Frage von wanshitong, 67

Wie gehe ich mit meiner Depressiven Mutter um?

Hallo,

ich bin 20 (m) und habe eine Depressive Mutter.

Ihr Mann, also mein Stiefvater ist vor nichtmal 2 Monaten im Alter von 50 an Bauchspeichel-Drüsenkrebs verstorben.

Seitdem ist sie teilweise netter zu mir geworden, jedoch hat sich das die letzten 2 Wochen stark verändert. Sie beleidigt mich ständig, macht mich runter und sagt Sachen wie " Du bist zu nichts zu gebrauchen ", " Du lebst dein Leben einfach so weiter; ich kann das aber nicht! ", " Du weisst garnichts! ".

Das ist für mich sehr verletzend, immerhin hat mich mein Stiefvater, seitdem meine Mutter und mein richtiger Vater seit ich 4 war, geschieden sind, aufgezogen. Er war für mich wie ein Vater. Er nannte mich am Sterbebett sogar Sohn. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel geweint, als ich ihn dort liegen sah.

Und trotzdem, kann Sie sowas sagen? Und ja, Sie geht schon zur Psychotherapeutin. Scheint ja nicht viel zu helfen...

ich weiss nicht wie ich damit umgehen soll. Ich mache im Moment eine Schulische Ausbildung im kreativen Bereich nachdem ich nach einer abgebrochenen Ausbildung lange nichts gefunden hatte. Das schlägt mir alles sehr aufs Gemüt, ich habe selbst Depressive Phasen, in denen ich Selbstmordgedanken habe, oder zu meinem Vater ziehen möchte, einfach weil meine Mutter mich Seelisch zu sehr belastet.

Ich weiss wirklich nicht mehr was ich tun soll, ich weiss das Sie sehr angespannt ist und da Sie Arbeitslos ist, existieren wir sozusagen nur noch auf dünnem Eis. Wir haben Glück, dass wir die Wohnung nicht aufgeben müssen. Bald kann sie sich nicht mehr Krankmelden und muss sich Arbeit suchen. Ich weiss garnicht ob Sie das schafft.

Ich habe Angst das Sie sich in einem Impuls das Leben nimmt.

Ich brauche einfach nur einen Rat, ich bin verzweifelt, verängstigt und Hilflos.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo wanshitong,

Schau mal bitte hier:
Psychologie Depression

Antwort
von tellME30, 33

Guten Abend,

erstmal tut mir der Verlust deines Ziehvaters sehr leid und auch das du in so einer schwierigen Situation bist. 

Deine Mutter verhält sich nicht fair dir gegenüber. Sie scheint mit ihrer Trauer völlig anders umzugehen als dies für ihr Umfeld und wohl auch für sie selbst, besser wäre. 

Ich finde das du nicht nur an deine Mutter denken solltest sondern auf dich. Du hast erwähnt das sie bereits Hilfe in Anspruch nimmt. Du jedoch scheinst allein auf weiter Flur. Vielleicht wäre eine Trauergruppe oder ein Gang zu einem Psychologen auch für dich ratsam? 

Vielleicht wäre ein offenes Gespräch mit deiner Mutter auch sinnvoll. Erzähle ihr wie es dir geht und auch wie du dich fühlst wenn sie solche Dinge zu dir sagt. Ändert sie trotzdem ihr Verhalten nicht dann rate ich dir auszuziehen. 

LG 

Kommentar von wanshitong ,

Danke tellME30, ich werde beides tun und sehen was ich damit erreichen kann.

Antwort
von FruityGirl, 14

Hey <3

Das tut mir Leid, dass es für dich so schwierig läuft und dass du deinen Stiefvater verloren hast. Das ist eine ziemlich schwierige Situation in der du bist und ich bin sehr stolz auf dich, dass du es soweit geschafft hast mit deiner Mum und dass du dich darum kümmerst.

