Frage von Kirsche1994, 140

Wie geht man mit einem paranoiden Partner um der sich nicht helfen lassen möchte/kann?

Hallo, ich bin seit einigen Jahren mit meinem Partner zusammen der in dieser Zeit eine immer stärkere Paranoia und Depression ausgebildet hat. Er vertraut niemandem und sagt das auch so (weder mir, noch seinen Eltern, auch nicht seinem Therapeuten). Er ist seit circa 1/2 Jahr in Behandlung sagt aber das das gar nichts nützen würde. Er weigert sich strikt es mit Medikamenten zu versuchen da er diesen nicht traut. Er hat oft extreme Wutausbrüche die er nicht kontrollieren kann und spricht davon dass er sich irgendwann umbringen wird. Er ist extrem eifersüchtig und ich habe kaum noch Kontakt zu Personen außer ihm. Dennoch wirft er mir oft Untreue vor oder dass ich und andere sich gegen ihn verschworen haben. Es belastet mich alles extrem und ich weiß nicht mehr wie ich ihm noch helfen kann. Ich möchte ihn nicht allein lassen, da er mich viel bedeutet und ihn das nur noch tiefer in seine Depression und sein Misstrauen werfen würde. Ich habe aber auch Angst selbst durch die immer wiederkehrenden Abweisungen und Beleidigungen kaputt zu gehen. Hat jemand gute Tipps wie man mit einer solchen Krankheit/Persönlichkeitsstörung umgehen kann? Wie kann man jemandem die Angst vor eventuell hilfreichen Medikamenten nehmen?

Antwort
von ArwenNoel, 87

Da für ihn sein Paranoides Verhalten real ist wirst du mit Logik wahrscheinlich nicht weit kommen. Das ist wie wenn jemand Stimmen hört die andere nicht hören. Am besten in die Psychiatrie schicken und das Vollstationär, zur Not auch mit Der Polizei . Da bekommt er dann Medikamente und Therapie. Und wenn die Medikamente dann wirken, kann er auch wieder klar denken.

Viel Glück 

Kommentar von Kirsche1994 ,

Ich denke nicht das es bisher eine Begründung für die Polizei gäbe ihn dort hinzubringen. Um in die Psychiatrie eingewiesen zu werden muss doch einiges passiert sein oder? Und ich befürchte das so eine Zwangshandlung seine Ängste nur noch schlimmer machen würde 

Kommentar von ArwenNoel ,

Generell reicht es schon wenn jemand die Aussage macht das er sich umbringen will. Und da muss man echt aufpassen ob das Derjenige dann nicht mit Berechnung macht und das nur sagt damit er sein Willen bekommt. Da bringt ihn dann die Polizei dahin und die Ärzte entscheiden mit den Angehörigen. Klar hat er dann erstmal Angst aber er wird nicht mehr so schnell damit drohen, so schlimm ist es in der Psychiatrie auch nicht und es wird einem geholfen. Und Du hättest mal deine Ruhe vor der ihm :)

Kommentar von Perle2801 ,

Naja, ganz so einfach ist es nicht ... Nur wenn der Psychosoziale Notdienst (der aus einem/-r Psychiater/in und einem/-r Vertreter/in einer Ordnungsbehörde, also Polizei oder Ordnungsamt besteht) zu dem Schluss kommt, dass unmittelbare Selbst- bzw. Fremdgefährdung besteht, kann einer Person nach dem PsychKG die Freiheit entzogen werden (-> Zwangseinlieferung in eine psychiatrische Klinik). Einfach mal sagen 'Ich bring mich um' reicht da nicht aus.

Diese Maßnahme ist ganz sicher keine Lösung deiner Problematik, Kirsche 1994. Die würde vielmehr darin liegen - ich weiß, du willst das nicht lesen, ich schreibe es trotzdem -, dass du dich von deinem Partner trennst. Du beschreibst ja, dass es dir nicht gut geht in dieser Beziehung, dass dein Partner aggressiv dir gegenüber ist und dich unterdrückt, auf der anderen Seite aber nicht willens oder in der Lage ist, sich effektiv helfen zu lassen - die Schlussfolgerung drängt sich auf, dass du da rausgehen solltest. Du schreibst, du könnest das nicht, weil du deinen Partner nicht 'hängen lassen' willst. Nun ist es aber so, dass du die Verantwortung in allererster Linie für *dich selbst* trägst und für keinen anderen. Dieser Verantwortung kommst du nicht nach, wenn du in dieser Situation bleibst, die dich so belastet. Wenn du nicht genügend Kraft spürst, da alleine rauszukommen, kannst auch du dir Hilfe holen! Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute.

Antwort
von Almuric, 78

Eine Therapie hilft nur, wenn man sich drauf einläßt !

