wie geht es zurück gelassenen Menschen durch Selbstmord?

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6 Antworten

Also bei mir ist ein Famillienfreund von uns gestorben und ich war mit seiner Tochter damals befreundet und habe dadurch sehr viel miterlebt.

Für mich selbst, war es ein riesen Schock und total unrealistisch. Von heut auf morgen ist der Mensch plötzlich weg und vor allem in dem Fall hat man es nicht kommen sehen, dass es zu was kommt. Mein Stiefdad war mit ihm befreundet und von unserem Haushalt, hat es ihm am meisten schockiert und mitgenommen.

Seine Ehefrau versuchte im Alltag weiter zu machen. Man hat ihr aber natürlich von außen die Trauer angesehen. Sie war kreidebleich, fast wie eine Leiche. Aber sie hat eben wie gesagt versucht weiter zu machen. Ist nach paar Wochen wieder normal arbeiten gegangen und ihren alltäglichen Aufgaben nachgegangen.

Seine Tochter hat man es am meisten anerkannt, wie stark es sie mit genommen hat. Sie hat sich freiwillig psychologische Hilfe genommen, um dies besser zu verarbeiten. Sie bekam aber extreme Angstzustände. Ich muss anmerken, dass die Familie in so einem Wohnblock lebt und sich der Vater auf dem Dachboden umbrachte, direkt darunter ist das Zimmer der Tochter gewesen. Sie bildete sich ein jede Nacht Schritte der Polizei zu hören und deswegen wechselte sie verständlicherweise das Zimmer. Ihr komplettes Verhalten hat sich verändert. Teilweise kam sie mir "aggressiver" und gereizter rüber. Sie äußerte auch sehr viel aus Wut und unüberlegtem Denken, dass sie nie wieder nach Hause kommen wird und auch sterben will....es kam aber gott sei dank nie zu solch einer Situation.

Der Sohn versuchte auch sich nichts anmerken zu lassen, weinte aber natürlich die erste Zeit noch viel. Er wollte keine Hilfe. Auch bei ihm hatte man das Gefühl, dass sich sein Verhalten dazu ändert, dass er versuchte "Mann im haus zu sein" bzw. das Gefühl hatte, er müsste jetzt mehr oder weniger seinen Vater ersetzen. Er wurde teilweise frecher und respektloser vom Verhalten.

Ich weiss nicht ob ich egoistisch sagen soll....aber ich finde es auf jedenfall Schade, dass sich ein Mensch, das Leben nehmen will. Ich will keinen Selbstmörder in Schutz nehmen, aber ein Mensch muss sehr verzweifelt gewesen sein und extreme Schuldgefühle gehabt haben, dass er glaubt, dass Leben sei ohne ihn lebenswerte. Natürlich sollte aber auch dies keine Gründe sein, seine Familie im Stich zu lassen....man sollte sich besser Hilfe suchen

LG

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Kommentar von Ballerinaengel
30.03.2016, 20:59

Danke Tausendmal.

Diese super Antwort hat mir sehr weiter geholfen.

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Ich habe meinen besten Freund verloren durch Selbstmord, was jetzt zwei Jahre her ist, aber diese Leere wird immer da sein. Als ich erfahren hätte dass er tot ist bzw. sich das Leben genommen hat ist eine Welt in mir zusammengebrochen und ich war eine Woche nicht ansprechbar, weil ich mich selber tot fühlte. Und ja ich hatte Schuldgefühle, sehr große sogar denn wie konnte ich als seine beste Freundin nicht merken, dass etwas stimmt? In einem Moment habe ich ihn gehasst und im anderen wollte ich mit ihm sterben. Im Kopf tauchen plötzlich alle Erinnerungen auf die man gemeinsam durchlebt hatte. Und vor allem dachte man immer wieder an die letzten lebenden Tage.. Man versuchte sich jede einzelne Sekunde vorzurufen und durch zu gehen und den Hilferuf von ihm zu finden. Man hat so viele unbeantwortete Fragen die für immer offen bleiben, aber auf die du nie eine Antwort bekommen wirst. Jede Nacht träumst du von der Person und redest mit ihr und stellt ihr diese Fragen aber es kommen keine Anrworten. Erst nach ein paar Monaten kam ich zur Besinnung und fing an weiter zu leben - für ihn. Diese Person bleibt immer ein Teil von dir. Aber eine Sache habe ich daraus gelernt: Ich höre den Leuten aufmerksamer zu den je, weil ich will so eine Erfahrung nicht mehr erleben..

