Ich frage mich wirklich, wie man den Tod eines geliebten Menschen verkraften kann, wenn man nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt... Schon als Kind bekommt man, wenn jemand aus der Familie stirbt, gesagt: "Er/Sie ist jetzt an einem besseren Ort.", oder auch: "Irgendwann werden wir ihn/sie wiedersehen." - Und das hilft, darüber hinwegzukommen und ist ein schöner Trost, und zwar nicht, weil es jemand sagt, sondern weil man auch daran glaubt. Aber was sagen z.B. atheistische Eltern dann ihren Kindern bzw. wie gehen sie selbst mit dem Tod um, wenn sie nicht davon überzeugt sind, dass es ein Leben nach dem Tod gibt?

Auch wir sind traurig, ich persönlich denke z.b. viel an das Leben was der Mensch geführt hat...

Sehe es doch mal so:
Dir haben doch die Milliarden Jahre bevor du gebohren wurdest in keinster Weise geschadet, weh getan und auch sonst keine Empfindung entlockt.
Genau so ist es nach dem Tod.
Da ist einfach nichts. Kein Bewußtsein, kein Schmerz, kein Leid......

Um ehrlich zu sein, ist für mich die Vorstellung, dass nach dem Tod nichts ist, viel viel angenehmer. Keine Hölle, keinen Himmel, keine Wiedergeburt und überhaupt kein Bewusstsein. Denn wenn man nach dem Tod einfach nicht mehr ist und keinen Bewustsein hat, dann kann man auch nicht darüber traurig sein. Wenn eine mir nahe Person stirbt. Dann habe ich diese Person mein Leben lang in meinen Erinnerungen. Ich mache mir keine Gedanken, dass die Person im Himmel ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Person einfach keine Leiden oder sonstiges mehr verspühren kann. Ich persönlich habe keinen Angst vor dem Tod, jedoch vor dem Sterben.
Kaffeesatz am 14. März 2009 14:14 DH
Nichts ist ewig, nichts absolut. Diese Einstellung tröstet mich besser als eine Vorstellung einer heilen Paradieswelt

hatte keine Veranlassung nach dem Tod eines meines Elternteils nicht mehr Atheist zu sein!

bin atheist. als meine eltern verstarben, so gerne ich sie hatte... nur tschüss..wir alle müssen gehen. sie waren 79 und 83. aber sie haben ihre zeit gelebt.

Als Atheist bin ich mir bewusst, dass ich auf mein Menschsein zurückgeworfen bin, ohne mich in eine Scheinwelt aus Überpapa und Paradies zu flüchten. Ich muss die Realität aushalten, und muss die Trauerarbeit als Mensch leisten, nicht als Christ, Moslem, Jude, ...
ja, und genau hier frage ich mich, wie man damit umgeht und wie du Trauerarbeit "als Mensch" leistest...
abibremer am 15. März 2009 14:37 es gibt halt jedesmal einen kleinen "stich", wenn ich nach dem gedanken" das mußt du ihm oder ihr erzählen" wieder feststellen muß : geht ja nicht mehr.... ist aber auch ein moment gedanklicher und dankbarer "rücksprache"

Trauer hat nichts mit Religiös oder nicht religiös zu tun!Da fragt das Herz nicht nach!
die Trauer selbst nicht, aber die Bewältigung der Trauer...

ich weiß es eben vom anfang an, daß es irgendwann aus ist.
man denkt dann an die schöne zeit, die man mit denen hatte..

