Frage von Eiwlinn, 295

Wie gebe ich die richtige Galopphilfe?

Meine erste Reitlehrerin hat mir beigebracht das Bein richtig anzuheben und dann weit nach hinten zu legen und angewinkelt zu lassen, stellt euch das so vor, ich stelle mich hin und heben dann mein bein und winkel es zu 45 ° an so in etwa. aber ich lese und sehe vermehrt das das niemand so macht. es steht sonst in büchern man müsse einfach das bein lang lassen und einfach eine handbreit nach hinten, ist das richtig?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von hupsipu, 283

Die korrekte Gallopphilfe kannst du in jedem Einsteigerbuch nachlesen - Pferd zurücknehmen, äußeres Bein verwahrt, Impuls mit dem inneren Bein, innere Hüfte vor, innere Hand gibt Raum, und so weiter. Viel wichtiger ist aber dass Du verstehst, warum Du was tust: nur dann kannst Du individuell auf jedes Pferd eingehen und jeden Teil der Gallopphilfe so anpassen wie es das Pferd braucht.
Das Pferd soll ruhig, aufmerksam und unter guter Spannung vorbereitet sein (=zurücknehmen), es soll korrekt gestellt sein (inneres Bein, äußere Hand) und dann durch den Hüft- und Schenkelimpuls, der im richtigen Moment innen kommt, ganz automatisch von hinten nach vorne in den Gallopp übergehen. Die innere Hand gibt der inneren Schulter Raum, das äußere Bein hält die Biegung und unterstützt den inneren Schenkel. Das soll kein Zirkustrick-mäßiges "mein Pferd lernt meine Hilfen lesen" sein sondern eine ganz natürliche Reaktion auf Deine Impulse am Pferdekörper.

Versuch erstmal, Dir diesen Ablauf in Deinem Körper und in dem des Pferdes "trocken" klarzumachen. Das ist viel sinnvoller, als sich über Gradzahlen und sonstiges Gedanken zu machen. Jedes Pferd springt etwas anders korrekt an, aber die anatomischen Abläufe sind letztendlich immer gleich.

(sternilein, wenn Du das mit Deiner Art, anzugalloppieren vergleichst, merkst Du, dass Dein Pferd zwar auf was anderss konditioniert ist, das aber mit korrekten Hilfen wenig zu tun hat...)

Expertenantwort
von WinniePou23, Community-Experte für reiten, 206

Huhu,

erstmal muss der Grundsitz beim Aussitzen sitzen, vorher klappt das mit dem selbst angaloppieren nicht. Ideal dafür wäre eine gute Sitzlonge auf einem Pferd mit ruhigen nicht zu schwungvollen Gängen, falls das ruhige Aussitzen schon ein Problem darstellt.

Aussitzen in einem ruhigen Tempo, der äußere Zügel hält die Anlehnung, der innere sorgt für die Stellung und gibt nach, der äußere Schenkel liegt verwahrend eine Hand breit hinter dem Gurt um zu Verhindern, dass die Hinterhand ausbricht, der innere Schenkel wirkt treibend ein, die Gewichtshilfe belastet in Biegungsrichtung und das Kreuz mit Becken schiebt die innere Schulter mit dem treibenden Schenkel in den ersten Galoppsprung. Das alles in der richtigen Dosierung und im richtigen Moment, wenn das innere Hinterbein in der Luft ist und grade abgefußt hat.

Deine Beschreibung der Galopphilfe ist nicht falsch, nur fehlt eben das meiste und das Zurücklegen klingt etwas übertrieben, eine Hand breit reicht. Pferde, die gut mitdenken, galoppieren schon auf das Zurücklegen des äußeren Schenkels an - nur eine vollständige Galopphilfe ist das nicht.

Liebe Grüße

Antwort
von Annielue, 207

Ich denke, deine Reitlehrerin wollte damit was anderes bezwecken, nämlich, dass dein Bein aus der Hüfte raus beweglich wird und du nich im Knie klemmst. Damit hast du dann auch automatisch die richtige Gewichtshilfe gegeben... Am Ende werden die Hilfen natürlich immer "kleiner", aber am Anfang helfen solche Übungen oft...

