Frage von Bath77, 98

Wie geht eine Kündigungsschutzklage vorsich?

Habe eine Fristlose Kündigung in der Probezeit nach 4 Monaten bekommen, weil ich angeblich eine Mitarbeiterin mit "falscher Schlange " betitelt hätte. Habe natürlich ein Anwalt genommen und die Kündigungsschutzklage eingeleitet. Ansonsten bekomme ich ja eine sperre. Weiss jemand wie es jetzt weiter geht.?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 43

Wenn die Kündigungsschutzklage eingereicht ist, gibt es einen Termin beim Arbeitsgericht zur Güteverhandlung. Das dauert, je nach Auslastung des Gerichts, ca. 3-6 Wochen.

Wenn das Gericht feststellt, dass die fristlose Kündigung nichtig war wird versucht eine Einigung zwischen den Parteien zu finden (deshalb ja Güteverhandlung).

Der Richter kann fragen welche Vorstellungen beide Parteien haben und evtl. selbst Vorschläge machen. Oft liegt ja keiner Partei mehr etwas an der weiteren Zusammenarbeit.

Vielleicht schlägt der Richter (nur ein Beispiel) vor dass die fristlose in eine fristgerechte Kündigung umgewandelt wird, Du ein gutes Zeugnis  und evtl. noch ein paar Euro bekommst.

Wenn beide Parteien sich auf einen Vorschlag einigen, ist das Verfahren beendet. Ist eine Partei nicht einverstanden und man findet keinen Kompromiss, gibt es den Kammertermin. Auf den wartet man dann aber schon mehrere Monate und da gibt es auch ein Urteil.

Antwort
von maxim65, 29

Was soll das Ziel der Klage sein? Wiedereinstellung? Du bist in der Probezeit, wenn ich dein AG wäre so würde ich sofort die ganz normale Kündigung nach 14 Tagen hilfsweise ausstellen. Oder sobald du wirklich eine Klage einreichst die fristlose Kündigung zurückziehen und die oben beschriebene aussprechen. Es würde dir 2 Wochen mehr Geld einbringen und du hättest nicht die Schmach einer fristlosen Kündigung. Das wäre alles.

Kommentar von Bath77 ,

Genau nur das möchte ich. Die zwei Wochen Lohn , eine fristgerechte Kündigung (von mir aus ohne grund) und ein note 2 Zeugnis.

Kommentar von maxim65 ,

Die Note 2 da hast du wahrscheinlich keine Chance wenn dein AG nicht will. Er kann da durchaus erkennen lassen das es sich eigentlich um eine fristlose Kündigung gehandelt hat. Es gibt da einfach keinen Hebel für dich um das zu beeinflussen. Das sollte dir aber dein Anwalt erklären können.

Antwort
von TechnologKing68, 42

Vermutlich nicht gut für dich. In der Probezeit kann jemand ohne Angabe von Gründen binnen zwei Wochen kündigen, also sehe ich kaum Chancen.

Du kannst aber den Chef, oder wer auch immer die Behauptung aufstellt, wegen Verleumdung respektive übler Nachrede anzeigen.

Kommentar von Bath77 ,

Hallo King68. Er kann mir deswegen nicht fristlos kündigen aber fristgerecht mit einhalten von 2 Wochen. Genau das hat er nicht gemacht. Eine Fristlose Kündigung ist ohne Frist. desweiteren hat er ja diesen Grund angegeben und der ist selbst kein Grund zur fristlosen Kündigung.

Kommentar von TechnologKing68 ,

Achso ok, ich wusste nicht, dass er dir fristlos gekündigt hat. Naja, wahrscheinlich würde es dann nicht reichen ja und die Beweislast liegt ja auf seiner Seite. Wahrscheinlich ist ein Weiterarbeiten aber schwierig und eine Abfindung (halbes Monatsgehalt pro Dienstjahr) würde gegen Null tendieren.

Kommentar von RobinFre ,

Was sagt denn der Anwalt?

Antwort
von RobinFre, 41

(Ein anerkannter Schwerbehinderter mit mindestens 50 GdB kann grundsätzlich in der Probezeit gekündigt werden. Das geht sogar ohne Kündigungsschutz, der erst nach der Probezeit greift).

In Deinem Fall hätte der Arbeitgeber erst abmahnen müssen (2x) bevor er kündigt. Lass deinen Anwalt ruhig eine Abfindung einklagen (Fehlverhalten des AG). Eine Sperre bekommst Du nur, wenn Du selbst kündigst, oder gegen eine offensichtlich nicht gesetzeskonforme Kündigung keine Klage einreichst. Bisher läuft alles richtig.

