunde legen kann für die Besteuerung + im Steuerbescheid?


Vielen Dank für die Hilfe und eine schöne Weihnachtszeit.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von irdenart, 15

Du musst nur die Satzung dementsprechend formulieren und dann 7 Leute finden, die mit Dir diesen Verein gründen zu diesen Bedingungen. Zulässig ist das nach dem Vereinsrecht! Etwa in der Art, dass der nur einzelne Vorstand auf Lebenszeit gewählt ist und es unterschiedliche Formen der Mitgliedschaft gibt (also stimmberechtigte und nicht stimmberechtigte!). Die ersteren können die mit Dir 7 Gründungsmitglieder sein, alle anderen nimmst Du nur als stimmlose Fördermitglieder auf. Wenn die anderen 6 Gründungsmitglieder "nett" zu Dir sind, treten Sie nach Eintragung im Vereinsregister aus oder werden freiwillig Fördermitglieder. Das wars denn auch schon .... !!!! Deine Vorstandssitzungen sind dann zugleich auch Mitgliederversammlungen ... !!!

Kommentar von Zahn1234 ,

Echt Super-Antwort! Aber ist Deine Empfehlung und Konstruktion auch rechtssicher Und/oder kann diese aufgrund des Vorwurfs von Gestaltungsmissbrauch unwirksam sein?

Kommentar von irdenart ,

Das geht wirklich so! 

Zusätzlich in die Gründungssatzung noch reinschreiben, daß DU - also der vertretende Vorstand des Vereins! - berechtigt bist, vom Vereinsregister und/oder Finanzamt beanstandetet Formulierungen ohne erneuten zusätzlichen Beschluss einer erneuten Gründungsversammlung möglichst singentsprechend abzuändern.

Damit sparst Du Dir eine sehr oft sonst notwendige Wiederholung der Gründungsversammlung!!!

Antwort
von Zahn1234, 5

an Grammatikus, 19.12.2015: In Vereinen wird jede wichtige Entscheidung in der Regel von der Mitgliederversammlung getroffen – sie ist also praktisch dem Willen der Mitgliedermehrheit unterworfen. Außerdem wird der Vereinsvorstand immer nur auf eine bestimmte Zeit gewählt und kann nach dieser Periode faktisch komplett abgewählt und durch neues Personal ersetzt werden. Kontinuierliche Aufbauarbeit und konsequente Zielverfolgung sind bei diesem häufigen personellen Wechsel oft schwierig. Deshalb suche ich eine Alternative beziehungsweise eine bessere Lösung.

Antwort
von Zahn1234, 8

an Grammatikus vom 19.12.2015 = "Ein Verein entscheidet demokratisch":  Das ist mir schon klar, aber genau das ist ja das Problem, wenn man schnelle Entscheidungen treffen und diese rasch realisieren möchte - ohne immer wiederkehrende, ewige Überzeugungs-Diskussionen führen zu müssen. Das ist der Nachteil der Demokratie: Es dauert alles viel, viel, viel zu lange, etwas umsetzen zu können, wenn andere nicht die gleichen Erfahrungen, Überzeugungen, Absichten, Einsichten, Wissensschätze, Bildungen, Informationen, Erlebnisse haben.   

Als "Diktator" kann man einfach viel schneller effektiv und erfolgreich reagieren und - im besten Sinne - sofort helfen.

Antwort
von Zahn1234, 6

an irdenart vom 26.01.2016: Echt Super-Antwort! Aber ist Deine Empfehlung und Konstruktion auch rechtssicher und/oder kann diese aufgrund des Vorwurfs von Gestaltungsmissbrauch unwirksam sein?

Antwort
von Grammatikus, 20

Ein Verein entscheidet demokratisch.

Kommentar von Zahn1234 ,

Das ist mir schon klar, aber genau das ist ja das Problem, wenn man schnelle Entscheidungen treffen möchte - ohne immer wiederkehrende, ewige Überzeugungs-Diskussionen führen zu müssen. Das ist der Nachteil der Demokratie. Es dauert alles viel, viel, viel zu lange, etwas umsetzen zu können, wenn andere nicht die gleichen Erfahrungen, Überzeugungen, Absichten, Einsichten, Wissensschätze, Bildungen haben.   

Als "Diktator" kann man einfach viel schneller effektiv und erfolgreich reagieren und - im besten Sinne - helfen.

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