Frage von Familientyp, 89

Wie geht man mit Menschen um deren Mutter Alkoholikerin ist? (Es geht mehr um DAS VERSTEHEN)

Hallo Freunde.

Ich bin leicht am Rande der Verzweiflung denn ich will es verstehen und helfen. Aber das kann ich nur mit eurer Hilfe.

Also meine Freundin ist 19 Jahre alt und leidet schrecklich darunter das ihre Mutter eine Alkoholikerin ist. Helfen lässt sich ihre Mutter natürlich nicht. Verständlich das meine Freundin schlimmes durchmachen musste. Das Problem abgesehen davon ist auch noch das meine Freundin einen 5 Jährigen Bruder hat der ebenfalls ähnlich wie sie selbst so aufwächst. Beide wurden zwar nicht misshandelt aber es sind ja dennoch diese schrecklichen Bilder.

Gut also meine Frage/n:

1.Wie geh ich mit ihr um? 2.Wie fühlen sich solche Kinder die so aufwuchsen ? 3.Was kann ich machen? (Zum Psychologen will sie nicht) 4.Ich bräucht Menschen und Antworten die dieses Gefühl kennen.

Es ist schon ein Problem wenn ich mal ein Bier trinken will usw. also dabei gehts ihr mies.Sie wird dadurch ständig an ihre Mutter erinnert und hat oft Angst ihre Oma zu besuchen (Die Mutter wohnt nicht weit weg und besucht ebenfalls ihre Mutter) Bei ihnen zu Hause trinken eigentlich alle bis auf ihre Oma, vermutlich hängt sie deswegen so an ihrer Oma.

Ich bin ein sehr empathischer Mensch mit einer hohen sozialen Intelligenz jedoch bin ich damit überfordert eben weil ich emotional selbst davon betroffen bin. Und ja ich helf eben gerne und ich will das sie ihre Symptome besser werden.Dazu gleich mehr.

Also sie is: gereizt launisch bzw. hat Stimmungsschwankungen Wenn sie aggressiv ist sag ich ihr immer sie soll nach Hause gehen und mal nachdenken und bleibt tzrotzdem, sie fängt an zu weinen und is stur wie eh&je und schreit und wird wild (verzweifelt eben) Wechselhaft, dieses (Komm und f*** mich) und dann wieder (kuschel mit mir, liebe mich, halt mich fest dann fühl ich mich beschützt) Ich dachte bis vor 2 Monaten das sie einfach nur zickig is.Und dann muss ich erkennen das mehr dahinter steckt.Sie wollte nie drüber reden und ist jetzt eben mit alles und jeden überfordert.

Sie sagt sie vertraut niemanden mehr und kann nicht mehr richtig fühlen. Ich verstehe ihre Emotionen kann sie aber zum ersten mal nicht im Kopf und Herzen zusammen setzen so das ich mit ihr reden kann.

Sie sagt IMMER es gibt NIEMANDEN der sie verstehen. Fühlt sich also allein mit dem Problem und unverstanden. Und auf all diese Dinge brauch ich eine Antwort denn Googel gibt zwar schöne Berichte her aber zuwenig nützliches.

Also Freunde, bitte helft mir! Ich bitte um eure Erfahrungen, kurz und knackig auf den Punkt gebracht. Ich druck mir das aus, studier das und versuch Heut Abend mit ihr ruhig zu reden.

Mfg Marco

Antwort
von Gigama, 22

Hallo, ich kann wirklich gut nachvollziehen wie hilflos du dich in dieser Situation fühlst. Aber es gibt nicht " die Ultimative Lösung" für das "ganze Paket".

Das wichtigste ist es, das du verstehst & akzeptierst , das deine Hilfe für deine Freundin darauf begrenzt ist, sie bei ihren eigenen Bemühungen zu unterstützen. Auch wenn du es noch so sehr willst , du kannst ihre Erlebnisse ,die sie als Kind von einer alkoholkranken Mutter geprägt haben,genau so wenig ungeschehen machen ,wie du ihr auch die eigene Aufarbeitung ihrer Vergangenheit nicht abnehmen kannst. 

