Frage von anna76570, 140

Wie gehen Lehrer privat/persönlich/psychisch damit um, wenn ein Schüler ihnen von suizidgedanken erzählt ?

Hallo. Ich möchte nicht wissen was die da machen müssen, weil das habe ich alles selber erlebt bei mir. Ps. Bin auch in psychiatrischer behandlung. Mich interessiert diese Frage sehr, weil ich nicht einschätzen kann, wie andere Menschen damit umgehen? Wie geht ein Lehrer damit um, wenn er davon erfährt durch einen 'Brief', wie stark jemand an suizid denkt? Von einer Person, die eigentlich so gut wie immer fröhlich wirkt... Das ist nämlich bei mir nun der Fall... Ich würde gerne wissen was er sich dabei denkt. PS hab schon mit ihm danach geredet usw. Was denkt ihr, macht er sich gedanken, macht der sich sorgen? Ist es für ihn leicht damit umzugehen? Wird er immer wenn er mich sieht oder Unterricht, daran denken? Und halt wie man als Lehrer psychisch darauf reagiert. Wie sollten Lehrer handeln also auf Bezug auf den Schüler? Sollten Sie sich als Ansprechpartner anbieten, oder was? Sorry für meine vielen vielen Fragen. Mich interessiert das einfach. Danke für eure antworten! ;)

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo anna76570,

Schau mal bitte hier:
Schule Medizin

Antwort
von Pudelwohl3, 88

Das ist natürlich abhängig von der Person und deshalb sehr unterschiedlich.

Es ist aber auf jeden Fall eine riesige Herausforderung und Verantwortung. Ein guter Lehrer wird versuchen, für seine Schüler da zu sein. Zu unterstützen, zu verstehen, zu helfen.

Andererseits sind seine Möglichkeiten immer sehr begrenzt. Er hat keine psychologisch-psychiatrische Ausbildung, er ist mehr oder weniger Laie auf diesem Gebiet.

Er befindet sich zusätzlich sofort in einer Zwickmühle. Üblicherweise dürfte der Schüler Verschwiegenheit erwarten und verlangen - was für eine Falle für den Lehrer ...

Er darf es niemandem weitererzählen, nicht den Eltern, nicht der Schulleitung ... an der tatsächlichen Problematik kann er aber in der Regel auch nix ändern ...

Er kann kaum wirklich helfen. Er muss aber riesengroße, permanente Angst haben, dass etwas passiert. Dass der Schüler ernst macht ... was für eine Verantwortung.

Sollte dieser schlimmste Fall eintreten, hätte er nicht nur ein moralisches Problem sondern auch existenzielle Schwierigkeiten ...

So, das waren mal ein paar stichwortartige Gedanken zur Problematik.

Wenn man hier so ein bisschen die Fragen mitliest, merkt man, dass es nicht wenige Lehrer geben dürfte, die in solche Schwierigkeiten rutschen.

Dabei habe ich oft den Eindruck, dass die Jugendlichen es - mehr instinktiv als geplant - geradezu darauf anlegen, wohlmeinende Menschen in eine solche Bredouille zu bringen.

Oft sind dann noch sexuelle Phantasien erkennbar, die quasi ein unentwirrbares Netz spinnen ... man, man, man ...

Kommentar von anna76570 ,

Was o.O aber ich hab ihn angesprochen um um Rat zu fragen und ich bin nicht verknallt o.O ihhhhhh Übrigens wissen es doch meine Eltern schon von der Schulleitung seit Januar

Kommentar von Pudelwohl3 ,

Bitte lies meinen Beitrag sorgfältig. Ich habe mir große Mühe gegeben, die Worte mit Bedacht zu wählen.

Du hast nach der Befindlichkeit von Lehrern im Allgemeinen gefragt. Das habe ich beantwortet.

Zu Deinem Fall persönlich ist das keine Stellungnahme. Dazu hast Du ja auch nicht so viel geschrieben.

Kommentar von anna76570 ,

oki

Expertenantwort
von chog77, Community-Experte für Schule, 61

Das ist von Lehrer zu Lehrer etwas unterschiedlich:

- Natürlich sind wir von persönlichen Schicksalsschlägen von Schülern betroffen und versuchen euch im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen.

- Aber wie auch Psychiater, Ärzte, Therapeuten entwickeln viele Lehrer mit der Zeit eine professionelle Distanz. Das heißt, in der Schule sind wir ganz für euch da, aber danach haben wir auch ein Privatleben. Wir grübeln nach der Schule also nicht über all die Probleme anderer Leute nach, von denen wir in unserem Schulalltag schon einiges mitbekommen. In unserem Privatleben kümmern wir uns um die eigenen Probleme, von denen das Leben auch uns nicht verschont.

- Manche Dinge, die uns begegnen, beschäftigen uns länger, andere können wir ganz schnell emotional ablegen. Wir arbeiten mit Menschen, mit Individuen, und wir sind selbst auch nur Menschen. Eine Patentlösung für solche Fälle gibt es nicht, sondern mit unserer Erfahrung versuchen wird bestmöglich eine individuelle Hilfestellung zu geben.

- In vielen Dingen, gerade was psychische Erkrankungen anbelangt, kennen wir Lehrer unsere begrenzten Möglichkeiten und sehen unsere Aufgabe in der Weitervermittlung von Betroffenen an geeignete Ärzte/ Therapeuten. Wir können eine therapeutische Begleitung nicht leisten und das ist auch nicht unsere Aufgabe.

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