Die leiden auch, aber sie können sich nicht trösten. Denn die Nummer mit dem Himmel und dem Engel funktioniert ja nicht. Für Kinder ist es wirklich ganz gut, dass es sowas, wie Glauben gibt - und für mich auch.
schwachsinn, man kann auch an anderen dingen trost finden...
dann teile uns doch mit, worin du Trost findest... ich könnte es auch nicht ohne Glauben. sicher hört es sich seltsam an, wenn man sagt, dass man glaubt, weil man sonst den Tod oder auch das Leben nicht ertragen könnte, aber es hilft sehr. die Dinge, in denen du Trost suchst, würden mich interessieren, denn das ist doch dann nichts Ewiges, es kann sich dabei nur um etwas Vergängliches handeln...
dass du es nicht könntest, heißt nicht, dass es atheisten nicht wirklich können. ich bin auch nicht religiös geboren, sondern war auch mal atheist. kenne also beide seiten. worin man als atheist trost findet habe ich in ner eigenen antwort beschrieben, siehe unten. ich finde auch trost im glauben, aber gegen pauschalisierungen hab ich nunmal was...
Eifelmensch am 13. März 2009 22:59 Wieso soll Glauben für Kinder gut sein. Hast du dir schon mal überlegt, wie sich Kinder Fegefeuer und Hölle vorstellen?
naja, dann hängt es davon ab, ob man den Kindern Angst macht... wenn man sehr streng religiös erzogen wird, wundert es mich auch nicht, wenn man später zum Atheist wird. ich z.B. wurde sehr liberal erzogen, nicht unbedingt religiös, aber da ich mich dafür interessierte, kam das von selbst. das gründete allerdings nie auf Angst, sondern auf Unterstützung...
Nachtflug am 13. März 2009 23:10 Das mit der Hölle, das ist Unsinn. Wer macht denn Kindern mit so etwas Angst? Ich hatte eine katholische Stiefmutter, aber ich hatte schon immer ein frei denkendes, protestantisches Herz.
auch Kinder müssen lernen mit dem Tod umzugehen! Alles andere ist Augenwischerei

Da ich nicht mehr der jüngste bin, habe ich natürlich schon nahe Familienangehörige sterben gesehen.
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Kopfschütteln muss ich dann immer, auf Beerdigungen, über die Scheinheiligen die mir dann was von Zeichen und übersinnlichem erklären wollen. Da wird in alles mögliche irgendwas Mystisches hinein projiziert. Warum diese Menschen das glauben wollen, mag ich an dieser Stelle gar nicht erörtern.
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Ich habe keine Ahnung wie es nach dem Tod aussieht. Das wird auch niemand anderes behaupten können. Diese Nahtod-, oder Scheintod-Erfahrungen haben immer damit zu tun das unser Gehirn nicht richtig versorgt wird, aber die Menschen noch leben. Wenn ein Mensch tod ist, dann ist das endgültig.
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Ein lieber Mensch der stirbt den betrauere ich, ohne wenn und aber. Ich selber habe keine Angst vor meinem Tod denn ich weiss das ich irgendwann sterben muss und das dann mein Leben zu Ende ist. In meinem bisherigem Leben habe ich getan was ich für richtig hielt. Ich kann jeden Morgen in den Spiegel schauen, ohne das mir übel wird. Weiterhin hoffe ich, noch viel von meinem Leben zu erleben.
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Irgendwelche Fantasiegestalten, Osterhasen, Zahnfee, abstruse Götter oder sonstigen Unsinn muss ich nicht haben. Für diesen ganzen Unsinn fehlt jede Basis! Der Papst glaubt selber nicht an einen Gott, sonst würde er nicht so unmenschliches Zeug von sich geben. Wer aber einen Glauben braucht, weil er sonst nicht klar kommt im Leben, soll seinen Glauben weiter ausleben, solange er nicht das verlangen hat Atheisten töten zu wollen!

Es gibt Menschen, die durch den Glauben besser mit etwas umgehen können, das will ich ihnen niemals in Abrede stellen !!! Ich gehe mit dem Tod eines geliebten Menschen so um: Ich lasse mich in den vielen schönen Erinnerungen, die ich mit diesem menschen erleben durfte , fallen und schöpfe daraus Kraft und nehme mir Vorschläge mit für mein eigenes Leben. Ansonsten gehe ich genau so damit um wie ein Gläubiger damit umgeht, dass immer die Menschen zu erst gehen müssen, die man am meisten geliebt hatte. Und dass die Menschen, die sehr streng gläubig sind, mit unheilbaren Krankheiten gestraft werden und es dann mit einer Prüfung Gottes entschuldigt wird, dass es den "heiligen Krieg" gibt". Es tut mir leid, aber durch diese Gründe wurde mir der Glauben an die Religionsgemeinschaft - also Sekte - Kirche - egal ob Evangelische, Katholische oder irgendeine Andere rabiat genommen.

