Frage von Taylorlol, 60

Wie gehe ich am besten mit einer sozialen Phobie um?

Hallo liebe Community. Ich bin 21 Jahre jung und möchte kurz auf meine Situation eingehen. Ich hatte früher, sprich von 16 bis 19, Kontakt mit Drogen. Erst waren es milde wie Cannabis, danach auch welche wie Lsd oder Amphetamin, wo ich auch öfters Bekanntschaft mit einem sogenannten Horrortrip hatte. Ich werde nie wieder Drogen anrühren. Ich hatte dabei ein Gefühl von Angst und Unsicherheit und sah bzw hörte Sachen auf die ich nicht näher eingehen werde. Dadurch hatt sich meine soziale Phobie, um die es mir heute geht leider verstärkt. Ich leide unter Gedankenkreisen, Ängstlichkeit, Unsicherheit und mir fällt es allgemein schwer unter Menschen zu weilen obwohl ich eigentlich ein lebenswerter Mensch bin und immer versuche freundlich zu sein. Ich Frage mich vor bevorstehenden Momenten immer ins negative wie alles ausgehen könnte und bekomme diese Fehlleitung sehr schwer aus meinem Kopf. Manchmal fange ich unter Leuten an leicht zu zittern, meine Sprache verstummt und ich kehre in mich, aus Angst ich könnte etwas falsches tun. Momentan nehme ich Medikamente gegen meinen Zustand und es zeigen sich vereinzelt Besserungen, die wieder umschlagen. Vll. Geht es hier jemandem gleich und kann mir Tipps und Tricks zu diesem Thema geben. Ich bin es Leid jeden Tag mit einem grübeln über die Vergangenheit oder über Bevorstehendes zu starten.

Ich bedankte mich im Vorraus an die Leute die dieses Thema ernst nehmen.

Sätze wie hättest du nicht mit den Drogen angefangen oder derart gleichens sind mir bewusst und dürfen gerne vermieden werden. ;) Ich würde nie wieder Drogen nehmen !!! Hierbei möchte ich anmerken das dieser Zustand sowohl auch davor schon leicht bestand. (Mobbing, Gewalt)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DODOsBACK, 31

Falls es dir nicht auffällt: die Drogen waren der Versuch einer Selbstmedikation. Und sie haben nicht funktioniert. Also verlass dich nicht auf die "legalen" Pillen, sondern nimm dein Leben selbst in die Hand.

Dass nicht immer die schlimmsten Befürchtungen wahrwerden, lernst du am schnellsten, indem du schwierige Situationen durchhältst.

Das bedeutet, dich nicht zurücklehnen und drei Kreuze zu machen, wenn es endlich vorbei ist, sondern anzuerkennen, dass es nicht mal halb so schlimm war wie befürchtet. Und dir vorzunehmen, beim nächsten Mal ein kleines bisschen entspannter an die Sache ranzugehen.

Du bist viel zu lange vor deinem Leben weggelaufen, und du suchst immer noch Ausreden und Entschuldigungen... Egal, wie du es nennst, DU bist für dein Handeln, Denken und Fühlen verantwortlich. Und solltest lernen, deine Ängste in den Griff zu kriegen.

Misserfolge und auch "Blamagen" gehören zum Leben dazu und sind wesentlich leichter zu verkraften, wenn man sie nicht als Ende der Welt sieht, sondern als etwas, aus dem man lernen kann...

Und du musst noch viel lernen. Aber je öfter du dich deinen Problemen stellst, desto schneller kriegst du sie in den Griff.

Erlaube dir, du selbst zu sein - wenn du deine Schwächen akzeptierst, musst du nicht mehr unerreichbaren Zielen hinterherjagen, sondern "darfst" auch mal mit dem zufrieden sein, was du schaffst...