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Kommentar von LoLanet23
30.03.2016, 21:00

Mein Beileid,

auch wenn es so lange her ist, glaube ich es tut dir bestimmt nochmal gut, wenn jemand sagt: Es war nicht deine Schuld!

Ich bin selbst Depressiv und glaube mir, das ist eine "unsichtbare Krankheit". Menschen mit psychischen Problemen lassen sich meist nichts an erkennen und sagen sogar noch, dass alles ok ist. Somit konntest du es nicht wirklich bemerken. Depressive Menschen können meist ja noch nicht mal selbst sagen, was ist geschweige denn wissen viele noch nicht mal, dass sie ein ernsthaftes Problem haben.

Ich finde es wunderbar, dass du dein Leben so weiterlebst und du Leuten aufmerksamer sein willst und hast dich bestimmt auch gut mit dem Thema auseinander gesetzt

Ich wünsche dir alles gute für dein weiteres Leben!

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Kommentar von Ballerinaengel
30.03.2016, 21:04

Danke Vielmal für deine Antwort.

So in etwa war es auch bei mir .

toll wie du denn neunen Lebensmut gefast hast. Dass hab ich bis Heut ( 1 Jahr später) nicht geschafft . zwar sehe ich von aussen aus aus als sei alles ok aber wenn ich alleine bin denke ich oft daran.

Ich wünsche dir noch alles gute auf deinem Lebensweg und hoffe das du weiterhin so Stark bleibst.

- Ballerinaengel

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Nein ich habe keinen durch Selbstmord verloren, jedoch schonSelbstmordgedanken gehabt, wenn einen der Selbstmordgedanke packt, dann wenn man unter sehr großem Stress steht und viele Niederlagen erfährt, nicht weiter weiß und nicht weitermachen will, aber muss. Wenn man dann sowieso schon kein Selbstvertrauen hat und sich hässlich und dumm fühlt und jemand einen beleidigt, auch wenn es nur Spaß ist dann gerät man schon zu Depressionen und zweifelt stark an sich, die kleinste Beleidigung kann sehr starke Auswirkungen haben. Das schlimmste jedoch ist, wenn man Streit mit den Eltern hat, dann läuft das Fass aus meiner Sicht über, da können Freunde manchmal nicht mehr helfen, nur Eltern.

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Kommentar von LoLanet23
30.03.2016, 20:56

ich denke, dass man bei krassen Selbstmordgedanken, auch nicht mehr wirklich daran denken kann, wies der Familie dabei gehen würde oder? Ich nehme mal an, dass man eher denkt alles ist besser ohne mich als: ach was wird der und der denken und die werden mich alle vermissen...oder? 

Ich hoffe deine Gedanken sind nicht mehr da oder zumindest nicht mehr so häufig und dein Gesundheitszustand bessert sich

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Ich habe bis jetzt noch niemanden durch Selbstmord verloren, aber da ich selbst suizidal bin, spreche ich dir mein Beileid aus, wenn ich jmd verloren würde, der mir wichtig wäre, das durch Suizid, würde ich es auch sofort machen, da man Schuldgefühle hochkommen.

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Kommentar von Ballerinaengel
30.03.2016, 20:48

Danke für deine Ehrlichkeit

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Durch ein Missverständnis dachte ich für geschätzte 10 min das meine beste freundin suizid begangen hat. Ich wusste sie war depressiv. In dieser zeit habe ich angefangen zu schreien weinen ich hatte Atemnot ich war einfach unbeschreiblich sauer auf sie. Ich war total sauer dad sie mich alleine gelassen hat. Auch ich hatte des Öfteren nicjt so tolle zeiten was sie auch wusste. Ich hab mich auf der einen seite total schuldig gefühlt weil ich von ihrem zustand wusste also wie es ihr geht und das sie über selbstmord oft nachgedacht hatte und es hätte verhindern können auf der anderen seite war ich so sauer das sie mich alleine gelassen hat. Wir hatten nur einander. Naja aber wie gesagt war nur win Missverständnis sie lebt noch

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Kommentar von Ballerinaengel
30.03.2016, 21:13

Zum glück war es nur ein Missverständnis.

aber ich kann mir vorstellen dass es für dich schreklich gewesen sein musste.

Danke das du bereit warst mit mir offen zu reden.

alles gute auf deinem weiteren lebensweg

-Ballerinengel

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Ja, ich habe schon einen verloren, ich fühle mich neutral und ich fühle mich nicht schuldig. Er hatte damals noch in Ukraine Selbstmord begangen, er war durch mit der Welt seit dem sein Hund gestorben ist. Wir wussten, dass er sehr anfällig für sowas war.

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