Was du machen kannst ist es, ihr evtl. Wege aufzuzeigen wo sie für sich selbst daran arbeiten kann und sie dabei Unterstützen. 

Was du nicht machen kannst ,ihr Leben in Ordnung bringen, ihre Mutter gesund und alle schlechten Zeiten ungeschehen.

Das ihr diese geschadet hat wird durch deine Darstellung ihrer Stimmungsschwankungen, von einem extrem ins andere, sehr deutlich .

Menschen die in einer suchtgeprägten Familie aufgewachsen sind fehlt es häufig an s.g."Urvertrauen". Ihre Kindheit ist geprägt von den suchtbedingten Stimmungsschwankungen und Unzulänglichkeiten der Bezugspersonen. Wer ohne diese emotionale Sicherheit aufwächst ,dem fehlt später oftmals die Fähigkeit"gesunde"Beziehungen einzugehen.

Also kannst DU ihr am besten helfen indem du versuchst die Zusammenhänge zu verstehen und deine tatsächlichen Möglichkeiten erkennst ,um deine Freundin auf IHREM Weg zu unterstützen. 

LG. 

 

Kommentar von Familientyp ,

Danke deine Antwort war auch sehr Zielreich und gut :)

Vielen Dank 💪🏻

Kommentar von Gigama ,

sehr gerne! (Eigene Erfahrungen)

Kommentar von Gigama ,

P.S. die ganze Symptomatik (Art und Weise mit dir umzugehen, in der Beziehung und ihre Reaktionen auf konkrete Vorschläge)könnte in die Richtung " Borderliner "gehen. Versuch mal dich darüber zu informieren ,evtl findest du da noch mehr Anhaltspunkte um die Zusammenhänge zu verstehen.

Antwort
von SamOthy, 41

Hey Marco,

zunächst mal ist es immer gut helfen zu wollen, das schätze ich an dir. Das wirklich riesengroße Problem beim Helfen ist, dass es nur funktioniert wenn sich der zu Helfende helfen lässt. Nochmal anders, du hast geschrieben dass du über hohe soziale Kompetenzen verfügst, dann weißt du, dass man manchmal auch warten muss und im Augenblick nichts tun kann.

Solange sie sich selbst einredet dass sie niemand verstehen kann und niemals wird und nichts kann helfen und alles ist schlecht usw.
Solange kannst du machen was du willst, du könntest ihr alle Liebe der Welt schenken, sie könnte damit nichts anfangen.

Was passieren muss ist, dass sie ihre innere eigene Einstellung ändern WILL.

Das zu erreichen könnte dein Ziel sein wenn du helfen möchtest. Problem ist, es kann sein dass das Einzige was ihr helfen kann die "Nichthilfe" ist, anders gesagt wenn du als ihr Freund anfängst das Gegenteil von dem zu tun was sie erwartet, bringt das kurzfristig noch mehr Chaos ins sowieso schon chaotische Zusammenleben.

Wenn dieses Chaos dann eine Grenze überschritten hat, dann kann erst die Ordnung wieder einziehen.

Das ist eine unendlich schwierige Lebenssituation die auch total Gegenteilig ausfallen kann.
Alles in Allem hab ich deinen Wünschen nicht entsprochen (Antworttechnisch) und trotzdem etwas richtiges getan.

Liebe Grüße und alles Gute wünsche ich euch.

Kommentar von Familientyp ,

Danke ...die erste Hilfreiche Antwort.Und ich dachte mir schon sowas (Das meine Liebe sinnlos ist im Moment) Phuu...aber weisst eh man will es nicht wahr haben ...Deine Antwort hat viele meiner Fragen beantwortet vielen Dank :)

Kommentar von SamOthy ,

Sehr gerne ja, aber ej, deine Liebe ist nicht sinnlos, ganz im Gegenteil. Für kranke Menschen ist es immer wichtig das Gesunde, das Gute vor Augen gehalten zu bekommen. Das ist mit das Wichtigste am Heilungsprozess. Und wenn zu dem Prozess im Laufe der Zeit dazugehört, dieses "Vor Augen halten" temporär zu verlieren, um danach die Wichtigkeit dafür wieder zu spüren, ist das doch richtig und gut. Mensch, behalt deinen Mut und Tatendrang, das ist so wichtig. "Lass dir von niemandem sagen dass du etwas nicht kannst" :)

