Frage von MeerjungfrauXx, 37

Wie geht man mit dem Tod um und mit Menschen dir uns nahe stehen?

Hallo Leute, eine frage worüber ich schon nachgedacht habe. Wie geht man mit dem Tod um? Ich weiß das der Tod was ganz normales ist aber ich hab Angst meine Eltern zu verlieren oder meinen Partner. Wie gehe ich damit um wenn Menschen die mir nahe stehen plötzlich sterben? Habe Angst davor irgendwann alleine dazustehen. Habt ihr ein paar Ratschläge wie man mit dem Tod umgehen kann? Und wenn man dann mal alleine da steht trotzdem durchs Leben kommt? Ich bin ein sehr sensibler Mensch

Antwort
von Undsonstso, 24

Ich glaube, diese Frage kann man pauschal so gar nicht beantworten. Jeder durchlebt Trauer anders und Vorbereitungskurse gibt es nicht.

Mir ist z.B. aufgefallen, dass ich i-wie anders trauere, wenn jemand vorab sehr, sehr krank war und vor seinem Tod jämmerlich dahinsichte und man stand hiflos daneben und konnte nichts dagegen tun, dass der Sterbende sich so lange quälen musste....

Stirbt jemand plötzlich, ist man i-wie fassungsloser.

Auch wenn man Angst vor Verlusten, Trauer usw. hat, sie gehören zum Leben dazu und ich denke, im Großen und Ganzen sind Menschen so konzipiert, dass sie solche harten Zeiten verarbeiten können.

Kommentar von Bambi201264 ,

Ja, da hast Du Recht. Wenn jemand stirbt, der sich vorher sehr quälen musste, ist man sogar irgendwie froh darüber, dass er sich jetzt nicht mehr quälen muss. Trotzdem ist man natürlich traurig, dass derjenige nicht mehr ist (oder diejenige), aber in solchen Fällen war die PERSON meistens schon vor dem "Tod" nicht mehr so wirklich da.

Antwort
von pn551, 14

Meine Mutter gab mir, als ich noch Teenager war, folgenden Tipp: Kind, du mußt dich im Leben mit vielen Menschen umgeben, du mußt viele Freundschaften pflegen. Du mußt dich mit älteren aber auch mit jüngeren Freunden umgeben. Wenn die älteren wegsterben, dann sind immer noch die jüngeren da. Ansonsten bist du irgend wann mal alleine. 

Antwort
von Bambi201264, 26

Ja, der Tod gehört zum Leben und es ist wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Trotzdem wirst Du immer wieder fassungslos, verzweifelt, jämmerlich Dich fühlen, wenn jemand stirbt, den Du liebst.

Selbst als meine Grossmutter mit 92 Jahren starb, zu der ich eine Art Ersatzmutter-Verhältnis hatte (meine Mutter starb leider viel zu früh mit 49 Jahren), habe ich nicht gesagt, naja, mit 92 Jahren stirbt man eben mal. Das Problem ist ja auch nicht der Tod selbst, sondern die Abwesenheit der geliebten Seele. Du kannst Dich nicht mehr Trost suchend an die vertraute PERSON wenden, die Einzigartigkeit des Menschen ist einfach nicht mehr da. Das dauert dann eben, es zu verkraften.

Man kann nur hoffen, dass man immer noch eine Seele hat, mit der man dann darüber sprechen und die Trauer teilen kann. Das Allerschlimmste, das ich mir vorstellen kann, wäre, wenn sie lalle gleichzeitig sterben würden. Das pure Grauen...

Aber in jedem einzelnen Fall sollte man versuchen, sich an die besonderen Momente, die man mit der Person erlebt hat, zu erinnern, an seine Eigenheiten, seine Vorlieben, seinen Humor...

Meine Mutter (+1992) sagte immer: Tot bist Du erst, wenn niemand sich mehr an Dich erinnern kann :)

Kommentar von carolo ,

meine mutter ist mit 47jahren gestorben

Kommentar von Bambi201264 ,

Das ist ja noch schlimmer... ;( Meine hatte Lymphdrüsen krebs, das bedeutet (auch heute noch) keine Chance auf Rettung. Aber die Chemo haben sie ihr trotzdem angeboten. Hat aber leider nichts genützt...

