Frage von DancehallGyal 29.09.2011

Wie geht man mit Menschen um, die Freundlichkeit ablehnen, weil sie sie nicht "ertragen" können?

  • Antwort von katwal 29.09.2011
    24 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Die neue Mitbewohnerin kommt sozusagen "aus einer ganz anderen Welt"; damit meine ich, dass sie das WG-Leben, wie Ihr es kennt, überhaupt nicht gewöhnt ist. Es fällt ihr deshalb nicht leicht, "Eure positiven Schwingungen aufzunehmen und mitzuschwingen".

    Sie ist damit offenbar überfordert!

    Selbstverständlich habt Ihr es mit ihr gut gemeint (und es war auch gut!), sie sehr freundlich aufzunehmen und Euch um sie vielfältig zu kümmern. Das hatte zur Folge, dass sie von alledem so überwältigt ist, dass sie gar nicht weiß, damit umzugehen, weil sie so etwas gar nicht kennt.

    Aber von Vorteil ist, dass sie wahrscheinlich noch recht jung (ich schätze um die 20 Jahre) und - wie es den Anschein erweckt - offen ist, Neues aufzunehmen bzw. daran zu partizipieren.

    Das kann aber nicht "auf die Schnelle" gehen; sondern muss sich sukzessive einspielen.

    Mein Tipp:

    Seid verständnisvoll und überlässt ihr den Spielraum, sich zurück ziehen zu können und nicht immer dabei sein zu wollen. Wenn Sie sich an Eure Atmosphäre gewöhnt hat und sie weiterhin gut findet (das hat sie ja auch geäußert), wird sie von sich aus sich weiter öffnen für Eure Unternehmungen und die positive Stimmung.

    Ich übermittle gute Wünsche und bin zuversichtlich, dass sich alles gut einspielen wird.

  • Antwort von BaluDerTanzbaer 29.09.2011
    18 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ihr habt alles richtig gemacht und ihr seid für sie eine riesen Chance, dass sie endlich aus sich herauskommt. Sie kann froh sein, dass ihr da seid (ist sie sicher auch) und sie endlich einmal eine andere, liebevollere Art von Zuneigung erfährt als jene, die sie aus dem Elternhaus getragen hat. Dass das für sie unglaublich ungewohnt und erstmal sicher auch sehr überfordernd wirkt, ist ja selbstverständlich. Sie ist ja auch selbst in einer gänzlich neuen Situation, mit der sie erstmal umgehen muss. Gebt ihr Zeit, redet ab und zu mit ihr und drängt sie nicht. Das ist sehr wichtig!

    Ein kleiner Trick, den man manchmal einbauen kann, ist ein Signalwort: Wenn ihr etwas zu viel wird und sie gerade nicht mehr mithalten kann, ihre Ruhe haben will, dann sagt sie zum Beispiel "Pusteblume" und geht einfach. Klingt ein bisschen komisch, aber solche abgemachten Signale sind für beide Seiten meistens unglaublich hilfreich. Sie geht nicht mit dem Gefühl aufs Zimmer, euch ohne Grund sitzen zu lassen und ihr bekommt das Gefühl, dass es ihr nicht ganz egal ist. Nebenbei verbindet so etwas auch unterschwellig wie ein kleines Geheimnis.

    LG, Balu

  • Antwort von KatzeNini 28.10.2011
    15 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ihr habt die Ursache für Ihr Problem schon richtig erkannt. Wahrscheinlich ist der Kontakt unproblematisch solange nicht echte Nähe entsteht. Durch die neuentstandene Wohnsituation, eure Aufgeschlossenheit und aufrichtiges Interesse habt ihr sie wahrscheinlich kurzzeitig aus der Reserve gelockt, doch die Angst vor Zurückweisung oder enttäuschten Gefühlen hat schließlich doch wieder überwogen, wahrscheinlich gerade weil sie euch mag und sich so wohl mit euch fühlt. Da fühlt sich eben das altbekannte Schneckenhaus doch sicherer an ;)

    Das Zauberwort heißt Geduld! Ich bin überzeugt, je besser ihr euch kennenlernt, desto offener wird sie werden. Laßt ihr die Zeit die sie braucht um Vertrauen aufzubauen. Wenn es passt, kann daraus im Laufe der Zeit sogar Freundschaft werden - (weiß ja nicht wie lang sie in der WG bleibt) ansonsten wird sie mit euch auf jeden Fall immer angenehme Erinnerungen verbinden...

    Ich wünsch euch eine schöne Zeit zusammen!

  • Antwort von IlkaRuSti 29.09.2011
    14 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo,

    Ihr habt erst einmal genau richtig reagiert. Manchmal ist das so, das Menschen in ihrem Leben kaum gespürt haben, das man sie mag. Diese Mitbewohnerin hat aber jetzt die Chance zu sehen, dass es auch Leute gibt, die nicht nur freundlich sind, sondern, denen sie nicht egal ist.