Kommentar von Familientyp ,

Danke dir Sam :)

Ja den Mut lass ich mir eh nicht nehmen, dazu bin ich zu Stur und heb mich mit Absicht von der Masse ab.Schlimm das Menschen und du mir als Minderheit vorkommen.Ich schick dir ne Freundesanfragte wenn ich darf?! Deine Worte klingen oft wie meine wenn ich wem was rate *g* ...Gut also geb ich sie nicht auf und lass sie gegen die Wand rennen sondern stopf sie regelrecht mit kleinen Dosen mit Liebe voll *g* und muss ihr Fehlverhalten eben mit ruhigen Gesprächen ausgleichen.Das wird schwierig, die Frau is toll, aber im Moment zweifel ich sogar selbst an mir wegen eines gewissen vorfalls. Aber ja, machen wir schon. Danke nochmal Bro

Antwort
von PurpurSound, 40

Kurzer und wirklich sinnvoller tip: wende dich ans Blaue Kreuz ! Am besten einen beratungstermin vereinbaren und deine freundin gleich mitnehmen... Lg max

Kommentar von Familientyp ,

Ja das is eben das Problem das lässt sie nicht zu da dreht die mir durch

Kommentar von PurpurSound ,

Dann ist es ganz klar ihr problem und du solltest deinen soziatrieb zügeln. Versuche nicht zu ändern was du nicht ändern kannst!

Antwort
von auchmama, 12

Eine sehr gute Anlaufadresse für Deine Freundin und vielleicht auch für Dich ist dies hier:

http://al-anon.de/

Hier werden überwiegend die Angehörigen von Alkoholikern betreut und wenn einer die Lage Deiner Freundin versteht und auch gute Hilfestellung geben kann, dann sind das Menschen, die ein ähnliches Schicksal haben!

Klick Dich durch die Seite mal durch, ob eine Gruppe in Eurer Nähe zu finden ist!

Informiere Dich auch zu "Co-Abhängigkeit". Da wirst Du auch einiges finden, was die Gefühls- und Gedankenwelt Deiner Freundin betrifft.

Alles erdenklich Gute und ganz viel Kraft wünsche ich Euch ;-)

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Psychologie, 42

Hallo Familientyp,

okay - kurz, knackig und auf den Punkt gebracht:

Hilfe unmöglich, zweckloser Versuch, Mutter UND Tochter wollen leiden. Rette Dich!

LG

PS: So schreibe ich normalerweise nicht, sondern nur auf 'speziellen' Wunsch ;-)

Kommentar von Familientyp ,

Sorry aber , es wär a wichtiges Thema.
Kurz und knackig mein ich damit: Nicht das Gespräch in die Länge ziehen oder Schwachsinns Antworten, sondern ich will ihre Gefühle verstehen was sie durchmacht 😒

Kommentar von Buddhishi ,

Du wirst Ihre Gefühle immer nur erahnen können, und selbst das ändert nichts an den Tatsachen. Der einzige Weg wäre, dass sie selbst etwas unternimmt, und genau das will und tut sie nicht.

Wie ich bei robi sehen kann, sorry, aber bist Du anscheinend ebenso beratungsresistent wie Freundin und Mutter. Co-abhängig? Diskutieren nützt nix. Du kriegst hier Antworten auf Fragen. Wenn Dir die Antworten nicht gefallen, ist das nicht unsere Schuld. Ich rede hier zumindest niemandem nach dem Mund, sondern sage ehrlich, welchen Eindruck ich aus Deinen langen, ausführlichen Erläuterungen habe.

