Frage von Bushido83, 84

Wie geht man am besten mit Trauergefühlen und Depressionen um?

Habe vor ca.8monaten den wichtigsten Mensch in meinem leben verloren meinen Vater er starb über Nacht im kh an einem Herzinfarkt.Von da an geht es bei mir drunter und drüber ich weis nicht wie ich mit meinen Gefühlen ,Trauer und Depressionen umgehen soll?

Antwort
von Kleinlok, 6

 

Lieber Bushido83,

ich kann deine Trauer sehr gut
nachfühlen, meine Mama ist vor etwas mehr als 3 Wochen relativ plötzlich
gestorben. Seit dem habe ich oft einen dicken Kloß im Hals und bin sehr
traurig. Ich war gerade vor einer Stunde bei ihrem Grab, wo ich dann
die ersten Minuten, wo ich dort bin, meine Trauer besonders stark
empfinde. Es ist mir aber ein Bedürfnis meine Mama zu besuchen und heute
wollte ich ihr ein gute Weihnachten wünschen.

Meine Mum hat zwar
ein ordentliches Alter erreicht (83 Jahre), aber ich hatte noch gehoft,
mit ihr noch 5 Jahre und vielleicht ein paar mehr noch gemeinsam erleben
zu können.Das war leider nicht möglich,  sie lag 6 Tage nach einem
Kreislaufversagen auf der Intensivstation, hat aber ihr Bewusstein nicht
mehr wiedererlangt. Ich war die letzten 12 Stunden bei ihr am Bett bis
sie starb.

Eines bedeutet aber die Trauer: wir trauern um einen
geliebten Menschen, sprich wer lebt muss bisweilen leider auch leiden.
Ich sehe die Liebe als etwas ganz wertvolles und hier kann ich dann in
all der damit verbundenen Trauer etwas tröstliches erkennen.

Unser Leben ist endlich. So sehr diese Tatsache unumstößlich ist, so sehr
verdrängt unsere Gesellschaft diesen Gedanken. Das kann auch dazu
führen, dass es in unserer Gesellschaft velleicht schwerer ist zu
trauern, weil die Trauer sehr auf den privaten Bereich beschränkt ist
und man sich da alleine gelassen vorkommen kann.

Die Tauer  braucht Zeit, eigentlich auch eine Zeit, in der man der Trauer nicht auf Dauer ausweichen sollte. Wie lange und wie man trauert, kann dann von Mensch zu Mensch verschieden sein, aber gerade wenn man einen besonders  nahestehenden Menschen verloren hat, dann ist diese Trauer notwendig, ummit der Zeit besser mit dem Tod des geliebten Menschen umgehen zu können.

Ich arbeite mich jetzt irgendwie durch die Tage. Der Winter ist eh nicht so meine Zeit, die langen Nächte und die bisweilen trüben Taage schlagen mir auch sonst normal schon auf´s Gemüt. Ich versuche es sportlich zu nehmen, sag mir da muss ich bzw. meine Famile nun durch und sage mir dann, dass die dunke Jahreszeit zur Hälfte immerhin schon geschafft ist.

Wir sind in unserer aktuellen Kultur sehr auf das Diesseits ausgerichtet, wirtschaftliche Wachstum, beruflicher Erfolg, Wohlstand. Vieles scheint möglich und unser irdischens Leben kreist hauptsächlich um das, was wir hier auf Erden machen können. Geistige bzw. sprituelle Gedanken und Werte sind so wie ich es wahrnehme geellschaftlich eher wenig angesagt und das kann dann auch unser Privatleben bestimmen. Mit dem Tod kann uns dann plötzlich alles was uns bisher in dem oben benannten Sinne wichtig war,  als nur relativ und von endlicher Qualität erscheinen, die Sinnfrage, die vielleicht nur mehr auf das irdiche Leben ausgerichtet ist, kann sich dann neu stellen. Das kann verunsichern und schwer desorientieren.

Der Tod hat in früheren Kulturen eine wesentlich stärkere Präsenz gehabt,
wo die Menschen auf Grund der einfacheren Zivilisation meist nicht so
alt wie heute wurden und das Sterben vielleicht mehr zum Alltag im Leben
der Menschen gehörte. Ich erriner mch, dass ich in meiner Kindheit im
Mainzer Dom war und dass ich und mein Bruder schwer von den vielen
Sensenmännern beeidruckt waren, die da in Stein gemeißelt waren.Die
Auseinanderstzung mit dem Tod war in früherer Zeit vielleicht wesentlich
aktiver und normaler als heute. Das gilt velleicht auch noch für
technisch nicht so hochentwickelte Kulturen.

