Frage von mitsch12, 115

Wie funktioniert das im Lan?

Wenn ich jetzt zb 2 Rechner habe der eine davon ist ein NAS der andere ein Windows Rechner. Beide sind über einen Switch miteinander verbunden und ein extra Kabel geht zum Router. (Damit der WinPc Internet hat) Wenn ich jetzt eine Datei vom NAS auf meinen Rechner kopiere, muss das Paket bzw die Datei dann auch zum Router oder kann es gleich beim Switch die 2. Ausfahrt zum Windows Rechner nehmen? Ist der Router bei dem Kopiervorgang überhaupt beteiligt? Danke für eure Antwort. :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von franzhartwig, 23

Ich schreibe einfach mal schrittweise auf, wie die Kommunikation abläuft:

1. Das NAS ist dauerhaft am Switch angeschlossen und hat eine feste IP-Adresse konfiguriert.

2. Dein Rechner wird eingeschaltet. Er bekommt per DHCP eine IP-Adresse. Der DHCP-Server ist im Heimnetz auf dem Router, im Unternehmensnetzwerk eher ein separater Server.

3. Dein Rechner möchte das NAS kontaktieren. Das erfolgt über die IP-Adresse (oder einen Namen, der dann noch aufgelöst werden muss). Der Rechner stellt fest, dass das NAS im gleichen IP-Netz steht wie er selbst. Jetzt muss er die MAC-Adresse des NAS herausfinden. Dazu wird das Address Resolution Protocol (ARP) verwendet.

4. Dein Rechner schickt die an die MAC-Adresse des NAS adressierten Daten los. Der Switch (im Heimnetz im Router integriert, im Unternehmensnetz meist getrennt) empfängt die Daten. Der Switch weiß, an welchem Port das NAS angeschlossen ist (er schreibt sich die MAC-Adressen in eine Tabelle). Er schickt die Daten direkt zum NAS.

5. Sollte der Switch nicht wissen, an welchem Port das NAS angeschlossen ist, schickt er die Daten auf allen Ports (außer dem Eingangsport) heraus. Die Daten kommen so auf jeden Fall beim NAS an.

6. Sollte das NAS nicht am gleichen Switch angeschlossen sein wie der Rechner, kennt er trotzdem die MAC-Adresse des NAS, die dann an dem Port zu erreichen ist, an dem der zweite Switch angeschlossen ist.

7. Ein Router kommt nur dann ins Spiel, wenn die Kommunikationspartner in unterschiedlichen IP-Netzen bzw. IP-Subnetzen stehen.

Expertenantwort
von SYSCrashTV, Community-Experte für Computer, Internet, PC, 48

Nein, die Verbindung wird direkt aufgebaut. LAN ist im Gegensatz zu WLAN ein Broadcast-Network, wo jeder mit jedem reden kann. So kannst du auch deinen Router abklemmen und die Verbindung funktioniert weiterhin, wenn man von Problemen ohne DHCP-Server mal absieht.

Nur bei WLAN muss die Verbindung über die jeweilige Basisstation aufgebaut werden, auch wenn zwei WLAN-Clients kommunizieren wird dies über den Router ermöglicht. Eine Ausnahme sind hier sog. AdHoc, bzw. Mesh-Netze. Das Problem bei sowas ist aber, dass hier jeder mit jedem einzeln verbunden sein muss und wenn dies nicht gegeben ist funktioniert das Netz nicht korrekt.

Kommentar von mitsch12 ,

Alles klar. Aber der DHCP Server ist wichtig oder ist der nicht betroffen (also bei dem Kopiervorgang)? Die sind ja meinsten mit im Router, also wenn die Verbindung zum DHCP Server bzw zum Router langsam sind, würde das dann einen Flaschenhals darstellen? Oder hab ich da was falsch verstanden? :)

Kommentar von DeinHeld ,

Damit ist lediglich gemeint, dass die automatische Zuweisung von Ip Adressen im Netz nicht mehr funktionieren würde wenn der Router eben abgeklemmt wäre. Du müsstest dann bei allen Geräten Manuell eine Ip Adresse etc. eintragen. Der Kopiervorgang an sich ist davon nicht betroffen. ;)

Kommentar von barnim ,

Der DHCP Server ist nur dazu da, den Geraeten die nach einer IP-Adresse fragen eine zu geben (sofern welche frei sind etc.).

Fuer einen Kopiervorgang unter Geraeten, die im selben L2 und L3 Netz sind (siehe DeinHelds Antwort), stellt weder Router noch DHCP-Server einen Flaschenhals dar.

cheers | barnim

Kommentar von franzhartwig ,

Nein, die Verbindung wird direkt aufgebaut. LAN ist im Gegensatz zu WLAN ein Broadcast-Network, wo jeder mit jedem reden kann. So kannst du auch deinen Router abklemmen und die Verbindung funktioniert weiterhin, wenn man von Problemen ohne DHCP-Server mal absieht.

