Frage von DieNeue48, 67

Wie gelingt ein ausgewogenes Geben und Nehmen in der Beziehung?

Hallo Ihr Lieben! Ich bin weiblich, 48 Jahre und bin vielleicht das, was man 'beziehungsscheu' nennt. Grundsätzlich fällt es mir leicht, Männer kennenzulernen und für mich zu interessieren. So lange es locker bleibt, empfinde ich es auch als angenehm. Wird es enger, bildet sich das immer gleiche Schema: Ich empfinde den Mann ähnlich einem 'Kuckucksei', das ich 'mir ins Nest gelegt' habe. Er wird immer 'größer und gefräßiger' (das ist jetzt nur symbolisch gemeint) und ich fühle mich immer mehr 'an den Rand gedrängt'. In der Realität heißt das, dass die Männer in meinen Beziehungen nach meinem Empfinden zunehmend versuchen, so viel als möglich FÜR SICH aus zu mir herauszuquetschen; mich dazu zu bringen, ihre Hobbys und Interessen zu teilen, ihre Bedürfnisse zu stillen. Grundsätzlich gehe ich ja auch gerne auf Vorschläge ein, lasse mich inspirieren und mein Leben mit Neuem anreichern. Aber: Was MICH bewegt, berührt und beschäftigt, wird oft einfach ignoriert. Ich wünsche mir ja genauso, dass der Mann auch an MEINEM Leben und an MEINEN Interessen Anteil nimmt. 

Bleibt natürlich die Frage offen, weshalb ich offensichtlich meinen Platz nicht ausfülle und Männer geradezu dazu einzuladen scheine, mehr Raum einzunehmen, als mir lieb ist. Deshalb meine Frage: Wie gelingt es EUCH, eine größtenteils befriedigende und erfüllte Beziehung zu gestalten?

Antwort
von Schuhu, 26

Kann es sein, dass du am Anfang dem Mann zuviel Raum "gestattest", vielleicht sogar in der Hoffnung, dann genauso viel Raum zu bekommen? Wenn das erste Verliebtsein vorbei ist, bemerkst du dann, dass es das Raumangebot durchaus genutzt hat, dir aber wenig Platz gelassen hat? Wenn du von Anfang an klar machen kannst, dass dein Leben im großen Ganzen so weiter gehen soll wie vor dem Mann, dass er in dein Leben darf, um es zu bereichern, nicht um es zu ändern, könnte es leichter für dich sein, sein Bemühen um die Beziehung zu erhalten.

Kommentar von DieNeue48 ,

Bei deiner Antwort musste ich schmunzeln: genauso ist es bei mir wirklich. Ich dachte tatsächlich immer, wenn ich ihm gebe, wonach er sich sehnt, wird er auch mir gerne geben, wonach ich mich sehne. Ich spreche es auch an, aber zu indirekt wahrscheinlich, nicht klar genug. Jedenfalls nahm er sich gerne, was ich geben konnte - und ich selber ging meistens leer aus. So habe ich Beziehungen immer als zusätzlichen Leistungsanspruch erlebt, die mich schwächen.

Antwort
von Ostsee1982, 31

So wie du deine Frage gestaltest wirft sich bei mir der Gedanke auf ob es wirklich um die Frage geht wie ein ausgewogenes Geben und Nehmen in der Beziehung möglich ist oder doch viel mehr warum sich bei dir eine solche Abwehrreaktion zeigt sobald sich eine verbindliche Beziehung einstellen könnte?! Angst vor Kontrollverlust? Angst davor verletzt oder verlassen zu werden?! Ich denke, dass darin der Schlüssel zu deiner Antwort liegt und auch in der Wahl deiner Männer. Ich persönlich kenne das nicht, dass ich in meinen Wünschen und Bedürfnissen überrollt werde.

Was MICH bewegt, berührt und beschäftigt, wird oft einfach ignoriert.

Verschaffst du dir denn den notwendigen Raum um mitzuteilen was dich berührt und beschäftigt?

Kommentar von DieNeue48 ,

Sicherlich kann es sich auch um unbewusste Abwehrmechanismen handeln. Daher ist es für mich hilfreich, was andere darin sehen. Dass ich mir nicht den nötigen Raum verschaffe, vermute ich. Wahrscheinlich bin ich zu zaghaft, vielleicht auch zu harmoniebedürftig...auch hier interessiert mich, wie es andere erleben und gestalten. 

Antwort
von Shirkany, 24

Zuerst einmal brauchst du keine Angst davor zu haben.

Das Beste ist es in solchen Situationen deinem partner auch mal zu sagen das du deinen Freiraum brauchst, ich denke das kann auch jeder nachvollziehen. Wenn solche alltäglichen Situationen auftreten und du vielleicht auch von deinem Partner genervt sein könntest, dann sprich es direkt an und rede mit ihm darüber.

Eine gut funktionierende Beziehung besteht aus Kompromissen, da wo keiner zu kurz kommt. Du könntest ihn auch einen anderen Vorschlag machen, ihm deine Interessen äußern.

Dein Partner oder generell andere Menschen können nicht in deinen Kopf gucken deshalb ist es ratsam deine Wünsche zu äußern. Kommunikations in der Beziehung ist das A und O!

ich hoffe ich konnte dir damit ein wenig helfen :)

Kommentar von DieNeue48 ,

Ja, ich denke, ich hätte viel öfter und eher etwas ansprechen müssen. Ich vermute, dass ich unbewusst Ablehnung vermeiden möchte. Aber deutlicher und klarer werden möchte ich mir für die Zukunft vornehmen.

Kommentar von Shirkany ,

Das ist doch ein wunderbarer Anfang! :)

Antwort
von LizWa, 19

Entschuldige, ich muss mal ganz blöd fragen: Aber nimmst du dir denn auch noch Zeit für dich? Natürlich ist man am Anfang ganz verliebt und möchte den neuen Partner ja so genau wie möglich kennenlernen, aber nimmst du dir denn auch noch deine Zeit heraus? Wo du machst, was dich interessiert oder lässt du dich da auch ein Stück weit komplett in seine Welt ziehen?

Denn das jeder so sein "Ding" hat, ist doch völlig in Ordnung. Würdest du ihm aber unbewusst das Gefühl vermitteln, dass du alles mit ihm teilen möchtest und alles mitmachen möchtest, was er so tut, könnte ich es verstehen, wenn er dann denkt, dass du dich da so "biegen" lässt. Oder nimmst du ihn auch mal zu deinen Interessen mit?

Antwort
von ichspendenie, 22

meine frau ist in deinem alter, am besten ist, wenn jeder sein zeug macht und wenn es den partner nicht interessiert, ist es eben so

ich zocke zb gerne, meine frau sogar auch, aber nur wenige spiele


aber sie ist gerne im garten, mag ich überhaupt nicht, ich helfe ihr dann nur bei schweren dingen

man teilt doch den alltag schon, da kann doch jeder paar freiheiten haben und dinge alleine tun?

jetzt bastelt sie zb irgendetwas, hab ich auch keine lust zu, ich weiß nicht mal, was es ist, stört sie aber auch nicht


kurz gesagt, ich glaube, du lernst komische männer kennen, wenn sie dich irgendwie vereinnahmen

die meisten in beziehungen, die ich kenne, sind froh, wenn ihre frau mal etwas alleine macht und sie zb zu kollegen können oder ins stadion oder sonst etwas

Kommentar von DieNeue48 ,

Ja genau, ungefähr in diese Richtung möchte ich hin. 

Antwort
von lindgren, 31

Das ist ein recht einfaches Rezept. Bleib wie du bist. Ganz einfach. Du selbst bleiben.

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