Wie funktioniert eine Investition in Staatsanleihe bzw. Unternehmensanleihe?

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8 Antworten

Grundsätzlich kann es auch bei Staatsanleihen (und noch mehr bei Unternehmensanleihen) passieren, dass sie am Ende nicht zurückgezahlt werden können. Aber das ist ja nicht deine Frage.

Auch während der Laufzeit werden solche Anleihen ja an der Börse gehandelt. Und da herrscht (jedenfalls theoretisch) das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Jemand benötig dringend Geld und bietet Staatsanleihen an. Der wird sie sicher für weniger verkaufen, als den Erlös am Ende der Laufzeit. Dann haben die Papiere alle unterschiedliche Laufzeiten und Zinssätze. Wenn die Zinsen am Markt steigen, werden niedrig verzinsliche Papiere weniger interessant. Wenn die Zinsen sinken, hast du das Gegenteil. Zum Ende der Laufzeit werden die Kurse sicher nie weit (außer eine Pleite droht) von dem Nennwert + Zinsen abweichen.

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Bei Staaten wie der Bundesrepublik kannst Du davon ausgehen, dass Du das Geld am Ende der Laufzeit zurück bekommst.

Bei Zimbabwe würde ich nicht darauf wetten.

Die unterschiedlichen Risiken erkennst Du an der Höhe der Zinsen.

Die Kursschwankungen gehen auf Zinsänderungen zurück.

Würden jetzt z. B. die Zinsen steigen, sinken die Kurse der alten, schlechter verzinsten Anleihen. Aber am Schluss gibt es natürlich den Nennbetrag.

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Ergänzend muss ich wohl dazu feststellen, dass bei einer Staatspleite nicht der Staat aufgelöst wird. Er kommt lediglich seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nach, wie z.B. vor einigen Jahren Argentinien. Und dann sind auch Staatsanleihen Makulatur.

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Traveller24 hat das schon sehr gut erklärt.

Was ich noch hinzufügen würde ist, dass die von Ihnen erwähnte "garantie" sich rein auf das Kreditrisiko bezieht. Heißt, dass Sie die versprochenen Zahlungen bekommen. Wenn also der Emittent (sagen wir Deutschland) nicht ausfallen kann, dann sind alle versprochen Zahlungen ohne Risiko, i.e. "garantiert". Somit wäre hier kein Kreditrisiko

Andere Risiken bestehen trotzdem. Das wohl relevanteste das Zinsrisiko, welches von Traveller24  beschrieben wurde. In einem anderem Zinsumfeld ist es zwar schön zu wissen, dass man festgesetzte Beträge sicher bekommt, aber es kann sein, dass Sie anderswo höhere gesicherte Beträge bekommen. Vor diesem Risiko sind Sie mit einer Fixzins Anleihe nicht abgesichert.

Eine weitere Risikoart wäre das Liquiditätsrisiko. Wenn Sie eine sehr langlaufende Anleihe haben und zwischendurch dringend Geld brauchen, kann es sein, dass sie die Anleihe nicht oder nur mit sehr hohen Abschlägen verkaufen können. Auch dafür gibt es keine Garantie und wird deshalb von den Marktteilnehmern berücksichtigt, i.e. der Preis schwankt auch durch dieses Risiko 

lg

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Staaten können zwar nicht pleite gehen (noch nicht) - also im Sinne von, dann kommt der Gerichtsvollzieher und pfändet...

Aber sehr wohl kann ein Staat zahlungsunfähig sein..(Griechenland?)

Da besteht also ein Risiko - dafür gibt es halt Zinsen und Ankaufwerte.

Es ist übrigens nur eine Frage der Zeit, bis das gesamte Finanzsystem weltweit kollabiert...dann sind auch Staatsanleihen nur noch Klopapier...nur...wann genau es kracht ? Das wissen nur die, die es krachen lassen....um auch ja jedem anderen das Geld zu stehlen.

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Solange der Herausgeber der Anleihe nicht pleite geht, bekommst Du den Nennwert zurück. Solange nicht tatsächlich eine totale oder eine teilweise Pleite droht, sind die Änderungen im kurswert immer nur während der Laufzeit und der Kurswert geht zum Ende immer auf 100% zurück.

Der Kurswert bzw die Schwankungen ergeben sich durch Änderungen des allgemeinenn Zinsniveaus. Die Erklärung dafür ist etwas langwieriger:

Nehmen wir mal an, eine Anleihe hat noch zwei jahre Laufzeit und wirft pro Jahr 5% Zinsen ab. Die Notiert auch momentan bei 100%, hatte also keine Schwankungen, die Zinsen liegen überall auch bei so ungefähr 5% Jetzt senkt die Notenbank rabiat die Zinsen auf sagen wir mal 1% ab, um die Wirtschaft anzukurbeln. Wenn jemand jetzt irgendwo Geld anlegt, dann bekommt er auch nur ungefähr 1% Zinsen. Und jetzt ist da immer noch diese Anleihe im Umlauf, die 5% Zinsen abwirft. Da stürzen sich jetzt alle Ankeger drauf, weil sie ja gerne die hohen Zinsen haben wollen. Deshalb verkaufen die jetzigen Inhaber die Anleihe natürlich zu einem höheren Preis, sie wollen nicht mehr 100% sondern mehr. Der Preis steigt somit bis auf ungefähr 107%. Warum? Weil jemand, der die Anleihe für 107% zahlt und zweimal 5% Zinsen bekommt und am Ende nur 100% zurückzahlung bekommt, damit dann so ziemlich genau 1% Verzinsung seines eingesetzten Kapitales bekommt.

Durch die Kursschwankung gleicht sich die effektive Verzinsung der Anleihe dem Zinssatz des Marktes an. Fallen die Zinsen, dann steigen die Anleihenkurse und andersherum.

Für Dich als "Alt"-Anleger ist das aber ganz egal. Wenn Du eine Anleihe kaufst udn bis zur Fälligkeit behältst, dann sind Dir diese Schwankungen auch egal, da Du am Ende 100% des Nennwertes zurückgezahlt bekommst. Die Rendite, die Dir die Anleihe beim Kauf rechnerisch bietet, bleibt Dir bis zum Schluss erhalten.

Alles natürlich unter der Prämisse, dass der Ausgeber der Anleihe am Schluss nicht in Zahlungsschwierigkeiten kommt.

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Das Risiko besteht darin, dass auch Staaten pleite gehen können. Und der Kurswert wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Karten für ein ausverkauftes Fußballspiel werden auch teurer gehandelt, als sie nominell wert sind.

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Einen kurswert haben sie, weil sie unsicher sind, insolvenzrisiko, zinsaenderungsrisiko.

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