    Versucht mit ihr ins Gespräch zu kommen und zu bleiben, zeigt Interesse und achtet darauf, wie sie reagiert Nehmt ihr die Angst vor Nähe, indem ihr sie nicht bedrängt, aber immer wieder auffordert, sich Euch anzuschließen. Erklärt, was Euch nicht gleichgültig ist, schaut hin, was sie besonders gut kann, lobt sie.....zeigt ihr das ihr sie mögt. Ihr braucht ja nicht gerade überschwengliech reagieren. Aber zeigt, wir mögen Dich ...... auch und gerade, wenn sie mal Fehler macht und dann vielleicht ängstlich versucht, Euch auszuweichen. Diese Frau muss erfahren, wie es ist in Beziehung zu netten Menschen zu sein... dann werdet auch ihr erkennen, welch wunderbarer Mensch hinter dieser noch etwas unscheinbaren Fassade steckt. Interesse und Neugier sind das Geheimnis verborgener Schätze des Herzens.

    Liebe Grüße

  • Antwort von EmoDoc 29.09.2011
    13 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Behandet sie einfach weiter nett und höflich - vielleicht kommt sie dann ja mal aus sich raus. Ihre Gefühlswelt und ihr Selbstbewusstsein müssen ja total verknotet sein.Auch wenn ihr das am Anfang vielleicht zuviel ist - sie kann sich ja dann auch etwas zurückziehen - letztlich wird es ihr eine Menge helfen. Sie muss wohl auch eine ganze Menge an Vertrauen wiedergewinnen. Solange ihr sie nicht bedrängt - aber immer offene Arme für sie habt - könnt ihr damit auch bestimmt nichts falsch machen.

  • Antwort von taigafee 29.09.2011
    10 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    das ist wie mit dem geist in der flasche. zuerst wünscht er sich, rausgelassen zu werden und verspricht, den zu belohnen, der ihn befreit.

    nach vielen vielen jahren der qual, schwört er den, der ihn befreit, umzubringen.

    da spielt sicher aggression eine große rolle. du hast schon tolle tipps bekommen. ihr selbst würde ich raten, joggen zu gehen, oder eine sportart zu machen, bei der sie sich abreagieren kann. das hilft tatsächlich :-).

  • Antwort von marlylie 29.09.2011
    10 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    ihr solltet das ruhig angehen...

    wenn sie so schlechte lebenserfahrungen mitbringt, dass sie nicht damit zurecht kommt, dass man nett zu ihr ist, dann könnt ihr ihr "angebote" hinlegen / hängen...

    z.b.: wir machen heute einen gemütlichen fernseh/ Dvd-abend und freuen uns, wenn du dabei bist... wir machen féte und wäre schön, wenn du mitmachst... halt ihr ansagen geben, wo sie sehen kann, dass ihr euch über ihre teilnahme freut - aber ihr die entscheidung überlasst...

    oder einer von euch hat kuchen gebacken - dann zettelchen an ihre tür: in der küche steht noch total leckerer kuchen - greife ruhig zu (kann ja auch ein salat sein... usw...)

    ihr habt euch sehr liebevoll bemüht, ihren start in der Wg zu gestalten - finde ich klasse...

    und - gebt ihr die möglichkeit, sich in eure gemeinschaft einzubinden, die ja auch mit aufgaben wie reinigung etc. verbunden ist:

    wir machen heute "grossputz" und freuen uns, wenn du mitmachst - so bekommt sie das gefühl, dass sie durch ihre leistung euch zeigen kann, dass sie an einem schönen miteinander interessiert ist (aber lasst sie bitte nicht mehr putzen als ihr andern selber macht... ne...)

    wenn sie dann so nach und nach vertrauen fasst, wird sich der rest von selbst ergeben und bestimmt gemütlich werden, denn ihr scheint eine tolle WG zu sein, alles liebe

  • Antwort von elenore 29.09.2011
    8 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ich denke diese Art von Menschen haben nie Liebe, Respekt, Anerkennung und Achtung erfahren. Mit der Zeit erwarten sie diese unbedingt zum Leben gehörenden Emotionen bzw. Eigenschaften gar nicht mehr, denn sie entwickelten kein Selbstwertgefühl und auch kein Selbstbewusstsein, da sie denken es liegt an ihnen. Sie kennen keine Freundlichkeit, kein Lob oder das positive im Mittelpunkt stehen.

    Die alte Schulfreundin deines Mitbewohners kann auf Grund ihrer negativen Erfahrungen und ihrem dementsprechenden Entwicklungsstatus im Umgang zu Menschen und mit Menschen nur als Schock empfinden.....sie kann damit nicht umgehen und ist absolut überfordert.

    Ihr seid aber einfach klasse und habt alles richtig gemacht....... hier müsst ihr sehr behutsam umgehen, so pö a pö in eure WG einbeziehen, keinerlei Druck ausüben, sondern sie muss langsam durch euch ihren positiven menschlichen Stellenwert wieder erlangen, Lebensfreude und das ganz einfache Mitlachen wiederfinden.

