Wie geht man mit einer Sozial Phobie bzw Psychischen Problemen um?

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6 Antworten

ich finde die Antworten hier echt teilweise ziemlich kontraproduktiv, deswegen schreib ich jetzt mal was ich darüber denke.
Es ist schon gut, dass du dein Problem erkannt hast, bzw. weißt dass du Hilfe brauchst. Ich habe selbst Depressionen und SVV (wo ich auch zwischendurch leider rückfällig werde) und bin seit 3 Jahren in ambulanter Therapie. Auch ich hatte einen Suizidversuch, woraufhin ich 2 Wochen in einer Klinik gelandet bin. Ich bin dann noch ein weiteres mal (aber geplant) für 7 Wochen in eine Klinik gegangen. 
Mit der Sozial Phobie kenne ich mich nicht wirklich aus, kann mir aber ungefähr vorstellen wie schlimm das sein muss. Ich hab 'nur' sozial Angst, was denke ich eine weitaus schwächere Form davon ist. 
Ich würde dir dringend raten mit jemandem zu sprechen. Du solltest dir auf jeden Fall eine Überweisung zum Therapeuten geben lassen. Da die Wartezeiten aber wirklich meist sehr lang sind, wäre es gut wenn du vorher schon einen Termin bei der Caritas oder der Diakonie machst. Die machen auch so Seelsorge Gespräche, und das dürfte etwas schneller gehen :) 
Wenn du aber wirklich gar nicht mehr mit deinem Leben klar kommst, solltest du dir vielleicht nochmal ernsthaft überlegen, ob ein stationärer Aufenthalt nicht doch gut ist. Allerdings bringt dir die Therapie auch nur etwas, wenn du auch wirklich bereit dazu bist, an dir zu arbeiten. Die meisten Leute die ich aus der Klinik kenne, haben sich nämlich nicht wirklich darauf eingelassen und dann hat das natürlich auch nichts gebracht :/ 
Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen :) 

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Kommentar von Roxanyra
27.10.2015, 09:55

achja und was den Umgang mit psychischen Erkrankungen angeht.. Du solltest akzeptieren dass du diese Krankheiten hast. Ich weiß das klingt etwas blöd, aber eine Therapie bringt dir auch dann erst wirklich was, wenn du deine Krankheiten akzeptierst. Nur dann kannst du an dir arbeiten :/ 
Und du solltest dich auch auf keinen Fall dafür schämen. Es gibt viele Menschen die die gleichen Probleme haben, vielleicht solltest du dich mal mit anderen darüber austauschen.

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Was hast du denn bisher wirklich unternommen? TU WAS! Du suchst hier unbewusst nach Gründen, weiter NICHTS zu tun... "Termin dauert ewig", "Klinik hilft nicht" usw.

Wenn du dringend Hilfe brauchst, geh in die Psychiatrie! Sage "Selbstmordgedanken" und du wirst als Notfall aufgenommen. Du musst auch deinen Teil dazu beitragen, unangenehme Situationen zumindest aushalten und das beste daraus machen. Kliniken sind nicht angenehm - aber besser als nichts.

Was Termine beim niedergelassenen Psychologen angeht: telefonier die Gelben Seiten durch! Wende dich an deine Krankenkasse, die haben manchmal Listen mit freien Plätzen. Geh zu Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen - die haben oft "Kontakte". Sprich mit deinem Hausarzt - auch der könnte jemanden kennen.

Und besuche regelmäßig  Selbsthilfegruppen - da kannst du dir alles von der Seele reden, man versteht dich und das Warten auf einen Therapieplatz wird erträglicher.

Aber du musst akzeptieren, dass es (egal wie) keine "einfache Lösung" geben wird. Ob ambulant oder stationär, professionell oder "unter Leidensgenossen", deine Therapie wird wehtun! Du musst dich von vielem verabschieden, das dir jahrelang Halt gegeben hat. Das war vermutlich ein Grund, warum du damals nicht in der Klinik geblieben bist...

