Frage von Neutralis, 96

Wie geht man mit einen Menschen um der auf Grund einer sehr schlechten Kindheit nichts hinbekommt, jeden unfair behandelt und sich weigert Hilfe anzunehmen?

Er will nicht reden, aber er verursacht überall schlechte Laune, verhält sich unfair gegenüber jeden und ist zu alt um ihn zurechtzuweisen. Auf der einen Seite tut er einen aber auch leid. Er hatte eine schlechte Kindheit, bekommt nichts auf die Reihe und hat nur Pech. Er will aber einfach nicht drüber reden.

Antwort
von MagicalMonday, 49

Die Tatsache, dass du weißt, weshalb dieser Mensch nicht nett ist, ändert ja nichts daran, dass es nun mal kein netter Mensch ist. Jeder ist durch irgendwelche Umstände unverschuldet zu dem Menschen geworden, der er ist. Ob nun nett oder nicht.

Du kannst die Vergangenheit nicht ändern und bist nicht verpflichtet diesen Menschen zu mögen, nur weil du die Ursache für seinen schlechten Charakter kennst. Du hast dich mit diesem Menschen befasst, versucht ihn zu verstehen und deine Hilfe angeboten. Das ist viel, viel mehr als die meisten Leute tun würden.

Du hast getan, was du konntest. Er ist nun mal ein Ekel, er will und kann sich nicht ändern, aber das ist sein Problem, und nicht deines. Es ist nicht deine Aufgabe, die Welt zu retten.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Magical Monday,

Hart aber wahr. Ein Mensch kann sich nur selbst ändern, wenn er einsichtig ist. Solange alle um ihn herum ihn bemitleiden, wird er keinen Grund haben etwas zu ändern. Die Umgebung wird also weiter leiden! Das sind dann die Menschen, die einsam im Seniorenheim sterben! Manchmal provitiert die schlecht behandelte Umgebung aber irgendwie davon: Meist haben solche Menschen eine Menge geld, und das nutzen die dann aus. So wird sich nicht ändern, so hat sich das unmögliche Verhalten entwickelt und verstärkt!

LG

Antwort
von Euripides55, 44

Also ich kenne die genauen Umstände nicht, aber manchmal kann man bei solchen Leuten echt nichts ändern weil sie selbst glauben dass es da nichts zu ändern gibt (ein Kumpel von mir is da leider so)

Ansonsten - immer wieder betonen wie schön das leben ist, dass Optimismus nicht schadet etc. macht die Situation für die Person nicht besser. Versuche einfach dein Maß an Positivismus auszuleben, vielleicht kommt er ja auf den Geschmack.

Und wenn er nicht reden möchte - er ist ja nicht verpflichtet dazu und man muss ja nicht alles aus den Leuten rausquetschen.

Ich hoffe nur dass sein Verhalten dich nicht auch kaputt macht - wenn doch, nimm lieber Abstand von ihm.

Tut mir leid wenn ich dir keine konkreten Tipps geben kann

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Euripides,

ein Lerngesetz für soziales Verhalten lautet: "Erfolg verstärkt ein Verhalten" andererseits lernen die Menschen am Vorbild anderer, die sie nachahmen. Die Menschen haben nur dann Grund, sich zu ändern, wenn wenn sie die Zuwendung, die sie gewohnt sind, nicht mehr bekommen, wennn  Leidensdruck entsteht. Solange Neutralis oder Andere einen freundlichen Umgang pflegen und die Marotten akzeptieren (dafür haben sie mit Sicherheit ihre speziellen Gründe, denn es gibt ja die Beziehungsökonomie), wird sich daran auch nichts ändern. Leute wie Neutralis tragen also Mitverantwortung dafür, dass diese Menschen so sind!

Oft kommt dann noch dazu, dass sie die dadurch entstehende schlechte Laune an Menschen auslassen, die gar nicht beteiligt sind. Und auch da machen sie sich dann wieder schuldig. Aber sie verstehen das nicht. So weit reicht ihr Horizont nicht!

LG

Kommentar von Euripides55 ,

Ich denke dass sie da in einem gewissen Punkt durchaus Recht haben - dass diese, nennen wir sie mal "Miesepeter", sich in ihrem schlechten Verhalten bestärkt fühlen wenn sich die Mitmenschen trotz allem nett und freundlich verhalten.

Jedoch denke ich nicht, dass das bei jedem "Miesepeter" der Fall ist. Bzw. Ich glaube nicht, dass es diesen dann helfen würde wenn man ihnen einfach Zuneigung, Aufmerksamkeiten etc. Entzieht. Bei besagtem Freund von mir der sich recht ähnlich nach Neutralis Beschreibung verhält, ist es sogar so, dass er sich on seinem Glauben, dass eh alles scheiße ist, sogar noch bestärkt fühlt wenn sich jemand von ihm abwendet.

Deswegen ist es durchaus ein Balanceakt dem "Miesepeter" mit normalen, positiven Verhalten zu begegnen und auf der anderen Seite sein schlechtes Verhalten nicht dadurch zu stärken.

Da ich Neutralis leider nicht sagen kann, bei welchen Anzeichen zu erkennen ist, dass das Verhalten von ihm /ihr das Verhalten vom "Miesepeter" bestärkt, habe ich den Ratschlag zu geben zum einen nicht ständig aktiv zu versuchen das Verhalten /Denken des "Miesepeters" zu beeinflussen, sondern sich normal zu verhalten und so mehr ein positives Vorbild zu sein, sodass der "Miesepeter" nicht tonnenweises mit Aufmerksamkeit überschüttet wird.

