Frage von verityfabi, 104

Wie geb ich meinem Pferd Sicherheit?

Also, es geht darum , das mein Pferd momentan alles mit macht, außer Ausreiten. Seit nem halben Jahr arbeite ich jetzt mir ihr daran. Spazieren geht ganz gut sie dann sehr aufmerksam aber es geht auch wenn ich drauf sitze und jemand neben her läuft geht das ... Aber wenn ich alleine los möchte bekomme ich sie nicht vom Hof . Sobald ich mit ihr vom Hof gehe geht sie rückwärts und im Kreis... Ich tu was möglich ist ich geh die Strecke dann meistens nochmal zu Fuß aber , aber sobald ich drauf sitze streikt sie. Wie soll ich das handhaben sie soll laut Besitzerin Geländesicher sein... Und ja ich weiß man soll nicht alleine Ausreiten ;)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von SuperB18, 51

Meiner machte das auch mal, allerdings mitten im Ausritt. Blieb stehen und ging nur noch Rückwärts wenn ich den Schenkel anlegte. Das "nicht weiter wollen" ist eigentlich die Aufforderung an dich, die Führung zu übernehmen. Entweder, weil das Pferd eine Führungsperson braucht, oder es selbst diese Rolle und damit die Entscheidung zu Hause zu bleiben übernommen hat. Du schreibst, mit der Besi geht das Pferd brav vom Hof:

Dann heißt es: hartnäckig bleiben. Nicht absteigen, nicht aufgeben.

Ich habe es so innerhalb von 5 Minuten für immer geklärt: Nimm den rechten Zügel auf. Deine Hand zieht den Pferdekopf zur Seite und Richtung deiner rechten Schulter. Das ist unangenehm und deshalb wird das Pferd  sich drehen. In dieser Haltung mit zur Seite gedehntem Hals kann das Pferd weder steigen, noch buckeln. Nun lässt du es ruhig 2-3mal drehen, bis du wieder richtung Ausgang schaust. Biete dem Pferd nun an, vorwärts zu gehen (Friedensangebot!). Klappt das nicht, wieder drehen (3-4mal). Dann wieder das Angebot: wenn du vorwärts gehst höre ich auf mit dem Mist!. Das wird nicht lange dauern und das Pferd hat da keinen Bock mehr drauf :-)

Aber Achtung! Das ist keine Methode, die du jetzt wegen jeder Kleinigkeit anwenden solltest. Achte auch darauf, dass du nur so viel Kraft anwendest, wie nötig und nicht vor Wut härter ziehst, als nötig. In der Regel kapieren Pferde das Spiel irgendwann und werden immer ausdauernder. Deshalb nicht übertreiben!

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 44

Bist du denn sicher? Hand auf´s Herz und ehrlich sein.

WEnn du es nicht bist, dann kannst du deinem Pferd keine Sicherheit geben. So einfach ist das.
Und diese Sicherheit hat man oder auch nicht. Man kann sie nicht vorspielen mit - was weiß ich - Chefverhalten und sonst so einem Kram.

Wie ist das Pferd denn, wenn noch ein Pferd mitgeht?

Kommentar von verityfabi ,

ja ich bin sicher deshalb frag ich mich das ja... wir finden momentan keinen der mit Ausreitet

Kommentar von sukueh ,

Ich würde mal sagen, dass das Pferd dir aber sehr deutlich durch sein Verhalten zeigt, dass du dir eben nicht so sicher bist, wie du glaubst, denn sonst hättest du das Problem nicht....

Mir hat das Reiten (und der Umgang/die Beobachtung der Pferde) sehr deutlich gezeigt, dass "wollen" nicht gleich "wollen" ist und Pferde da sehr deutlich den Unterschied bemerken und entsprechend reagieren.

Dem Pferd reicht ja schon dein Gedanke "oh, gleich passiert wieder...." und schon beschließt es, dass jetzt umzukehren, eine gute Idee ist.

