Wie geht ihr mit dem Gedanken zu sterben um?

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14 Antworten

Hallo,

die Frage hat mich in meiner Jugend komischerweise mehr zu schaffen gemacht als heute, wo ich dem Ende menes Lebens viel näher  bin. Im Alter zwischen 15 und 20 konnte mich die Vorstellung, dass ich mal sterben würde, melancholisch werden lassen.

Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich als Kind, so mit 11 oder 12 Jahren, manchmal  sogar meinen Eltern böse war, da sie mich dadurch, dass sie mir das  Leben gegeben haben, mich "zum Tod verurteilt haben". Vielleicht ein  etwas absurder Gedanke für einen 11-jährigen, ich weiss es nicht. Zuhause wurde über solche Sachen nie gesprochen.

Heute habe ich den Eindruck, dass die Zeit viel schneller vergeht als zu der Zeit, als ich jung war. Als junger Mensch lag die Ewigkeit vor mir. Heute liegt  ein grosser Teil meines Lebens hinter mir. Das ist mir manchmal etwas  unheimlich, aber es deprimiert mich nicht.

Manchmal finde ich die Vorstellung, dass mein Leben mal zuende sein wird, auch ganz tröstlich,  wenn ich sehe, wieviel Unglück und Leid es auf der Welt gibt.

Ich brauche nicht viel um Freude zu empfinden. Ein schöner Spaziergang, ein gutes Buch, ein Austausch des Lächelns mit einem Unbekannten. Gemeinsamkeit, Freundschaft, Sympathie, Gefühl von Nähe, Vertrautheit, (schwarzer) Humor, Kunst, Kultur, Musik, Tanz, Schönheit, Philosophie, Mathematik, Naturwissenschaft, Sprachen, Landschaften, es gibt so viel Schönes und Interessantes zu entdecken!

Oft denke ich, dass ein Leben allein nicht reicht, all das zu machen, was ich gerne machen würde. Deshalb hätte ich manchmal gerne mehrere Leben und mehrere Existenzen, um all die Sachen zu machen, die ich in meinem jetzigen Leben nicht schaffe.

Irgendwo habe ich mal, im Zusammenhang von Leben und Tod, den Gedanken gelesen, dass wir angesichts des Alters des Universums 99,999999999% der Zeit mit Nicht-Existieren "verbracht" haben. Die winzige Zeitspanne unseres Lebens ist nichts, wenn man sich vorstellt, wie lange wir nicht existiert haben. Dieser Gedanke hat mich verblüfft und erheitert, weil er wahr und auch irgendwie absurd ist. Mit anderen Worten: der Normalzustand ist die Nicht-Existenz, und unser Leben ein kurzer Moment der Ausnahme.

Vielleicht noch zur Information: ich glaube an keinen Gott, an kein Leben nach dem Tod und auch nicht an Wiedergeburt.

Was mir die letzten Jahre zu schaffen macht ist, dass meine Mutter an Demenz erkrankt ist. Als sie geistig noch fitt war, hatte sie davor Angst gehabt, an Alzheimer oder etwas ähnlichem zu erkranken und genau das ist ihr passiert. Zu erleben wie sie dement wurde, so nach und nach die Jahre ihres Lebens vergass und heute nichtmal mehr sprechen und nur noch die Wand anstarren kann fällt mir schwer zu akzeptieren, aber es bleibt mir nichts weiter übrig.

Vor solchen Sachen oder vor Schmerzen und Krankheit habe ich manchmal Angst, weniger davor einmal nicht mehr zu sein.

Wie gehe ich also mit dem Bewusstsein um, sterben zu müssen?

Ich versuche, dieses Bewusstsein zu nutzen, so gut wie möglich mein Leben zu leben. Es ist ein Nutzen in dem Sinn, mich des Lebens zu freuen, mit anderen Menschen Freude zu teilen und zu versuchen, mich auf die wesentlichen Dinge im Leben zu konzentrieren. Wie oft verplempert man Zeit, sich über unwichtige Sachen zu ärgern...

Ich versuche mich auf die positiven Seiten des Lebens zu konzentrieren und Freude und Optimismus zu verbreiten.