Im übrigen zieht hier niemand ein Gespräch meines Wissens unnötig in die Länge ;-)

Antwort
von robi187, 41

alle im umkreis von alkis können sich hilfe hohelen durch erfahrung kraft und hoffung teile bei:

http://al-anon.de/

Kommentar von Familientyp ,

Das will SIE ja nicht. Schrieb ich ja. Ich brauch wem der mir ein Know How gibt aus eigener Erfahrung.Trotzdem Danke Robi.

Kommentar von robi187 ,

dann gehe du hin? denn es gibt keine gute lösung aus dem automat?

Kommentar von Familientyp ,

Ich habe bereits mit einem Arzt telefoniert ...logisch das auch meinte man müsste vorbei kommen.Ich will ihr ja nicht sagen was sie zu tun hat.Das sie mit diesen Kummer und Schmerz nicht alleine Leben soll is klar.Sie weiss selbst das sie zu einem Psychologen sollte.Sie selbst trinkt NICHT und sonst auch nichts.Sie ist eine Leistungsschülerin die 1A im Leben steht aber momentan geht das alles gerade den Bach runter.Nicht die Noten, sondern ihre Persönlichkeit, verstehste ?

Kommentar von robi187 ,

der alki ist ds eine, die famile ist das andere, das umfeld also auch du ist das andere. (= wie geht man mit diesem problem um )

https://de.wikipedia.org/wiki/Co-Abh%C3%A4ngigkeit

bei alonon bekommen alle hilfe außer die alkis die sollen zu aa gehen.

Kommentar von Familientyp ,

Robi sie wohnt ja bei mir.Ihre Oma hat ein eigenes Haus, Ihre Mutter, ihr Onkel und ihre Tante auch, und das auf einen riesigen Grund der ihnen gehört. Sie hat nur erinnerungen wenn sie mal ihre Oma besucht und bammel das zufällig ihre Mum auftauchen könnte und so erhöht sich der Druck von ihr das sie wieder ihre alkoholkranke Mutter treffen könnte.Und es gilt eben diese Gefühle zu verstehen.Ihre Mutter is mir powidl,soll sie machen was sie will.Aber meine Freundin is mir nit egal.Sie hat ja keinen Kontakt zu ihrer Mutter seit Jahren.Trinkt selber nicht, nimmt keine Drogen und is von aussen hin a liebes Mädel.Quasie a Musterbeispiel für Disziplin und Herzlichkeit

Kommentar von robi187 ,

gehe hin oder lasse es? ich bin der meinung alle bekommen dort hilfe aber nicht wie im automat?

das gefühl verstanden zu werden braucht zeit und menschliche nähe?

erfahrung kraft und hoffung teilen könnte sie geben?

Kommentar von SamOthy ,

Ihre Mutter ist ihr nicht egal und sollte dementsprechend auch dir nicht egal sein :/

Kommentar von Ille1811 ,

Lass mal den PC an mit der Seite, die Robi dir empfohlen  hat,, offen sodass sie unbemerkt dort reinschauen kann. ;-)

Du kannst auch - wenn es eine Al-Anon Gruppe bei dir in der Nähe gibt, mal hingehen und dir ein, zwei Flyer holen und rumliegen lassen. Deine Freundin wird sehen, dass es Menschen gibt, die gleiches oder ähnliches wie sie durchgermacht haben und sie verstehen werden, wenn sie den Mut hat, hinzugehen.

"Al-Anon ist auch für erwachsene Kinder von Alkoholikern", fällt mir als Titel eines Flyers ein.

Dass das für Angehörige nicht leicht ist, weiß ich: Vom 'eigentlich müsstest du da mal hingehen' bis zum hingehen hab ich 15 Jahre gebraucht!

Kommentar von auchmama ,

Dem Rat von @Ille1811 kann ich nur zustimmen!

Wenn Deine Freundin noch nicht will oder kann, dann hol Du Dir dort Rat und Beistand!

Allein bringst Du die Kuh nicht vom Eis - nicht mit allem Einfühlungsvermögen der Welt! Triff Dich mit anderen Menschen, die diese Hilfe von Al-Anon bereits angenommen haben und Du wirst Argumente bei Deiner Freundin finden, damit auch sie sich Hilfe holt!

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