Meiner persönlichen Meinung nach ist genau das Absteigen und die Strecke zu Fuß zu gehen, nicht unbedingt der zur Lösung führende Weg. Denn was lernt das Pferd daraus ? Es versucht umzudrehen, du "probierst" ein bißchen rum und am Ende läufst du mit dem Pferd halt spazieren....

Das Problem ist, dass vielleicht einige mögliche Lösungansätze von "Laien" ausgeführt, gefährlich werden könnten, weil man weder das Pferd kennt, noch die reiterlichen Fähigkeiten des Reiters. Insofern finde ich Lösungsansätze via Internet ein bißchen schwierig (ist jetzt nicht gegen dich persönlich gerichtet). Aber ich finde es immer besser, wenn man jemanden vor Ort fragen kann, ob der eine Lösung hat, weil der halt besser beurteilen kann, was und wie weit man gehen kann.

Find ich persönlich auch für das Pferd besser. Mir drehts immer die Fußnägel hoch, wenn man nach so Pferdeshows oder Sendungen begeisterte Pferdebesitzer/Reitbeteiligungen sieht, die nach Hause stürmen und das gesehen ausprobieren. Ohne allerdings die ganzen gezeigten Details zu beachten (oder über das Vorwissen/Vorgeschichte/Vorkenntnisse) zu verfügen. Ein Pferd, mit dem man eh schon Probleme hat, wird in der Regel durch solche Versuche nicht wirklich besser, sondern häufig verstärkt sich das Problem erst recht noch.

Kommentar von verityfabi ,

die Vorbesitzer hatte das Problem auch allerdings meinten die das die einfach rückwärts vom Hof geritten sind was ich etwas komisch find

Antwort
von pinolein, 64

Das Problem hatte ich mit meiner Stute auch. Probier es mal aus, dass du ein Stück läufst und dich irgendwo im Gelände mit für 2-3 Minuten drauf setzt. Am besten ist es, wenn nochmal jemand zu Fuß mitläuft und du das dann immer steigerst. Irgendwann lässt sich der, der am Boden ist, etwas zurückfallen lässt. Probiere dann immer länger zu reiten aber lauf das erste Stück von Hof weg. Hoffe, dass ich helfen konnte :)

Antwort
von KatrinNKS, 31

Hm, für mich klingt das nach einer Mischung aus fehlendem Vertrauen und Bockigkeit, weil sie nicht alleine raus will. Wahrscheinlich merkt sie, dass du dich am Boden besser durchsetzen kannst, als wenn du auf ihr bist.

Ich würde da zur Not jemanden mitnehmen, der neben euch läuft und zur Not eingreifen kann. Du willst ja mit deiner Stute eben auch schöne Ausritte machen und nicht nur spazieren gehen. Da würde ich mir ansonsten auch einen guten Korrekturreiter suchen, der dir dabei helfen kann.

Antwort
von herja, 49

Du brauchst einen "Pferdeflüsterer".


Kommentar von sukueh ,

und was tut der dann ????

Kommentar von verityfabi ,

viel mehr als ich kann er auch nicht tun oder ?

Kommentar von herja ,

Einfach mal ein bisschen lesen, verstehen und staunen: https://de.wikipedia.org/wiki/Pferdefl%C3%BCsterer

Kommentar von sukueh ,

Pferdeflüstern ist ja eher ein Begriff der Neuzeit - ein guter "normaler" Pferdetrainer, der braucht weder flüstern noch sonst was, sondern der auch über das speziell dem Pferdeflüsterer zugesprochene "gute Händchen" für Pferde verfügt, tut es genau so. "Pferdeflüsterer" ist in meinen Augen ein absoluter Modebegriff, mit dem sich ein Pferdetrainer heute besonders gut vermarkten kann.

Kommentar von herja ,

sondern der auch über das speziell dem Pferdeflüsterer zugesprochene "gute Händchen" für Pferde verfügt, tut es genau so.

Natürlich, ob der nun Pferdepflüsterer oder Trainer heißt ist doch egal. Professionelle Hilfe ist hier notwendig.

Kommentar von sukueh ,

Da stimme ich komplett mit dir überein.... Deshalb mein Kommentar "was soll der tun" (was eben der "normale" Profi nicht kann/könnte).

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