Frage von Gingerale3, 46

Wie gehen Familien mit"wenig Geld" um?

Ich wüsste gerne, wie eure Erfahrungen mit wenig Geld n der Familie sind (z. B. wegen Arbeitslosigkeit, geizigem Verdiener, Hauskredit, was auch immer). Bei uns hat das fehlende Geld das Klima sehr zerstört, es herrschte ein großer offener und teilweise auch versteckter Neid und Futterneid zwischen den Familienmitgliedern. Materielle Wünsche wie z. B. ein Paar bestimmte Turnschuhe durfte man nicht offen äußern. Es wäre für mich interessant zu wissen, wie das bei anderen ist; stärkt die Tatsache, dass wenig Geld da ist, eher die Solidarität, oder wird / wurde bei euch auch auch jeder zum Egoisten und Geier?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von masteryi2, 15

Alle die sagen man würde dadurch Freundschaft erlangen oder ähnliches, waren noch nie wirklich arm.

Ich bin als Kind einer 9 köpfigen , armen Familie aufgewachsen und später mit 19 ausgezogen und hatte einen Mitbewohner(auch da ging das extrem arme Leben weiter)

Wenn man kein Geld hat entstehen endlose Streitigkeiten, Hass, Neid...
Wenn die Mutter 10€ zusammen kratzt damit endlich nach Monaten das eine Kind billig-Schuhe haben kann, drehen alle anderen am Rad und werden zu Geier. Nerven die Eltern die ganzen Tag sie wollen auch was haben.
Es drückt auf jedermanns Stimmung wenn niemand das haben kann, was er will (& damit kann schon nur eine bestimmte Mahlzeit gemeint sein)
Jeder ist neidisch auf den anderen, alle bekriegen sich...

Das einzige wo ich zustimme ist dass Menschen Hilfsbereiter werden. Weil jeder weiß, wie beschissen es ist nichts zu haben, deswegen teilen sie ihre Sachen.
Ich sehe das immer häufiger, wie wenig Menschen teilen. Und die die teilen, da weiß man oft sofort warum. Man muss nur mit denen reden, dann weiß man wenn die aus Armen Verhältnissen kamen.

Man verspürt auch eine Abneigung gegen alle Menschen, die immer bekommen haben was sie wollen. Es entwickelt sich ein richtiger Hass unter der Gruppe.

Also ich hab da echt vieles miterlebt, aber von Zusammenhalt oder ähnliches kann man eher wenig reden.

Achja und das eigentlich wichtigste was mir noch einfällt...
Wer so aufwächst redet auffällig wenig mit zB der Familie über emotionales.
Meist drehen sich alle Gedanken nur noch um Essen oder was sie haben wollen. Man stumpft ab... Egal welche Person aus meiner Familie, alle mussten sich das schon von Freunden und Bekannten anhören und ich auch echt oft

Antwort
von KaeteK, 14

Da das wohl ein Langzeitproblem sein wird, würde ich empfehlen, dass ihr offen damit umgeht und alle ein wenig zurückstecken. Vor allem sollten alle Familienmitglieder, ein wenig dazu beitragen, dass die Geldnot sich reduziert. Einem geizigen Verdiener würde ich Feuer unter dem Hintern machen.

Sucht alle einen Job. Ab 13 kann schon ein bisschen was verdienen...

Wenn man bei Lebensmittel gut plant, lässt sich eine Menge sparen. Ein paar Turnschuhe kosten nicht viel, wenn man keine hohen Ansprüche stellt.

Redet miteinander und versucht diese Unstimmigkeiten in den Griff zu bekommen - Es wäre bedauerlich, wenn deine Familie daran zerbricht.  Alles Gute für deine Familie. lg

Antwort
von lindgren, 17

Für mich wäre es wichtig zu wissen, welches Alter du hast. Ein Erwachsener geht anders damit um als ein Teenie oder ein jüngeres Kind.

Danke.

Kommentar von Gingerale3 ,

Icgh bin heute erwachsen, arbeite aber im Rahmen der Psychotherapie das "damals" auf. Und da hatte die Geldnot eben zur Folge, dass eigentlich jeder Angst bekam, zu kurz zu bekommen, den Eltern von uns Kindern die Extranahrungsmittel geklaut wurden usw. Aber unsere Familie war eh krass, daher frage ich mich, wie "normale" Familien damit umgehen, ob sie eher zusammenhalten oder jeder versucht sich volllzustopfen ohne Ende.

Kommentar von lindgren ,

Okay, danke für deine Antwort. Wir hatten auch selbst vor vielen eine solche Phase - geschuldet durch meine Krankheit und der kurzzeitigen Arbeitslosigkeit meines Mannes. In dieser Zeit (es waren ca. 6 Monate). In dieser Zeit hielten wir aber fest zusammen, den Kindern sollte es an nichts fehlen - wobei wir unsere Kinder immer schon beigebracht haben, dass man nie alles haben kann.  Dafür haben wir auf vieles verzichtet, was aber eigentlich kein Problem war. Meine Eltern haben uns unterstützt, in dem sie den Kindern Sachen gekauft haben oder mit ihnen Ausflüge gemacht haben.

Antwort
von Saisonarbeiterr, 33

Materielle Wünsche wie z. B. ein Paar bestimmte Turnschuhe durfte man nicht offen äußern.

wenn das geld knapp ist, spart man am allerersten an luxusartikeln. teure turnschuhe i-welcher trendmarken sind dann das unwichtigste überhaupt... 

Kommentar von GanMar ,

Eben!

Eine knappe Kasse lehrt Menschen, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist: Loyalität, Freundschaft, gegenseitige Hilfe...

Und sie lehrt, daß Luxus nicht glücklich macht. Sie schützt vor Verschwendungssucht und Markenhörigkeit.

Bei uns hat das fehlende Geld das Klima sehr zerstört

Dann wurde versäumt, den jungen Leuten rechtzeitig ein normales Wertesystem zu vermitteln und ihnen ein gesundes Selbstvertrauen zu ermöglichen.

Materielle Wünsche wie z. B. ein Paar bestimmte Turnschuhe

Wer sich durch seine Turnschuhe identifizieren muß, befindet sich bereits ganz am Boden - mitten zwischen dem Straßendreck.

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