Jeder Mensch trauert wenn er einen geliebten Angehörigen verloren hat. Nur flüchten sich Atheisten nicht in eine Scheinwelt in der sie sich einreden, dass eben diese Menschen nun an einem besseren Ort wären. Sie akzeptieren die Realität und den Verlust.
traurig, dass du so denkst. aber danke für die Antwort...
Kaffeesatz am 14. März 2009 00:37 Der Tod als solches ist traurig, aber ich weiß nicht was an meiner Antwort traurig sein soll. Ich finde es vielmehr traurig, wenn sich Menschen Dinge einreden, nur damit es ihnen besser geht. Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Leben nach dem Tod. Wenn man das akzeptiert ändert das nichts an den Gegebenheiten. Der Mensch, den man einst geliebt hat, ist von einem gegangen. Das ist der Lauf der Dinge und das muss man hinnehmen.
Unchrist am 14. März 2009 11:32 Sehr schön zusammengefasst! DH
Hätte meine Antwort dann eigentlich sparen können.

Der Schmerz über den Abschied von einem geliebten Menschen ist bei den Meisten von uns bestimmt genau so groß, wie bei den gläubigen Christen.
Der Unterschied liegt nur darin, daß wir an kein Wiedersehen irgendwo im Himmel glauben.

Ich war innert kurzer Zeit an zwei Beerdigungen. Der jeweilige Pfarrer hat wunderschöne Worte gesprochen, aber für mich waren es, so beim Zuhören, einfach nur leere Worthülsen. Es ist für mich kein Trost, wenn man sagt, der Verstorbene ist heimgegangen zu seinem Schöpfer usw.. Den Verlust muss man trotzdem selber verarbeiten und damit fertig werden.

vor kurzem ist unser hund gestorben... meine tochter war natürlich (trotz ihrer fast 19 jahre) fix und alle.. ich konnte ihr nur sagen: sei nicht allzu traurig, er ist jetzt mit unserer miez (die vor paar jahren gestorben ist) zusammen... es hat ihr vielleicht bissel über die trauer hinweggeholfen, obwohl wir nicht an ein leben nach dem tot glauben...
FrikadellenFan am 13. März 2009 22:57 DH!

Ich tröste meine Kinder auch auf diese Weise, auch wenn ich es selbst nicht glaube. Die Endgültigkeit des Todes ist sonst zu schlimm. Ich selber kann damit umgehen. Für den, der tot ist ist es ja nicht schlimm. Und wir anderen müssen damit leben.
hab schon erlebt, dass dann einige dann gläubig werden, weil sie es einfach nicht ertragen.
juergenmakati am 13. März 2009 23:00 dann sind es keine atheisten
keine mehr... ;)
Also ich bin Atheist und trauere wie jeder andere auch. Trauer hat nichts mit dem Glauben sondern mit Liebe zu tun denke ich... Glaube wird bei so einem Thema immer überbewertet.... den egal welcher Glaube oder Nichtglaube, wenn ein geliebter Mensch stirbt sind alle gleich. Und wer sagt das Atheisten nicht an Wiedergeburt glauben ???? Ich glaube nicht an Gott Allah etc. kann mir aber rein theoretisch vorstellen das nach dem Tod auch noch etwas kommt.....
wernilein am 8. September 2009 07:45 So denke ich auch,kann ja sein das es schon jemand erlebt hat,schade das dieser jemand es uns nicht sagen kann,warum soll nach dem Tod nichts mehr sein??
Ja genau,mein Opa hat früher immer gesagt, egal was danach kommt, es muß schön sein denn keiner kam je wieder :-))!!
Zumindest in dieser Hinsicht beneide ich religiöse Menschen - sie können sich einreden, dass ihre "Lieben" im Himmel sitzen und sich mit Dr. King und Mutter Teresa "vergnügen",während ich mir lediglich vorstellen kann,wie meine Großmutter (an dieser Stelle Grüße an das große schwarze Nichts!)verrottet.