Wenn deine Mum solche Sachen zu dir sagt und dich dabei verletzt, dann macht sie das wahrscheinlich nur weil es ihr so schlecht geht. Es ist super, dass sie zum Psychotherapeuten geht und ich bin mir sicher, dass sie dich sehr liebt. Wahrscheinlich weiß sie momentan nicht, was sie machen soll. Deswegen ist es glaube ich am besten, wenn du einfach bei ihr bleibst und versuchst ihr zu zuhören, wenn sie reden will oder etwas erklären versucht. Wen sie sagt, dass du gar nichts verstehen würdest. Dann sag ihr, dass du es aber gerne versuchen würdest und dass ihr es zusammen schaffen könnt.

Mir ist klar, dass das eine ziemlich große Belastung ist für dich und das beste was du in dem Fall tun kannst, ist ein Tagebuch zu schreiben, in dem du deine Sorgen und Ängste und vlt auch Wut sozusagen "rausschreibst". Das hat mir sehr geholfen, als ich gar nicht mit meinem Leben zurecht kam. Du kannst dir immer Hilfe und Unterstützung suchen, ich denke es gibt viele Menschen, die dir gerne helfen wollen und auch ich, ich bin gerne für dich da, wenn du reden willst oder Fragen hast. Was auch immer! <3

Auf jeden Fall solltest du dein eigenes Leben nicht aufgeben und dich in deine depressiven Phasen, wenn es dir nicht so gut geht, dich um dich selbst kümmern und mal deinen Lieblingsfilm anschauen, Schokolade essen und dich ins Bed kuscheln. Du verdienst Ruhe! Wenn du momentan deine Arbeit nicht schaffst und es dir zu viel wird, kannst du dich glaube ich an die Sozialhilfe wenden, ich weiß aber nicht genau wie das läuft. ich kann dir, wenn du willst, ein paar Links zu Webseiten schicken, die Menschen unterstützen und die mir auch sehr geholfen haben, mit positiven Beiträgen etc.

Um eine Sache will ich dich aber bitten, bitte bringe dich nicht um! Ich kann dir sagen, dass es besser werden wird. Es mag eine Zeit dauern, ab er du und deinen Mum, ihr könnt es schaffen und wenn du Hilfe brauchst oder deine Mum sich umbringen will, ruf Hilfe, ruf die Polizei an, bitte deine Freunde dir zu helfen oder wende dich an mich hier <3

Wie wäre es, wenn ihr euch gegenseitig unterstützt und euch z.B. einen süßen Spruch auf einem Zettel an den Kühlschrank hängt zur Aufmunterung und Motivation, nicht aufzugeben? Da gibt es sehr viele Sprüche und ihr könnt euch einen suchen, der euch beiden gefällt. Zudem könnt ihr Schritt für Schritt überlegen, wie ihr weitermacht. Sie wird weiter zum Psychotherapeuten gehen und du wirst deine Ausbildung/Studium fertig machen. Ihr könnt auch nach einer Beratung fragen beim Sozialamt!

Ihr werdet das schaffen, wenn ihr es wollt und dafür kämpft und nicht ganz hoffnungslos nach vorne blickt und euch sagt, ihr werdet es zumindest versuchen, dann werdet ihr eine Weg finden!

Liebe Grüße <3 Ich hoffe euch und vorallem dir geht es bald besser!

Antwort
von adianthum, 9

Zuerst einmal mein Mitgefühl.

Googel einmal nach den Trauerphasen, da gibt es verschieden Modelle. Aber sie sind sich alle sehr ähnlich.

Menschen gehen unterschiedlich mit dem Verlust eines geliebten Menschen um. Das ist genauso individuell, wie jeder Mensch einzigartig ist.

Deine Mutter ist derzeit nicht in der Lage, deine Gefühle wahr zu nehmen, weil sie viel zu sehr in ihren eigenen gefangen ist. Sie hat subjektiv betrachtet (aus ihrer Sicht) "mehr" verloren als du, denn du hast ausser ihr ja noch deinen Vater.

Außerdem hat die Beziehung zwischen Partnern eine andere Wertigkeit als die zwischen Kindern und Eltern.

Damit will ich keinesfalls ausdrücken, dass die Beziehung zwischen Kind und Stiefvater/mutter weniger "wert" ist.

