Frage von luzie00, 67

Wie galloppiere ich "Richtig"?

Ich habe seit kurzem eine neue Reitbeteiligung und das meiste klappt auch super aber wenn ich angalloppieren will rennt er manchmal los anstatt anzugallopieren, mein Reitlehrer sagt immer ich soll mich einfach durchsetzen aber wie soll ein Pferd bitte aus dem rennen angalloppieren. Das größte Problem ist wenn er galloppiert pariert er trotz treiben, innenstellung,... meistens nach 2-3 Runden auf dem Zirkel durch. Dann ist es besonders schwer wieder zu galloppieren weil man sich auf ihm sowieso schon wie ein Flummi fühlt und wenn er diesen "Renntrab" rennt dann bin ich hoffnungslos verloren. Außerdem verliere ich dann öfters den Steigbügel. Ich habe natürlich auch schon überlegt ob es an mir liegt und natürlich liegt das auch teilweise an mir aber als ich letztens das Pferd meiner Freundin geritten bin hat alles super geklappt mit galloppieren und aussitzen obwohl man den auch sehr treiben muss. Also meine Fragen in Kurzfassung,

-Warum galloppiert er nicht an und wie kann ich das verbessern?

-wie kann ich verhindern daß er nach dem gallopp losrennt?

-wie kann ich verhindern daß er einfach durchpariert außer natürlich treiben!?

-Wie kann ich meinen Sitz im aussitzen verbessern?

Wobei das schon sehr gut klappt außer eben wenn er einfach durchpariert kommt der Flummi in mir zum Vorschein ^

Danke schonmal im Voraus♥

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lyrily, 16

Ich hatte das Problem auch. Also bei mir lag Problem sehr einfach... Und zwar es ist unbemerkt kleiner Fehler eingeschlichen. Das Pferd hat nicht direkt auf meine Hilfe reagiert. Also es hat schon reagiert und ist IMMER angetrabt, aber eher wenn ich länger Beine ran gehalten habe, oder beim zweiten mal. Als wir dann angaloppieren wollten, funktioniert das nicht... Selbstverständlich :D

Zu 1:
Also übten wir nächsten 5-10 Minuten mit der Gerte rechtzeitig anzutraben.. Wie man gern oft sagt, auf Feinheit geübt. Also ich habe Beine ans Bauch gedrückt und wenn das Pferd nicht reagiert hat, kurz mit der Gerte angetippt (nicht gehauen!! und reite ohne Sporen). Wenn wir in Trab waren und das Pferd schnellen Trab zulegen sollte auf einer Seite, sollte es genau so auf kurze Berührung reagieren. Nach einigen Minuten arbeiten haben wir noch mal angaloppieren probiert und sieht mal einer an... Es funktionierte DIREKT, kurz hat mein äußere Bein Pferd berührt, ging der in Galopp über. Man muss dazu sagen, das Pferd MUSS vorher wach gemacht werden. Es soll zwar kein Renntrab sein, jedoch etwas schneller als eventuell man gewohnt ist. 
Dann kann es noch an deinem Sitz und deinen unruhigen Händen liegen. Also falls du zu weit nach vorne kippst (war bei mir Zeitlang auch der Fall und gleiches Problem) weiß das Pferd garnicht was du willst. Oft half mir die Hilfe zusammen mit "Galopp" sagen geholfen. Dann wusste das Pferd was ich will, jedoch war diese Lösung vorübergehend gut. Irgendwann mal muss man das auch so beherrschen. Also hier könnte ich dir 1x Sitzschulung raten, oder eine Stunde ein schwerreitendes Pferd in Trab reiten. DAS hat mir sehr geholfen, danach war mein Sitz um einiges besser als nach 3-4 Sitzschulungen, den am Pferd lernt man ja besser...

Zu 2:
Am besten du galoppierst 1 Runde Zirkel und papierst durch. DU suchst auch, wann das Pferd durchparieren soll, jedoch 3-5 Zirkelrunden am Stück ist einem Pferd zu langweilig, deshalb diese Abwechselung ganz wichtig. Eine Runde Galopp, durchparieren, Seiten wechseln, 2 Runden galopp, Volte in Trab, Seiten wechseln, 1 Runde galopp usw :D du weißt was ich meine. 
Und wenn du durchparierst, musst du das Pferd "einfangen", in Leichttraben übergehen, Pferd beruhigen und langsamer traben lassen, am besten bleibst du auch am Zirkel. Was mir einmal meine Reitlehrerin verraten hat, man kann die schnelligkeit von Trab im Leichttraben sich selber anpassen.

Wenn das Pferd zu schnell läuft, Trabst du langsamer leicht. So muss das Pferd dir anpassen und versucht langsamer zu laufen. Du musst einfach probieren, probieren und probieren. Das mit Pferd "einfangen" habe ich so gezielt geübt, wenn ich durch die Ganze Bahn wechseln soll und aus eine Ecke drehe (man hat ja SEHR lange Strecke vor sich) lasse ich ein Pferd SEHR schnell Traben (selber trabe ich leicht), kurz bevor man vor anderen Ecke ankommt, lasse ich das Pferd langsamer traben und "fange" es quasi ein. Ich hoffe du verstehst was ich meine :D das mache ich öfters am ende nach Galopp. Quasi um bisschen Beine zu dehnen und Ruhe von Galopp zu geben. Oft arbeite ich nur im Trab :) gibts sehr viele Möglichkeiten.