Antwort
von ichweisnetwas, 28

Ich hatte schon mehrere todesfälle in der familie und auch im freundeskreis. Und ich habe auch schon die lebensphase hinter mir in der ich wirklich komplett alleine lebte zurückgezogen ohne sozialen kontakt. (brauchte das nach der trennung der partnerin damals für 3 jahre ca.)

Wie man das genau überwindet kann ich dir nicht so genau sagen. Ich mache einfach immer weiter egal wie schlimm es ist egal wieviel passiert. Immer weitermachen. Und irgendwann wirds dann immer besser.

Leider waren das bei mir in einer gewissen zeit viele dinge aufeinmal dadurch bin ich emotionalgesehen sehr sehr kalt geworden. Also bei vielen schlimmen dingen wird man irgendwann auch abgebrühter in der hinsicht.

Ich hoffe das das bei dir nicht so schnell der fall ist ich wünsch das keinem aber das leben geht immer weiter auch wenn es mal grundlos erscheint. Die welt dreht sich weiter

Kommentar von Bambi201264 ,

Ja, das mit der emotionalen Kälte ist eine psychische Schutzfunktion, weil man sonst "durchdrehen" würde. Aber das ist normal.

Kommentar von ichweisnetwas ,

ja gottseidank. Ich wäre bestimmt durchgeknallt ohne diese schutzfunktion. Hoffe nur das geht auch mit der zeit zurück weil so ist es schwer jemanden übehaupt noch an sich ranzulassen...

Aber auch das wird schon irgendwie schiefgehen^^

Kommentar von Bambi201264 ,

Nach dem Tod meiner Mutter 1992 (ich war 28) war ich zwei oder drei Jahre lang seelisch tot. Daran ist auch meine Ehe gescheitert, glaube ich. Auch heute vermisse ich sie noch immer, vor allem in bestimmten Situationen (sie wäre jetzt 73 Jahre), aber ich kann auch wieder ausgelassen lachen, glücklich sein und mit anderen Menschen "Freud und Leid" teilen. Das ging in den Jahren gar nicht. War mir alles egal.

Das wird bei Dir auch kommen, aber Du musst es auch zulassen :)

Kommentar von ichweisnetwas ,

Klingt schonmal super. Ich schneide aktuell das 3. jahr des seelischen todes an. Bisher ist aber noch alles okay soweit.

Danke für die offenheit und mein beileid. Dadurch kann ich etwas hoffnung schöpfen das es besser wird ;-) Sowas tut immer gut

Antwort
von jessiehp, 21

Wie du damit umgehst, weißt du erst dann sehen. Tatsache ist, dass du dir nicht jetzt schon sorgen ihre dinge machst, die erst in der Zukunft geschehen.

Es gibt sogenannte Trauerphasen, die ein Mensch durchlebt..
Verleugnung, Wut, Tiefentrauer und danach die Neuorientierung um endlich wieder Fuß zu fassen und ' normal ' weiterzuleben.

Vieke nutzen exzessiven Drogenkonsum, exzessiven Sex, oder exzessive Essensaufnahme um den ganzen entgegenzuwirken, wodurch man mehr oder weniger in der ersten Phase der Verlwugnung bleibt, da man seine Gefühle unterdrückt..
Das ist aber sinnlos, da irgendwann doch der Punkt kommt, an dem man sich eingestehen muss, was passiert ist.

Antwort
von sum95, 13

Das wirst du dann sehen, wenn es soweit sein sollte. Mach dir nicht jetzt schon Gedanken darüber, sondern genieße deine Zeit mit diesen Menschen solange sie noch leben. Trauern kannst du später

Kommentar von reinermich ,

Meerjungfrau spricht nicht von denen die mal irgendwann gehen werden, sondern von denen die kürzlich gegangen sind. Das macht einen Unterschied.

Kommentar von sum95 ,

sorry aber DU hast ihren Text wohl nicht richtig gelesen, nicht ich

Antwort
von reinermich, 22

Es kommt sicher besonders darauf an, "wie und warum" ein Mensch gestorben ist und in welchem Verhältnis Du zu ihm standest.  Davon wird insbesondere u.A. auch Deine Trauer darüber abhängig sein. Alleine ist man nie. Da gibt es noch genügend Menschen, denen es genau so wie Dir geht. Man muß nur die Augen öffnen. Das Leben ist ein Kommen und Gehen.

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