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Epikur:

„Gewöhne dich daran zu glauben, dass der Tod keine Bedeutung für uns hat. Denn alles, was gut, und alles, was schlecht ist, ist Sache der Wahrnehmung. Der Verlust der Wahrnehmung aber ist der Tod. Daher macht die richtige Erkenntnis, dass der Tod keine Bedeutung für uns hat, die Vergänglichkeit des Lebens zu einer Quelle der Lust, indem sie uns keine unbegrenzte Zeit in Aussicht stellt, sondern das Verlangen nach Unsterblichkeit aufhebt. […] Das schauerlichste aller Übel, der Tod, hat also keine Bedeutung für uns; denn solange wir da sind, ist der Tod nicht da, wenn aber der Tod da ist, dann sind wir nicht da.“

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Hi, es kommt immer darauf an, an was man glaubt, ich glaube an Karma und Reinkarnation, für mich ist sterben ein Anfang in etwas Neues und nicht das Ende. Das fühlt sich gut für mich an. Ich mache in meiner Arbeit auch Sterbebegleitung, jeder Mensch geht auf seine Weise, für die Generation die ich jetzt betreue ist das alles noch ein Tabuthema, da spricht man nicht drüber, ich finde es super das du darüber nachdenkst, offen bist und dich dafür interessierst wie Andere das sehen.

Ich sehe den Körper wie ein Auto, es fährt eine lange Zeit aber irgendwann ist es zu alt, so ist es bei den Menschen auch, wenn der Körper sehr alt ist und vieleicht krank, ist der Tod eine Erlösung, nanche Menschen schlafen sanft ein und sind dankbar dafür.

Liebe Grüße😀

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Ich finde es ziemlich normal, hin und wieder an den Tod/das Sterben zu denken. Man weiß nie, wann es soweit ist. Natürlich hoffe ich, noch lange zu leben, aber der Tod ist das einzige im Leben, dessen man sich zu 100% sicher sein kann. Alles andere ist ungewiss. 

Der Tod macht mir keine Angst, das Sterben schon eher. Wird es wehtun? Wie lange dauert "es"? Keine Ahnung. Ich werde es erst wissen, wenn meine Zeit gekommen ist. Wichtig ist für mich, dass ich einfach lebe. Solange, bis ich sterbe. Ich mag mein Leben und will noch einiges erleben. Aber wenn ich morgen sterbe, dann habe ich wenigstens ein schönes Leben gehabt (meistens jedenfalls). 

Manchmal kann der Tod auch eine Erlösung sein. Auch darüber denke ich manchmal nach. Wenn man schwer/unheilbar krank ist und/oder Schmerzen hat, dann will man vielleicht nur, dass es endlich vorbei ist. Ich würde unter bestimmten Umständen lieber abtreten, als jämmerlich dem Tod entgegen zu vegetieren. Es gibt noch immer Erkrankungen, gegen die man machtlos ist. Man kennt den verlauf, die Diagnose, die Prognosen aber niemand kann einem helfen (außer vielleicht mit Schmerzmitteln oder so). Da will ich in so einer Situation lieber selber entscheiden, wann ich gehe. Das mag man unmoralisch, andankbar oder feige oder sonst wie finden. Ich bin aber für mich zu dem Entschluss gekommen, dass ich in so einem Fall so handeln würde (allerdings selber, andere will ich da nicht reinziehen, das gibt nur Ärger). 

Für mich ist der Tod an sich nicht beängstigend. Ich will noch lange leben, wenn es geht, aber wenn nicht... Naja, dann kann ich es auch nicht ändern. Dann wäre es schade um all die Dinge, die ich noch sehen, tun, erleben will und zu denen ich einfach nicht (rechtzeitig) gekommen bin. Also versuche ich mein Leben zu genießen mich an vermeintlich kleinen, alltäglichen Dingen zu freuen und, wenn sich die Gelegenheit bietet zu reisen, so viel von der Welt zu sehen, wie es nur geht und die Dinge zu tun, die ich am liebsten tue, Zeit mit den Menschen zu verbringen, die mir wichtig sind.

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Hallo LukasReiner,

meine Überzeugung ist, dass mit dem Tod eben nicht alles vorbei ist! Ich will Dir auch gern begründen, warum ich das glaube.