Bzw. Sobald das Verhalten vom "Miesepeter" sich negativ auf Neutralis auswirkt, lieber Abstand zu nehmen um sich selbst zu schützen.

Da ich kein Fan von Isolation oder dem bewussten Herbeiführen von Leidensdruck bin und auch nicht die exakten Umstände kenne, habe ich mich nicht zu weit mit meinen Ratschlägen aus dem Fenster gelehnt, um Neutralis nicht versehentlich im Glauben zu wiegen dass solche Methoden definitiv dazu geeignet wären.

So sehr diese Plattform von Ratschlägen lebt - wenn man die genauen Umstände nicht kennt, sollte man den Ball lieber flach halten.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Euripides,

Jo, so kann es natürlich auch sein. Trotzdem ist das Grundprinzip richtig. Wie man da andere wieder herausführt kann ich nicht sagen. Bin Techniker, auch wenn ich Psychologie recht interessant finde

Danke für die Erklärung, Macht Sinn

Antwort
von PurpurSound, 21

Ganz einfach: mit solchen menschen gehe ich rigoros nicht mehr um sobald ich ihn durchdchaut habe. Warum mit solchen problemen belasten? Verwende deine energie lieber für dich und positive, kraftspendende dinge!

Antwort
von Gwennydoline, 37

Eine schlechte Kindheit ist KEIN Grund für ein weiteres schlechtes Leben/Verhalten. Es ist KEINE Entschuldigung, denn man hat seinen Werdegang zu 100%selbst in der Hand. Davon bin ich fest überzeugt!
Ich hatte eine Dreckskindheit... aus mir hätte ein Junk, ein Amokläufer oder sonst was werden können. Aber ich habe den ganzen Hass in Liebe umgewandelt :)

Würde mir jemand begegnen, der sich aufgrund seiner Kindheit so doof verhält würde ich ihn fragen ob er für immer in diesem Teufelskreis bleiben möchte und immer und immer weiter unter dem, was passiert ist leiden möchte... oder ob er den Ar*** hochbekommen will und ein tolles Leben haben will.

Jeder ist Herr über sein Leben... Das Glück ist mit den Hartnäckigen


Kommentar von Euripides55 ,

Grundlegend stimme ich dir zu - aufgrund einer schlechten Kindheit sich auf ewig scheiße verhalten zu wollen bringt nichts und ist falsch - du weißt aber auch nicht was er durchgemacht hat und wie seine Persönlichkeit damit umgehen kann. Natürlich gibt es Leute wie dich die die Kurve kriegen, aber manche Erlebnisse können zu schlechten Verhaltensweisen führen die man nur schwer ablegen kann.

Wahrscheinlich ist sich die Person dessen bewusst, aber wenn man in seinem eigenen Teufelskreis gefangen ist, ist es nun mal nicht einfach für die betroffene Person.

Kommentar von Gwennydoline ,

Dass es nicht einfach ist - da gebe ich dir vollkommen recht.
Aber jeder Mensch (ausgenommen Personen mit geistigen Behinderungen) hat die Möglichkeit sein Leben zu ändern... und dies auch zu erkennen; zur Not sich Unterstützung zu holen oder einen Psychotherapeuten aufzusuchen.
"Ich hatte eine schlechte Kindheit" wird für mich nie eine Ausrede sein... damit machen es sich sehr sehr viele Menschen sehr einfach.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Gwennydoline,

Grundsätzlich muss ich Dir Recht geben. Es ist heute möglich, daran etwas zu ändern. Aber unter diesen Menschen, von denen wir hier reden gibt es Einzelne, die machen Anderen das Leben zur Hölle, weil sie es nicht ertragen können, dass es Menschen gibt, die es besser haben. Das Phänomen wird von Arno Grün als Ursache von Totalitären Systemen beschrieben. Es erklärt auch, warum ein Erdogan so beliebt sein kann. Also ganz so einfach ist es nicht. Und ein weiteres Problem ist, dass dieses Mitleid, das Neutralis hier beschreibt, genau der Grund ist, warum sich solche Menschen eben genau nicht ändern. Denn endlich haben sie genau das Mitleid, das sie so sehr brauchen.

Ich hatte einmal ein Vorgesetzten, der war trockener Alkoholiker. Hatte schon Jahrelang nichts mehr getrunken. Eine beeindruckende Persönlichkeit. Er war bei den anonymen Alkoholikern aktiv. Der sagte ganz klar: Es ist nicht möglich, mit einem Alkoholiker zu reden! Es muss ihm so schlecht gehen, dass er einen Grund findet, sein Leben zu ändern. Es gibt Untersuchungen, da üben Alkoholiker durch ihre Sucht Druck auf die Umgebung aus, viele sind sehr dominante Persönlichkeiten. Auf eine sehr destruktive Weise. Es ist bekannt, die Opferrolle ist eine sehr starke Positin. Deshalb sprechen die Psychologen heute auch von einer sogenannten Coabhängigkeit. Wenn da etwas geändert werden soll, müssen alle in Therapie. Nicht nur der Alkoholiker.

Dieses Phänomen wird in der Psychologie aus verschiedenen Blickwinkeln immer wieder beschrieben: In der Transaktionsanalyse gibt es das Dramadreieck.

Also einfach nur reden wird nichts helfen, davon bin ich überzeugt! Und nein, aus genau den oben genannten Gründen, haben viele Menschen ihren Werdegang halt genau nicht selbst in der Hand, schon gar nicht zu 100%, Das ist sicher falsch!

LG

Kommentar von Gwennydoline ,

Danke für das Kompliment, Barney :) Schätze ich wirklich sehr!

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