Frage von SquareMatrice, 50

Wie funktioniert die Biochemie im Gehirn bei Non-Respondern (Psychopharmaka)?

Hallo Leute,

vielleicht ist es nicht ganz das richtige Forum für diese Frage aber woanders bekommt man leider nur sehr spät oder gar keine Antworten. Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit Psychopharmaka und deren Wirkung, da ich selbst so einige erhebliche psychische Probleme habe. Zum Glück habe ich einen sehr guten, geduldigen Arzt, welcher genau weiß was er macht. Mein Fall ist sicherlich ziemlich schwierig, da ich offensichtlich Non-Responder bin, also nicht auf Medikamente anspreche, welche in den Botenstoff-Haushalt eingreifen (Ja, die Medikamente wurden lange genug, regelmäßig und in hohen Dosierungen eingenommen). Ich bin auch etwas verwundert, dass es keinerlei Absetzsymptome gibt, auch nicht bei Venlafaxin, was z.Zt. von 225mg-0mg innerhalb einer Woche ausgeschlichen wird.

Was genau passiert eigentlich im Gehirn, wenn AD, NL, etc. keine Wirkung zeigen?(Also weder positive noch negative)?Ist es möglich, dass der Körper die Substanzen einfach nicht verwertet, wie z.B. wenn zu viel Eisen zugeführt wird? Gibt es Chancen, dass man mit einem Medikament evtl. doch "Glück" hat und es zu einer Verbesserung der Symptomatik kommt? Immerhin haben zumindest Tavor und Zopiclon (Tageshöchstdosis) so gewirkt wie vorgesehen.

Vielen Dank schon mal für konstruktive Antworten!

Expertenantwort
von Chillersun03, Community-Experte für Gesundheit, Medikamente, Medizin, 16

Die Biochemie bei Non-Respondern funktioniert grundsätzlich genauso wie bei normalen Menschen. Es gibt Unterschiede in:

  • dem Metabolismus, es gibt Non-Responder die die Stoffe extrem schnell metabolisieren & ausscheiden
  • der Bindungsstelle am Rezeptor, hier kann das Protein anders zusammengebaut sein, sodass Arzneimittel besser oder schlechter binden - die physiologischen Liganden (bsp. Neurotransmitter) jedoch nicht beeinflusst sind
  • der Rezeptordichte und Sensibilität, und selten auch die Neurotransmitterkonzentration (ähnlich einer Toleranz die du bsp. bei Drogenkonsum aufbauen kannst - nur das die Toleranz hier natürlicher Art und Weise ist.)
  • dem Transport - falls Transportprozesse überhaupt beteiligt sind (ist eher die Ausnahme)

Ist es möglich, dass der Körper die Substanzen einfach nicht verwertet, wie z.B. wenn zu viel Eisen zugeführt wird? 

Eigentlich nicht nein. Der Körper verwertet Wirkstoffe nämlich nicht wirklich.

Gruß Chillersun

Kommentar von Chillersun03 ,

Es gibt natürlich auch noch andere Gründe für Non-Responder, je nachdem was man überhaupt als Non-Responder definiert. Es ist ein Unterschied ob man einfach auf eine Therapie nicht anspricht, oder das Arzneimittel überhaupt gar keine Wirkung entfaltet (inkl. keine Nebenwirkungen!)

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 23

wie die biochemie eines non-responders funktioniert ist nicht geklärt. darum gibt es auch noch keine neuen medikamente.

tavor und zopiclon sind benzodiazepine bzw. z-drugs. das du auf diese ansprichst ist logisch. leider machen sie bei regelmässigem und längerem konsum abhängig.

was du probieren kannst ist, medikamente mit einem anderen wirkmechanismus zu nehmen. z.b. den mao-hemmer moclobemid.

hier findest du ev. weitere infos: www.depri.ch

Kommentar von SquareMatrice ,

Danke:) Moclobemid habe ich schon hier, sobald Venlafaxin "ausgewaschen" ist, fange ich damit an.

Kommentar von samm1917 ,

weitere ideen: mood stabilizers wie z.B. lamotrigin oder NL wie z.b. aripiprazol. wenn alles nichts hilft und die depressionen schwer bzw. sehr stark sind hilft meist nur noch EKT.

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