Sie sieht, dass du in der Lage bist dein Leben (scheinbar unberührt) weiterleben kannst. Das legt sie eindeutig falsch aus. Aber sie kommt nicht aus ihrer Haut.

Ich denke, dass du in einem günstigen Moment das Gespräch suchen und ihr erklären solltest, dass du nicht weniger traurig bist als sie, aber dass du anders damit umgehst.

Und dass du dich durch ihr Verhalten sehr verletzt fühlst, denn du hast diesen Mann auch sehr geliebt. Du findest es nicht ok, dass sie dir unterstellt, dass du weniger/falsch traurig bist, nur weil du es eben anders machst als sie.

Bitte sie, dich nicht als Ziel zu nehmen, wenn sie aus Trauer "um sich schlägt", denn innen drin leidest du genauso wie sie. Das hast du nicht verdient!

Es kann noch eine ganze Weile dauern, bis ihr soweit seid, dass euer Leben wieder langsam in "normale" Bahnen kommt.

Achtet auf euch, und seit achtsam miteinander. Ihr seid beide getroffen durch den Tod deines Stiefvaters, da solltet ihr euch nicht noch gegenseitig zusätzliche Wunden schlagen.

Ich wünsche euch Kraft und dass ihr einen Weg findet, der euch nicht trennt, sondern euch zueinander führt!

Alles Gute

Antwort
von Seanna, 10

Wende dich an den sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt.

Nummer gibt's beim Gesundheitsamt und die Beratung ist für dich kostenlos.

Ist explizit auch für hilflose Angehörige. Die haben auch Psychiater die je nach Fall zu einem nach hause kommen.

Antwort
von Indivia, 5

Hallo,

denek mal drüber nach der Mann deiner Mutter ist erst vor 2 Moanten gestorben,man rechnet eine Trauerphase von im Durschnitt 1 Jahr.

Ich war damals sogar schockiert ,als meine Mutter nach nur 6 Monaten bereits einen neuen Freund hatte.

Und ja ,jeder hat seine eigene Art zu trauern,vielleicht truaerst du anders und sie empfindet es so,als würde s dir nix ausmachen.( War bei mir auch so, nur die Tränen nachts sah niemand)

Seit wann geht sie zur Therapeutin? Eine Therapeutin kann keine Wunder verbringen! Ich war 2014 in der Psychiatrie udn gehe seit ca einem jahr auch alle 1-2 Wochen zur Therapie und oft sehen aussenstehende minimale Schritte gar nicht und manchmal  muss man auch einen Schritt zurück gehen um 2 vorwärts zu kommen. Und bei mir geht es seitdem Jahr "nur" um Durchsetzungsvermögen, Grenzen setzen etc. Und ich nehme dazu auch noch AD.

Natürlich kann sie sich weiterhin krank medlen, dann würde sie erstmal krankengeld bekommen und ggf ergänzendes alg2,,man muss euch 6 Monate zet lassen eine neueWohnung zu finden,falls eure zu teuer ist.

Falls du meinst das es gar nicht mehr geht,solltet ihr vielelicht auch einen Aufenthalt in der Psychiatrie in Erwägung ziehen.

Antwort
von xbellyx, 13

An erster Stelle, hoffe ich für dich, dass deine es deiner Mutter schnellstens besser geht.. und an zweiter Stelle, ist es im Prinzip ganz 'einfach'... In solchen Momenten brauchen Leute, etwas zum Festhalten, sie brauchen diesen Halt, um nicht abzustürzen. Sei du der Halt in ihrem Leben, sie erlebt eine furchtbare Zeit, zeig egal wann deine Liebe. Zeig ihr deine Zuneigung, verstecke sie nicht, selbst, wenn sie dich beleidigt. Letztens wurde ein Vortrag gehalten über ein ähnliches Thema, es ging hauptsächlich um Familie und Liebe und diese zwei Dinge darf man niemals auseinander halten. Sag ihr oft, dass du sie liebst, sag ihr wie wichtig sie dir ist, sag ihr, dass sie wunderschön ist, wenn sie lächelt, sag ihr, dass du sie braucht und sie dich braucht... Familie ist so unheimlich wichtig .. ❤

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