Auch ein WLAN ist ein Broadcast-Netzwerk. Dort gelten die gleichen Prinzipien wie beim LAN.

Nur bei WLAN muss die Verbindung über die jeweilige Basisstation aufgebaut werden, auch wenn zwei WLAN-Clients kommunizieren wird dies über den Router ermöglicht.

Bei der Kommunikation zwischen zwei WLAN-Clients ist kein Router nötig, lediglich der Accesspoint - so wie im LAN lediglich der Switch notwendig ist.

Eine Ausnahme sind hier sog. AdHoc, bzw. Mesh-Netze. Das Problem bei sowas ist aber, dass hier jeder mit jedem einzeln verbunden sein muss und wenn dies nicht gegeben ist funktioniert das Netz nicht korrekt.

Bei Mesh-Netzen muss nicht jeder mit jedem verbunden sein. Das wäre etwas aufwändig.

Antwort
von DeinHeld, 78

Hallo,

Der Router bekommt von dem kopieren nichts mit. Da der Switch erkennt dass die Mac Adresse des Ziels auf einem seiner eigenen Ports anliegt.

Kommentar von mitsch12 ,

Danke! Also IPs haben damit erstmal nichts zu tun oder? Und wenn das Ziel woanders im Lan ist zb eine Ebene unter oder über den Switch?

Kommentar von DeinHeld ,

In einem Lokalen netz wie deinem kommunizieren alle Geräte auf dem sogennaten Layer 2 des Osi Modells.

Das Bedeutet über die Mac Adresse.

Die ermittlung welche Mac Adresse zu welcher Ip gehört wird in einem IPv4 Netz durch das Adress Resolution Protocol durchgeführt.

Der Wikipedia Artikel dazu sollte für Klarheit sorgen: https://de.wikipedia.org/wiki/Address_Resolution_Protocol

Wenn an dem Switch z.B. noch ein Switch hängt würde er also erst einen Broadcast(Nachricht an alle Geräte im Netz) schicken in der er frägt wo denn diese Mac anliegt.

Der Entsprechende Client würde sich dann melden.

Somit hätte der Router auch in diesem Fall nichts damit zu tun.

Kommentar von franzhartwig ,

Wenn an dem Switch z.B. noch ein Switch hängt würde er also erst einen Broadcast(Nachricht an alle Geräte im Netz) schicken in der er
frägt wo denn diese Mac anliegt.

Definitiv nicht. Der Switch fragt niemals nach einer MAC-Adresse. Welches Protokoll sollte er auch dafür nutzten? Ein Switch lernt die MAC-Adressen, das ist ein eher passiver Vorgang. Er schaut einfach in die Daten, die er weiterleitet. Wenn dem Switch eine MAC-Adresse nicht bekannt ist, muss er die Daten fluten, also über alle Ports herausschicken. Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas vorkommt, ist jedoch sehr gering.

Kommentar von mitsch12 ,

Aha! Also ist es egal ob der Port am Router nur 10Mbit oder 10Gb ist. Danke! So eine Antwort habe ich gesucht. :)

Kommentar von ctest ,

Die Geschwindigkeit des Routers ist nur für die Geschwindigkeit der Internet-Verbindung interessant ...

Und das ist auch dann interessant, wenn Du mit einem Gerät über W-Lan auf das NAS zugreifst

Kommentar von DeinHeld ,

Naja wenn der zweite Switch jetzt am Router direkt hängen würde, wäre die Geschwindigkeit des Interfaces vom Router doch relevant. Oder bei Geräten die nicht am Switch sondern direkt an ihm hängen. Wobei heute jeder aktuelle Router 1gbit hat.

Kommentar von DeinHeld ,

Damit war auch der Client gemeint nicht der Switch. Das habe ich etwas undeutlich ausgedrückt.

Kommentar von franzhartwig ,

Damit war auch der Client gemeint nicht der Switch. Das habe ich etwas undeutlich ausgedrückt.

Du meinst also den ARP? Der muss sowieso erfolgen, egal ob das Ziel am gleichen oder an einem anderen Switch hängt. Das macht überhaupt keinen Unterschied, die Vorgänge sind die gleichen. Der Client weiß ja gar nicht, welche Rechner zusammen mit ihm am gleichen Switch hängen.

Kommentar von DeinHeld ,

Das war auf deinen Kommentar davor bezogen, in dem du genau das nochmal erklärst, dass eben ein Switch sicher keine arp Anfrage schickt. Ich schreibe gerade vom Handy aus, daher kann ich nicht genau diesen Kommentar von dir kommentieren.

Kommentar von franzhartwig ,

Ich schreibe gerade vom Handy aus, daher kann ich nicht genau diesen Kommentar von dir kommentieren.

