Frage von Skype 31.05.2012

Wie funktioniert Kommissionierung für Supermärkte

  • Antwort von xXNachtschatten 05.06.2012

    Natürlich wird die Ware von einem Regalauffüller kommissioniert. Würde es anders funktionieren hiesse das, das täglich ein LKW für eine einzige Bestellung die Filiale anfahren wuerde. Ebenfalls hiesse das, das im Zentrallager Einzelverpackungen gelagert wären, was ebenso unwahrscheinlich ist. Vermutlich geht die Kommissionierung der Online Bestellungen ganz genauso vonstatten wie ein normaler Einkauf, wahrscheinlich ist der "Einkaufszettel" etwas strukturierter aufgebaut und der "Bezahlvorgang" entfällt. Rein von der Logik könnte ich mir aber vorstellen, das die Kassenscanner zum ausbuchen der Ware und dem Auslösen der automatischen Nachbestellung "ganz normal" verwendet werden.

    Wenn Du ganz genau wissen willst, wie es funktioniert, dann versuch folgendes: geh in den nächstgelegenen REWE, zähl ein bestimmtes Produkt und bestell dann online eins mehr. Und dann leg Dich am nächsten morgen auf die Lauer und beobachte was in und um Deine Rewe Filiale so los ist... ;)

  • Antwort von mk1975 03.06.2012

    Hallo,

    wie es nun konkret bei REWE geht, kann ich dir nicht sagen - das Grundprinzip ist mir jedoch berufsbedingt bekannt. Ist aber eine elendig lange Antwort, sorry....

    Grundsätzlich ist es bei jedem Händler so, daß er von Lieferanten Waren bezieht, diese - in sein Lager - geliefert bekommt, dort für seine Kundenbestellungen zurecht kommissioniert und dann per Spedition bzw. Versand an seine Kunden ausliefert.

    Man hat dabei immer (!) das Zeitproblem: wenn der Kunde bestellt, möchte er seine Waren auch zeitnah haben, d. h. man muß die Waren vorrätig haben. Wenn man jetzt erst die Waren beim eigenen Lieferanten (oder der eigenen Produktion) bestellt, dann braucht man für die Lieferung viel zu lang, das wird kein Kunde akzeptieren.

    Ausnahme sind hier Spezialfälle wie z. B. die Automobilindustrie, wo Kunde und Lieferant derart eng miteinander arbeiten, daß z. B. Produktionsstätten extra für den Kunden neben seinem Werk aufgebaut werden und die Waren per Fördertechnik direkt an ihn übertragen werden. Hier gibt es viele (auch nicht ganz so eng verzahnte) Modelle, welche sich Just-In-Time-Lieferungen nennen.

    Für REWE & Co. ist so ein Modell jedoch nicht tragbar, da z. B. eine Ananas nun mal ein paar Monate zum Wachsen braucht und hierzulande eigentlich nur schlecht wächst. D. h. der Lieferant von REWE (vereinfacht gesagt eine Plantage in Südamerika) muß aus Erfahrungswerten raus die Abnahmemenge seiner Kunden (wie z. B. REWE) schätzen und entsprechend anbauen. REWE wiederum kann nicht heute in Südamerika bestellen, sondern muß dem Bauern schon ein paar Tage lassen, um zu ernten und das Zeug nach Europa zu verschiffen. REWE wird beim Bauern nur so viel Ananas bestellen wie sie schätzen, daß in ihren Filialen später auch gekauft werden.

    Sowohl REWE als auch der Bauer haben nun das selbe Problem: es liegt in der Natur der Sache, daß die Schätzung nicht die Realität trifft: entweder schätzt man zu wenig und verprellt damit seine Kunden oder man schätzt zu viel und bleibt dann auf der Ware sitzen.

    Diesen Überschuß möglichst knapp zu halten ist daher eines der wichtigsten Unternehmensziele. Verschärft wird das Ganze dadurch, daß REWE in Wahrheit nicht beim Bauern, sondern beim Großhändler in Deutschland einkauft, der wiederum beim Großhändler in Südamerika einkauft, der wiederum von Genossenschaften o. ä. aus den Regionen, die wiederum von den Plantagen die Waren holen - und jeder muß schätzen und mehr oder weniger lang Lagerhaltung betreiben (soweit eben möglich - eine Ananas verdirbt ja auch).

    Und hier schließt sich nun der Kreis zu deiner Frage: Konzerne wie REWE betreiben nicht nur ein Lager für ganz Deutschland (das wär ein Riesenklotz... ;)). Sie haben mehrere: Großläger, wo die Lieferanten ihre Waren abliefern. Von dort kommissionieren Sie die Waren palettenweise (!) für ihre Distributionsläger. Ein Distributionslager dient dabei als Verteillager für einzelne Supermärkte.

    Jeder Supermarkt meldet seinem "zuständigen" Distributionslager, was er gerade an Waren braucht: 4 Karton Joghurt, 20 kg Äpfel usw.. Das wird dann im Distributionslager aus dem Vorrat entnommen (was ja da ist, weil das irgendein kluger Disponent vor Monaten mal grob so abgeschätzt hat) und per LKW an den Supermarkt geliefert.

    Wenn du also online noch 5 Eier, 2 Flaschen Milch und ein Brot bestellst, dann wird die Bestellung des Supermarkts nur damit ergänzt.

    Die technische Umsetzung des Ganzen sprengt dabei bei weitem den Rahmen eines einzelnen Postings hier. Software, welche das stemmt, nennt sich "Enterprise Resource Planing" (ERP); die bekannteste ist SAP R/3. Für den Kommissionierprozeß relevante Module wären MM (Materialwirtschaft), WM (Warehouse management), SD (Sales & Distribution).

    Die Anbindung eines solchen Systems an das Internet funktioniert dabei völlig klassisch: Webserver schickt Surfer Website mit Formular, der füllt dieses aus und sendet es an den Webserver zurück. Der wiederum ruft dann im ERP eine oder mehrere Funktionen auf, um die Bestellung dort ordnungsgemäß einzutrichtern.

    Bye, Michael

  • Antwort von MIEKKI 02.06.2012

    Hi, denke nicht, dass ein REWE Mitarbeiter durch die Regale läuft und die Aufträge kommissioniert. Dazu gibt es eher Software oder Firmen, die Software zur Distribution anbieten. Eine davon ist z.B. Neo24. Hier mal ein Link zu einer Beispiel Softwarelösung, die bestimmt auch auf den REWE case anwendbar ist:

    http://www.neo42.de/neo42paketdepot

  • Antwort von Heidekraut12 31.05.2012

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