Stell es dir wie einen schlecht verhailten Bruch vor: der Knochen muss noch einmal gebrochen werden, bevor er "richtig" wieder zusammenwachsen kann!

Also: bleib tapfer und alles Gute!

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Hallo Stella,

Ich hatte vor 2 Jahren auch ein suizid versuch hinter mir, und landete auch in der Klinik. Auch wie du habe ich mich selbst entlassen, da man dort noch kranker wird. 

Nun 2 Jahre später geht es mir besser, OHNE professionelle Hilfe. Aber dazu muss dir oder musste auch mir eins klar werden, die angst bzw die Probleme fangen im Kopf an. Wieso soll man sein Leben so kaputt machen lassen obwohl man es doch selbst steuern kann?! Ich hatte und hab auch noch ein wenig die soziophobie. Aber als Gegenpart dazu hab ich mich schrittweise (!) immer mehr der Umwelt wieder angepasst. Und einen stärkeren Draht zu den Menschen die ich liebe aufgebaut (Familie Freundin selbst Haustier) du musst diese Sachen zu schätzen lernen!

Noch ein weiterer kleiner tip, hört sich vielleicht seltsam an, aber bei mir hat es geholfen, such dir ein Vorbild. Es kann aus dem TV oder aus deinem Umkreis sein (welches positiv wirkt) und versuche dich daran ein wenig zu halten. 

Weiter bei mir hat geholfen dass ich einen neuen Weg in Sachen Freizeitgestaltung eingeschlagen hab. Hab eher viel tv geschaut und PC gespielt, aber nun gehe ich zum Sport und interessiere mich auch dafür, informiere mich über diese Sachen und versuche mich in meinem Verein auch einzubringen.

Du siehst es gibt viele Gründe es zu schaffen. Und eins muss dir klar werden, die "schlechten" Momente hat jeder mal und kann man auch nicht abstellen, aber sich klar werden dass man selbst Herr der Lage ist.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen... LG 

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Hi Stella

Ich weiss zwar nicht genau wie du dich fühlst, jedoch war ich auch schon in einer ähnlichen Lage.

Mein Poblem jedoch war ziemlich schnell gefunden und nach 2 Jahren Arbeit habe ich es auch erfolgreich behoben und dadurch mich von jeglichen Suizidgedanken oder Depressionen befreit.

Dies jedoch habe ich ganz alleine Durchgezogen, was nicht gerade hilfreich ist.
Meinen Kollegen hingegen konnte ich jedoch selbst helfen indem ich Ihnen einfach mal zuhörte und sozusagen "Psychiater" oder "Seelsorger" für sie spielte.

Alle meinen zwar dass ich das mache weil ich mich einfach extremst für Psychologe interessiere, jedoch weiss ich einfach genau wie sie sich fühlen..

Was ich eigentlich damit sagen will ist dass du vielleicht nach Jemandem ausschau halten solltest, der etwas Ähnliches wie du durchgemacht hat oder dir, so wie ich, gerne zuhören würde.

Das mit der Sozial Phobie ist auch nur ein Problem dass du erst bewältigen kannst sobald du mit dir selbst im Klaren bist, so meine Theorie.

Jedoch sind Depressionen und Soziale Ängste in einem Jungen Alter absolut normal, da man dort viel wahrscheinlicher mit sich unzufrieden ist.

Ich hoffe du kannst mit meiner Antwort etwas anfangen und dass ich dich nicht einfach nur zugemüllt habe..

Liebe Grüsse

Akura :) 

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Die Wartelisten sind sehr lang. Das was du da so beschreibst ist heftig und da ist die Klinik die beste Lösung. Einmal die Woche zum Psychologen bringt da nicht viel

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Therapeut gibt es im Sonderfall auch sofort, wenn es nicht anders geht. Frag mal bei zip per email an(Google das mal, ist Regional), die Sagen dir, wo in deiner Nähe Therapieplätze noch frei sind.

Oder du gehst in eine Reha Klinik, da ist man nicht eingesperrt und bekommt mehr Optionen als in einer normalen Klinik.

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