Frage von JonasEggert, 72

Wie funktionier der Funkverkehr bei der Feuerwehr?

Hallo, ich würde gerne verstehen, wie der Funkverkehr bei z.B. einem Einsatz funktioniert. Es geht ja nicht, dass wenn der ganze Zug alarmiert ist da alle in einem 'Kanal' sage ich mal reden und man nur alle 5 Minuten oder so zu Wort kommt. Oder ist es so, dass man in einer Art 'Fahrzeugkanal' redet und nur die Besatzung des Fahrzeuges einen hört? Und wie würden die Fahrzeuge unter einander kommunizieren, wenn das so ist? Würde mich über eine kurze Erklärung freuen, habe den Wikipedia Artikel gelesen, habe es aber nicht verstanden also bitte nicht einfach nur einen Wikipedia Link schicken :D

Danke für hilfreiche Antworten Jonas Eggert

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nomex64, Community-Experte für Feuerwehr, 72

Die Feuerwehr funkt wie alle anderen BOS nach der Vorschrift der Polizei. Derzeit gültige Vorschrift ist die PDV/DV 810 Fernmeldebetriebsdienst. Insbesondere der Teil 3 befasst sich mit dem Sprechfunkdienst.

Derzeit vollzeiht sich ein Umbruch in der Technik und damit in gewissen Bereichen auch in der Taktik.

Hatten wir bei der analogen Technik eine Trennung in das 2m und 4m Band so gibt es das so nicht mehr mit der Digitalen Technik. Hier unterscheiden wir Direkt- (DMO) und Netz- (TMO) Betrieb. Im Analogen wurde über 2m der Einsatzstellenfunk mittels Handfunkgeräten abgewickelt. Über 4m, mittels eingebauter Funkgeräte, erfolgte die Kommunikation der Fahrzeuge mit der Leitstelle und in Ausnahmen auch untereinander. 4m Geräte konnten in der Regel nicht mit 2m Geräten kommunizieren.

Heute können die digitalen Geräte sowohl DMO als auch TMO. DMO wird meist im Einsatzstellenfunk angewandt, meist mittels Handfunkgeräten HRT. Geht aber genau so mit den in den Fahrzeugen eingebauten MRT oder in Gebäuden fest installierten FRT.

Hatten die Funkgeräte früher mehrere Kanäle auf die sie geschalten werden konnten so gibt es heute Gruppen in die sich das Funkgerät einwählen kann.

Wer mit wem, wann und wie sprechen darf ist in einem Funkregime festgelegt. An kleinen Einsatzstellen läuft der Einsatzstellenfunk über 2m oder DMO auf einem Kanal/einer Gruppe. Ein Fahrzeug, meist ein Einsatzleitfahrzeug, hält über 4m bzw. TMO den Kontakt zur Leitstelle. Bei großen Einsatzstellen können den einzelnen Anschnitten bzw. Unterabschnitten verschiedene Kanäle bzw. Gruppen zugewiesen werden.

Der Funkverkehr wird natürlich auf das Nötigste beschränkt. Meldungen sind kurz und knapp ab zufassen. Da soll es keine Geplauder wie bei manchen Mitmenschen am Telefon geben. Da muss man nicht lange warten. Für den Notfall gibt es aber Wörter die allgemeine Funkgespräche unterbrechen würden.

Das ist aber jetzt mal nur ganz an der Oberfläche gekratzt. Der normale Feuerwehrmann hat einen Grundkurs von 16 h zum Thema Sprechfunk.

Wenn du englisch beherrscht kannst du ja mal im amerikanischen Polizeifunk mithören http://www.surfmusik.de/poli.htm so ähnlich hört sich das im deutschen BOS-Funk auch an, kurze und knappe Ansagen.

Kommentar von Davidtheanswer ,

Sehr ausführlich wie immer! Aber ich glaube hier hätte gereicht, das es einen "Hauptkanal" für einen ganzen Landkreis gibt und an einer größeren Einsatzstelle die Einsatzleitung mit der Leitstelle funkt eben über diesen Kanal. Die Einsatzleitung mit dem Zugführer und darunter dann je nach Lage kleinere Gruppen auf 2m... Atemschutzüberwachung natürlich extra... die Möglichkeiten des Digitalfunks sind natürlich noch was ganz anderes.

Kommentar von Nomex64 ,

Liegt vermutlich daran das wir kaum noch analog funken. Und Atemschutzüberwachung auf einem eigenen Kanal? Wie soll das funktionieren? Nimmt der Trupp dann 2 Funkgeräte mit oder erfährt der Gruppenführer dann nicht mehr was sein Trupp so anstellt. Wer so einen Unsinn betreibt sollte sich mal Gedanken drüber machen wer den Trupp eigentlich führt. http://einsatzpraxis.org/buecher/atemschutz/

Antwort
von Ohmeiohmei, 64

Es wird natürlich nicht wild durcheinander gefunkt. Für den BOS Funk gibt es klare Regeln, die in der Feuerwehrausbildung gelehrt werden. 