Du solltest jetzt in erster Linie an.dich denken. Beende die Partnerschaft, sonst gerätst du in eine Art Co-Abhängigkeit. Es ehrt dich, daß du weiter zu ihm stehen willst, aber das kannst du auch als Freundin.

Vielleicht hilft ein wenig Abstand ja euch beiden. Du kannst doch nicht dein Leben lang deine Bedürfnisse auf seine Krankheit abstellen.

Das macht dich krank und dann kannst du ihm gar nicht mehr helfen.

:-)

Antwort
von krizzyyy, 76

Beruhigen und versuchen umzustimmen auf eine Behandlung

Kommentar von Kirsche1994 ,

Wenn sich die Person aber nicht beruhigen lässt? Er ist in Behandlung sieht aber keine Fortschritte und denkt dass Medikamente nur dazu da sind Leute ruhig zustellen damit diese ihre wahren (oder eben paranoiden) Gedanken nicht mehr mitteilen können.

Kommentar von krizzyyy ,

schwierig... reden alles wie einem Kleinkind versuchen zu erklären... sagen dass man es muss wegen was auch immer aber trotzdem auch dem was die Person einem erzählt "glauben schencken" also das Gefühl geben wichtig zu sein und nicht durchgedreht

Kommentar von Kirsche1994 ,

Ich bemühe mich auch immer ihm zu erklären warum seine Gedanken nicht stimmen und das ich ihm nur helfen möchte. Er meint nur das das alles nichts bringen würde und das sich nie etwas ändern wird und das kein Arzt oder Psychologe das verstehen kann was in seinem Kopf nicht stimmt. Und wenn ich ihm erkläre das es andere Menschen gibt die das selbe empfinden und denen geholfen werden konnte nimmt er das fast schon als Beleidigung war.

Kommentar von krizzyyy ,

Das ist bei den meisten so, und deshalb brauchen sie das Gefühl der Verständnis , ich denke du musst ihn unterstützen in seinen Phantasie ihm on gewisser Weise recht geben a er dabei auch zeigen dass mithilfe einer Behandlung/Medikamente...etc es ihm besser gehen wird...du darfst nur nicht zu offensichtlich die Meinung des Arztes einnehmen denn dieser ist ja bekanntlich sein Feind

Antwort
von Hqdes, 81

Du solltest offen mit ihm drüber reden, zeigen dass du für ihn da bist und es keinen Grund gibt dir zu misstrauen.

Zeig ihm aber auch seine Grenzen und notfalls stellst du ihm ein Ultimatum - Wenn er nicht dazu bereit ist sich helfen zu lassen (z.B durch Medikamente) bist du irgendwann weg.

Kommentar von Kirsche1994 ,

Haben schon oft offen darüber geredet. Meistens endet dies in Streits weil ich "gegen" ihn seie. Solche Dinge sieht er dann nur als Bestätigung das ihn niemand versteht und er allein auf der Welt ist. Kann seine Meinung ins solchen Momenten auch nicht ändern.

Antwort
von whynot63, 76

Hallo!

Offensichtlich leidet Dein Freund unter einer paranoiden Persönlichkeitsstörung. Leider sind hier auch therapeutische Maßnahmen nicht sehr wirkungsvoll bzw. werden überhaupt abgelehnt.

Ich nehme an, Du merkst ja selber sehr deutlich, daß es nicht möglich ist, mit ihm eine sinnvolle Beziehung zu führen. Auf längere Sicht kann Dich das seelisch zerstören.
Es ist zwar verständlich, daß Du Dich in gewisser Weise verantwortlich fühlst oder möglicherweise eine Art von Co-Abhängigkeit entwickelt hast. Aber damit tust Du weder ihm noch Dir etwas Gutes.
Wenn Du es selber nicht schaffst, Dich aus dieser destruktiven Beziehung zu lösen, so solltest Du therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Denn, wie gesagt, eine solche Beziehung kann sich für Dich sehr negativ auswirken und Dein Leben nachhaltig prägen.
Vor allem muß Dir bewußt sein, daß eine auch nur halbwegs glückliche Beziehung mit Deinem Freund nicht möglich ist, weil das seine Persönlichkeit nicht zuläßt. Da kannst Du Dich noch so verbiegen und Rücksicht nehmen - es wird weder die Beziehung verbessern noch bei Deinem Freund etwas bewirken.

Du kannst Dich auch im Internet über Persönlichkeitsstörungen informieren bzw. über die Beziehung mit Menschen, die eine solche aufweisen. Es gibt dazu auch sehr informative Foren.
Vielleicht hilft Dir das, um die Dinge etwas klarer zu sehen.

Liebe Grüße

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