Ganz normal wie andere auch......
Die Frage hört sich irgendwie komisch an.... als ob Atheisten andere Charaktheristische Züge hätten ;)
lg
dacht ich auch gerade.... ich wußte auch nicht dass ich anderst bin nur weil ich nicht an gott glaube... was mach ich jetzt nur :-))
Weil es so viele Atheisten gibt (auch in den Kirchen), darum gibt es so viele Depressive heutzutage. Eine Zeit lang versucht man noch, sich irgendwie zu trösten, aber früher oder später ist es aus mit dem Trost. Schade! Man könnte es besser haben, wenn man sich an (den zunächst noch imaginären) Gott wendet und IHN (in Ausdauer) um Aufklärung bittet. Was er tut. Und dann kommt die Freude. Sonst gibt es mit der Zeit nur Verzweiflung und/oder Aggression.
Jeder Mensch muss sterben, sonst wär bald kein Platz mehr auf der Erde, so wie auch jedes Tier oder Lebewesen allgemein sterben wird. Auch die Erde selbst wird eines Tages gestorben sein. Und Gott ist schon lange tot!

Ich bin zwar keiner, aber ich vermute mal ganz stark, dass das sehr unterschiedlich ist.
Solipsist am 14. März 2009 13:28 Gute Antwort.
Ich persoenlich bin Atheist gewwesen,als meine Mutter vor knapp 9Jahren verstorben ist.. Es war sehr schwer und natuerlich nicht zu begreifen,obwohl es aufgrund ihrer Kranheit abzusehen war! 2Tage nach ihrem Tod ist sie zurueckgekommen um sich zu verabschieden. Wir hatten keine Gelegenheit dazu. Seither wurde ich eines Besseren belehrt..Meine Denkweise ueber den Tod,als ich noch Atheist war,war schlicht und einfach:Nichts. Man stirbt und da ist nichts mehr! Wie dumm ich mal gewesen bin.. Ich glaube auch nicht an Gott und die Geschichte die uns in der Bibel aufgetischt wird(mal ehrlich seit wann koennen Schlangen sprechen??) aber ich bin mir sicher das es da etwas Hoeheres gibt,wie man es bezeichnet oder welchen Namen man dem gibt ist jedem selbst ueberlassen..
genauso wie jeder andere auch! Ich denke man kann froh sein, wenn man die ganzen Verwandten nicht mehr wiedersieht und schon gar nicht in dem Zustand wie sie zuletzt waren!

Man trauert genau so. Aber es hilft auch, wenn man sich dann nicht zu viele Gedanken macht. Bringt ja nichts und macht es nicht besser.
auch atheisten finden worte des trostes, dessen kannst du sicher sein. theisten trösten sich ja nicht nur mit dem himmel, denn dann würden sich alle theisten nach dem tod geliebter menschen umbringen, um bei ihm zu sein. jedoch für atheisten und theisten ist wichtig, daß das leben weitergeht, daß man an den verstorbenen denken soll, sich erinnern, in seinem namen handeln, und ob der verstorbene zu leiden hatte. das alles tröstet... das in worte zu fassen klingt für einen trauernden aber genauso platt wie der trost mit dem wiedersehen im himmel.
juergenmakati am 13. März 2009 22:59 dann kennst du keine atheisten. wir sind nur ein teil des universums wir kommen wir gehen. früher oder später. wir haben unser teil für die evolution getan ( hoffentlich) andere gezeugt. das ist unsere aufgabe. danach haben wir unser werk getan und können von der bühne verschwinden.
oh, ich kenne also meine kindheit nicht? weiß nicht, worin ich früher trost fand und womit getröstet wurde? danke für die aufklärung.
Das hast du schön gesagt.
habs ja erleben müssen,....