Frage von Hansanonym, 39

Wie gehe ich als selbstständiger Student mit dem Wechsel von der studentischen KV in die freiwillige KV um?

Folgender Umstand:

  • ich bin student im und fast fertig (es fehlt nur die BA).
  • ich bin seid einigen Jahren Selbstständig mit einem Jahresgewinn von ca. 27t €.
  • meine aktuelle KV weiß nichts von meinem Jahreseinkommen und hat auch nie gefragt
  • ich werde Anfang 2016 30 Jahre alt.
  • ich bin studentisch Versichert.

Aufgrund meines alters muss ich mich m.E. im nächsten Jahr freiwillig als Selbstständiger versichern, das soll auch zunächst kein Problem sein. Das Problem ist wie ich möglichst reibungslos den Wechsel von der studentischen in die freiwillige Versicherung vollziehe ohne, dass ich KV Beiträge nachzahlen muss. Bei der Anmeldung einer freiwilligen KV muss man ja den letzten Einkommenssteuerbescheid abgeben, womit meine KV einen direkten Hinweis auf mein Einkommen im letzten Jahr hätte.

Kann es helfen die KV zu wechseln? Sprich: Die alte Kündigen und sich bei einer anderen freiwillig Versichern? Oder fragt die alte dann auch nach Einkommensnachweisen?

Bei weiteren Fragen eurerseits bin ich gerne behilflich.

Antwort
von kevin1905, 16

meine aktuelle KV weiß nichts von meinem Jahreseinkommen und hat auch nie gefragt

Du bist verpflichtet von dir aus die Kasse über dein Einkommen zu informieren und nicht zu warten bis jemand nachfragt. Mitwirkungspflichten ergeben sich u.a. aus §§ 60 ff SGB I.

Das Problem ist wie ich möglichst reibungslos den Wechsel von der
studentischen in die freiwillige Versicherung vollziehe ohne, dass ich
KV Beiträge nachzahlen muss. 

Gibt es nicht. Die Frage, die sich stellt ist ob du dich hier bereits strafbar gemacht hast. Meiner Meinung nach schon, Vorsatz lese ich aus deiner Frage heraus, Vermögensvorteil ist dir auch entstanden (§ 263 StGB).

Die Beiträge hast du nachzuzahlen, ohne wenn und aber für die letzten 4 Jahre, wenn die Kasse zu dem Schluss kommt, dass deine Selbständigkeit Mittelpunkt deines Erwerbslebens war.

Und dann würde ich Daumen drücken, dass die Kasse keine Meldung an die Staatsanwaltschaft macht, denn sonst brauchst du bald einen guten Strafverteidiger und noch viel mehr Geld.

Antwort
von DerHans, 23

Du warst selbst verpflichtet, diese Änderung zu melden. Wenn das heraus kommt wirst du mit einer ordentlichen Nachzahlung zu rechnen haben, Dabei kannst du dann froh sein, wenn du nicht noch eine Anzeige wegen Betrugs bekonmst

Antwort
von DolphinPB, 33

"Ich bin seid einigen Jahren Selbstständig mit einem Jahresgewinn von ca. 27t €. Meine aktuelle KV weiß nichts von meinem Jahreseinkommen und hat auch nie gefragt"

Fragen muss sie auch nicht. Du schuldest höchstwahrscheinlich (abhängig vom GKV-Status der letzten 3 Jahre) Deiner GKV jede Menge Beiträge und willst jetzt hier ernsthaft Ratschläge wie DU Deinen Betrug aufrecht erhalten kannst ?

Unglaublich !

Kommentar von Hansanonym ,

Ich suche nicht nach Möglichkeiten einen Betrug aufrecht zu erhalten sondern nach Erfahrungen wie mit so einer Situation umgegangen wird. Ich bin ja aktiver Student, so falsch kann es demnach ja nicht sein. Soweit ich weiß geht es auch nicht nur um meinen Gewinn sondern um die Frage ob ich neben oder hauptberuflich Selbstständig bin.

Kommentar von DolphinPB ,

OK, habe ich vielleicht ein bisschen missverstanden.

Die Klärung ob ggf. eine hauptberufliche Selbständigkeit vorliegt (mit den entsprechenden Folgen) hätte aber mit Deiner GKV schon lange passieren können oder ?

Kommentar von DerHans ,

Zur Klärung seines Status und des Einkommensnachweises war er selbst verpflichtet.

