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Wie geht man mit einem schwerkranken Freund um?

gefragt von madita am 06.08.2007 um 16:42 Uhr

Wir sind ein Kreis von 5 befreundeten Familien und unternehmen sehr viel gemeinsam. Einer ist schwer krebskrank. Zur Geburtstagsparty gestern war die betroffene Familie zum ersten Mal nicht eingeladen, weil die Gastgeber mal wieder unbeschwert feiern wollten. Es war auch so lustig wie lange nicht, aber ich hab ein ganz schlechtes Gewissen. Ist so ein Anfall von Egoismus verzeihlich?

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hertie
beantwortet von hertie am 6. August 2007 16:57
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ich kenne das Problem sehr gut. Aber der wirklich sehr egoistische Lösungsansatz ist wahrlich der falsche! Man darf diese Freunde nicht ausschließen. Und worauf beruht die These mit dem "unbeschwert feiern".
Können Sie
* plötzlich keine Musik mehr hören,
* plötzlich kein Bier mehr trinken
* plötzlich nicht mehr grillen
wenn Ihr kranker Freund und/oder seine Familie da ist?
Glauben Sie nicht, die Familie sehnt sich nach Abwechslung und Gesellschaft? Ich denke, sie haben die Party sich dadurch versaut, dass Sie ständig an die betroffene Familie denken mussten.
Ich denke, Sie sollten die nächste Party veranstalten und auch die betroffene Familie einladen. Oder die nächste Party boykottieren, sollte die betroffene Familie wieder nicht eingeladen sein. So zeigt man Freundschaft...
Und noch ein mal: man kann auch unbeschwert feiern, wenn Kranke dabei sind.
Ihre Bedenken sind natürlich voll zu tragen, wenn der Kranke zur Gattung "Krank-und-Stolz-darauf" gehört und kein anderes Thema als seine Krankheit kennt. Dann wäre aber ein offenes Gespräch darüber besser, als der einfache Ausschluss!


thebrain
beantwortet von thebrain am 6. August 2007 16:50
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es ist nicht schön einen menschen in seiner schwersten zeit alleine zu lassen um einer selbst willen. vielfach wollen diese leute gar nicht anders behandelt werden als wenn sie gesund wären. hätte er keine gute stimmung gehabt wäre er von selbst nicht gekommen. aber man hätte ihn anstandshalber einladen sollen. das problem ist nicht der kranke selbst sondern alle anderen die sich "so ungeschickt anstellen". alle werden dann so gekünstelt, vermeiden irgendwelche themen. locker bleiben ist meist besser.

stell dir vor du hättest krebs und würdest bald sterben und deine freunde wollen dich auf keiner party dabeihaben weil du "störst". wie würde es dir gehen?

geh doch mal mit ihm essen oder ins kino.


smile
beantwortet von smile am 6. August 2007 16:59
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Das ist ein heikles Thema und wohl kaum einer von uns allen hat wirklich gelernt, mit den Themen Krankheit und Tod umzugehen. Für den Gastgeber einer Geburtstagsfeier ist es schwer, die Gäste wissen nicht, wie sie tun sollen und auch der Kranke wird nicht wissen, wie er sich richtig verhalten soll, um niemanden zu belasten. Das Verhalten des Gastgebers ist somit verständlich, aber ich glaube nicht, dass es richtig war. Schließlich kann Krebs oder eine andere schwere Krankheit jeden treffen. Und wenn man eine solche Krankheit bekommt, dann will man auch nicht, dass einen die anderen ausschließen. Wenn man aber selbst mit den anderen nicht mehr umgehen kann, dann kann man sich zurückziehen, und jeder wird das verstehen. Ich denke, dass eine wirkliche Freundschaft so etwas aushalten kann. Und warum sollte man auf einer Geburtstagsfeier dann nicht ausgelassen und fröhlich sein dürfen. Klar ist man "gebremst", aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Und schließlich konnte man ja auch fröhlich sein, obwohl man wusste, dass da jemand fehlt, der sonst dabei war und die Hintergründe kennt. Bald wird der Kranke und seine Familie von der nächsten Familie nicht mehr eingeladen... Und was ist, wenn aus einer der anderen Familien jemand schwer krank wird?


anonym
beantwortet von froscheee am 6. August 2007 17:39
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Eine solche Feier wäre eine gute Ablenkung gewesen. Wie hier schon getippt wurde, wenn er nicht gewollt hätte, wäre er nicht gekommen. Krebs kann zwar jeden von uns treffen, ist aber keine ansteckende Krankheit.


