Frage von martinwerb, 144

Wie gehe ich gegen verwirrten Vermieter vor?

Kurze Schilderung Sachverhalt: 2013 Wohnung bezogen (Mietvertrag für ein Jahr weil Haus mieterfrei verkauft werden sollte). 2014 Vermieter will Haus doch nicht verkaufen (Habe normalen Mietvertrag erhalten). 2015 Vermieter will doch Haus verkaufen (Mündliche Zusage dass ich als Mieter weiter wohnen bleiben kann). 2015 (September) Vermieter benimmt sich daneben, ich weise ihn zurecht, Vermieter kündigt mir darauf mit Eigenbedarfsgrund. (Rechtlich gesehen hat Vermieter sehr schlechte Karten) 2016 (Februar) Vermieter bittet mich schriftlich, „ich entschuldige mich für mein Verhalten und bitte Sie um ein persönliches Gespräch damit das Mietverhältnis evtl. doch fortgesetzt werden kann“!

Schon etwas seltsam der Typ!! Meine Fragen: 1. Soll ich einem persönlichen Gespräch erst zustimmen, wenn ich zuvor eine schriftliche Rücknahme seiner Kündigung erhalte? (Bei Gesprächen kann man Vermieter durchaus als Münchhausen ansehen!!) 2. Ich gehe davon aus, dass das Haus verkauft wird (Vermieter ist pleite). Wenn Vermieter aktuelle Kündigung zurückzieht, kann ich dann einen Mietvertrag erstellen lassen worin ich gegenüber einem neuem Besitzer abgesichert wäre? (ich will zumindest noch 4-5 Jahre hier wohnen bleiben) Danke für sachliche Hinweise.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 51

Zunächst einmal bist Du in der Situation, dass der Mietvertrag ohne Deinen Widerspruch beendet wurde. Selbst wenn der Vermieter erst Räumungsklage einreichen müßte, wäre es ggf. notwendig, dass Du relativ kurzfristig woanders unterkommst. Hast Du so eine Möglichkeit in Aussicht? Deine Position in Verhandlungen wäre damit deutlich besser.

Aber auch so: Wenn der Vermieter jetzt ein Gespräch sucht, sich entschuldigt hat und nun das Mietverhältnis fortsetzen will, kannst Du ruhig einem Gesprächstermin zustimmen. Schriftlich könntest Du natürlich ein Dokument vorbereiten, in dem sinngemäß steht, dass das Mietverhältnis entsprechend dem bisherigen Mietvertrag fortgesetzt wird. Beide Seiten vereinbaren einen Kündigungsverzicht bis zum Datum xx.xx.xxxx. Wobei dieser Verzicht maximal 4 Jahre betragen kann. Grundsätzlich gilt, Kauf bricht nicht Miete. Es kann durchaus Käufer geben, die gerne ein vermietetes Haus als Renditeobjekt kaufen, wenn die sonstigen Bedingungen stimmen.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 59

Der Vermieter braucht die Kündigung nicht zurück nehmen. Die Kündigungsfrist war am 30.11. bzw. 31.12.2015 um.

Offensichtlich hat keiner der Fortsetzung des Mietverhältnisses widersprochen. Folglich gilt es unverändert weiter. Ein neuer Vertrag ist nicht nötig.

Du könntest versuchen den VM zu einer Zusatzvereinbarung in der er bis 2020 oder 2021 auf eine Kündigung wegen Eigenbedarf verzichtet. Diese Vereinbarung wäre dann Bestandteil des Mietvertrages und würde auch für den neuen Vermieter gelten.

Allerdings müßte der aktuelle Vermieter schon sehr verwirrt sein so eine Vereinbarung zu Unterschreiben.

So am Rande, soll das Haus als ganzes oder die Wohnungen einzeln verkauft werden?

Kommentar von martinwerb ,

zum 31.12. gekündigt worden, am 13.01. Widerspruch nach §545 eingelegt.
Ok, ich hätte nichts gegen einen Mietvertrag bis 2020. Wo kann man das nachlesen, dass dies auch für Folgevermieter bindend wäre?
Der Vermieter ist recht dumm, das liegt an seinem cholerischem verhalten :) …
Das haus wird als Ganzes verkauft.