Kommentar von Hexle2 ,

(Ein anerkannter Schwerbehinderter mit mindestens 50 GdB kann grundsätzlich in der Probezeit gekündigt werden. Das geht sogar ohne Kündigungsschutz, der erst nach der Probezeit greift).

Was hat das mit der Frage, der fristlosen Kündigung und der Klage  zu tun?

hätte der Arbeitgeber erst abmahnen müssen (2x) bevor er kündigt

Ein leider nicht auszurottendes Gerücht. Eine Abmahnung ist eine Aufforderung zur Besserung. Meist steht auch drin dass im Wiederholungsfall Konsequenzen zu erwarten sind. Eine Abmahnung ist dann genug um zu kündigen.

Kommentar von RobinFre ,

Steht das so im Betriebsverfassungsgesetz? Wohl kaum!

Kommentar von Hexle2 ,

Was hat das Betriebsverfassungsgesetz mit dem Arbeitsrecht zu tun?

Das BetrVG ist hier doch gar nicht gefragt.

Kommentar von RobinFre ,

Und das schreibt eine Betriebsratsvorsitzende? Da würde ich das Amt mal überdenken, Kollegin!

Kommentar von Hexle2 ,

Da würde ich das Amt mal überdenken, Kollegin!

Wenn Du Betriebsrat bist, kann ich das gerne zurückgeben.

Ich weiß dass keine zwei Abmahnungen vorgeschrieben sind und ich verwechsle Kündigungsschutzgesetz und Arbeitsrecht auch nicht mit dem Betriebsverfassungsgesetz.

Zudem schreibst Du in Deiner Antwort von Schwerbehinderung die hier weder erwähnt noch relevant ist.

Kommentar von Familiengerd ,

Da nimmt ein "Greenhorn" seinen Mund aber ganz schön voll!

Verschluck' Dich nicht, denn selbstverständlich ist das, was Hexle2 geschrieben hat, völlig richtig!

Zwar gehört das Betriebsverfassungsgesetz mit zum Rechtsgebiet "Arbeitsrecht", hat aber mit dem Fragefall nicht das Geringste zu tun; jedenfalls ist hier nicht davon die Rede, dass es einen Betriebsrat gäbe, der hätte angehört werden müssen!

Kommentar von Maximilian112 ,

Wo steht geschrieben das vor einer Kündigung 2x abzumahnen ist?

Im Betriebsverfassungsgesetz nicht und auch in keinem anderen Gesetz.

Was gibt es am Kommentar von @Hexle auszusetzen und was hat es mit dem Betriebsratsvorsitz zu tun??

Kommentar von PeterSchu ,

RobinFre, eine Abmahnung muss den Hinweis enthalten, dass im Wiederholungsfalle der Inhalt und Bestand des Arbeitsverhältnisses gefährdet ist und mit einer verhaltensbedingten Kündigung seitens des Arbeitgebers gerechnet werden kann.

So steht es auch in der Regel genau in der Abmahnung drin. Es steht nirgends "im zweiten Wiederholungsfall".

Deine Behauptung, es müsse erst zwei Abmahnungen geben, ist ein leider weit verbreiteter Irrtum. Irrtümer können passieren, aber dann noch hochnäsig darauf reagieren ist .... mir fällt grad kein druckreifer Ausdruck ein.

Kommentar von RobinFre ,

Einen 2ten Wiederholungsfall habe ich nicht erwähnt, also erst lesen bevor ...... Wo war der Irrtum?

Kommentar von Familiengerd ,

Selbstverständlich hast Du das!

Wenn Du (irrigerweise) meinst, der Arbeitnehmer müsse erst zweimal abgemahnt worden, bevor er gekündigt werden könne, dann sagst Du damit konkret:

1. Fehlverhalten - 1. Abmahnung

1. Wiederholungsfall - 2. Abmahnung

2. Wiederholungsfall - Kündigung

Die Erwiderung von PeterSchu ist also völlig korrekt!

Kommentar von PeterSchu ,

Du hast geschrieben, dass es erst zwei Abmahnungen geben muss bevor er kündigt. Das ist falsch.

Antwort
von Maximilian112, 27

Es wird eine sogenannte Güteverhandlung geben. Die Antragsgegner könnten sich einigen, der Richter schreibt es auf und fertig.

Gibt es keine Einigung kommt es zur strittigen Verhandlung. An Stelle des AG würde ich das nicht unbedingt wollen.

Es geht ja wirklich nur um 14 Tage Lohn.

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