Wie funktioniert die Kündigungsfrist für einen unbefristeten Arbeitsvertrag in Deutschland?

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5 Antworten

Entweder ist die Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag oder im evtl. anzuwendenden Tarifvertrag geregelt. Ist dort nichts festgelegt, gilt automatisch die gesetzliche Regelung. Nach § 622 BGB hat man als Arbeitnehmer eine Kündigungsfrist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats.

Ist eine Probezeit vereinbart, kann man innerhalb der Probezeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen.

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Kommentar von Hexle2
09.03.2016, 12:54

Völlig korrekt.

Nur eine kleine Anmerkung: Findet ein Tarifvertrag Anwendung kann die Kündigungsfrist in der Probezeit auch kürzer als die zwei Wochen nach § 622 Abs. 3 BGB sein. Gerade bei Zeitarbeitsfirmen ist das oft so.

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Das steht entweder im Arbeitsvertrag, ansonsten §622 BGB:

(1) Das Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Angestellten (Arbeitnehmers) kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.

(2) Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen

1.zwei Jahre bestanden hat, einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,2.fünf Jahre bestanden hat, zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats,3.acht Jahre bestanden hat, drei Monate zum Ende eines Kalendermonats,4.zehn Jahre bestanden hat, vier Monate zum Ende eines Kalendermonats,5.zwölf Jahre bestanden hat, fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats,6.15 Jahre bestanden hat, sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats,7.20 Jahre bestanden hat, sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats.

Bei der Berechnung der Beschäftigungsdauer werden Zeiten, die vor der Vollendung des 25. Lebensjahrs des Arbeitnehmers liegen, nicht berücksichtigt.

(3) Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.

(4) Von den Absätzen 1 bis 3 abweichende Regelungen können durch Tarifvertrag vereinbart werden. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrags gelten die abweichenden tarifvertraglichen Bestimmungen zwischen nicht tarifgebundenen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, wenn ihre Anwendung zwischen ihnen vereinbart ist.

(5) Einzelvertraglich kann eine kürzere als die in Absatz 1 genannte Kündigungsfrist nur vereinbart werden,

1.wenn ein Arbeitnehmer zur vorübergehenden Aushilfe eingestellt ist; dies gilt nicht, wenn das Arbeitsverhältnis über die Zeit von drei Monaten hinaus fortgesetzt wird;2.wenn der Arbeitgeber in der Regel nicht mehr als 20 Arbeitnehmer ausschließlich der zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten beschäftigt und die Kündigungsfrist vier Wochen nicht unterschreitet.

Bei der Feststellung der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer sind teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden mit 0,5 und nicht mehr als 30 Stunden mit 0,75 zu berücksichtigen. Die einzelvertragliche Vereinbarung längerer als der in den Absätzen 1 bis 3 genannten Kündigungsfristen bleibt hiervon unberührt.

(6) Für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer darf keine längere Frist vereinbart werden als für die Kündigung durch den Arbeitgeber.

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Man kündigt zu einem im Vertrag zugelassenen Datum. Wenn Du den Betrieb zum 31.05. 2016 verlassen willst und die Kündigungsfrist beträgt 4 Wochen zum Monatsende, dann musst Du die Kündigung schriftlich am 03.04.2016 abgeben.

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Grundsätzlich SCHRIFTLICH.

Der Termin ergibt sich aus dem Arbeitsvertrag, dem Tarifvertrag oder aus dem Gesetz.

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