Antwort
von Kaddy978, 156

Ja reiten idt so das man.die hilfen des reiters nicht sieht

Antwort
von sternilein15, 181

So genau kann man das nicht beschreiben. am besten übst du schön weiter, du wirst sehen dass es nicht so schwer ist. Außerdem ist es bei jedem Pferd etwas anders. Mein Pferd z.B. merkt schon wenn ich mich etwas nach vor beuge, dass es zum Galopp übergehen soll.

Ich empfehle dir also, dich etwas nach vorne zu beugen, Zunge schnalzen, dein Bein etwas mehr anwinkeln und mit der Ferse einen erst leichten, bei keiner Reaktion einen stärkeren Druck auszuüben. Lass auf jeden Fall die Zügel lockerer, so dass du dein Pferd nicht verwirrst indem du an den Zügeln ziehst und es aber trotzdem antreibst..

Sollte das alles nicht helfen und ein erfahrener Reiter erklärt dir, dass der Fehler an dir liegt, nicht am Pferd, üb weiter. Sollte das Pferd aber einfach zu stur sein, gib leicht die Gerte. Tut dem Pferd nicht weh, keine Angst, ich versuche nur trotzdem, diese zu vermeiden.

Viel Glück!

Kommentar von Annielue ,

wenn du mein Pferd so angaloppieren wolltest, wie du es beschrieben hast, würdest du direkt auf der Nase landen.

Das Pferd soll ja von hinten untersetzen und "bergauf springen". Das geht nur, wenn du im Sattel sitzen bleibst, es quasi "nach vorne rausschiebst" und vorne die Anlehnung behältst. Kein nach vorne lehnen und keinen Zügel hingeben. So landet das Pferd nämlich nur auf der Vorhand und rennt in den Galopp rein anstatt schön zu springen.

Der Zügel bleibt außen anstehen, innen gibt leicht nach um den ersten Galoppsprung rauszulassen (aber erst dann). äußeres Bein wird zurückgelegt, dadurch der innere Gesäßknochen etwas nach vorne geschoben. Der innere Schenkel gibt den Impuls, der äußere wirkt verwahrend. Meinetwegen ein Schnalzen zur Unterstützung oder ein leichter Tick mit der Gerte, um das Hinterbein besser zu aktivieren...

Kommentar von sternilein15 ,

Wie gesagt, jedes Pferd ist anders.

Indem ich mich nach vorne lehne, mache ich mich leicht und darauf reagiert er.

Kommentar von Annielue ,

Ja, jedes Pferd ist anders, aber die Grundsätze der Biomechanik gelten doch für alle. wenn du dich im Rücken leicht machst und die Anlehnung aufgibst, wird dein Pferd nicht rund in den Galopp springen sondern irgendwie auf der Vorhand reinlaufen und das ist das, was man nicht will... einem jungen Pferd kann man so mal helfen, sich auszubalancieren (auch da gibt man aber die Zügel nicht hin), aber ein weiter ausgebildetes Pferd soll sich setzen, Last auf der Hinterhand aufnehmen und den Rücken aufwölben... das ist Sinn und Zweck der ganzen gymnastizierenden Dressurreiterei.

Dass dein Pferd auch so reagiert, mag sein. Gibt auch welche, die nur auf das Wort Galopp (oder "Gurke", "Tomate" oder so) irgendwie das Galoppieren anfangen, aber korrektes Reiten ist das leider nicht. Vielleicht lässt du dir das auch nochmal in Ruhe von deinem Reitlehrer erklären... ist ja nicht bös gemeint :-)

Kommentar von sternilein15 ,

Genauso wurde es mir aber von meinem Reitlehrer erklärt.. ich werd mich mal weiter informieren aber danke für den Hinweis! :)

Kommentar von Punkgirl512 ,

Naja, man kann Angaloppieren, um die Gangart zu wechseln oder Angaloppieren um das Pferd zu gymnastizieren.

Beim Gangart-wechseln kann es sche** egal sein, wie das Pferd anspringt.

Jedoch beim Thema Gymnastizierung, also bei der Dressur, möchten wir, dass sich das Pferd versammelt, Last auf die Hinterhand aufnimmt. Das geht nicht, wenn der Reiter sein Gewicht nach vorne bringt.

Kommentar von sternilein15 ,

Ich bin aber noch nie Dressur geritten und habe ich auch nicht vor. Sieht zwar alles wunderbar aus aber ich reite lieber wie mein Pferd und ich es wollen :)

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