Nun, die Die Bibel spricht von einer Auferstehung, bei der Gott die Toten zum Leben zurückbringen wird. Wie ist das möglich? Weil Gott ein vollkommenes Gedächtnis besitzt, das in der Lage ist, sich an das Lebensmuster jedes einzelnen zu erinnern. Für Gott ist die Auferstehung ungefähr so, als würden wir einen Schlafenden wecken. Aus diesem Grund verglich Jesus den Tod mit einem Schlaf (siehe Joh. 11:11-14). Nach der Auferstehung werden die meisten auf der Erde weiterleben, allerdings unter besseren Voraussetzungen, als dies heute der Fall ist. Gott wird, wie die Bibel zeigt, zuvor in das Weltgeschehen eingegriffen und für bessere Verhältnisse gesorgt haben. Dies wird mit sehr schönen Worten in der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel beschrieben. Dort heißt es: "Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein.   Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen" (Offenbarung 21:3,4).

Die Auferstehung ist ein in der Zukunft liegendes Ereignis, das Jesus einmal wie folgt beschrieb: "Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, ... zu einer Auferstehung des Lebens" (Joh. 5:28, 29). Das bedeutet, dass die Verstorbenen bis zum Tag der Auferstehung im Todesschlaf ruhen. Es gibt auch niemanden, der mit einem Höllenfeuer gestraft wird. Wenn man über das Gesagte nachdenkt, dann mag man zwar immer noch ein gewisses Unbehagen bei dem Gedanken an seinen eigenen Tod empfinden, doch ist einem der ganz große Schrecken vor dem Tod sicher genommen. Ist das nicht sehr erleichternd?

LG Philipp

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Ich persönlich hab keine angst vor dem Tod. Ich glaube ein gelebtes leben lässt einen zufrieden sterben ..
Mein Freund geht da irgendwie ganz anders ran und wird wahnsinnig sentimental. Er hat Angst davor das ich mal wahnsinnig leide wenn ich quasi allein zurück bleibe weil er eine ganze Ecke älter ist als ich. Er meinte auch mal zu mir ,er hat Angst vergessen zu werden und einfach im nichts zu verschwinden ..

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Kommentar von LukasReiner
27.10.2016, 23:59

So gehts mir manchmal auch wie deinem Freund. Leider. Aber zumindest Angst vor dem Tod selber habe ich nicht.

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Kommentar von Gingeroni
28.10.2016, 00:05

kann man dir das (also ja eigentlich ihm 😇 ) irgendwie nehmen? Also die Angst und die traurigkeit?

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Ich bin Christ, ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Ich habe keine große Angst vor dem Tod.

Du kannst im Internet nach "Mädchen begegnet Jesus" und
"Wissenschaftler Nahtoderfahrung Buch" suchen (ohne Anführungszeichen).
Das sind Gründe, um an Gott und ein Leben nach dem Tod zu glauben.

Wenn Du mehr wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

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Mir kommt dann meist in den Sinn, dass die Lebensdauer eines Menschen sowieso viel zu gering ist um im kosmischen Sinn irgend etwas relevantes mit zu erleben. Dann kommt mir in den Sinn das wir in unserer Unbedeutenden Leben Dinge wie Ovomaltine geniessen können, dann passt das schon

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Kommentar von Gingeroni
27.10.2016, 23:58

Ovomaltine haha! Eine schöne Antwort

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ging mir auch so bis mir eine freundin mit den worten geholfen hat: sterben gehört dazu, genieße dein leben und trage etwas dazu bei dass es andere auch genießen können, hilf z.b einen obdachlosen. dann hast du auch ein besseres gefühl, z.b etwas erreicht zu haben

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Das Sterben gehört zum Leben und schon bald kann es geschehen.

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Ich denke nur sehr selten darüber nach. Aber wenn dann denke ich positiv: ich glaube dann einfach daran dass ich meine Lieben wiedersehen werde, und darauf freue ich mich. 

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Ablenken, nicht so viel darüber nachdenken und das machen was man noch erledigen will.

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Vielleicht folgt nach dem Tod ja noch was viel besseres^^ Man weiß es halt nicht. 

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für mich ist es tröstlich, dass es unter gewissen Bedingungen ein ewiges Leben gibt. Dafür habe ich mich entschieden.

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