Kommentar von Taylorlol ,

Vielen Dank für deine Antwort. Ich kann von Glück reden das ich ein Mensch der Tat bin, somit konnte ich mir auch schon meinen Gesellenbrief erarbeiten und Sitze oder liege nicht tatenlos auf der Couch. Ich stelle mich auch des öfteren Situationen denen ich gerne aus dem Weg gehen würde, aber dennoch wollen diese Gefühle nicht ganz verschwinden und es fühlt sich an wie eine Mauer, die ich immer aufs neue zertrümmern muss. Manchmal sind Bauwerke dabei, die mich extrem aus der Spur werfen wollen. Ich versuche stets am Ball zu bleiben und meine Ziele zu fokussieren. Ich wünsche mir dies mit innerlichem Frieden und nicht einem Leben das ich als Kampf bezeichne. Ich werde mir deine Ratschläge durch den Kopf gehen lassen. 

Mfg.

Kommentar von DODOsBACK ,

Jedesmal mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, ist nicht nur schmerzhaft und anstrengend, sondern oft einfach ... überflüssig!

Du scheinst zu glauben, dass du ständig kämpfen musst. Ist das wirklich nötig?

Um in deinem Bild zu bleiben: Du darfst auch mal um eine Mauer herumgehen. Oder an die Tür klopfen.

Und du solltest deine "Hauptziele" gelegentlich überprüfen: Menschen mit geringem Selbstvertrauen stellen meistens viel zu hohe Anforderungen an sich selbst - und verurteilen sich damit selbst zum Scheitern.

Vielleicht, weil sie nichts anderes kennen und nie gelernt haben, sich Erfolge zu gönnen...

Kommentar von Verhoerfragen ,

Das ist eine mentale Sache die nicht einfach mal so umhergegangen werden kann. Sie wird Zeit in Anspruch nehmen bis man sich sammelt und heraus findet. Ein Entwicklungsprozess, welches viel hinterfragt und mit der Zeit auch Antworten finden wird. In meinen Augen völlig positive Phase momentan. Also dranbleiben ...

Antwort
von TobiasK98, 36

Hallo. Mir geht es genauso, ich habe zwar nie Drogen zu mir genommen aber aufgrund meiner Kindheit, welche nicht die beste war, habe ich ab und zu ebenfalls solche Momente, wie du sie beschrieben hast. Es ist sehr schwer dagegen anzukämpfen und erfordert viel mut und Bereitschaft etwas zu tun, was einem als unangenehm vorkommt. Heutzutage geht es mir weitaus besser und ich habe tolle Freunde gefunden mit denen ich immer lachen kann und meine probleme erzählen kann und mir auch geholfen wird. Ich habe zwar nicht allzu viele Freunde, aber die sind mir sowieso genug. Mehr als 1-2 beste Freunde und ca. 10-20 "befreundet aber nicht wirklich sehr bedeutsame" freunde reichen erstmals völlig aus um einen glücklich zu machen. Mein tipp wäre es, mit einigen Freundschaften zu schließen und mit denen, die dir am meisten gefallen mehr abzuhängen und kennenlernen. Nach einiger Zeit sollte sich allmählich ein Gefühl von Selbstbewusstsein hervorkommen und man traut sich immer mehr und macht sich weniger Gedanken um unnötige Dinge, welche du oben erläutert hast. Mir persönlich hat es sehr geholfen und es macht immer Spaß mit seinen besten Kumpeln abzuhängen und was zu unternehmen. Du könntest ebenfalls mit deiner Familie reden falls du noch kontakt hast und vielleicht mit deinen Geschwistern (falls du welche hast) einfach was gescheites unternehmen (z.b. essen gehen oder einfach im Park auf eine Bank setzen und über die situation reden) Dass du mit den Drogen aufgehört hast hat schonmal einen Meilenstein zur Problembehandlung gesetzt. Sei immer bewusst dass Drogen niemals wichtiger als irgendwas anderes sind, sei es freunde, verwandte oder Arbeit. Viel Erfolg meinerseits und hab ein tolles Leben :) Es gibt nichts wovor du dich fürchten musst.

Kommentar von Taylorlol ,

Vielen Dank für deine Antwort. Ich werde mir deine Ratschläge mal durch den Kopf gehen lassen. Bisher hab ich mich von sehr vielen Menschen distanzieren müssen und bin froh das ich eine glückliche Beziehung führe die mir dementsprechend Rückenhalt bietet. Auch meine Mutter steht stets hinter mir.

Wünsche dir noch ein erfülltes Leben ;)

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