Frage von Rollo16, 38

Wie gebe ich gelegentliche Tätigkeiten in der Steuererklärung an?

Hallo, ich bin Studentin und übernehme gelegentlich technische Aufgaben für ein Forschungsinstitut. Dazu schreibe ich Rechnungen. Da diese Einnahmen unter dem Steuerfreibetrag von 8470€ liegen (-> https://www.jobmensa.de/ratgeber/arbeitsmodelle/rechnung) , gehe ich davon aus, dass ich keine Steuern darauf zahlen muss. Aber wie gebe ich das korrekt in der Steuererklärung an? Ist Anlage S die richtige? Und wenn ja, an welcher Stelle muss ich den Gewinn eintragen? Und muss ich die Rechnungen dann auch beim Finanzamt einreichen?

Ich habe mich schon duch zig Steuer-Foren geklickt, aber irgendwie ging es da meistens um angemeldete Freiberufler oder Studenten mit Gewerbeschein...

Schon im voraus also vielen Dank für jeden guten Hinweis!!! :)

Antwort
von MickyFinn, 14

Hallo Rollo16 !

So...

  • 1. Wie bezeichnet sich deine selbstständige bzw. gewerbetreibende Tätigkeit (ggf. auch: was machst du genau)?
  • 2. Hast du deine Umsätze mit MwSt / USt ausgewiesen?
  • 3. Um welches Jahr geht es?
  • 4. Wie hoch war dein Umsatz in dem Jahr?
  • 5. Wann hast du mit der Tätigkeit begonnen?

Wenn Du mir diese Fragen beantworten kannst, kann ich dir bestimmt weiter helfen.

Kommentar von Rollo16 ,

Hallo MickyFinn,

1. Ich kümmere mich um technische Sachen bei dem Aufbau einer Website.

2. Auf meinen Rechnungen steht stets "Umsatzsteuerbefreit nach §19 (1) UStG.

3. Es geht um das Jahr 2015

4. Über das ganze Jahr verteilt rund 4000€

5. Ab Anfang 2015

Schon jetzt vielen Dank für deine Hilfe!

Kommentar von MickyFinn ,

Deine Einkünfte würde ich der selbstständigen Tätigkeit nach § 18 EStG zuordnen.

Durch die Kleinunternehmerregelung brauchst du keine Umsatzsteuererklärung einzureichen. Gezielt fragte ich nach deinen Jahreseinnahmen und Beginn der Tätigkeit, da man ggf. Gefahr läuft in die Umsatzsteuerfalle zu treten. Dies wäre, wenn du deine 4000 € zwischen November & Dezember 2015 vereinnahmt hättest und die Tätigkeit im November begann. Hierbei hätte das FA eine Hochrechnung angestellt (4000 € in 2 Monaten -> in 12 Monaten = 24000 €... damit wärst du über die 17500 € hinaus und müsstest Umsatzsteuer nachzahlen.... aber liegt bei dir nicht vor ;)).

So... nun zur Steuererklärung.

Hierfür benötigt das FA eine sog. EÜR (Einnahmen-Überschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG). Klingt komplizierter als es ist. Erstelle einfach eine Exceldatei und liste deine Einnahmen und Ausgaben auf. z.B.:

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Max Mustermann - Grafikdesigner

Einnahmen-Überschussrechnung nach § 4 (3) EStG

Vom 01.02.2015 bis 31.12.2015

Einnahmen

Umsätze nach 19 (1) UStG             4.000,00 €

Gesamt:                                           4.000,00 €

Ausgaben

Telefon                                                    50,00 €

Fahrtkosten                                           100,00 €

Gesamt:                                                 150,00 €

Gewinn =                                             3.850,00 €

-------------------------------------------

Die 3.850 €, trägst du in Anlage S ein (Zeile 4), unter Angabe der genauen Tätigkeit bzw. Berufsbezeichnung. Ebenfalls auszufüllen wäre der Mantelbogen (Anlage 1 A... halt wo die persönlichen Informationen zu vermerken sind wie: Name, Adresse, Konfession, Steuer-Nr., Finanzamt ...etc.)