Wer an ein  Weiterleben nach dem Tod glauben kann/will, kann durch diesen Glauben Trost finden. Der hat vermutlich in früheren Zeiten den Menschen geholfen, eine Perspektive für ihr relativ kurzes und oft hartes
irdisches Dasein zu suchen. In unseren säkularisierten Zeiten ist das
eine reine Privatsache und spielt gesellschaftlich keine große
Bedeutung.

Jeder Mensch ist wertvoll. Als Menchen sehnen wir uns  in aller regel nach Liebe und Geborgenheit, der Tod stellt sich da erst einmal als ein großes und schwer zu überwindendes Hindernis entgegen. Es ist eine private Einstelungs- bzw. Gluabensache, aber ich glaube dass die Liebe stärker als der Tod ist und das gestorbene Menschen nicht wirklich tot sind. Ich kann und will dir das nicht beweisen, es ist ,eine
rein private Annahme, die mir in dieser Zeit hilft.

Wenn das für dich nicht dein Ding wäre, dann kannst du aber denke ich immer noch die Liebe zu deinem Vater als einen großen Schatz betracten und in deiner Liebe zu ihm kann er für  bzw durch dich weiterleben - n einem geistigen Sinne. Kleine Gesten, wie z.B. Blumen an das Grab bringen, vielleicht ein Bäumchen  zum Gedenken an deinen Vater pflanzen oder etwas  in seinem Sinne fortführen.

So bleibt dein Vater bzw. die Beziehung zu ihm für dich in gewisser Weise lebendig und das kann trösten.

Reden ist sicher auch sehr wichtig, ich wünche dir, dass du in deinem Umfeld Menschen hat bzw. findest, die dich da verstehen und für dich und deine Trauer als Ansprechpartner da sein können/wollen.

Dass du dich um einen Terapieplatz kümmern willst sehe ich al eine gute Aktivität, denke an dein Weiterleben, das ist sicher auch im Sine deines Vaters.

Ich wünsche dir alles Gute und dass du neben bzw. in der Trauer auch schöne tröstende und intensive Momente erfahren kannst.

Liebe Grüße, Thomas

Kommentar von Bushido83 ,

Echt vielen Dank und auch mein herzlichstes Beileid,danke nochmal ich glaube auch an das was nach dem Tod kommt irgendwie ich bin jtz echt erleichtert das es hier auch immer Leute in ähnlichen Situationen gibt die sich gegenseitig Mut zu sprechen und in solchen Situationen klare aufbauende Worte finden.Danke Thomas dir auch noch viel Kraft und alles gute weiterhin und trotzdem frohe Weihnachten ;)

Kommentar von Kleinlok ,

Lieber Bushido,

es freut mich, wenn dich meine Worte ein wenig aufbauen können.

Ich habe hete am Grab meiner Mama wieder gespürt, dass die Liebe eine sehr starke Kraft ist. Vieles ist endlich und nur von vorübergehender Prägnanz, gerade in unserer auf Schnelllebigkeit getrimmten Zeit. Dass das auch einmal oft ein Ende findet, wird denke ich in der Hektik des westlich geprägten Alltags oft ausgeklammert und wenn man es nicht ausklammern kann bzw. ausklammern will, weil man das entweder noch ne wollte bzw. weil z.B. der Tod eines gelebten Menschen eine hart betrifft, dann kann das sehr verstören. Ich stehe da aktuell oft neben mir.

Ich fände es schön, wenn wir vielleicht in Kontakt kommen bzw.  bleiben würden, mal so ab und zu ein paar aufbauende Teilen schreiben. Ich sende dir mal eine Freundschftsanfrage, weil dann ein Austausch leichter geht. Kannst du annehmen, wenn du ds mäen würdest würde  mich freuen.

Ich wünsche dir und deinem Anhang auch noch schöne Restweihnachten und eine möglcihst friedvolle Zeit mt schönen Momenten.

