Frage von DrMastard, 89

Wie geht der Weg einer Rapkarriere?

Zuerst, um sich einen kleinen Namen zu machen beginnt man auf Youtube, denke ich. Danach könnte man beim JBB zb. mitmachen und hat schon eine Abonnentenanzahl im Tausenderbereich. Weiter weiss ich leider nicht. Ich meine Spongebozz ist eher uninteressant. Er hat alles zu 100% dem JBB zu verdanken. Aber Kollegah, das interessiert mich, wie es zu den Auftritten kam usw. Also zur Frage: Wie sieht der Weg eines Rappers aus, wohin und zu was führt der? Ich gehe normal zur Schule aber möchte nebenbei aus Lust Rap beginnen und mich dementsprechend bekannt machen. Aber wie soll das gehen? Egal wie viel Abos man auf Youtube hat, ein Promi ist man immer noch nicht(zb.Gio...). Bitte ausführliche Antworten mit Wissen und Inhalt. Dafür gibt es ja den Stern;) Danke

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von hobbyrapperxy, 41

Der Weg einer Rapkarriere kann vollkommen unterschiedlich ablaufen und sollte man nicht auf "Erst YouTube, dann mehr Abonnenten, dann Rapbattle-Turnier, dann erstes Album, etc.." eingrenzen. Das funktioniert, wenn wir mal ehrlich sind, eigentlich nur bei den wenigsten.
Selbstverständlich kann das Internet eine riesige Plattform sein, mit der man heutzutage auch arbeiten muss, aber man sollte den traditionellen Weg "durch den Untergrund" nicht außer Acht lassen.
Wenn man wirklich erfolgreich (im Sinne von gut davon leben können) werden möchte, sollte man meiner Meinung nach einen hybriden Weg wählen.
Es gibt keinen Weg, der nach einem bestimmen Schema immer funktioniert.
Schauen wir uns doch die kommerziell-erfolgreichsten Rapper heute an und ihren Werdegang:

Casper - Begann ganz klassisch auf Freestyle-Veranstaltungen (2002/2003), wo er überzeugen konnte und dadurch Verbindungen zu anderen Rappern aufbauen konnte. Während er im realen Leben mit Separate und Abroo die Kinder des Zorns gründete und ein Album aufnahm und releaste, versuchte er sich in der RBA im Internet als Battle-Rapper. Danach folgten weitere Alben, mit denen er aber immer wieder voll und ganz überzeugen konnte und mehr und mehr Leute auf sich aufmerksam machen konnte.

Kollegah - Begann ebenfalls 2002/2003 als Freestyler unter dem Namen T.O.N.I., daneben battlete er ebenfalls in der RBA bis 2005 sein erstes Mixtape erschien. Das konnte überzeugen, Selfmade signte ihn und er ging sein Lauf.

Alligatoah - Begann 2005 das rappen und versuchte es ab 2006 als Alligatoah im Netz. Er hat zwar auch gebattlet aber wenn dann nur fiktiv.

Marteria - Hatte seine erste Veröffentlichung 1998 als Teil der "Underdog Cru". Und ging von da an sein Weg über verschiedenste Labels, kleine Europa-Tourneen, etc.. Marteria hat wenn auch nur Freestyle-gebattled und hat seinen Weg angefangen, als das Internet noch minimal klein war.
Bei ihm war es halt ein Schritt für Schritt, wobei auch er mit der Zeit Verbindungen aufbauen konnte und mit seinen Alben überzeugen konnte, wodurch er noch mehr Türen öffnete.