Habe dir den Link zu einer Jugendfeuerwehr-Seite kopiert, auf der die wichtigsten Grundregeln stehen

http://www.jfw-murrhardt.de/download/ab-funk.pdf

Kommentar von JonasEggert ,

aber wie kommunizieren die trupps eines fahrzeuges untereinander? hört das dann nur die besatzung des fahrzeuges oder der gesamte zug?

Kommentar von bauerjonas ,

Das hört nur die Fahrzeugbesatzung!

Kommentar von deem86 ,

Falsch, wenn über 2m-Funk in einem Kanal gefunkt wird, hören das alle, die auch auf dem Kanal sind. In einem Landkreis stehen normalerweise eine handvoll Kanäle zur Verfügung, auf die man ausweichen kann, dies wird aber normalerweise nur bei Großschadenslagen mit mehreren Einsatzabschnitten gemacht. Es stehen aber nirgends genügend Kanäle zur Verfügung, damit jedes Fahrzeug einen eigenen bekommen könnte. Wäre auch außerordentlich unpraktisch, da oftmals auch zwischen verschiedenen Fahrzeugen kommuniziert werden muss.

Antwort
von chris1717, 56

Fahrzeuge verwenden 4m-Funk, die Handsprechteile sind auf 2m-Band.

Das heißt die Fahrzeuge "reden" nur mit Fahrzeugen und der Leitstelle, die Handsprechgeräte nur mit anderen 2m-Geräten in geringem Umkreis.

Oft wird ein eigener Kanal für spezielle Aufgaben eingeteilt, wie zB ein Kanal für den Atemschutz, oder bei Großeinsätzen auch mal ein Kanal, auf dem nur die Wasserversorgung koodiniert wird. Setzt natürlich voraus, dass der Führer vor Ort entweder mehrere Funkgeräte zur Verfügung hat, oder immer wieder umstellt.

Antwort
von safwat29, 63

Die Fahrzeuge reden nur mit der Leitstelle und nicht untereinander.

Am Einsatzort gibt es eine oder mehrere Rufgruppen für bestimmte Einsatzkräfte. Je nach Größe werden noch Unterabschnitte gebildet.

Kommentar von horschd2991 ,
Die Fahrzeuge reden nur mit der Leitstelle und nicht untereinander.

So ein Schwachsinn

Kommentar von safwat29 ,

Noch nie was von Funkdisziplin gehört?

Eine WzW muss genehmigt werden.

Kommentar von Davidtheanswer ,

Bitte? Natürlich kann ich ein anderes Fahrzeug anfunken, ist oft nötig wenn es um den gleichen Einsatz geht. Es kann ja auch eines einer anderen Organisation sein...

Kommentar von safwat29 ,

Du hast keine Ahnung. So funktioniert das nicht.

Fahrzeugfunk ist Leitstellenfunk und sog. Sternverkehr.

Kommentar von horschd2991 ,
Du hast keine Ahnung. So funktioniert das nicht.

Offensichtlich hast du keine Ahnung.

Wie sollen sich die Fahrzeuge denn sonst untereinander verständigen? Die Leitstelle ist nich an der Einsatztstelle dabei, daher kann sie den anrückenden Fahrzeugen auch nicht mehr als die Adresse durchgeben. Ist bereits eine Wehr vor ort kann sie den weiteren anrückenden Kräften schon vorher ihre Aufgabe durchgeben. Das funktioniert über 2m nicht wenn die Fahrzeuge zu weit entfernt sind.


Kommentar von Papabaer29 ,

Also erstens funkt man heutzutage digigal. Da ist nix von wegen 2m!

Und zweitens gehen solche Informationen trotzdem an die Leitstelle. Wagen in der selben Gruppe können natürlich mithören und kommentieren dann meistens mit einem knappen "[Funkrufname] hat mit."

Kommentar von horschd2991 ,

Es Gibt auch noch kleine Flecken in Deutschland ohne Digitalfunk. In unserem Landkreis wird der Digitalfunk erst nächstes Jahr schrittweise eingeführt.

Aber ob digital oder analgog, das Prinzip im Funkferkehr bleibt das Gleiche.

Im Trunked Mode kann die Leitstelle mit den Fahrzeugen und genauso die Fahrzeuge untereinander funken wie bisher im analogen 4m Band. An der Einsatzstelle kann dann untereinander im Direct Mode gefunkt werden.

Es geht ja eigentlich nur um die Aussage von safwat29 dass Fahrzeuge (im Netzmodus/4m Band) nicht untereinander funken, was natürlich Blödsinn ist.

Natürlich darf das 4m Band / Netzmudus nicht mit unötigen Infos wie irgendwelchen Pumpendrücken zugemüllt werden, da habt ihr schon recht, dafür gibt es 2m bze DMO.


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