Liebe Grüße, Thomas

Antwort
von Alsterstern, 29

Einen geliebten Menschen zu verlieren ist immer schwer. Und am schwersten ist es Mutter oder Vater zu verlieren. Man kann es zuerst gar nicht verstehen was passiert ist. Aber es ist so. Im Leben muss man lernen auch mit diesen Gefühlen umzugehen. Man darf traurig sein, man soll auch weinen und man muss reden. Jetzt zu Weihnachten kommen dazu noch tausend andere Gedanken wieder hoch. - Es wird lange dauern, bis es nicht mehr weh tut, aber es kommt der Tag. Geh doch auf den Friedhof und rede mit ihm am Grab. Das erleichtert oft. Alles Gute für Dich.

Kommentar von Bushido83 ,

Danke das habe ich schon versucht breche dann aber immer wieder zusammen

Kommentar von Alsterstern ,

Ich weiß nicht, wie alt Du bist. Es ist immer einfach gesagt: reiß Dich zusammen usw. Das will ich auch gar nicht. Lieber mal überlegen WARUM ist das so, dass Du so traurig bist. Hast Du Angst, wenn ja wovor? Hast Du nie gelernt mit dem Tod umzugehen? Meist stirbt ja doch immer mal...ein Haustier, ein Nachbar. Man bekommt so ein bisschen mit wie traurig andere sind. Lernt so ein bisschen 'die Situation' kennen. Auch mal überlegen: würde Dein Vater es wollen, dass Dich das alles so krank macht?! Sicher nicht. Für Dich muss es auch weitergehen. Vielleicht wäre mal ein kleiner Kururlaub nötig, mal ganz was anderes sehen, mal keine Erinnerungen haben an alles. Wäre das eventuell etwas?!

Antwort
von Psylinchen23, 33

Rede mit deiner Mutter oder anderen Familien Mitglieder darüber reden kann oft gut helfen. Jeder trauert auf seine eigne weiße aber am besten nichts unterdrücken denn es kommt sowieso wieder hoch. Manchmal sollte man einfach mal weinen um sich zu reinigen. Man sollte aber auch nicht dauerhaft darüber nach denken. Meine Mutter hat mir erzählt wie Ihre Mutter gestorben ist das sie angefangen hat Spiele zu spielen also Online so auf Big Fisch oder so und das hat ihr auch gut geholfen das sie sich ablenkt und nicht immer trauern musste. Hoffe ich konnte dir bisschen helfen und mein herzliches beileit.

Antwort
von Wonnepoppen, 28

Hast du die Trauer zugelassen, oder sie eher verdrängt?

Es gibt Foren für Trauer Verarbeitung, oder evtl.  in deiner Stadt eine  Selbsthilfe Gruppe?

was machst du gegen die Depression?

Kommentar von Bushido83 ,

Ich habe sie erst verdrängt.gegen die Depressionen versuche ich einen Therapieplatz zu bekommen.

Kommentar von Wonnepoppen ,

Ok.

Nimmst du Medikamente?

Kommentar von Bushido83 ,

Ne nixt gegen Depressionen.Nur seit ca.2Monaten Tabletten gegen Herzrytmusstörung

Kommentar von Wonnepoppen ,

Dann versuch es mal mit hoch dosiertem Johanniskraut, vielleicht bringt es dir was, bzw. hoffentlich!

Kommentar von Bushido83 ,

Ja das mach ich mal.Danke

Antwort
von LMAADF, 38

Denk einfach daran, dass sich dein Vater für dich gewünscht hätte, dass du dein Leben lebst und voll auskostest.

Kommentar von Bushido83 ,

okey danke

Kommentar von Wonnepoppen ,

Davon alleine wird aber eine Depression nicht besser!

Kommentar von LMAADF ,

Sagst du. Ich bin anderer Meinung. Und hey, auch ich hab schon ein Familienmitglied verloren.

Kommentar von Bushido83 ,

Ich versuche schon einen Therapie Platz zu bekommen das geht aber nicht so schnell.

Antwort
von robi187, 31

einst hat man 1 jahr schwarz getragen damit jeder erkennt da ist wer der in trauer ist.

ein jahr um frücksicht bitten ist wohl damals normal gewesen? leider geht sowas immer mehr zurrück? wir sind ja heute alle viel stärker als die damal?

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