Frage von Lilly0016, 77

Wie gehe ich mit dem Drang des Selbstverletzens um?

In letzter Zeit kommt es immer öfter vor, dass ich wieder den Drang habe, mich selbst zu verletzen. Eigentlich will ich das nicht. Doch andererseits will ich es. Der Druck wird immer stärker.

Doch ich habe Angst. Wovor? Ich bin mir nicht sicher.... Ich habe Angst vor mir selbst. Angst vor dieser Stimme in meinem Kopf, die mich wieder in eine Essstörung drängen will. Die Stimme, die mir einredet, dass ich nicht mehr leben will, dass ich immer tiefer schneiden will.

Das letzte Mal(~Mitte des Jahres) habe ich viel tiefer geschnitten als sonst. Die Wunde hat geklafft und ich habe was weißes gesehen... Ich hab immer noch eine deutliche Narbe davon.

Ich habe Angst, dass die Narben immer stärker sichtbar bleiben. Leichte Narben, die man nur bei genauerem hinsehen sieht, mag ich. Sie zeugen von Stärke, von Kampf. Doch große, sichtbare Narben schreien nach Aufmerksamkeit.

Ich habe keine Angst vor ANA(Anorexia Nervosa, Magersucht). Ich sehne mich nach dem Gefühl des leeren Magens, nach dem Schwächegefühl. Doch ich werde, sobald ich versuche aufzuhören, wieder nur immer und immer fetter.

Ich hasse mich. Ich hasse meinen Körper. Ich hasse diese Stimme.

Das soll kein Schrei nach Aufmerksamkeit werden. Ich versuche gegen all das zu kämpfen- doch ich merke, dass ich es so nicht schaffe.

Was kann ich bloß machen?

PS: Keine Antworten wie: "Geh zum Psychologen" oder so. Danke...

Antwort
von Wischmooop, 77

Zum Ritzdruck gibt es einige Dinge die du machen kannst die dir VORÜBERGEHEND helfen zb: Eiswürfel auf die Pulsader legen für einige Zeit oder mit einem Gummiband gegen dein Handgelenk schnalzen. Wenn das aber so schlimm wird mit den Selbstmordgedanken -musst- du mit deinen Eltern oder einer anderen Person darüber reden. Was auch noch hilft ist sich abzulenken wie zb: joggen, computer spielen, fernsehen etc.

Kommentar von Lilly0016 ,

Ich kann mich leider kaum mehr ablenken. Ich schaffe es auch manchmal nicht zur Schule zu gehen/erst später zu gehen/muss früher gehen

Kommentar von Wischmooop ,

Wenn das schlimmer wird musst du aber mit jemandem drüber reden... Du musst das echt als Erkrankung ansehen die dir nicht peinlich sein soll. Wende dich wenn das schlimmer wird an Leute in deinem Umfeld wie deine Eltern. Du musst dazu eine Lösung finden bevor das wieder schlimmer wird. Viel Glück und bleib hoffnungsvoll.

Antwort
von mxxnlxght, 43

Liebe Lilly0016,

es bringt nichts, die Ratschläge von Psychologen abzulehnen. Diese Menschen wollen dir helfen

Ich habe mir schon einige Antworten und Kommentare durchgelesen.

Über Therapie sollte dir eines klar sein:

- Sie nützt dir nur etwas, wenn du dir helfen lassen willst.

Wenn du dir bewusst ist,ein Problem zu haben, solltest du es angehen. Alles andere ist Schwachsinn, und du wirst nie zu einem anständigem Ziel kommen. Du wirst immer diese Fragen haben, dich in einem immer kleineren Kreis drehen.... bis es irgendwann zu spät ist!

Wenn du zu einem Therapeuten/Psychologe gehst, ihm um ernsthafte Hilfe bittest, wird er dir Dankbar sein! Aber der Psychologe selbst kann dich nicht reparieren. Allein du kannst das, du kennst dich selbst besser als jeder Psychologe. Er sitzt nur neben dir und gibt dir Anweisungen/Tipps, aber die Veränderung kannst nur du beeinflussen (oder auch nicht). Es ist kein Kinderspiel, sich mit sich, als Menschen, auseinanderzusetzen. Spaß macht es auch nicht. Aber notwendig!

Ich erzähle dir mal was..

