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dazu empfehle ich dir das buch oder den film "die welle". da ist das sehr eindrücklich geschildert mit einem erschreckenden realitätsbezug
auf welche Zeitspanne bezogen? die Frage ist etwas ungenau.
es geht auch um das allgemeine irgendwas müssen diese Systeme ausser dem Führerkult und der Gleichschaltung gemeinsam haben?
Es ist das Prinzip des Gruppenzwangs, das unter anderem ausgenutzt wird (rein psychologisch). Des Weiteren eine Zentralisierung der Macht, sowie die Abschaffung einer Gewaltenteilung im Staat selbst. In einem totalitären System geht es darum eine gewisse Idiologie durchzudrücken. In der Regel geht es darum einen Menschenbild zu schaffen, das für die Masse erstrebenswert scheint und der Gesellschaft dient. Hierbei bedient man sich vieler pyschologischer Tricks, Manipulation und Unterdrückung derer, die sich gegen die Idiologie auflehnen.

Idealerweise sind die verschiedenen Kräfte im Staat etwa gleich stark und das System ist im Gleichgewicht.
Dann wird eine Partei zu stark, und nun geht es wie bei einem Schiff, bei dem die Ladung nicht fixiert ist: Sie verrutscht und das Schiff neigt sich zusätzlich auf diese Seite, bis es schliesslich kentert.
Was beim Schiff die rutschende Ladung ist, ist in der Politik ein Volk, das viele dumme, unkritische Mitläufer hat. Resultat: die Diktatur.
Dagegen gibt's ein Mittel: Man soll nur das glauben, was man selber kontrollieren kann. Das gilt besonders gegenüber den Massenmedien, die ja fast NIE neutral (ohne Hintergedanken) orientieren.
Man soll die Kraft haben, selber etwas anderes zu denken als die grosse Masse denkt und nachschwatzt. Und man soll nicht aus kurzsichtigem Egoismus etwas Unsinniges mitmachen, von dem man weiss, dass es falsch ist.
Allgemein haben totalitäre Systeme bestimmte Merkmale:
Eine herrschende Ideologie/Weltanschauung die dazu dient, durch Erziehung, Propaganda, Indokrination und Manipulation nicht nur das äußere Handeln, sondern auch das Denken und Fühlen zu beeinflussen und alle Lebensbereiche mit allgemeinverbindlichem Anspruch zu umfassen
Unterordnung des Einzelnen unter eine Gesamtheit (Kollektiv, Gemeinschaft, Gesellschaft, Volk) mit einem freiwilligen oder erzwungenen Verzicht auf individuelle Freiheit (wobei die Definitionshoheit über das Interesse der Gesamtheit tatsächlich bei einer einzigen Machtgruppe liegt und alle Individuen als solche nichts gelten)
weitgehende Abschaffung von Freiheitsrechten (entweder gibt es sie schon rechtlich nicht oder die Machthaber lassen ihre Ausübung tatsächlich nicht; die Medien werden stark gelenkt und Zensur ausgeübt)
Unterdrückung und Einschüchterung durch Terror, Kontrolle und Überwachung (Polizei auch in Bezug auf „politische Vergehen“, Geheimdienst, Spitzel, Lager)
monopolartige Konzentration der Einflussmöglichkeiten auf Entscheidungsprozesse in einem Führungszentrum (keine Gewaltenteilung, alle Macht liegt bei derselben Person/Gruppe)
Mobilisierung gegen äußere und innere angebliche Feinde, wobei keine Alternativen und Vielfalt als grundsätzlich gleichberechtigt geduldet werden (andere Meinungen sind schlechte Gesinnungen, Verirrungen oder Unsinn, weil angeblich Sachzwänge herrschen)
In der Praxis kann entweder eher der Machtdruck/Gewalt vorherrschen (die meisten beugen sich aus Angst, Widerstand wird durch Einsatz überlegener Machtmittel gebrochen) oder stärker eine innere Bereitschaft (opportunistische Mitläufer sehen Chancen für persönliche Vorteile; in einer sozialpsychologischen Gruppendynamik entsteht ein Konformitätsdruck, Menschen gefällt es, sich von einer Gemeinschaft getragen zu fühlen, sie möchten von anderen anerkannt werden und Erwartungen durch erwünschtes Verhalten erfüllen; eine Sehnsucht nach Orientierung durch eine klare und verbindliche Ordnung führt zu einem Aufgeben kritischen Denkens und der Freiheit, die auch mit Unsicherheit, mühsamer Suche und Bekenntnis eigener Verantwortung verbunden ist)

nicht
außer in Nordkorea: http://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea

Von oben nach unten - ín Demokratien idealtypisch von unten nach oben. Ansonsten gibt's hier ja richtig gute Antworten!

Meiner Überzeugung nach funktionieren totalitäre Systeme auf der Basis eines überaus erfolgreichen Dreigespannes: Faszination, Gewalt und Propaganda. Gewalt und Faszination bewirken bei der Mehrzahl der Menschen jeweils beide eine Unterordnung - aus gegensätzlichen Gründen: Der Gewalt ordnen sich Menschen aus Angst unter, also letztlich, um psychischen oder körperlichen Schaden abzuwenden; der Faszination, weil sie sich den vorgegebenen Wertmaßstab zueigen machen und der Elite des totalitären Systems gefallen wollen, sich also einen Nutzen in Form von Anerkennung und Wertschätzung versprechen. Propaganda dient dazu, Gewalt und Faszination zu verbinden. Dabei wird die Gewalt gewöhnlich mit der (faszinierenden) Überlegenheit des Systems und/oder einer (meist inszenierten) Bedrohung gerechtfertigt, die eine (gewaltsame) Verteidigung des faszinierenden Systems erforderlich macht.
PS: Nebenbei bemerkt scheinen die Worte "Faszination" und "Faschismus" aus einer ähnlichen sprachlichen Wurzel zu kommen: Das Wort "Faszination" geht auf lateinisch "fascinare" zurück, was in etwa so viel wie "beschreien, behexen" bedeutet. Und "Faschismus" geht (über italienisch "fascio") auf lateinisch "fascis" zurück, was "Rutenbündel" bedeutet.
Guschdi am 22. Juli 2009 04:48 sieht man gut im englischen:
FASCI NATION
ach ja: und orwells animail farm ist dazu auch so ein klassiker, vielleicht auch das buch "lord of the flys