Bushido, Sido, Sammy Deluxe, etc.. gingen dann nochmal andere Wege, aber ich hab jetzt auch keine Lust mehr. ;)

Um es aber mal zusammenzufassen: Jeder dieser Rapper ging einen völlig anderen Weg und kam zum Teil auch aus Zeiten, wo das Internet noch nicht relevant war für irgendwas. Die mussten live überzeugen um Verbindungen aufzubauen und Fans für sich zu gewinnen. Zumindest am Anfang.
Und ich finde, dass es so heute immernoch ist.
Selbstverständlich kann man heutzutage per Social Communities seine Fans besser und längerfristig an sein Produkt binden, aber was zählt ist, dass du live abliefern kannst (auch für dein Portmonee).

Dazu kommt noch, dass heutzutage das Internet und der komplette Rap-Markt an Künstlern vollkommen überfüllt ist und die Labels sich nur noch gemachte Musiker suchen, weil sie selbst kaum mehr einen Überblick haben über die ganze Szene in Deutschland.

Deshalb musst du es erstmal alleine schaffen nach oben.

Damals als die gerade afgezählten Künstler Rap angefangen haben, war die Szene im Vergleich zu heute winzig. Deshalb war die Chance entdeckt zu werden auch um ein extrem vielfaches größer.

Und um kommerziell erfolgreich sein zu müssen brauchst du etwas, was dich einzigartig macht, sei es dein eigenes Soundbild, dein Flow, dein Aussehen, deine Stimme, was auch immer. Sonst bleibst du nicht in den Köpfen.

Und was die gerade aufgezählten Rapper ebenfalls gemeinsam haben ist, dass diese Menschen mehrere jahrelang Rap gemacht haben, neben ihrem Beruf, Studium, etc.. ohne einen Cent davon mehr in der Tasche zu haben.
Sie haben Stück für Stück ihren Weg gemacht und nicht versucht (so wie viele Internetrapper heutzutage) von heute auf morgen bekannt zu werden.
Ich bin der festen Meinung, dass das nicht funktioniert.
Kurzfristig ja, definitiv, aber langfristig auf gar keinen Fall.

Selbst Cro hat als Lyr1c jahrelang Rap vorher gemacht, sei es auf YouTube oder in der RBA.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen.


Kommentar von DrMastard ,

Ich bin erst 14, kann aber gut rappen. Deshalb wird es mit live leider nichts(erstmal). Aber mich im internet unter beweis zu stellen, wäre am besten. Wie du meintest, können Rapper über das internet nicht auf lange Zeit bekannt sein. Ich denke eher schon, siehe Gio, oder Spongebozz, der mit der längsten Runde sehr viel Aufmerksamkeit erregte, und jetzt sehr weit kam. Und ihr Hype ist noch nicht vorbei.

Kommentar von hobbyrapperxy ,

Gio ist für mich aber keiner, der von heute auf morgen versuchte bekannt zu werden. Ich hab den zum ersten Mal 2011 bei YouTube wahr genommen. Das sind ja auch schon ein paar Jährchen, die der gute Musik macht.
Bei Gio ist ja z.B. der Fall, dass er auch wieder einen ganz anderen Weg geht. Der hat bis heute glaube ich nicht ein einziges richtiges Release raus gehauen, sondern fuhr erst seine "Gio, rap ma.." Serie und dann fing er das Battlen an.
Nur ist er noch lange nicht in den Bekanntheitsregionen angekommen, von denen ich sprach.
Und ob Spongebozz wirklich auf Dauer funktioniert, wird die Zeit zeigen.

Antwort
von christianfuchs, 37

z.B bei Bushido. Er war garnicht bekannt, doch dann kam Aggro Berlin. Sie haben ihn durch Arafat entdeckt. Da muss man auch natürlich viel konektion haben, sonst läuft es nicht.

Antwort
von AiSalvatore, 48

Man kann auch Rapper werden ohne Youtube. Siehe die wirklich guten Rapper.

Kommentar von DrMastard ,

Genau! aber die Frage ist, wie?

Kommentar von AiSalvatore ,

Man ist eben zuerst ein wenig Underground. Macht vielleicht Rapbattles. Irgendwann kommt man eben an die großen Kontakte.

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