Ich (w/17) wohne seit 16 Jahren in einer Pflegefamilie. Warum? Weil meine leibliche Mutter ihre Therapie abgebrochen hat. Sie hatte ein Problem, hat es gehandhabt und bereut es. Ich habe inzwischen Kontakt zu ihr, weißt du, was sie mir sagte? "Kind, mach deine Therapie, so lange du noch jung bist! Ich habe es damals vermasselt, mir kann nicht mehr geholfen werden. Mache nicht den gleichen Fehler wie ich." 

Irgendwann wirst du dankbar über die Therapie sein. Es ist nicht so.. Schwupp, haha, du bist wieder gesund. Psychische Krankheiten sollte man nicht mit einer kleinen Erkältung vergleichen! 

Vielleicht hast du ja einfach den falschen Psychater erwischt. Man sollte einen haben, auf dem man sich einlassen kann. Die Suche ist nicht immer einfach. Er muss einem Sympatisch sein und eine gewisse Empathie mitbringen. 

Ich hoffe, das bewegt dich zum Nachdenken. Denn ich verstehe dich, und weiß, von was ich rede.  

LG.

Antwort
von pilot350, 58

Wer sonst kann dir helfen . Du brauchst dringend hilfe. Nicht nur wegen der selbstverletzung, auch wegen der stimmen. Ohne psychologische hilfe kommst du da nicht raus und verfällst dem wahn.

Kommentar von Lilly0016 ,

Also ich meine mit "Stimme" mein Gewissen und so. Also ich höre diese "Stimmen" nicht

Antwort
von Enzylexikon, 57

PS: Keine Antworten wie: "Geh zum Psychologen" oder so. Danke...

Auch wenn du es nicht hören bzw. lesen magst, ist das letztlich die einzig sinnvolle Antwort - vertraue dich einem Menschen an und suche dir professionelle Hilfe.

Das soll kein Schrei nach Aufmerksamkeit werden. Ich versuche gegen all das zu kämpfen- doch ich merke, dass ich es so nicht schaffe.

Wie schon gesagt, du benötigst professionelle Hilfe und keine Online-Laienpsychologen.

Was kann ich bloß machen?

Suche dir professionelle Hilfe.

Kommentar von Lilly0016 ,

Ich war schon 2x bei einem Psychologen in Therapie. Jedes Mal bin ich danach wieder abgerutscht und es wurde jedes Mal immer schlimmer.

Kommentar von Enzylexikon ,

Du wirst es jedenfalls sicher nicht alleine schaffen und irgendwelche gut gemeinten Ratschläge werden auch keine dauerhafte Hilfe sein.

Warst du mit deinem Therapeuten ehrlich? Oder hast du versucht, die Dinge anders darzustellen, als sie es eigentlich sind?

Eine Therapie setzt Vertrauen voraus und der Erfolg einer Therapie kann durch den Grad der Ehrlichkeit steigen.

"Durchhänger" und Krisen in einer Therapie sind normal, dann heißt es weitermachen

Kommentar von Lilly0016 ,

Ich war ehrlich.... Glaube ich

Kommentar von Enzylexikon ,

Weshalb endete die Therapie denn? Hast du abgebrochen?

Eine Therapie ist kein Wundermittel und man kann innerhalb von ein paar Monaten keine großen Fortschritte erwarten. Da muss man langfristig denken, auch wenn der Leidensdruck hoch  sein mag.

Kommentar von Thaliasp ,

Du glaubst es, bist dir aber nicht sicher? Dann würde ich nochmals einen Anlauf nehmen, so ist doch das Leben quälend für dich. In einer therapeutischen Zweierbeziehung muss es um Ehrlichkeit gehen. Nur so kann dir geholfen werden und du kannst nach und nach den Druck abbauen. Ich hatte früher nebst der Magersucht auch Phasen wo ich mich selbst verletzt habe. Alle Gründe die zu deiner Krankheit geführt haben können in einer Therapie aufgedeckt und verarbeitet werden.

Antwort
von Flupp66, 59

Hey,

Ich kann dich gut verstehen.

Frage mich aber, warum du keine Hilfe willst? 

Kommentar von Lilly0016 ,

Ich war schon 2x bei einem Psychologen in Therapie. Jedes Mal bin ich danach wieder abgerutscht und es wurde jedes Mal immer schlimmer.

Kommentar von Flupp66 ,

Dann waren es offensichtlich nicht die richtigen.

Oder die Therapie ging nicht lang genug. Es ist normal, dass es einem auch wieder schlechter geht in Therapie.

Kommentar von pilot350 ,

Nur wer sich helfen läßt dem kann man helfen.

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