Zu 3:
Kannst du gar nicht, außer vielleicht Stimmkommanden, oder treiben. Jedoch damit er auf dein treiben perfekt hört bzw. reagiert, wie schon "zu 1" beschrieben, muss du das Pferd "feinreiten", damit es wirklich auf jede deine Hilfe hört bzw. reagiert. Dazu müssen deine Hände UND Beine (wichtig, sonst ist das Pferd verwirrt wenn du treibst, aber am zügel ziehst) ruhig sind. 

Zu 4:
Oft liegt es am falscher Neigung, d.h. man ist zu weit nach vorne geneigt. Es helfen Sitzschulungen, oder ein anderes Pferd zu reiten. Das zweite hat mir sehr geholfen, weil das Pferd was ich geritten habe, hatte SEHR SEHR SEHR viel Schwung. Meine RL sagte, wenn ich schaffe dieses Pferd auszusitzen, dann kann ich JEDES Pferd reiten. Nachdem ich 2x dieses Pferd geritten bin, habe ich DIREKT GROßEN Unterschied gemerkt... Das war wirklich gefühlter großer Schritt nach vorne, den jede falsche Neigung spürte man am Sitz und beim Reiten. Jetzt funktioniert das reiten bei mir um EINIGES besser. Somit kann ich dir nur raten ein anderes Pferd paar mal zu reiten, man lernt nur so am besten. Also wirklich gezielt Reitlehrer darauf ansprechen und vielleicht sogar Einzelstunde dafür holen, so kann man sich gezielt (nicht an der Longe gemeint!!) an deinem Sitz arbeiten.

Hoffe könnte dir bisschen helfen :D

Kommentar von Lyrily ,

Ahja wenn du galoppiert bist und dann direkt wieder angaloppieren sollst, wird ein Pferd meisten schneller, es hilft oft wenn du eine Volte reitest, dann lenkt sich das Pferd ab und direkt danach reitest du Zirkel und galoppierst an. Oder du reitest eben 2 runden Zirkel. Oft werden Pferde auch ruhiger

Kommentar von luzie00 ,

Danke, ich werde das auf jeden Fall alles ausprobieren :D.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 23

Uff - das klingt schwierig.

Da soll man wieder in 4 Sätzen zu sagen, wozu man eigentlich ein Buch und 20 Reitstunden braucht. Ich fang mal hinten an:

- locker, locker und nochmals locker! Gymnastik vor dem Reiten ist meist sehr hilfreich. Im Gleichgewicht sitzen,  und das Gewicht der Beine in den Bügeln balancieren. Ruhig die Knie etwas(!) öffnen, dadurch verhinderst Du das klemmen der Oberschenkel und verlierst den Steigbügel nicht mehr so schnell.   Außerdem würde ich mir, wenn das Pferd " rennt" , erlauben, leichtzutraben, denn mit einem Flummi auf dem Rücken wird das arme Tier ja nicht ruhiger.

- das durchparieren verhinderst Du vor allem durch  einen guten Sitz. Die innere Hüfte schwingt bitte bei jedem Galoppsprung mit vor, und die äußere Schulter bleibt vorne. Die innere Hand läßt sich vom Pferdemaul bei jedem Galoppsprung leicht mit vor nehmen.

- das losrennen ( Trab?) verhinderst Du, indem du so lange mit dem erneut angaloppieren wartest, bis der Trab wieder ruhig ist. Erst wieder Galopp, wenn du im Trab sitzen komntest.

-vielleicht galoppiert er nicht an, weil Du im Falschen Moment Hilfe n gibst, immer dann, wenn das Pferd " das Innere Hinterbein bewegt, Geht es los.


Kommentar von Urlewas ,

Ach und noch was: wenn der Sitz so unruhig ist, weiß das Pferd gar nicht, wann Du bloß wackelst, und wann das eine ernst gemeint Hilfe sein soll, was Deine Gliedmaßen da betreiben. Dafür kann man eine Gerte nehmen. Wenn Du diese zum Angaloppieren im richtigen Moment hinter dem Stiefel ( mit Gefühl!) einsetzt, weiß das Pferd, dass du tatsächlich los willst. 

Und wenn es gar nicht klappt, reite deinem Lehrer vor die Füße und bitte um konkrete Anweisungen. " setz dich durch" würdest du ja gerne befolgen, wenn dir einer genau sagen würde , wie du das machen kannst...

Antwort
von Immenhof, 25

Du musst dein Pferd ruhig halten und an einem versammelten Trab arbeiten ;), wird mit der Zeit

Antwort
von Spiky2008, 24

Hallo,
Hab das gleiche Problem gehabt. Ich habe erstmal an einem guten(!),mitschwingenden Trab gearbeitet.

Dann habe ich angefangen zu galoppieren,und wenn er angefangen ist zu rennen,Volte,im Leichttrab weiter und nächste Runde erneut probiert. Nach dem galoppieren,tief einsitzen ausatmen und sofort wieder guter,mitschwingender Trab.
Wenn noch Fragen sind,kannst du mich gerne anschreiben:-)

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