Wie funktioniert körperliche Abhängigkeit?

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2 Antworten

Kann das etwas mit den Transmittern zu tun haben, dass diese nicht mehr produziert werden oder ändert sich da irgendetwas an den Rezeptoren in der postsynaptischen Membran?

Beides. Du weißt die Antwort ja schon ;)

  • Die Anzahl und die Sensibilität an Rezeptoren ändert sich
  • es werden mehr oder weniger eigene Neurotransmitter ausgeschüttet

Der Körper stellt sich also auf die Wirkung der Substanz ein, um den Normalzustand beizubehalten. Ähnlich einer Waage die im Gleichgewicht ist. Entfernst du jetzt die Substanz kippt das Gleichgewicht zu einer Seite und der Normalzustand ist weg. Das äußerst sich in Entzugserscheinungen. Die Entzugserscheinungen entsprechen im wesentlichen der umgekehrten Wirkung der Substanz.

Gruß Chillersun

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Kommentar von TVDFan2
23.03.2016, 19:43

Also zB Kokain verhindert ja dass das Dopamin zurück ins präsynaptische Endknöpfchen kann und wenn man das über längere zeit einnimmt, dann produziert der Körper weniger Dopamin/baut postsynaptische Rezeptoren ab, der körper empfindet es also als normalzustand, wenn man das Kokain eingenommen hat und wenn das fehlt geht das Dopamin zu schnell zurück ins Endknöpfchen, es kann kein PSP ausgelöst werden, weil zu wenig Transmitter zu kurz im synaptischen Spalt sind/zu wenig Rezeptoren da sind und es kommt zu den Entzugserscheinungen?

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Kommentar von TVDFan2
23.03.2016, 21:32

Wie lange geht das mit dem Umstellen eigentlich? Es gibts ja Neuroenhancer bei denen man beim ersten mal schon körperlich abhängig wird

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Mal von den ganzen Hirnaktionen und -reaktionen abgesehen: Das klingt mir alles zu technisch,- das ist für den Kopf, für die Logik.... und das ist auch relativ abstrakt:

Nehmen wir mal die Gefühlsebene mit hinein... das sinnliche Erspüren und Begreifen:

Gehen wir mal von den Drogen weg, die aufgrund ihres Giftpotentiales sehr schnell abhängig machen... gehen wir zum Beispiel mal zu Alkohol, Essen, etc. hin, um Sucht als eine sich dynamisch entwickelnde Verhaltensweise anzusehen, die aufgrund ebendieser Dynamik derart schleichend Besitz von der Person.. auch im Bezug auf ihre Körperlichkeit !! ... nimmt.

Ich denke, wir sind uns einig, dass niemand den Finger freiwillig hebt um irgendwann damit anzugeben: "Mein Lebensziel ist es wirr, unzurechnungsfähig  und besudelt mit Erbrochenem und Schlimmeren in der Ecke zu liegen, Job und Weib und Kind versoffen, keine Perspektive!"       -   Oder: "Ich wollte mich mein Leben lang nur derart vollfresssen , dass 5 XXL meine Hüften umspannt, Nachbarn und Familie mich beschämen etc"      - Oder spielsüchtig mein Haus verzocken, mein Auto, das Ersparte meiner Frau..."  Oder sexsüchtig,.....

Das Problem ist, dass man sich mit einer bestimmten Handlungsweise entlasten möchte... nicht mehr: Ein Glas Wein nach der Arbeit entspannt und macht locker für den Partyabend... oder wenn man nervös ist vor einem Date.... oder aufgeregt, weil man einen wichtigen Termin wahrnehmen muss in dem es persönlich um viel geht...

Das Problem ist... anfangs langt ein Bier (Besser: 1 Dosis von diesem Mittel das uns beruhigen helfen soll... oder dieser Verhaltensweise...)

Die körperliche Toleranz um eben genau diesen Punkt der Entspannung/Entlastungn zu erreichen steigt aber mit jedem Mal, mit dem wir diese Handlungsweise oder Dosis des "Stoffs" ausüben bzw. zu uns nehmen.

Das heißt: Wo früher ein Bier ausreichte um Entspannung zu finden brauchen wir ab einer gewissen Regelmäßigkeit zwei Bier, drei Bier etc.

Wie gesagt: Es geht nur darum, diesen "Entspannungsspiegel" zu finden. Alle Spielarten, in denen wir unseren Zustand verbessern wollen--- also auf der Party auch mal über diesen Zustand hinauszugehen und bis zum Rausch das "gute Gefühl" zu steigern.... sind da mal außen vor: Sorgen allerdings natürlich für eine gesteigerte Dynamik des Prozessverlaufes

Die Alkoholtoleranz steigt... eine Zeitlang an: Die Leber "schie0t" sich auf den Giftstoff ein den es abzubauen gilt >>> darum trinken Alkoholiker bis zu 4,5%o und fahren Auto... oder Junkies brauchen das 10 fache der für Dich und mich tödlichen Dosis um überhaupt nur Entspannung zu finden.

Essverhalten, Spielsucht, Sexsucht... das funktioniert vom Prinzip her ähnlich... in der Hirnstruktur!

Aber irgendwann ist der Abstand zwischen der Erleichterungsgrenze und der Rauschdosis immer geringer... und irgendwann ist die Rauschdosis geringer als die Erleichterungsgrenze: das ist der Punkt, an dem die Leber zusammenbricht und der Süchtige wütend und verzweifelt wird: Er entspannt nicht mehr... er ist vorher schon besoffen!

Das sind die Alkoholiker, die schon morgens um sechs durch die Nacht auf die Parkbank zuwanken und nichts mehr bei sich behalten könne... da ist der Zusammenbruch nahe

Der Tod, übrigens, auch.

Das ist körperliche Abhängigkeit... an einem praktischen Beispiel: Ich wollte das nur begreifbarer machen: Ist mir das gelungen?? 

:-)

Sincerely, Norbert


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Kommentar von TVDFan2
24.03.2016, 20:50
Das ist körperliche Abhängigkeit... an einem praktischen Beispiel:

Nein, das ist psychische Abhängikeit mit ein bisschen Erklärung der körperlichen Abhängigkeit. Was du beschreibst (Spielsucht, Essverhalten etc) ist stoffungebundene Sucht und damit rein psychisch.

Gehen wir mal von den Drogen weg, die aufgrund ihres Giftpotentiales sehr schnell abhängig machen... gehen wir zum Beispiel mal zu Alkohol,

Alkohol ist eine Droge. Drogen nennt man auch (pharmakologische) Neuroenhancer. Alkohol ist auch ein Neuroenhancer.

Mal von den ganzen Hirnaktionen und -reaktionen abgesehen: Das klingt mir alles zu technisch,- das ist für den Kopf, für die Logik.... und das ist auch relativ abstrakt:

Genau darum geht es aber in meiner Frage:

der das genau (also im molekularen - Rezeptoren, Transmitter, Kanäle etc.) erklärt
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