Kommentar von anitari ,

Wo kann man das nachlesen, dass dies auch für Folgevermieter bindend wäre?

§566 BGB, Kauf bricht nicht Miete

Da binnen 2 Wochen nach Ende der Kündigungsfrist der stillschweigenden Fortsetzung widersprochen wurde, ist das Mietverhältnis definitiv beendet. Sprich der "Mieter" nur noch geduldet. Er, der Mieter, hat es ja wohl auch versäumt der Kündigung zu widersprechen.

Genau genommen könnte der Vermieter jetzt Räumungsklage einreichen.

Sooo dumm scheint der Vermieter nicht zu sein.

Ist es ein Haus mit mehr als 2 Wohnungen?

Kommentar von martinwerb ,

Mir ist bekannt, dass der Vermieter keine Chance hat vor Gericht die Räumungsklage durch zu bekommen! Ist mir bekannt, kauf bricht nicht Miete und 14 Tage Frist auch… alles schon erörtert worden. Ich habe absichtlich kein Widerspruch eingelegt!! Ja, das Haus hat mehr als 2 Wohnungen… Vermieter hat mich zu einem Gespräch gebeten und darauf hingewiesen das ich weiterhin wohnen bleiben kann…mir geht es jetzt nur darum, das er Kündigung zurück zieht und ich abgesichert bin… letztendlich suche ich gerade nach einer Formulierung die er mir unterschreiben soll..

Antwort
von schelm1, 34

Schreiben Sie ihm dass Sie seine Entschuldigung akzeptiern und seinen Vorschlag zur Forstesetzung des Mietverhältnisses hiermit angenommen haben.

Antwort
von oppenriederhaus, 84

Verkauf des Hauses ist kein Kündigungsgrund. Der neue Besitzer muss den Mietvertrag übernehmen.

Kommentar von martinwerb ,

bin ja schon gekündigt worden wegen angeblichem eigenbedarf. vermieter hat erkannt das er was falsch gemacht hat... mir geht es nur um neuen eigentümer, der mich ja durchaus wegen eigenbedarf kündigen dürfte.... frage war von mir, kann ich mich jetzt dagegen schützen?

Kommentar von oppenriederhaus ,

aber erst nach 2 Jahren

Kommentar von martinwerb ,

habe es gerade gelesen, bei einem neuen besitzer hätte dieser auch nur 3 monate kündigungsfrist einzuhalten, bei eigenbedarf....

Kommentar von martinwerb ,

gilt das auch bei mietwohnung? ich meine nicht (?)

Kommentar von anitari ,

gilt das auch bei mietwohnung? ich meine nicht (?)

Natürlich. Eine Kündigung wegen Eigenbedarf ist eine ganz "normale" ordentliche (fristgerechte) Kündigung. Bei Wohndauer bis 5 Jahre sind das nun mal 3 Monate Kündigungsfrist für den Vermieter.

Kommentar von martinwerb ,

Soeben war Vermieter bei mir.
Hat sich kleinlaut bei mir für alles entschuldigt und die Kündigung schriftlich zurückgezogen!!
:) …..

Kommentar von imager761 ,

mir geht es nur um neuen eigentümer, der mich ja durchaus wegen eigenbedarf kündigen dürfte.... frage war von mir, kann ich mich jetzt dagegen schützen?

Nein. Selbstverständlich kann der Erwerber mit grundbuchlicher Eintragung die Wohnung für sich selbst benörigen und dir fristwahrend mit ordentlicher Dreimonatsfrist kündigen.

Und ein Verkauf dürfte scheitern, wenn der aktuelle Eigentümer mit dir einen neuen Mietvertrag mit wechseletig vereinbarten Kündigungsverzicht auf 4 Jahre schlösse. Sofern er dies überhaupt könnte, weil euer unbefristeter, gesetzl. kündbarer Vertrag bereits Gegenstand seiner Verkaufsverhandlungen ist.

G imager761

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