Dessen ist er sich offenbar auch sehr bewusst, sonst wäre diese Frage ja überflüssig

Antwort
von sassenach4u, 11

wenn Sie Anfang 2016 30 geworden sind, dann ist die Situation ja schon eingetreten!

Wenn die Selbstständigkeit mehr als 20 Wochenstunden in Anspruch genommen hat, dann bestand kein Anspruch mehr auf die Krankenversicherung der Studenten. Änderungen in den Einkommens- und Beschäftigungsverhältnissen sind der Kasse mitzuteilen- Mitwirkungspflicht!

Antwort
von deKlaus, 35

Meines Wissens ist die Studentische Versicherung ab 26 das Pendant zur freiwilligen Versicherung. Die Frage ist nur, was ist Deine Hauptbeschäftigung, Studieren oder Arbeiten? Bei 27.000 Euro Gewinn wird die KV davon ausgehen, dass Du arbeitest und weniger studierst. Ist das nur Umsatz und Dein Gewinn liegt deutlich darunter, ist das weniger problematisch. Was mich wundert, beim BA Studium meldet doch ein Unternehmen ohnehin Deine Tätigkeit und Du bekommst Gehalt?

Der Punkt ist, Deine KV wird es ohnehin mitbekommen, suche also am Besten das Gespräch mit ihr.

Kommentar von Hansanonym ,

Ist der Gewinn vor Steuern. Natürlich arbeite ich mehr, ist ja auch nicht verwunderlich wenn man keine Kurse mehr hat. Die Frage ist wie das definiert und überprüft wird. Da ich selbstständig bin gibt es kein Unternehmen was eine Lohnsumme mitteilen könnte.

Kommentar von deKlaus ,

Bleibst Du bei der KV, werden Sie es herausfinden. Weil Sie Deinen Einkommennachweis als Basis für die Beitragsbemesung heranziehen werden. Auch bei einem Wechsel wird das passieren und aufgrund der Datenabgleiche der KVs herauskommen. Ich empfehle Flucht nach vorne. Dort melden, von Deiner Einkommensentwicklung berichten und fragen ob Du jetzt noch studentisch seist. Bei mir war es damals ähnlich allerdings nicht mit so hohen Summen, als ich mich bei der KV gemeldet habe. Die haben aber weder Lust Dich als Mitglied zu verlieren noch ein Fass aufzumachen wegen der Vergangenheit. Dein Standpunkt muss halt sein, Du warst vorrangig Student.

Kommentar von DolphinPB ,

"Die haben aber weder Lust Dich als Mitglied zu verlieren noch ein Fass aufzumachen wegen der Vergangenheit"

Ich glaube da kennst Du die GKVs schlecht, denen schuldet er u.U. jede Menge Beiträge, die "machen ein Fass auf".

Kommentar von deKlaus ,

das kann natürlich sein, das wissen Leute aus der Branche wohl besser. Bei mir damals ging es um deutlich kleinere Beträge, als ich umstellen lies. Wobei ich auch frühzeitig die Karten auf den Tisch gelegt habe. Ich würden aber erstmal keinen Vorsatz vermuten, als Student beschäftigt man sich nicht mit versicherungsrechtlichen Fragen und es kommt auch keiner und erklärt es einem. M.E. ein Fehler in unserem Bildungssystem, das man das als junger Mensch nicht weiß / beigebracht bekommt.

Kommentar von DerHans ,

Es heißt schließlich "gesetzliche" Krankenversicherung. Da hat der einzelne Mitarbeiter gar keinen Spielraum. Und er wird ganz sicher nicht seinen gut bezahlten Job, wegen eines Beitragshinterzieher aufs Spiel setzen

Antwort
von Apolon, 27

 Bei weiteren Fragen eurerseits bin ich gerne behilflich.

Handelt es sich hier um einen vorsätzlichen Betrug, oder einfach Dummheit ?

Kommentar von kvrv11 ,

Vorsatz. 

Kommentar von Apolon ,

Du warst nicht gefragt !

Antwort
von brummitga, 36

trotzdem gefragt: "Gewinn" oder "Umsatz" ? 

Kommentar von Hansanonym ,

Gewinn vor Steuer

Kommentar von DerHans ,

Auch Angestellte zahlen ihren Beitrag vom BRUTTOLOHN

Kommentar von deKlaus ,

Bei freiwillig Versicherten wird der Nettolohn als Bemessung des Beitrags herangezogen. Sie werden ohnehin anderes bewertet, weil es keinen Arbeitgeberbeitrag gibt.


Kommentar von kvrv11 ,

Es wird das Steuerbrutto herangezogen.  Kein Netto

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community