Frage von Ypsix, 97

Wie funktioniert eigentlich Hypnose?

Ich habe schon viel von Hypnose gehört und erlebe sie immer wieder z.B. in Comics oder bei Star Wars. Es hat mich jedoch schon immer interessiert, wie sie funktioniert. Ich hoffe, dass ich hier eine Antwort finden kann. Vielleicht kann man sie sogar selber benutzen? Ist es so, dass man ein Pendel vor jemand anderem schwingen lassen muss, um ihn zu hypnotisieren? Oder geht das anders? Mehr fällt mir jetzt nicht ein.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DottorePsycho, Community-Experte für Gesundheit, Hypnose, Psyche, ..., 65

Wie ich sehe, hast Du ja schon ganz viele hilfreiche Antworten erhalten. :-)

Um genau zu sein: Hypnose ist die Technik, der Vorgang, die Methode, die angewendet wird, um den ZUSTAND der hypnotischen Trance
zu provozieren. Man unterscheidet zwischen Fremdhypnose und
Selbsthypnose, wobei der Zustand der gleiche ist. Man könnte aber auch
sagen, dass jede Fremdhypnose immer auch eine Selbsthypnose ist, da ein
Hypnotiseur letztlich nur die Hebamme ist, die den Vorgang der 
Selbsthypnose (Geburt) begleitet und die Anleitung dazu gibt.

Den Zustand der hypnotischen Trance kennt JEDER Mensch sehr, sehr
gut, da wir alle jeden Tag zumeist mehrmals in sog. Alltagstrancen
gleiten. Dieser Zustand unterscheidet sich durch NICHTS von dem Zustand,
den der Hypnotiseur auf der Showbühne oder in der psych. Praxis
provoziert.

ABER die wenigsten Menschen wissen das bzw. registrieren die
Alltagstrance als hypnotischen Zustand - so sehr gewohnt sind wir das,
dass es uns gar nicht als etwas Besonderes auffällt. Dieser Zustand kann
sich sehr verschieden anfühlen - von Mensch zu Mensch, von mal zu mal -
er kann sich aber auch immer mal wieder sehr ähnlich anfühlen.

Dieser Zustand kann z.B. auftreten beim Lesen, TV-Schauen,
Autofahren, Zugfahren, beim Musikhören, auf dem Klo, beim Sport etc etc.
Vielleicht erinnerst Du Dich daran, manchmal bei einer dieser (oder
vieler anderer) Gelegenheiten wie "im Nebel" gewesen zu sein, einem
bestimmten Gedanken "gedankenverloren" gefolgt zu sein, einen "Tagtraum"
geträumt zu haben etc.

All das ist hypnotische Trance. Ganz schön enttäuschend? Nun ja, man
kann mit dem Zustand auch etwas anderes anfangen, z.B. kann man gewisse
untypische Körperempfindungen suggerieren oder aber man kann
unerwünschtes Denken, Handeln oder emotionales Fühlen durch erwünschtes
ersetzen. Man kann Schmerz unterdrücken, Blutungen reduzieren, den Puls
runterfahren .....  Die Möglichkeiten sind vielfach.

Siehe auch hier auf der website eines befreundeten Kollegen einen Auszug aus dem Deutschen Ärztebrief:

www.mind-shifting.de/hypnose/auszug-aus-dem-deutschen-aerztebrief-maerz-2004-s-1...

Der Zustand der hypnotischen Trance erlaubt einen direkteren Zugang
zum Unbewussten, so dass dieses leicht umprogrammiert werden kann.
Gleichzeitig bleibt IMMER ein Rest prüfendes und kontrollierendes
Bewusstsein präsent, das darüber wacht, dass keine unerwünschten
Suggestionen gegeben werden. Würde jemand das versuchen, würde sich
jeder Hypnotisand umgehend selbst aus der Hypnose holen oder aber diese
Suggestion einfach nicht annehmen - je nachdem wie gravierend
unerwünscht die Suggestion ist.

Jede Trance endet irgendwann; die Alltagstrancen lösen sich binnen
Sekunden oder Minuten von ganz alleine wieder auf. Die Trance beim
Therapeuten wird vom Therapeuten beendet/ausgeleitet. Würde der
Therapeut zwischenzeitlich das Zeitliche segnen, würde sich auch dann
Deine Trance von alleine auflösen bzw. Du würdest sie intentional selbst
beenden oder vor Langeweile einschlafen, um später ganz normal
aufzuwachen. Noch nie ist jemand in Trance geblieben.

Noch Fragen? :-)

Kommentar von DottorePsycho ,

Um eine hypnotische Trance zu induzieren, KANN man ein Pendel benutzen. Ein Klassiker ist ja auch die pendelnde Taschenuhr des Hypnotiseurs. Oder das "Schau genau hier auf den Punkt über meinem Auge!" o.ä. Diese Arten der Induktion benutzen die sog. Blick-Fixation. 1001 Varianten davon sind gängig, und man könnte jederzeit weitere 1001 Varianten erfinden.

Es gibt aber auch ganz andere Induktions-Techniken, die komplett ohne Blick-Fixation auskommen. Ja; man könnte problemlos auch einen Blinden hypnotisieren - oder einen Tauben. Der Erfolg bei der Blick-Fixation liegt in der Ermüdung des Auges und einer präzisen Beobachtungsgabe des Hypnotiseurs.

Eine andere Technik bedient sich des Überraschungs-Moments; hierbei wird eine kleine Schrecksekunde provoziert, die den Effekt hat, dass der Verstand des Hypnotisanden für einen kurzen Augenblick ÜBERLASTET wird. Genau jetzt hat der Hypnotiseur nahezu freie Bahn zum Unbewussten des Hypnotisanden.

Dann hätten wir z.B: noch die Technik der Entspannung. Dies kann rein verbal provoziert werden, kann aber z.B. auch über gemeinsames Atmen funktionieren.

Ein Hypnosetherapeut arbeitet idR mit sehr wenigen unterschiedlichen Induktionstechniken. Ein Showman nutzt da gerne schon ein paar mehr.

Antwort
von micos, 39

Hi Ypsix, um ganz klar auf Deine Frage einzugehen: Lass es sein, Experimente mit Hypnose zu machen - es kann/wird in die Hose gehen, außerdem ist es vom Laien gemacht, nicht ungefährlich. Vielleicht aber suchst Du die Gefahr.

Antwort
von Raffaeloo, 36

Möchte dazu wenig schreiben, da es keine gute Sache außer zu Psychischen Problemlösung. Du holst dir Zugang zu dem Unterbewusstsein der Menschen.

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