Katzentatze
beantwortet von Katzentatze am 6. August 2007 16:50
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Das ist nicht ganz einfach. Einerseits ist das Verhalten deiner Bekannten zu verstehen. Nicht jeder kann damit umgehen, wenn Freunde schwer erkranken. Anderseits sollte man einen Freund nicht wegen einer Erkrankung zurückweisen oder außen vor lassen. Aber man braucht bestimmt kein schlechtes Gewissen haben, weil man selbst Spaß hat und andere leiden. Du kannst ja jetzt nicht den Trauerkloß spielen, bis er die Krankheit so oder so hinter sich hat.

P.S.: Auch mit Schwerkranken kann man sehr viel Spaß auf Feiern haben.


anonym
beantwortet von Bruno am 6. August 2007 20:04
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Man geht mit einem schwerkranken Menschen um wie mit einem gesunden Menschen. Ruecksichtsvoll, darauf achtend, dass wenn er nicht selbst drueber spricht, die Krankheit nicht erwaehnt wird. That's it.


anonym
beantwortet von lonestar am 6. August 2007 17:59
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Wäre ich die kranke Person, würde ich mir ernste Gedanken darüber machen, wer meine Freunde eigentlich sind.Ist der Kranke denn ständig griesgrämig, hadert mit seinem schweren Schicksal und erinnert seine Umwelt ständig daran, dass er bald nicht mehr sein wird?Will er, dass ihr ständig mitleidet?Oder benimmt er sich eher "normal" ?Wenn Du die Frage klar beantworten kannst, dann denke ich, dass Du auch für Dich entscheiden kannst ob dieser "Anfall von Egoismus" verzeihlich ist.Eine schwere Situation, auch für die Freunde des Betroffenen, ist es allemal.


anonym
beantwortet von kater1 am 7. August 2007 08:26
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Ehrlich, absolut ehrlich sollte man mit solchen Menschen umgehen. Ich selbst habe einen Hirntumor und den Menschen, welche mit meiner Krankheit nicht umgehen können, habe ich erklärt, dass ich immer noch ein ganz normaler Mensch bin und sie mit mir kein Mitleid haben sollen. Und wenn sie das nicht fertig bringen, würde ich keinen Wert mehr auf deiese freunschaft legen. Und siehe da, keiner spricht mehr über meine Erkrankung und alles läuft weiter wie bisher.


kiramarie
beantwortet von kiramarie am 6. August 2007 21:06
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Ich kann das nicht verstehen. Das gäbe es in unserem Freundeskreis nicht. Auch in Not zusammenhalten,daran kann man doch wahre Freunde erkennen. Wer weiß, wie lange der arme Mann überhaupt noch mit feiern kann? Also mir wäre nicht nach ausgelassen feiern zumute gewesen, wenn aus dem von dir genannten Grund ein guter Freund u. seine Familie nicht eingeladen wurden. Vor allem, wie reagiert ihr, wenn er irgendwoher erfährt, dass ihr ohne ihn u. seine Familie gefeiert habt?


RainWoman
beantwortet von RainWoman am 6. August 2007 18:50
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Kannst du dir diesen Anfall von Egoismus denn selbst verzeihen? (Die Frage ist doch nicht, ob dir fremde Menschen in einem Internet-forum die Absolution erteilen, sondern wie du das vor dir selbst verantworten kannst!)


Lotusblume12
beantwortet von Lotusblume12 am 7. August 2007 01:13
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Befreundete Familien? Ja denn, solcher Freunde brauche ich nicht! Keine Ahung wie man sowas wieder gut machen will. Aber das Wort Freundschaft würde ich nicht mehr benutzen. LG Lotusblume


carlokonfetti
beantwortet von carlokonfetti am 6. August 2007 17:47
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Ich hoffe, ich habe die Kraft, falls mich einmal so ein Schicksal treffen sollte, dass ich beim Feiern der Erste bin ohne die anderen zu Rücksichtnahme und Trübsal blasen zu zwingen.

Die klassische Alternative, sich zwischen zwei falschen Alternativen entscheiden zu dürfen. Ich denke, Du hast es richtig gemacht, weil Du wieder einmal richtig und unbeschwert feiern wolltest.


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