Das wäre aber sehr hilfreich. Aber ich habe Deinen Kommentar auch so verstanden. Noch einmal der Reihe nach: Du schriebst, dass "er" per Broadcast nachfragt, wenn an dem Switch noch ein Switch hängt. Das ist nun einmal nicht richtig, egal wie Du es drehst und wendest. Der Absender muss immer einen ARP-Eintrag haben, also eine Zuordnung von MAC- und IP-Adresse für das jeweilige Ziel. Da ist es völlig egal, ob das Ziel am gleichen Switch oder an einem anderen Switch angeschlossen ist. Deine Bedingung "
Wenn an dem Switch z.B. noch ein Switch hängt" ist also schlicht falsch.

Kommentar von DeinHeld ,

Du verstehst vielleicht nicht dass das eine Erklärung für einen Laien sein soll, der eine simple frage hatte ohne Notwendigkeit genau alle technischen Details zu erläutern . Das "er" ist in diesem Fall auf die Frage des Fragestellers bezogen in der er von einer nas spricht. Nochmal hier hat niemand nach der genauen Erläuterung aus deinem Cisco Handbuch gefragt sondern wollte simpel erklärt bekommen wie das das Ergebnis das der Nutzer sieht sich darstellt. Also geh bitte jemand anderen Trollen. Ich bin selber CCNP kann dir auch ein gerne alle Sachverhalte ins Detail genau erklären, aber bei so einer Frage erachte ich das nicht für nötig. Ich finde es verwirrt den Fragenden eher.

Kommentar von franzhartwig ,

Du verstehst vielleicht nicht dass das eine Erklärung für einen Laien sein soll, der eine simple frage hatte ohne Notwendigkeit genau alle technischen Details zu erläutern

Der Unterschied zwischen "einfach" und "falsch" ist Dir bekannt? Wenn es Dir um "einfach" ginge, hättest Du den zweiten Switch gar nicht ins Spiel gebracht. Das hätte Dir Deinen falschen Kommentar auch erspart.

Nochmal hier hat niemand nach der genauen Erläuterung aus deinem Cisco Handbuch gefragt

Ich frage mich gerade, wer hier trollt. Was hat das hier mit Cisco zu tun? Es geht um Netzwerkgrundlagen. Die sind bei Cisco nicht anders als bei anderen Herstellern. Abgesehen davon habe ich gar kein Cisco-Handbuch.

kann dir auch ein gerne alle Sachverhalte ins
Detail genau erklären, aber bei so einer Frage erachte ich das nicht für
nötig. Ich finde es verwirrt den Fragenden eher.

Noch mehr verwirren falsche Erkläriungen.

Kommentar von DeinHeld ,

Sag mal siehst du nicht dass meine Erklärung auf diese Fallbeispiel bezogen ist? Habe ich irgendwo geschrieben: Hallo, ich erkläre jetzt wie arp funktioniert? Nein habe ich nicht. Ich habe ein Fallbeispiel erstellt zwei Switche hintereinander und dazu dass verhalten wie es wäre geschildert. Und im Bezug auf diese Beispiel ist meine Erklärung des Verhaltens! Richtig. Ich habe nirgends geschrieben dass ich jetzt erkläre wie arp an sich funktioniert.

Kommentar von franzhartwig ,

Sag mal siehst du nicht dass meine Erklärung auf diese Fallbeispiel bezogen ist?

Doch, natürlich sehe ich das. Und ich sehe, dass die Erklärung falsch ist.

Kommentar von DeinHeld ,

Ja und ich habe bereits in meiner ersten Antwort geschrieben, dass ich mich dort leider etwas unverständlich ausgedrückt habe und mit dem "er" eben nicht der Switch gemeint ist sondern der jeweilige Client.

Kommentar von franzhartwig ,

und mit dem "er" eben nicht der Switch gemeint ist sondern der jeweilige Client.

Noch einmal: Das ist auch falsch. Ich zitiere Deine Behauptung:

"Wenn an dem Switch z.B. noch ein Switch hängt würde er [der Client] also erst einen Broadcast(Nachricht an alle Geräte im Netz) schicken in der er frägt wo denn diese Mac anliegt."

Zunächst einmal passt die Formulierung "wo denn diese MAC anliegt" nicht dazu, dass Du den Rechner meinst. Aus Sicht des Rechners ist jede andere MAC-Adresse über sein LAN-Interface zu erreichen. "wo diese Mac anliegt" ist also überhaupt keine Frage für den Rechner.

Abgesehen davon ist es völlig irrelevant, ob Client und NAS an einem Switch hängen oder an unterschiedlichen Switches. Die Vorgänge sind immer identisch. In jedem Fall muss der Rechner vor dem ersten Kontakt mit dem NAS einen ARP-Request machen. Der Rechner weiß ja noch nicht einmal etwas vom Switch.

Kommentar von DeinHeld ,

Ich weiß, ich denke wir reden aneinander vorbei das hat keinen Sinn. :D

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