Frage von burgulu, 14

Wie funktionierte in der Zeit des Nationalsozialismus, und bis zur DM-Einführung, die Geldschöpfung; so ähnlich, oder ganz anders als heute?

Antwort
von FrageSchlumpf, 2

Ich glaube die Prozesse warem im Grunde die gleichen.

Giralgeld konnten die Banken damals wie heute selber schaffen. Die Verhältnisse untereinander waren damals sicher ganz andere. Bargeld - hauptsächlich genutztes und nicht gehortetes - waren damals viel bedeutender als heute. ( Damals bezahlte niemand mit EC-Karte ).

Die Refinanzierung der Geschäftsbanken bei der Zentralbank war damals viel stärker auf die Diskontierung von Handelswechseln gestützt ( siehe : MEFO-Wechsel ) als wie heute auf festverzinsliche Wertpapiere.

Was in dem Zusammenhang auch ganz wichtig ist ( wird oft etwas zu Gunsten der Rentenmark vernachlässigt, war aber eine der ersten und wichtigsten Entscheidungen vom großen Hjalmar Schacht war ) , das "Notgeld" zu Zeiten der Hyperinflation. Damals konnten z.B. große Industrieunternehmen einfach selber "Bargeld" drucken, d.h. die Zentralbank hatte absolut keinen Einfluss mehr auf die Geldmenge.

Wenn es dich wirklich interessiert und die Details wissen willst ( Bargeldquote , Geldmengen  usw. usw ) geh doch mal auf die Bundesbank zu. Die haben als Rechtsnachfolger der Reichsbank sicher ein - ggf. kostenpflichtiges - Archiv mit Fakten aus der Zeit.

Antwort
von Reanne, 9

Enteignung, Plünderung der eroberten Gebiete, es wurde gesammelt: Lumpen, Eisen, Knochen und Papier (ausgehauene Zähne sammeln wir), alle Schulenbzw. Schüler  waren zu solchen Sammlungen verpflichtet. Man gab goldene Eheringe ab für Eiserne, es wurde auch Geld gedruckt. Die DM wurde 1948 durch die Besatzungsmächte eingeführt, man konnte mit der Reichsmark nicht kaufen, Tauschhandel blühte, Schwarzmarktgeschäfte. Jeder Bürger bekam 40 DM, falls man Sparguthaben hatte, 1:10 abgerechnet. Am Tag nach der Ausgabe des neuen Geldes war alles in den Geschäften vorhanden, man hat sich die Nase an den Schaufenstern platt gedrückt. Nur reichten die 40 DM natürlich nur für das Nötigste.

Kommentar von burgulu ,

Danke für die ausführliche Antwort, Reanne ! Was mir aber noch fehlt, und was ich nicht verstanden habe, auch nicht nach der Biographie des Hjalmar Schacht: "wie haben sich die Banken damals Giralgeld verschafft, und welchen Anteil hatte das damals an dem gesamten Geldvolumen ?"

Kommentar von Reanne ,

Ich habe hier etwas gefunden, wo das ganz ausführlich und auch verständlich erklärt wird.

http://www.univie.ac.at/strv-vwl/zeitungOld/1099/geldpolitik.html

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