    Gemeinsame Erlebnisse, wie Kino, Kartenabende, Fernsehabende mit viel Kommunikation oder gemeinsam in der Küche zu kochen, sollten kleine Schritte für sie sein euer Vertrauen anzunehmen. Aber der wichtigste Aspekt ist, sie muss sich selber als wertvollen Mensch annehmen, der auch Stärken entwickeln und ausleben kann, dann wird sie offener und auf euch zugehen.

    Es wird durch euch bei ihr eine stattfindende positive Selbstentwicklung aktiviert werden, bei der ihr mit Einfühlungsvermögen ihr Freiräume zugestehen, auch Kommunikationspausen und die kleinen von ihr ausgehenden Schritte akzeptieren müsst.

    Bleibt bei eurer super menschlichen, auf sie eingehenden freundlichen Art, es wird Früchte tragen, es ist nur ein Zeitfaktor. LG elenore

  • Antwort von lichtschatten 01.10.2011
    7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ich denke, Deine Mitwohnerin kann durchaus mit Freundlichkeit umgehen, ist allerdings verletzt von vergangener Unfreundlichkeit/ Unverschämtheit, die sie als "Normalzustand" speicherte und in welcher sie sich als überflüssig einordnete, weil sie so erfuhr. Freundlichkeit wirkt auf sie wohl heuchlerisch, sie kann sie nicht glauben - fühlt sich verschaukelt. Die selbstverständliche Freundlichkeit würde ich äußerlich runterfahren, bewusst neutral wirken, aber innerlich besonders freundlich sein. Gut gemeinte, nette Gesten, neutral ausdrücken; nicht lachen oder überschwänglich sprechen, aber in den Angeboten besonders einladend sein. Derart verletzte Menschen leben naturgemäß gerne mit sich - um weiteren Verletzungen zu entfliehen; sie arbeiten genau mit den Worten der Anderen/ deren Einschätzungen, auch wenn sie äußerlich abweisend/ beobachtend wirken. Ich wäre besonders behutsam, würde Freiraum lassen, aber immer wieder Interesse am gegenseitigen Kontakt andeuten.

  • Antwort von kiniro 29.09.2011
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Sie sagt ja, dass es sie überfordert.

    Also teilt eure Gefälligkeiten in Häppchen ein - so zum Eingewöhnen. Die eine Woche mal ein DVD-Abend, in der anderen einen Stadtbummeln, das nächste Mal vielleicht ein Museumsbesuch oder in die Disco usw.

    Sie muss sich erstmal daran gewöhnen, dass Menschen auch anders sein können.

  • Antwort von garteln 29.09.2011
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Im Grunde sollt ihr nicht viel verändern,aber euch vielleicht ein bißchen zurücknehmen ,um sie nicht emotional zu überfordern.Sie muß sich erst daran gewöhnen,daß es Menschen gibt die jemand vorbehaltslos in ein harmonisches Miteinander einbeziehen . Wünsch dir einen schönen Abend

  • Antwort von Mondlachen 29.09.2011
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Sag ihr einfach das sie es annehmen darf. Wenn ihr sie nicht mögen würdet wärt ihr anders zu ihr. Jeder Mensch hat das Recht nett behandelt zu werden. Sie könnte aber auch mal zu einer Beratungsstelle gehen und dort mal ihre schlimmen Erlebnisse los werden. Zeigt ihr bitte weiterhin das auch sie wertgeschätzt wird ohne Gegenleistungen erbringen zu müssen..

  • Antwort von GSG9Freak 29.09.2011
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Irgendwie war man wohl in ihrem Leben nur Sch*eisse zu ihr!

    Vermute, das sie das "liebhaben" gar nicht kennt!

  • Antwort von radfall 29.09.2011
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Auf jeden Fall müsst ihr es ganz langsam angehen! Wenn ihr jetzt zu schnell vorgeht dann überfordert sie das wieder! Führt sie einfach ganz ruhig an das Thema ran! Ich hoffe du versteht wie ich das meine, kann mich nicht mehr so richtig ausdrücken, bin müde!

  • Antwort von jockl 29.09.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Ich habe in meinem Leben, da schon fortgeschrittenes Alter, schon soviel erlebt und erlebe das immer noch und wieder, dass bei mir, sofern ich das Wort "Freund" - und und und höre, alle Signale auf "gelb" springen. Solange bei/von mir was zu haben oder zu holen war, hatte ich viele Freunde !!! Aber ........

    Vielleicht lag das oft an mir selbst ??? Ich bin deswegen auch nicht verbittert o.ä. - aber mit allem was micht "Freund - usw. zusammenhängt sehr "vorsichtig".

    Könnte es denn sein, dass die Frau event. auch schon solche Erahrungen gemacht hat ??? Der drittletzte Absatz lässt sowas vermuten.

  • Antwort von onesubject2 29.09.2011

    Pessimisten sollte man ignorieren.

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