Da du Einnahmen aus einer Gewinneinkunftsart erzielt hast, ist die Steuererklärung elektronisch an das FA zu übermitteln. Per Post bekommt das FA lediglich die von dir erstellte EÜR.

Da du locker unter dem Grundfreibetrag liegst, musst du keine Steuern nachzahlen. Wenn du den Bescheid bekommst, wird die Abschlusszahlung 0,00 € aussagen.

Du bist jedoch nicht verpflichtet eine Steuererklärung für 2015 abzugeben... aber das kannst du gern machen (bzw. ich würde es machen, denn wenn ich neben der selbstständigen Tätigkeit andere Einkünfte in 2016 habe ... z.B. Nichtselbstständige, dann wird das FA hellhörig und würde ggf. die EStE 2015 von mir nachträglich verlangen).

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

Gruß

MickyFinn

Kommentar von Hefti15 ,

Guter Kommentar, nur eine Sache stimmt so nicht (Durch die Kleinunternehmerregelung brauchst du keine Umsatzsteuererklärung einzureichen.)

Lese mal u.a. hier nach / Stichwort Umsatzsteuererklärung:

http://www.steuer-gonze.de/web/index.php/brandaktuell/371-umsatzsteuer-und-klein...

Kommentar von MickyFinn ,

Ach verflixt ! Stimmt natürlich.. hatte lange schon keinen Kleinunternehmer behandelt... letztes Jahr die Steuer meiner Schwester und da fiel keinem auf, das diese fehlte^^

 

Antwort
von Messkreisfehler, 19

Meiner Meinung nach müsstest Du für deine Tätigkeit auch angemeldeter Freiberufler sein oder zumindest einen Gewerbeschein haben...

Antwort
von wickednick, 30

Normalerweise hast du ja einen Vertrag und bekommt am Ende des Jahres deinen Lohnsteuerbescheid, den du einfach angibst.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Das ist nur der Fall wenn sie bei dem Unternehmen als Angestelle beschäftigt ist was hier ja nicht der Fall ist.

Kommentar von wickednick ,

Sie hat nur gelegentlich geschrieben. Das schließt nicht aus, dass sie evtl. einen kleinen Vertrag mit bspw. 10h im Monat ausübt.

Kommentar von Hefti15 ,

Anderseits hat sie geschrieben "Dazu schreibe ich Rechnungen". Habe noch nie gehört, dass Arbeitnehmer Rechnungen schreiben.

Kommentar von wickednick ,

Stimmt. Mein Fehler!

Antwort
von Hefti15, 14

Also, grundsätzlich ist es schon richtig, dass man erstmals zwischen Freiberufler und Gewerbetreibender unterscheiden muss.

Weiterhin ist es klar, dass man eine unternehmerische Tätigkeit beim Finanzamt melden muss. Wenn die Einnahmen unter dem Grundfreibetrag liegen, dann ist es i.d.R. nicht möglich, dass Steuern anfallen.

Wie gesagt, welche Anlage nun relevant ist, musst du selber rausfinden. Freibeuflich - Anlage S, Gewerbebetrieb - Anlage G.

Wobei es bei der Höhe der Einnahmen "grundsätzlich" irrelevant ist. Weil sich am Ergebnis ja nichts ändert. Und das Finanzamt wird bei einer erstmaligen Steuererklärung die Zuordnung schon überprüfen.

Anderseits, stellt sich generell die Frage, ob du überhaupt eine Steuererklärung abgeben musst. Nur zur Verdeutlichung: Das man die untern. Tätigkeit beim Finanzamt anzeigen muss, hat nichts mit der Verpflichtung eine Steuererklärung einzureichen zu tun.

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