Wie funktioniert der Verlustvortrag bei der Einkommensteuererklärung?

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1 Antwort

Ein Verlustvortrag ergibt sich, wenn in Deinem Fall die Werbungskosten höher wären als Dein Bruttolohn.

Beispiel: Bruttolohn 9.000,00 €, Werbungskosten 10.000,00 €, keine anderen Einkünfte.

Dann hättest Du 1.000,00 € negative Einkünfte, und das Finanzamt hätte zusätzlich zum Einkommensteuerbescheid eine Bescheid über die Feststellung des Verlustvortrags erlassen.

Wenn aber die Werbungskosten geringer sind als der Bruttolohn, kann es keinen Verlustvortrag geben.

Schau Deine Einkommensteuerbescheide 2012 bis 2014 an.

Wie ist der Gesamtbetrag der Einkünfte?

Wenn er positiv ist, kann es logisch keinen Verlustvortrag geben.

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Kommentar von Boy1985
02.01.2016, 22:34

Das heißt, wenn ich 13.000 € verdient und habe 6.000 € Werbungskosten hatte kann kann ich keinen Verlustvortrag machen ?


Ich habe mir das nämlich so vorgestellt:

Nehmen wir an, ich als Single ohne Kinder Steuerklasse 1 muss erst ab 11.042 € steuern zahlen.

Ohne Verlustvortrag:

Wenn ich also 2014 13.000 € verdient habe und 2014 6.000 € Werbungskosten hatte komme ich ohne dem Verlustvortrag auf 13.000 € - 6.000 € = 7000 € zu versteuerndes Einkommen --> Das heißt natürlich ich bekomme alles zurück und festgesetzt werden 0 Euro steuern.

Mit Verlustvortrag:

Wenn ich aber vom Verlustvortrag gebrauch mache, und ich habe 2014 ebenfalls 13.000 € verdient und habe 2014 6.000 € Werbungskosten dann werden mir für 2014 1.958 € Werbungskosten angerechnet, denn 13.000 € - 1.958 € = 11.042 €.

Somit bekomme ich (da in dem Beispiel bis 11.042 € Jahreseinkommen keine Steuern gezahlt werden müssen) ebenfalls alle Steuern zurück und festgesetzt werden 0 €.

Allerdings werden von den Werbungskosten 2014 die restlichen 4042 € in das nächste Jahr 2015 geschoben (denn 6.000  € - 1958 € = 4042 €).


So habe ich mir das vorgestellt.
Ist das nicht so gedacht ?
Nach meinem Verständnis funktioniert der Verlustvortrag nämlich nicht nur (aber natürlich auch dann) wenn die Ausgaben (Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen, ...) höher sind als der Bruttoarbeitslohn.

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